Der globale T-Shirt-Strom

Ist noch nicht allzu lange her, dass eine Karte der Meeresströme gezeichnet wurde. Sie zeigt den gigantischen Golfstrom, welcher warmes Wasser bis nach Spitzbergen spült und im Tausch in der Tiefsee Kaltwasser zum Äquator pumpt. Wenn die Karte stimmt, umspült ein gigantisches Wassersystem den Erdball, tauscht Wärme gegen Kälte und umgekehrt. Wenn dieser Strom an nur einer einzigen Stelle zum erliegen kommt, mutmaßt die Wissenschaft, gibt es eine Klimakatastrophe von verheerendem Ausmaß.

Das Bild von den Meeresströmungen erkennt man als Muster in allen möglichen Strömungsbildern wieder. So zeigte der Bericht im Fernsehen über eine chinesische Hemdenfabrik (ich habe das im Artikel zuvor schon erwähnt) ebenso ein Strömungsbild, nicht ganz so harmonisch wie das Meeresströmungsbild: der Fluss von T-Shirts aus Fernost nach Europa, wo sie durchschnittlich ein Jahr an den Körpern hängen, bis ein guter Prozentsatz im Altkleidercontainer landet, gewaschen wird und nach Afrika verschifft wird. Die Strömungslinie des globalen T-Shirt-Stroms ist sicher nicht so rund wie die Meeresströmungslinie, aber sie zeigt eine frappierende Analogie. Alles strömt in dieser Welt. Mit hohem Druck presst Fernost billige Waren in den Wirtschaftskreislauf, welcher erst Entlastung findet, wenn die Produkte bei kaufkräftigen Konsumenten in der westlichen Hemisphäre landen. Es herrscht eine geheimnisvolle Spannung auf dem Globus, die sich durch alle nur erdenklichen Bereiche, vom Wetter über die Wirtschaft, die Magnetosphäre, ja selbst das globale Gedankengut, wie ein roter Faden zieht.

Es übersteigt mein Wissen, diese Phänomena zu erklären. Ich registriere sie nur. Vor kurzem endeckte ich etwa eine frappierende Ähnlichkeit weltweiter Aktienindizes mit den Höhenprofilen von Wanderwegen. Mal gehts aufwärts, mal gehts abwärts. So einfach ist das.

Ein Gedanke zu „Der globale T-Shirt-Strom“

  1. Hallo irgendlink!
    Ja, einerseits schon verwunderlich, dass soviele Dinge des täglichen Lebens irgendwie der Natur nachempfunden sind.

    Aber andererseits auch wieder nicht, zumindest dann nicht, wenn einem bewusst wird, dass es eine Sache gab, die die Menschen seit jeher kannten, die vom Anfang bis heute da war: Die Natur.

    Immerhin inspiriert sich auch heutzutage noch die Dichter, Wissenschaftler versuchen technische Geräte in ihrer Form an Dinge der Natur anzugleichen etc.

    Vielleicht ist es da nur eine logische Schlussfolgerung, dass unser ganzes Leben der Natur nachempfunden ist, selbst in Dingen, die der Mensch vielleicht gar nicht bewusst so geschaffen hat.

    GLG, Sunny

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