Ja vs. Nein

Dem alten Flann O‘ Brien, einem ganz coolen irischen Autor, habe ich einmal die folgende Weisheit geklaut (sinngemäß): Wenn du die Möglichkeit hast, eine Frage mit Ja oder mit Nein zu beantworten, so antworte mit Nein. So ähnlich sagt es der alte Matters in dem Roman „Der dritte Polizist“. Es ist ein verrücktes Kunstbuch, welches serienmäßig seltsame Phänomene menschlichen Verhaltens, eingebettet in eine Krimistory, aufzeigt. Ebenso naturwissenschaftlich, wie esoterisch, beschreibt der Autor etwa, warum Menschen, die oft Fahrrad fahren, einem Fahrrad immer ähnlicher werden und im Gegenzug Fahrräder, auf denen oft geradelt wird, irgendwann so menschlich werden, dass sie beginnen ein Eigenleben zu führen und man sie deshalb besser hinter Gitter bringt. In dem Buch taucht auch ein ominöser Wissenschaftler namens De Selby auf, welcher in Fußnoten, die gegen Ende des Buches manchmal mehr als eine Seite in Anspruch nehmen, zu Wort kommt.

So ein Buch würde ich auch gerne mal schreiben. Das würde zwar niemand lesen, aber ein Buch, das kaum gelesen wird, ist noch lange kein wertloses Buch. (Auch ein Blog, das kaum gelesen wird, muss nicht zwingend wertlos sein – ich verfechte ja die Meinung, dass ein einziger interessierter Leser ein solches Buch oder Blog rechtfertigt).

Im Konflikt zwischen Ja und Nein habe ich heute ein weiteres Derivat entdeckt. Nämlich: wenn du die Wahl hast, mit Ja oder mit Nein zu antworten, so ist Ja oft die einfachere Lösung, selbst wenn du eigenlich lieber mit Nein antworten würdest. Ja macht gesellig. Nein macht einsam. Ja ist ein Friedensangebot, Nein ist eine Kampfansage. Ja verursacht Stillschweigen und Zufriedenheit, Nein löst endlose, zermürbende Diskussionen aus. Wer nicht im Krieg leben will und Knechtschaft erträgt, so wie ich, der sollte also im Zweifel besser alle Fragen mit Ja beantworten. ;-)

4 Gedanken zu „Ja vs. Nein“

  1. Hm… Ich weiß nicht. Da gab es vor einigen Jahrzehnten jemanden, der hat eine Frage in die Menge gebrüllt, und die Menge hat „JA!“ zurückgebrüllt. Was daraus folgte, steht in sämtlichen Geschichtsbüchern.

    :(

    Besser doch vorher nochmal das eigene Gehirn bemühen und nach der bestmöglichen Antwort suchen.

    ;)

  2. Blöd nur, wenn man dann aus dem Ja ein Nein machen muss.
    Irgendjemand – und ich bin zu faul, um zu googeln, wer – hat mal gesagt: Es ist leichter, aus einem Nein ein Ja zu machen als aus einem Ja ein Nein.

    Liebe Grüße und ja zum Leben!
    Kati ;o)

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