Liebe, Hass, Göte und Faus

Nachts im Halbschlaf phantasiere ich von tätowierten Fingerknöcheln, wie man sie aus US-Knastfilmen kennt. Einer spielt immer den harten Kerl, der sich auf die Knöchel der einen Faust Love tätowiert hat, auf die andere Hate. Abgeschmackt. In meinem Traum steht das ganze auf Deutsch. Grotesker Weise hat die Liebe-Faust fünf Finger. Ich drehe mich im Bett, immerhin wach genug, Buchstaben zählen zu können. Die Schäfchen des Bibliophilen. Man müsste sich ASDF auf die eine Hand schreiben und JKLÖ auf die andere. Klassiker des schnellen Blindtexts. So phantasiere ich vor mich hin und sehe schon eine Fotoserie vor mir mit tätowierten Fingerknöcheln. Im Kopf bastele ich an einer Leinwand mit Loch, durch die die Fäuste gesteckt werden, damit man sie vor neutralem Hintergrund fotografieren kann. Eine Serie mit tätowierten Zahlen wäre gut: Eins, zwei, drei, vier, fünf, sex (auf eine Hand mit nur drei Fingern), sieb, acht, neun, zehn. Das passt mit ein bisschen Trickserei. Und hat Witz.

Dieses verflixte Künstlerhirn. Nachts um Drei. Einfach so aus dem Traum abhauen und verkopfte Kunstkonzepte aushecken. Zu guter Letzt kommt mir die Finale Idee: Auf die eine Faust könnte man Faus schreiben, auf die andere Göte. Mit einem Lächeln schlafe ich wieder ein.

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

18 Gedanken zu „Liebe, Hass, Göte und Faus“

  1. Schöner Halbtraum! ;)
    Auf diese neue Serie bin ich schon sehr gespannt! :D
    Das erinnert mich an einen früheren „Geschäftspartner“ von mir. Der hatte eine dicke fette Spinne auf seinen Kehlkopf tätowiert und dann quer über den Hals das Spinnennetz mit seinen Fäden. Wenn der vor mir stand und sich mit mir unterhielt, hab ich es nie geschafft, ihm in die Augen zu schauen. Ich musste immer nur auf seinen Hals starren. :D
    Dir und Frau SoSo ein wunderschönes Wochenende,
    ganz liebe Grüße euch Beiden,
    Andrea

          1. eindeutig!
            Nur meine Daumen protestieren gegen die Diskriminierung.
            „Wir fühlen und als Finger nicht gesehen. Nur weil wir anders sind.“

            Darauf der linke kleinen Finger:
            „Wir sind alle Daumen.“

          2. Gerade kommt mir die Linke Hand Regel für die Veranschaulichung von Induktion in den Sinn. Da spielt der Daumen die Hauptrolle.

            Fuge und Bach, Stan und Olli, Häns und Gret … ich muss jetzt schlafen gehen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.