Die Ausstellung ist tot, es lebe die Ausstellung

Bei Prismakunst wechselt diese Woche die Ausstellung. Am Freitag, 5. September um 19 Uhr wird mit Margit Bauer (Keramik) und Horst Kraemer (Mischtechnik) und sechs der sieben Prismastammmitglieder Prismas Neunte eröffnet. Monsieur Irgendlink, moi même,  ist wegen des bevorstehenden Offenen Ateliers am 20./21. September 2014 und des Kunstzwergfestivals, das zum vierten Mal in seinem Atelier tobt, leider nicht, oder nur mit einem winzigen Schreibbeitrag in der Neunten vertreten.

In der vergangenen Ausstellung debütierte Monsieur mit einem Objekt, dessen Ursprünge auf seine Nordseeumrundung per Fahrrad zurückgehen. Der Original Hinterreifen, der nach über 7000 Kilometern und mit nur drei Platten, total abgefahren das zeitliche segnete, ist, zerlegt in 29 Einzelstücke, zur „Reliquie eines Europenners“ geworden. Die Teilstücke waren zum Preis eines Schwalbe Marathon erhältlich. Kunden, die Piero Manzonis Künstlerscheiße gekauft haben, hätten auch Monsieur Irgendlinks Hinterreifenstücke gekauft. Aber davon gibt es in Zweibrücken leider keine.

 29 Nordseeradweg Reifenstücke - Reliquien eines Europenners 2012-2014
29 Nordseeradweg Reifenstücke – Reliquien eines Europenners 2012-2014 – by Irgendlink

Auch die Fahrradkette wurde zur Reliquie.

Nordseeradweg Kettenstück 2012-2014 by Irgendlink
Nordseeradweg Kettenstück – Reliquien eines Europenners 2012-2014 by Irgendlink

Gotthard

In der Rubrik Gotthard sind alle Blogbeiträge der Reise von der Pfalz auf den Gotthard zusammengefasst. Die Tour Ende Juni bis Mitte Juli 2014 führte von Zweibrücken per Fahrrad in den Aargau und von dort aus zu Fuß der Reuss entlang bis zu ihrer Quelle auf dem Gotthard. Bevor es gelang, exakte Höhen zu messen, galt der Gotthard als der höchste Berg Europas. Seit jeher fasziniert dieses „Nadelöhr“ in den Alpen die Menschen. Vier Flüsse entspringen am Massiv, in jede Himmelsrichtung je einer: Rhône, Rhein, Ticino und Reuss.

Anmerkung: Die Einträge in der Rubrik Gotthard sind noch nicht umgekehrt. Chronologisch steht also der letzte Eintrag ganz oben. Ich arbeite an einer „andersrumen“ Sortierung.

20140707-191752-69472138.jpgRundumblick auf dem verregneten Gotthardpass am 7. Juli 2014

 

Ausrollen

Der Körper passt sich dem Felsen perfekt an, dass man glauben möchte, der Felsen passt sich dem Körper an. Keine Druckstelle, kein Schmerz, die frisch getankte Wärme, die in dem tonnenschweren Block noch von den Sonnenstrahlen vor ein paar Minuten gespeichert ist, gibt mir das Gefühl, in einem Bett zu liegen. Die Schuhe und Socken, ausgezogen und zu einem halbrunden Ding geformt, dienen als Kissen. Die Augen zu Schlitzen geformt. Über die Gebirgskämme torkeln Wolken, verdunkeln den Himmel. Vor mir liegt das Dorf wie ein ideal aufgeteiltes Bild. Der Goldene Schnitt. Eine Trockensteinmauer zieht sich schlängelnd vom ersten, frisch renovierten Haus über die Alpwiese, vorbei an einem Strauch und einem halb zerfallenen Stall bis ganz hinüber zu dem einzig belebt scheinenden Haus, vor dem stolz die Schweizer Flagge gehisst ist. Fast dreizehnhundert Meter hoch. Morella über dem Rovannatal. Wie eine Zunge streckt die saftgrüne Alpwiese aus dem unwirtlichen Steilhang, der abwechselnd aus Fels oder aus steilstem Wald besteht. Was haben wir geackert, um da hinauf zu kommen, die SoSo und ich. Ein Ausflug zum Lago Sascola ist durchaus lohnend, sagte ich ihr. Eiskalter Gebirgssee. Klarstes Wasser. Es ist göttlich, darin ein Bad zu nehmen und im Stillen denke ich zurück an den Spätsommer 2001, als ich da hinauf geklettert bin und tatsächlich es mir nicht habe nehmen lassen, in dem vielleicht acht Grad kalten See zu baden. Zwei Stunden dauert es da hoch, sage ich zur SoSo, ist vielleicht fünfzehnhundert Meter hoch. Halbwissen. Erinnerungslücken. Reiseerlebnisschönfärberei. Teufel noch eins, auf dem Wanderwegschild unten bei unserem Hüsli steht plötzlich etwas von fast vier Stunden. Mein Hirn kramt neue Höhenabschätzungen hervor: war der See vielleicht siebzehnhundert Meter hoch gelegen, damals? Jenseits der Baumgrenze? Da gab es nämlich kaum noch welche. Egal. Zum Ausrollen stapfen wir auf’s Geratewohl los. Es gibt sowieso nur drei Richtungen: entweder das Tal hinunter nach Cevio, von wo wir per Bus hier herauf geackert sind, oder das Tal hinauf irgenwie Richtung Bosco Gurin, was übrigens eine deutschsprachige Siedlung ist im ansonsten italienischen Tessin. Und als drittes: hinauf nach Morella und wenn die Kräfte reichen weiter bis zum Lago Sascola. Sie reichen nicht, die Kräfte. Nach knapp zwei Stunden über serpentinöse, Steinplatten belegte Pfade erreichen wir die saftige Alp, die nur zu Fuß oder per Hubschrauber erreicht werden kann. Für den Warentransport gibt es eine kilometerlange Seilbahn, an der ein Kasten hängt, in den die Leute ihr Gepäck oder den Müll tun können und die hinunter führt nach Linescio. Als es zu tröpfeln beginnt, ist mein Schlaf auf dem Bettfelsen beendet und wir beginnen den Abstieg. Begegnen einem jungen Papa mit vielleicht acht Kilo schwerem Kind auf dem Rücken und ein kaum sechsjähriger Bub trottet den beiden hinterher. Familienausflug ins Rustico auf der Alp. Weitere Wanderer. Drei grobschlächtige Kerle, die räuberhotzenplotzesque auf uns zu taumeln, sollllche Bergwanderstiefen, reinholdmessnerisch. Wieder unten im Hüsli lassen wir unseren „freien“ Tag, den ersten Tag unserer Wanderung ohne schwere Rucksäcke, bei einem Bierchen ausklingen. Wohin weiter? Das Centovalli haben wir ja verlassen, weil es da keinen Flusswanderweg gibt, so wie wir es von der Reuss im Norden gewöhnt waren. Auch hier im Rovannatal gibt es kein explizites Schönwegchen, das einem halbwegs schmerzlos, sprich flach, weiterbringen könnte. Tessin, der Senkrechtkanton. Kraxeln ist hier pflicht. Dafür aber ist das Wandern außergewöhnlich spektakulär. Familiäre Angelegenheiten erfordern auch meine baldige Anwesendheit daheim auf dem einsamen Gehöft, erfahre ich per Telefon, und zweieinhalb Wochen wandern ist ja eigentlich genug. Die Schweiz von Norden nach Süden haben wir durchquert. Mir zuprostend erforscht SoSo auf dem Smartphone die Verbindungen zurück nach Brugg. Nur gut fünf Stunden wird es dauern, zunächst per Bus, dann per Bahn durch den Gotthardtunnel. Sogar eine Onlinebuchung, hier im Niemandsland, wo eigentlich gar kein Handyempfang sein dürfte, wäre möglich, wenn unsere Kreditkarten mit genug Geld geladen wären. Ausrollen. Wie Tourdefranceradler, die eine zweihundertfünfzig Kilometer Etappe hinter sich haben. Die Muskeln, das Hirn, den Geist wieder zurecht trimmen für Lärm, Hektik, Uhrzeit, Forderungen. Ausrollen, das haben wir getan an diesem Tag, war es ein Sonntag. Ich glaube ja.

Monsieur Irgendlink, moi même, starrt im Halbschlaf die Alp Morella an.Alp Morella im Tessin

Gepäck und Müll waren auf den Abstieg nach Linescio
Transportseilbahn im Tessin

In sechs Schritten zum Etikettendruck mit Open Office 3.2

Erlebe, wie dieser Mann in Open Office 3.2 Etiketten aus einer Tabelle druckte und hinterher es vor Glück kaum fassen konnte. Schritt Nummer Sechs wird Dir die Freudentränen in die Augen treiben!

Gilt für Open Office 3.2 unter Linux
1. Leere Datenbank anlegen Neu>Datenbank Datenbank speichern.
2. Gewünschte Tabelle öffnen. Ansicht>Datenquellen. Tabellenblatt unten (wo Tabelle 1, Tabelle2 usw. steht) am Reiter anfassen und in den Menüpunkt Tabellen der neu erzeugten Datenbank ziehen. Aufpoppendes Dialogfeld. Dort die gewünschten Tabellenspalten per Pfeil-Icons hinzufügen.
3. Neu>Etiketten. (Etikettentyp einstellen) Fenster geht auf. Unter dem Reiter Zusätze Inhalte synchronisieren wählen. Im ersten Reiter die gewünschte Datenbank und Tabelle wählen und die Felder, sowie ggf. Anrede und statischen Inhalt in das Etikettmuster einfügen. Neues Dokument erstellen wählen.
4. Neben dem neuen Dokument befindet sich ein Synchronisieren-Button. Erstes Etikettenfeld nach Wunsch bearbeiten (Textgröße, Zeilenabstände, zusätzlicher Text, Farben usw.). Wenn fertig bearbeitet, dann synchronisieren.
5. Extras>Serienbriefassistent wählen und sich durch die Menüpunkte mit Bestätigen klicken. Bei Punkt 8 Serienbriefdokument speichern wählen.
6. Puuuuh!