Verzicht

Es kommt selten vor, dass ich den Titel eines Blogartikels zuerst schreibe und dann den Text. Nachmittags schrieb ich: Verzicht. Der Tag galoppierte dahin. Mir wollte kein erster Satz einfallen. Bzw. morgens, während meiner Fahrt zur Assistenz zu Journalist F., hatte ich etliche Ideen für den Artikel und es gab ziemlich viele gute Satzfetzen, die allesamt im Nirvana meines Hirns verschwanden, irgendwo vergessen auf der A Namenlos rings ums Neunkircher Kreuz. Dementiert zwischen zwei Lastkraftwagen auf dem Weg zum Ziel.

Bevor ich mit dem Schreiben loslege, musste ich erst noch alles was wegfliegen kann auf dem einsamen Gehöft dingfest machen und alles was nasswerden kann unters Dach oder unter Planen packen. Die Wetterapp warnte vor Sturm und Regen. So verging der Tag und es ward Nacht.

Nun finde ich diesen Artikel, also eigentlich nur den Titel des Artikels und der erste Gedanke, der mir kam war, hey, bei dem Titel braucht es eigentlich gar keinen Text. Verzicht. Das Wort steht doch für sich alleine.

Warum ich nun doch diese Zeilen schreibe und damit einen ziemlich avantgardistischen, minimalistischen, künstlerisch hochwertigen Nichtartikel verderbe? Ich weiß es nicht. Ich bin nun mal eine kleine Plaudertasche.

Nachtrag: Beim Speichern des Artikels bemerke ich, dass es schon einmal einen Artikel mit dem Titel Verzicht in diesem Blog gab.

 

2 Gedanken zu „Verzicht“

  1. Zu bestimmten Schreib- und Kunscht- und Lebensdingern findet man bei dir was. Köstlich gut! Ich verneige mich mal anständig. Betrachte täglich kleine Werkchen von dir, bei mir an prägnanter Stelle!
    Du kommst mir vor wie einer, der auszog, um….jedenfalls nicht um sich zu gruseln…

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