Berlin

Eine Stunde Flug der Sonne entgegen. Über Erfurt reißt die Wolkendecke auf. Man sieht Seen, Flüsse, Autobahnen. Durchschüttelt von Luftlöchern. Per S-Bahn nach Kreuzberg. Fotoflash. Man bräuchte Jahre, um die Stadt, die Baustellen, das Verschüttete und das Malerische zu fotografieren. Umsteigen an Station Baumschulerweg. Rapper randalieren neben dem hinteren Wagen. Der Lokführer mahnt per Lautsprecher: „Wenn det nicht aufhört, dann platzt aber der Mond!“ QQlka übersetzt simultan für zwei Engländer uns gegenüber. Breites Grinsen. Auf der Ringbahn flasht das frühmorgendliche Sonnenlicht – wie eine Dreammachine – stroboskopartig von Licht zerschossene Wagen. Sonne steht ideal auf Wellblechhütten. Nun müsste man aussteigen, das Relieff dort unten fotografieren. Aber wir rasen Richtung Platz der Luftbrücke.

Das war vorgestern. Gestern gabs Knut und einige Kneipen. Zwiebelfisch hieß die eine. Barbie-Bar die andere. Die ist gleich bei der Hauptstadtethnologin um die Ecke. Überall Barbies, Plüsch und Rosa. Sogar der Kornleuchter ist mit Barbies bestückt. Über dem Urinal hängt ein kitschiges Hinterglasbild, von Innen beleuchtet, welches einen Wasserfall zeigt. Akustische Effekte simulieren das Geräusch plätschernden Wassers. Von Menschen für Menschen gemacht.

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

2 Gedanken zu „Berlin“

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