Tag 33 – Bilder

Heute ist Irgendlink, wegen Sturm über Sunderland, im Ort geblieben und hat sich spazierend umgesehen. Und sich ein Bild gemacht. Oder ein paar. Wie immer werden die Bilder mit Draufklick groß.

Mit PhotoWizard bearbeitetes Selbstportrait zwischen den verspiegelten Wänden des Sunderland Rooms im Glasmuseum. „Way Out – The Artists Brain Never Sleeps“.

Unterführung auf der Südseite der River Wear Brücke

Abblätternde Farbe an einer Betonmauer eines Spielplatzes am Roker Strand unweit meines Guesthouse „Areldee“

Eine Variante dieser Collage findet sich auf pixartix_dAS bilderblog.

Von Great Ayton nach Sunderland quer durchs Ruhrgebiet

Newcastle, Tynemouth, Washington, Roker, Gateshead, Sunderland und noch so viele mehr. Auf der Karte sieht die Gegend, die ich anpeile, aus, wie ein riesiger, verstädterter Komplex. Pack noch ein Middlesbrough drauf, das laut Straßenschildern nur acht Meilen von Great Ayton entfernt ist. Und all die anderen kleinen bis mittleren Örtchen; Stockton, Teesside, Hartlepool. Ein Gewirre aus rot eingezeichneten, also stark befahrenen Straßen, das aussieht wie das Adergeflecht auf der Nase eines Alkoholikers, durchzieht die Straßenkarte. Pack noch zahlreiche grüne, höllisch befahrene Straßen mit drauf.

Die Enttäuschung von Fletcher’s schmutziger, überteuerter Farm im Rücken und die mutmaßliche Ruhrgebietsdurchquerung auf der Karte vor Augen, treibt mich der Nordwestwind zunächst landeinwärts. Stets den Radwegschildern folgend, sause ich an Seamer vorbei, wo ich eigentlich nach Norden abbiegen wollte, um einen guten Zipfel “Radweg umsonst” abzukürzen. Verpasse die Abzweigung. Dadurch verlängert sich mein Weg nach Middlesbrough um mindestens zehn Meilen. Ein Trost sind etliche Samstagsradler, die mir begegnen, mich überholen, die perfekte Simulation, nicht alleine zu sein, umringt von Gleichgesinnten, die mich immer wieder ansprechen, woher, wohin? Und das ist das stille Mantra des Reisenden, das einen nach und nach in einer Art silberne Lethargie verfallen lässt.

Beinahe taub am ganzen Körper erreiche ich den Moloch und stürze mich kurz vor Middlesbrough ins Hauptstraßengewirre, weil ich keine Lust habe, den Stadtradwegen, die labyrinthisch durch Parks verlaufen, zu folgen. Halte, mit der Sustrans-App navigierend, direkt auf die Schlüsselstelle zu, eine Brücke, die einen Fluss überquert, der womöglich Tees heißt. Das grüne Stahlmonster hat etwas von einem Krokodil, finde ich. Neben den Hauptstraßen befindet sich fast immer auch ein Radweg, der sicher ist. In Kreisverkehren und über Autobahnzubringer, muss man mittels Fußgänger- und Radlerampeln navigieren, was einen schon mal fünf Minuten kostet, ehe man einen dreispurigen Kreisverkehr mit sechs bis acht Ausfahrten durchquert hat. Besser, als darin umkommen ist es allemal. So rücksichtsvoll die Engländer auf den Countryroads fahren, so gnadenlos metzeln sie in den Stadtkreiseln.

Raus Richtung Billingham, oder mitten durch? Eine beklemmende Gegend mal wieder. Der Weg führt durch parkähnliche, längliche Grünstreifen, hinter denen sich Wohngebiete befinden. Angsteinflößend ist, dass sie allesamt von drei Meter hohen Zäunen umgeben sind. Trutzburgen mal wieder. Haben die Engländer solche Angst oder ist das Land so gefährlich, bzw. diese Gegend? Überall Neighbourhoodwatch-Schilder, Überwachungskameras. Eine Alarmanlage surrt in der Ferne und eine Polizeisirene. Meine Hysterisierungsidee kommt mir wieder in den Sinn. Die Beklemmung ist ähnlich groß, wie südlich von London. Auch sind die Parkwege durch sehr enge Stahlbarrieren geschützt, die alle paarhundert Meter verhindern sollen, dass die Motorradgangs meiner Phantasie mit ihren Crossmaschinen in die Parks eindringen. Es ist Millimeterarbeit, das Fahrrad mitsamt Gepäck durch diese Schleusen zu navigieren. Kann ich in meiner Statistik für den Tag wohl eine knappe Stunde Verkehrskreiselüberquerung rechnen und pack noch eine halbe Stunde Motorradgangbarrieren hinzu.

Lieblich lächelt ein Golfplatz hinter einem blaugrauen Stahlzaun mit Stacheldraht obendrauf. Zwei Streifenpolizisten zu Fuß auf dem Parkweg regen meine Phantasie noch mehr an: die Gegend MUSS gefährlich sein, wenn die schon im Park patrouillieren. Böser Mann mit Hund auf 11 Uhr, Jugendbande, gelangweilt mit Bierdosen kickend, auf 5 Uhr. Hinter Billingham mündet der imaginäre Spießrutenlauf in einen Bahntrassenradweg. Meine Potemkinschen Heroinsüchtigen auf Entzug verwandeln sich schlagartig in ganz normale Samstagsspaziergänger, aus Kampfhunden sind Terrier geworden, die Motorradgangs entpuppen sich als Ladies, die auf Haflingern gemütlich in den Tag trotten. Außer dass es stürmt und eiskalt ist, ist der Tag in der Tat schön. Immer wieder muss ich Spaziergängern erklären, woher ich komme, wohin ich will. Ein Radler gibt mir ungefragt den Wetterbericht: von Norden zieht ein Sturm heran, von Süden ein Regengebiet. Viel Spaß morgen. Mit einem mulmigen Gefühl radele ich weiter. Einmal mehr wird mir klar, wie kontraproduktiv es sein kann, zu wissen.

Ich erinnere mich, dass SoSo mir nach Robin Hood’s Bay eine Wettervorhersage für Edinburgh gemailt hat, die für eine volle Woche Sonne und Temperaturen um 30 Grad prognostizierte. “Ein Scherz?” maile ich zurück und radele dennoch mit einem guten Gefühl los. Im Kopf hat sich gutes Wetter verankert. Abends, beim Mailabrufen, erfahre ich die Wahrheit. Zwar kein Scherz, aber ein Bug in der Wetter-App. Kommt manchmal vor.

Der Bahntrassenradweg führt auf grauer Asche bis ins County Durham und endet erst kurz vor Sunderland. Zwischen Haswell und Murton wird es noch einmal unheimlich. Die Trasse ist über und über mit Glas verschmutzt, das von Brücken geworfen wurde. Seltsame Kerle treiben so eine Art Sport, ach, wie heißt das noch Mal, sie springen auf Mauern, überklettern Bäume und alles, was ihnen in den Weg kommt. Jungs mit Kapuze. Im Windschatten eines Seemanns, der mit dem Mountainbike trainiert, mogele ich mich an ihnen vorbei. Der Radweg führt über hunderte Meter auf einem Holzsteg in dem zum Teich gewordenen Einschnitt. Schmutz, kaputte Fernseher, Kühlschränke in friedlicher Einheit mit Schilf und Enten. Kurz später mündet er auf einer ebenen Fläche, die aussieht wie ein Motocrossplatz. Pechschwarze Erde. Vermutlich eine Art Abraumhalde. Die Bahn wurde einst gebaut, um Kohle zu transportieren, die in der Gegend gefördert wurde.

In Sunderland gäbe es einen B&B-Strich, sagt man mir, direkt an der Coastside. Kurz vor der Stadt dann doch noch Regen. In einer versprayten Unterführung ziehe ich die Regenkleider an. Groooßer Fehler! Im Gegenlicht etwa zehn Personen, kommen direkt auf mich zu, wild wuselnd. Da ist sie nun, die gemeine Jugendbande, die dich um dein Smartphone bittet, die Kreditkarte, den Geldbeutel. Und du stehst da mit herunter gelassener Hose und offenen Schuhen … die Jungs und Mädels bleiben unmittelbar vor mir stehen. Aber, anstatt mich auszurauben, beschäftigen sie sich, laut gestikulierend, mit den Graffitis an der Betonwand. “Guck, das da hat der und der gemacht und Jenes ist von Jener und dies von mir …” etc.

Ziemlich gute Kunstwerke finde ich im weiteren Verlauf an den Betonwänden der Stadt. Muss an Biel/Bienne denken, wo sich in einem alten Fabrikgelände ähnlich starke Graffiti-Kunst befindet.

Die George Avenue und die Küstenstraße in Roker empfiehlt mir jemand als den B&B-Strich von Sunderland. Ein Gästehaus reihe sich ans andere. Sunderland ist recht entspannt zu durchqueren. Kaum Verkehr, Radweg gut beschildert. (Ich weiß nicht, ob Roker ein Stadtteil ist, oder eine eigenständige Gemeinde. Es ist schwer zu erkennen in diesem Konglomerat aus Gemeinden, wo man sich gerade befindet). Universitätsgelände, Fußgängerzone, Menschen auf dem Weg in den Samstagabend. Zwei Kerle strippen vor einem Pub ihre T-Shirts, lachen sich kaputt, imponieren niemandem. Lockere Atmosphäre. Ganz das Gegenteil von Middlesbroughs Außenbezirken.

Ich habe mich für 28 Pfund in einem B&B an der Küste einquartiert, werde den Sonntag hier verbringen. Der Sturm ist heftig. Ich würde kaum zehn Meilen schaffen und Regen soll es auch geben ab Nachmittag.

Zwei Geschichten, die ich noch schreiben möchte, quetsche ich nun nicht auch noch in diesen Artikel: auf welch abenteuerliche Weise ich von der B&B-Hölle ins Paradies gelangt bin; und: Überlegungen im voll besetzten Frühstücksraum eines B&B.

Nun werde ich einen Regenspaziergang machen, vielleicht mit der Metro nach Newcastle?

Tag 32 – die Strecke

Irgendlink hat sich in Sunderland ein B&B genommen. Nicht das erstbeste diesmal (das nicht best sondern eher badest war) sondern das zweite, und das sei paradiesisch. Und sogar moderat im Preis. Dusche auf dem Flur ist doch okay. Doch alles weitere erzählt er euch bestimmt bald selbst.

Wieder einmal füge ich hier den Hinweis ein, dass meine täglichen Kartenlinks immer nur ungefähr zu verstehen sind. Statt zehn Meilen Straße fährt Irgendlink, wie heute zum Beispiel, schon mal zwanzig Meilen Radweg, denn diese Routen machen oft einen Bogen.

Heute hat er beinahe die Zweitausendkilometer-Schwelle erreicht, oder ist jedenfalls nahe dran. Schon verrückt irgendwie … Gratulation, lieber Irgendlink!

Die Kommentarfunktion der App ist noch immer am Zicken. Kommentieren dürft ihr aber trotzdem. Er kann euch ja im Browser lesen. Aber antworten über den Browser ist noch mühsamer als dort zu lesen. Also: nicht traurig sein, wenn er nicht gleich antwortet.

>>> Fletcher’s Farmcamping – Sunderland: zum Kartenausschnitt bitte hier klicken!

Robin Hood’s Bay, Whitby und Fletcher’s Farm

Das Piratennest in der engen Bucht ist ein wahrer B&B-Strich! Schon am Ortseingang treffe ich den ersten Luden, einen freundlichen Mann mit Hund, der mich auf die Frage, ob er denn im Dorf ein B&B wisse, anlächelt, klar, er böte zum Beispiel eins. Für 50 Pfund. Das Devon Haus. Zur T-Junction, also zur T-Kreuzung, dann rechts, zweites Haus, ich könne mir das Zimmer gerne anschauen und ein Platz fürs Fahrrad habe er auch.

Kaum eine halbe Meile denke ich darüber nach, ob es gut ist, dem erstbesten in die Hände zu laufen, nur weil er freundlich ist, und mich für 50 Pfund einzumieten. Dass es nur noch nieselt, sehe ich als Bloggesurteil für einen Campingplatz. Im Dorf reiht sich ein B&B ans andere und auch ein Campingplatz ist in Sicht. Qual der Wahl. Einen bärtigen Zausel frage ich im Shop, wie denn der B&B-Durchschnittspreis hier ist, 50 Pfund okay.

Joaaa … Das geht billiger, sagt die Shopbesitzerin und greift zum Telefon. Wählt drei, vier Nummern, ja, ein Radler aus Deutschland, 40 Pfund okay? Ich nicke. So lande ich drei Häuser weiter im Wayfarer Bistro. Der Besitzer erinnert mich an eine Figur aus Jo Nesbøs Roman Der Erlöser, an einen von zwei Brüdern, der eigentlich groß gewachsen ist, sich aber stets klein und dienstbar gibt. Ein Mann mit Geheimnis.

Morgens sehe ich seine entblößten Unterarme über und über tätowiert, was in England häufig vorkommt. Dennoch male ich ihm eine Seefahrer- oder Bohrinselkarriere in den Lebenslauf. Ob wir alle zwei Gesichter haben? Robin Hood’s Bay hat sie auf jeden Fall. Über eine 30% fallende Straße gelangt man, den aus Treppen bestehenden Gehwegen folgend, bis zum Hafen. Fahrrad binde ich vor dem Wayfarer fest. Das Unterdorf ist verwinkelt, kaum schulterbreite Gassen, überall Souvenirsläden, Cafés, Pubs, Museum. Haus des Küstenwächters. Darin befindet sich ein Infozentrum mit spielerisch aufgearbeiteten Details über die Küste. Durch winzige Fenster starrt man auf die Bucht.

Mit etwas Glück wird der Tag sonnig. Die Nikon kommt auch zum Einsatz, mitsamt Polfilter. Aber es will mir nicht so recht von der Hand gehen. Fotografieren ist für mich in erster Linie eine Gefühlssache. Vielleicht liebe ich deshalb das Smartphone mit seiner vergleichsweise miesen Optik, weil es mir alles Denken abnimmt, und ich mich voll und ganz auf das Um-mich-herum konzentrieren kann.

Der N1 führt weiter über den Cinderrail bis nach Whitby. Über dem Hafen ist meilenweit die Kirchenruine zu sehen, die einst als Kulisse für Bram Stokers Dracula diente. Unheimlich. Auch mit dem Dorf scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Ein dunkel gekleidetes Paar, er mit Zylinderhut und langem Mantel, sie mit pechscharzem Kleid und zusammen geklapptem Regenschirm, überqueren die Straße. Okay. Hat sich jemand verkleidet. Aber die High Street in der Fußgängerzone ist voll von solchen Leuten. Und von Fotografen, die diese Leute ansprechen, um sie zu fotografieren. Ein hagerer Kerl, der aussieht wie ein Totengräber, weiß gemalter Teint, Augen mit Kajal abgedunkelt, erklärt warum: Zwei Mal im Jahr trifft sich Europas Gothic-Szene in Whitby zu einem Festival. An Halloween und eben jetzt, kommendes Wochenende.

Der Hafen ist bei einsetzender Flut unheimlich. Wie aus dem Horrofilm hängt Tang an den Anlegestegen und eine braune See tost zwischen den Kaimauern. Für normale Touristen gibt es einen Steambus, der von einem Kerl gesteuert wird, der wie Monty Pythons Terry Gilliam aussieht.

Hinter Whitby ist der N1-Radweg für knapp 20 km noch nicht fertig, so dass man über eine mäßig befahrene, enge Straße nach Sandsend und weiter kurbeln muss. Ein Arbeiter, der den Müll aus dem Straßengraben fischt, erklärt mir die Alternativen: entweder durchs Inland über Aislaby, Egton usw nach Middlesbrough, oder an der Küste entlang. Um die Banks komme ich sowieso nicht herum. Die Banks sind Rampen, auf denen die Straße mit bis zu 30 Prozent Steigung durch die zerklüftete Landschaft führt. Da die Bank hinter Sandsend offenkundig auf grüner Wiese bleckt, nehme ich die Route 52, „Moor to Sea“, die zudem nur auf unbefahrenen Countryroads verläuft. Das Wetter hat sich gebessert. Zum Glück. Kaum auszudenken, wenn ich gestern ein permanentes 20% Auf und 20% Ab mit voller Regenmontur hätte bewältigen müssen. Und im Nebel. Wenn man sich die Wälder wegdenkt, könnte man meine, man wäre in Island.

In Egton treffe ich die tägliche Hilda. Sie heißt Amber, lädt mich zum Tee ein, stellt mir auf den Betonpfosten vor ihrem Haus einen Teller Kuchen. Schneller Austausch von Lebensgeschichten, was man sich in etwa vorstellen muss, wie das Prinzip der blinden Kontur beim Zeichnen. Während du dein Modell beobachtest, skizzierst du, ohne aufs Blatt zu schauen, und erhältst, mit einiger Übung, ein ungenaues, krakeliges Bild von hohem Reiz, das du anschließen kolorieren kannst. Hilda ist auch Radlerin, war in Deutschland, genauer gesagt in München und in Salzburg(!). Mann geschieden, Sohn raucht und hat deshalb das Radeln aufgegeben. Sie will auch mal touren und notiert sich dershalb die Marke meiner Packtaschen. Menschenleben im Schnelldurchlauf. Aber wir haben so viele Gesichter, wir Menschen, und sind ja so tiefgründig.

Ich klettere über zahlreiche Auf und Abs, die selten unter 16% Steigung oder Gefälle haben bis auf etwa 250 Meter über dem Meer. Am Straßenrand läuft braunes, torfiges Wasser, langhaarige Heidschnucken, immer wieder muss ich Viehsperren überqueren, quer in die Fahrbahn eingelassene Stahlschienen, die verhindern, dass die Schafe, die hier freien Lauf haben und oft auf der Straße liegen, nicht ausbrechen.

Ab Kildale geht es wieder abwärts. In Great Ayton frage ich mich nach einem Campingplatz durch, Bloggesurteil: wenn die Sonne scheint, und das hat sie fast den ganzen Tag getan, versuche ich abends zu zelten. Ein Junge, der sich als Tom vorstellt, erklärt mir drei Campingplätze: einer teuer, einer weit weg, der dritte kompliziert zu finden, und für den Notfall gibt er mir seine Telefonnummer, damit ich ihn anrufe, wenn ich bei ihm im Garten zelten möchte. (Das Angebot habe ich nur deshalb ausgeschlagen, weil er gerade mit seiner Freundin unterwegs war und ich die beiden aus dem Rhythmus gebracht hätte.)

Ich finde keinen der drei Campingplätze, frage mich zu einem Vierten durch, der Fletcher’s Farm zwischen Great und Little Ayton. Schon der schlammige Weg dahin hätte mich stutzig machen müssen, das dunkle dampfende Vieh, wiederkäuende Kühe, die mich aus einem über und über von Mist quellenden Stall anstarren. Die Fletcher’s Farm wirkt so verlassen wie Draculas Schloss. Dämmerung. Eisiger Nordwind. Abendrot. Ich frage die Nachbarn, wo ich in dem Labyrinth aus Framhaus, Stallungen den Eingang finde. Der Fletcher ist nett, eines von zwei Gesichtern? 10 Pfund will er fürs Zelten, keine Dusche. Dixiklo, das sich als dreckigstes Klo Englands entpuppen soll.

Natürlich bleibe ich hier. So groß kann kein Trotz sein, wenn sich die Nacht nähert und man sich in einem streng eingezäunten Gebiet befindet, in dem es außer Straßen und Weidezäunen nichts gibt, wo man sein Zelt aufbauen könnte.

Das Klo-Problem? Habe ich gelöst, indem ich mich so benommen habe, als würde ich tatsächlich wild zelten. Ich hoffe, der Fletcher hat gute Gummistiefel, falls er jemals den kleinen Platz zwischen Bach und Dixieklo betreten sollte.

(sanft redigiert und gepostet von Sofasophia)

Anmerkung: Heute regnet es wieder bei Irgendlink. Er plant eine B&B-Phase. Die WordPressApp arbeitet grad unzuverläßig, was hoffentlich nur mit dem schlechten Empfang zusammenhängt. Abwarten und Daumen drücken. Und bitte nicht traurig sein, wenn Irgendlink die Kommentare nicht sofort beantwortet. Er kann sie nicht lesen. Zudem hat er nur noch wenig Akku.