Ich schriebs auf einen Zettel, finally happy, und dachte, hey, sieht irgendwie ganz schick aus, deine Handschrift ist nicht so tatterig wie sie sein könnte, gut so. Das dürfte fast ein Jahr her sein und ich riss den Wortfetzen vom großen Blatt, verwahrte ihn in einem Stapel voller Wortfetzen, man weiß ja nie und verbrannte den Rest, auf dem Abgearbeitetes geschrieben stand.
Es war um die Zeit als ich mit Becks über eine mögliche Ausstellung debattierte: Machen wir doch eine Retrospektive, wie lang bist du schon dabei? fragte der Galerist. 1995, sagte ich. Ungefähr. Na, das passt doch. Dreißig Jahre.
So kam es und letzten Sommer wollte ich die Ausstellung eigentlich absagen, weil ich keine Lust hatte, darauf hin zu arbeiten oder vielmehr, keine Lust, im Rampenlicht zu stehen. Meine Welt ist doch eher die live bloggende, schön abgeschirmte, mit Menschenkontakt in erträglichen Dosen, als diejenige mit vielen Leuten in einem Raum, die alle plaudern und dies und das wissen wollen oder dies und jenes schlecht oder gut reden. Absagen wollte ich und schob die Absagemail an den Galeristen raus und raus und raus und irgendwann schien es mir dann zu spät und außerdem hatte ich ohnehin schon angefangen, die letzten hundert Jahre Irgendlink, ja ja, hundert, ich scherzte mit mir selbst, aufzuarbeiten. Wie soll die Ausstellung denn heißen, fragte die Galerie ende Dezember an. Öhm, Retrospektive? schrieb ich und reichte noch ein paar Ideen nach, die ich nicht einschätzen konnte. Hundert Jahre Irgendlink stand darauf, Botschafter des langsamen Vorankommens und eben Finally Happy. Sowie, ich hatte gerade die Crowdfunding-Collage der Kunststraße nach Gibraltar vor mir liegen und darauf stand Ich sah, Rad und schriebte. Ja. Genau. Das schicke ich denen nun und dann sollen sie sich etwas raussuchen. Mir steht der Kopf ohnehin sonstwo.
Letztlich fand ich es fasziniernd, wie eine Ausstellung, die ich lieber nicht machen wollte, bzw. die ich nicht vernissieren wollte, im Kopf Gestalt annahm und ja, ich freute mich. Und ich freue mich nun, eine Woche vor der Eröffnung immer noch.
Vorgestellt hatte ich mir ein museal ausgearbeitetes rundum glücklich Ding mit auf die Wände aufgeklebten Begleittexten, einem Zeitstrahl von 1991 bis 2026* und einer Art Tour, die die Menschen, die die Ausstellung schauen würden, durch das nachgezeichnete Künstlerleben führen. Ich hatte sogar Kunstsammlungen angefragt, ob sie Leihgaben hätten, aber das scheiterte leider an den verwalterischen Dingen wie Versand, Versicherung, keine abschließbare Vitrine, kein pi, kein pa oder po.
Kurzum, es läuft eigentlich wie immer wenn ich ausstelle. Das Maximalprogram ist im Kopf längst real und die Wirklichkeit holt mich da ab wo ich bin, im eigenen Atelier. Ich packe Kisten, rahme noch ein paar Kleinigkeiten und Samstag in acht Tagen transportiere ich alles zur Galerie, die nur fünf Kilometer vom Atelier entfernt ist. Erwarte leichtes Hängespiel.
*es sind denn doch eher 35 Jahre Rückschau.
Hier die Einladung mit Appspressionismen aus dem Jahr 2025. Kommt Alle!

Galerie m beck | Homburg
Schwedenhof | Am Römermuseum
Am Schwedenhof 4
66424 Homburg/Saar
Germany
Tel +49 6848 70119 0
ger@comebeck.com
Öffnungszeiten:
Mittwoch 11 – 14 Uhr und 16 – 18 Uhr
Donnerstag 11 – 14 Uhr und 16 – 18 Uhr
Freitag 11 – 14 Uhr
Und nach Vereinbarung
Opening Reception:
So 01.03.2026 16 Uhr
