Heute: 2 Faxe (je eine Seite) verschickt (eins davon war schon fertig geschrieben), dreimal telefoniert und neuen Schreibtisch aufgestellt – wozu eigentlich?

Die Monitore im Amt ohne Wiederkehr zeigen FreeCell, Zeitkonten, Tageszeitungen etc. Zwischendruch kollektives Jammern über schlechte Bezahlung und zu viel Arbeit (hysterischlach!).

Hochgradig deprimiert.

Nichtstun zermürbt so sehr, dass ich im Zug einschlafe, meinen Rucksack vergesse, ihn dank eingleisiger Strecke und Begegnungsverkehr mit dem nächsten Gegenzug wieder bekomme. Beschließe, mit dem Bus den Kreuzberg hinaufzufahren. Aber der Busfahrer lässt mich einfach stehen. Ich verstehe ihn. Sein Job ist ähnlich beschissen wie meiner.

Das Leben ist kein Tackerhof.

PS: die ersten 50 Höhenmeter liegen Bus und ich (radelnd) gleichauf bei der Bezwingung der steilsten Straße der Stadt.

Da ist noch was: ich erinnere mich an zahlreiche Pässe in den Vogesen und den beiden Juras, sowie den Simplon, Italien, Tessin, Bern – ganz groß der 1165 Meter hohe Col du Grand Ballon oberhalb Besancon, den ich aus purer Tollpatschigkeit (weil ich die Karte ohne Brille gelesen habe und die Passhöhe nicht erkannt habe) überquerte. Von dort Oben vergisst man, dass es zwei Jura-Kämme gibt, die auch über 1000 Meter hoch sind, denn man sieht tatsächlich die Alpen im Süden.

Bilder der zweiwöchigen Radtour werde ich wohl nicht posten – das Gift des Alltags lähmt mich.

Mein aktueller Zustand gleicht etwa dem eines völlig Gesunden im Irrenhaus, der mit massiven Medikamenten ruhig gestellt wird.

5 Gedanken zu „“

  1. Ja das Leben eines gefangenen Kulturorganisators ist schon schwer!
    Besser gesagt, es gibt eben Tage, da läuft alles irgendwie quer.
    Doch große Pläne warten in der Zukunft die Kultur betreffend.
    Es bleibt spannend
    sagt der große Prophet
    Patient F.

  2. herzliche grüsse aus gøthenborg …

    oh, du auch rucksack verloren? (und auch wieder gefunden?) meiner ist im geneva airport stecken geblieben. wie mir heute morgen telefonisch um 7:14 (grmpf) mitgeteilt wurde! kommt heute an. ging gut auch mal ohne. vermisse nur die rennschuhe. løsungen gibts immer. irgendwie.

    ein mittel gegen deinen hochgradige depression? verstehe das gut. vielleicht hilft es an santiago zu denken? oder sonst was schønes? ;-)

    (bin wohl nur ausnahmsweise online …)

Schreibe einen Kommentar zu Patient F. Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.