iDogma Postkarten – Eine postalische Brotkrümelspur zum Nordkap

Ein digitales Monument, das sich wie Lava durch die Risse der tektonischen Platten des frühen Internet drückte, feiert heute seinen vierhundertsten Geburtstag in einer Sonderausstellung im Museum für Digitale Frühgeschichte – (Lind Kernig, Kunsthistoriker, 21. Mai 2415)

Nichts hat mein künstlerisches Schaffen so sehr verändert, wie das Smartphone mit seinen kompakten Möglichkeiten. Auf engstem Raum des handtellergroßen Minicomputers kann ich nicht nur schreiben, fotografieren und direkt im Internet veröffentlichen, sondern auch wichtige künstlerische Arbeitsschritte mit Hilfe der mannigfaltigen Apps durchführen. Eigentlich muss man sich als digitaler Künstler nicht die Hände schmutzig machen mit Farbe und Pinsel, man kann alle Arbeitsschritte im Smartphone erledigen und das Kunstwerk in Datenform zu einem Ausbelichtungsdienst schicken, der es direkt an den Kunden schickt. Sogar ein kleines Buch habe ich schon einmal während einer langen Ausstellungsaufsicht, in der kaum Gäste in die Ausstellung kamen auf dem Smartphone gestaltet, es an ein Portal geschickt und ein paar Tage später kam das Büchlein „iDogma One“ per Post. Druckfrisch, gebunden.

2011 hatte ich eine Serie gestartet mit Postkarten die aus dem digitalen Stehgreif geboren waren. Fotos und Texte mit einer App kombiniert und per Mobilfunknetz gesendet kamen als Künstlerpostkarte unikat zu einigen wenigen Freunden und Bekannten. Der Reiz etwas tun zu können löst unweigerlich die Kräfte aus, es auch tatsächlich in die Tat umzusetzen.

Die beiden ersten Postkarten gingen zum Test an mich selbst. Ich wollte mich von der Qualität überzeugen und ob das, was ich da auf dem Telefon zurecht fummelte auch mit dem, was ich mir in „Echt“ vorstellte kongruent ist. Die Karte kam per Royal Mail ein paar Tage später zu mir nach Hause.

iDogma Postkarte 1.1
iDogma Postkarte 1.1
iDogma Postkarte 1.1 Rückseite
iDogma Postkarte 1.1 Rückseite

Leider ist das Projekt ein bisschen eingeschlafen. Ich bin einfach keine Rampensau, die solch ein Projekt bis in alle Welt durchboxt und daraus eine Künstlermasche macht. Dennoch hat die Idee ihren Reiz (zumindest bei mir) nicht verloren.

Zur bevorstehenden Reise ans Nordkap mache ich einen neuen Anlauf.  Aus den täglich frisch aufgenommenen Kunstfotos gestalte ich individuelle Postkarten, garniert mit Tweets, Aphorismen. Per App werden sie an den Postkartendienst Touchnote übermittelt und per echter Post versandt. So entsteht neben der fotografischen Reise mit der konzeptuellen Straßenfotografie auch eine unikate Postkartenserie. Alle Entstehungs- und Versendungsorte werden notiert. Die Empfängerinnen und Empfänger erhalten ein Kunstwerk, das ins Gesamtkonzept eingebunden ist.

Mit dem Kauf einer iDogma Karte #AnsKap unterstützt Ihr zudem das Projekt.

Rechts in der Seitenleiste könnt Ihr eine Karte bestellen. Ab dem 15. Juni versende ich sie von unterwegs.

PS: Bloß schön die Postkarten aufheben, damit das Museum für Digitale Frühgeschichte auch etwas auszustellen hat, heute in vierhundert Jahren 🙂

Euer Irgendlink

 

 

3 Gedanken zu „iDogma Postkarten – Eine postalische Brotkrümelspur zum Nordkap“

  1. Hallo Jürgen,
    wie ist es eigentlich auf Deiner Reise mit der Netzabdeckung für Dein Handy? Du bist doch da häufiger „in the boonies“, wie wir hier sagen. Ich habe ja hier schon manchmal Probleme, wenn ich gar nicht so weit draußen bin.
    Hab‘ ein schönes Wochenende,
    Pit

    1. Ich hoffe, dass der angestrebte Telia Monatsvertrag mich durchbringt. Oft sind es die weiten wilden Gegenden, die das beste Netz haben, weil keine kabelgebundenen Altlasten dazwischen stehen. In Burkina Faso, erzählte mir mein Freund Steph, gäbe es fast kein Festnetz, dafür aber Mobilfunk. Selbst in Schottland konnte ich 2012 #UmsMeer in menschenleeren Gegenden ein passables Netz finden.
      Die Telia Netzabdeckungskarte verspricht gute Versorgung bis nach Lappland.

      1. Interessant, was Du da ueber Netzabdeckung berichtest. Habe ich nicht gewusst, dass wir es hier in den USA schlechter haben als z.B. die Leute in Burkina Faso. Hier haben wir naemlich schon auf dem Weg nach Austin manchmal kein Netz!

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