Ein Akt der Hygiene

Es muss ein Ende haben mit dem Stimmengewirr, mit dem von Unwahrheit, Spekulation und Irrtum verseuchten Informationsstrom in den sozialen Medien. Deshalb habe ich den guten alten WordPress-Reader reaktiviert und werde künftig den handverlesenen Blogs, die ich dort eingetragen habe mehr Aufmerksamkeit schenken. Twitter und Facebook, denen ich in den letzten Jahren zu viel Aufmerksamkeit schenkte, kommen mir vor wie ein verseuchter, dreckiger Fluss, der mein Hirn umkrempelt.

Ein Akt der Hygiene, sich Whatsapp und Co wie Hundescheiße vom Schuh zu wischen.

13 Gedanken zu „Ein Akt der Hygiene“

  1. FB lese ich kaum noch. Twitter ist meine Sucht seit einem Jahr, überlege aber zu dosieren, zu viel Gift zwischen Erfreulichem und Freund:innen. Tja…
    Liebe Grüße
    Ulli

  2. Dass ich deine Radikalität immer wieder bewundere, weißt du ja.
    Ich versuche mich an einem Mittelweg nach dem Motto ’die Dosis macht das Gift’, oft leider erfolglos.

    Den WP-Reader besuche ich täglich und ist einer meiner immer geöffneten Tabs. Wohingegen Twitter und FB nur aufgemacht werden, um ’kurz’ zu schauen. Nach dem Besuch mache ich dort die Tabs wieder zu. Aus den von dir erwähnten Gründen.

    Immer an einem viel zu dreckigen Fluss sitzen tut uns nicht gut. Aber ihn zu leugnen auch nicht. Schwierig-schwierig.

  3. Ich versteh dich sehr gut.

    Ich selbst klebe noch etwas an instagram und an twitter, da ich dort und/oder dort einige FreundInnen/Bekannte finde. Glücklich bin ich allerdings damit auch nicht richtig. Daher überlege ich daran herum.

    Liebe Grüsse

    antje

  4. Hab in meinen Accounts seit Jahren Listen für alles Mögliche, das unterstützt die Hygiene sehr. Ganz nach Laune kann ich damit alles ausblenden, was mir nicht passt, und mich intensiv mit einem Thema befassen. Empfehlung!

  5. hallo,
    vor kurzem wollte mich wieder jemand überreden einer künstlergruppierung bei facebook beizutreten. ich habe dann mal einen blick drauf geworfen und viel humbug und wiederholungen und dummgelaber entdeckt. alles was mich vom wesentlichen des „kunstschaffens“ abhält.
    also meine meinung weiterhin: die „sozialen“ medien sind im grunde genommen unsozial und ein tummelplatz von leuten die gerne etwas mitteilen wollen, aber vorher ihr gehirn ausschalten.
    das kann ich nicht brauchen – also bin ich weiterhin nur über meine e-mail adresse oder durch altmodische briefe zu erreichen!
    ansonsten ein typ: schaue dem gras beim wachsen zu! das ist interessanter!
    so long
    rudi hf

  6. Ach, fakebock … Das hatte ich vor zehn Jahren mal kurz und es ganz schnell wieder stillgelegt. Und Twitter ist mir als Kanal zur Kommunikation zu lieb geworden. Manchmal ist Twitter die Stelle, die mich auf neue Blogbeiträge hinweist, die (obwohl im Abo) im WP-Reader nicht erscheinen. Aber ja, es ist seit langem auch nicht mehr so wohlsortiert wie früher …

    Ich kann Dich verstehen.

  7. ich finde, all das frißt mir lebenszeit, die ich lieber anders verbrauche. ich lese regelmäßig in einigen blogs und denke darüber nach. dann schreibe ich selbst in meinem blog alle paar tage. das war es mit internet, wenn ich nicht etwas suchen will. angemeldet ist nur mein blog, der macht mir freude.
    den begriff „soziale medien“ halte ich für ähnlich passend wie für müllkippe entsorgungspark! ich telefoniere, schreibe briefe und karten, manchmal mails.

  8. Die einzige Konstante in meinem Online-Leben ist der Feedreader. Einzige Ergänzung ist ein knapp besetzter Twitter-Feed. Dort ärgere ich mich immer über Threads, die sich wie in hauchdünne Scheiben geschnittene Blog Artikel anfühlen

  9. Lieber Juergen,
    den Reader habe ich immer nur aeusserst selten genutzt. Die Blogs, die mir gefallen, habe ich abonniert, und so bekommen ich eben eine Mail, wenn da etwas gepostet wird. Dazu kommt, dass ich – wenn es interessant aussieht – auch auf die Blogs meiner Follower und auf die „Likes“ schaue. Manche abonniere ich dann, die meisten aber nicht. Es sind ohnehin schon fast zu viele.
    Facebook habe ich nicht, denn ich mag es nicht, wegen des Geschaeftsgebahrens. Dazu gehoert ganz besonders, dass Fcebook hier die amerikanische Politik (negativ) beeinflusst bzw. beeinflussen laesst, ohne viel dagegen zu tun – ob aus politischem oder reinem Geschaeftsinteresse sei mal dahingestellt.
    Meinen Twitter-Account habe ich vor langer Zeit geloescht, weil die Zeit dafuer immer mehr ueberhand nahm. Ich hatte ihn eigentlich nur, damit ich, z.B. auf Reisen. auch mal ganz kurz meine (Blogging) Fruende informieren konnte. Genau aus diesen Grunde habe ich jetzt wieder einen, habe ihn aber bisher noch nicht genutzt, und ich weiss nicht, ob ich ihn nicht einfach ruhen lassen werde.
    Ansonsten habe ich noch einen seit Jahren ungenutzten Instagram Account. Den werde ich wohl auch ruhen lassen oder sogar kuendigen, weil ich jetzt herausgefunden habe, dass man da keine Bilder mehr von einem Computer hochladen kann [das war mein Interesse], sondern nur von einen Handy aus.
    Meinen Flick’r Acount werde ich – vielleicht – in Zukunft haeufiger nutzen, weil ich so enorm viele Bilder habe, mehr als ich jemals auf WP zeigen kann und will.
    Fazit: hauptsaechlich werde ich mich bei WP „austoben“. Wobei ich selbst bei dieser Einschraenkung aufpassen muss, dass das nicht zu viel Zeit kostet.
    Liebe Gruesse, und mach’s gut,
    Pit

  10. Seit 2006 schreibe ich auf unterschiedlichen „Blog-Plattformen“ ins Internet, beziehungsweise, lade meine Arbeiten hoch. Vor zwei Jahren habe ich alles auf WordPress zusammengelegt. Eine Webseite habe ich seitdem nicht mehr. Mein Blog ist meine Heimat.

    Ich habe in den Anfangszeiten viele Künstlerinnen & Künstler kennengelernt. Über das Blog. Ich las, verfolgte, kommentierte, wurde kommentiert … es entstand ein sehr schöner Austausch.

    Irgendwann machte ich mich auf & besuchte ich manchen Kollegen, manche Kollegin; man traf sich, in Hamburg, Chemnitz, Berlin. Weiß der Geier wo. Das war sehr schön. Es entstanden Freundschaften, andere verlor ich aus den Augen.

    Nach & nach wurden wir alle absorbiert von facebook & Co. Man traf sich auf facebook, Kommentare, Austausch im Blog wurden immer weniger – zumindest bei mir.

    Die meisten sind, genau wie ich, auf unterschiedlichen Plattformen unterwegs. Instagram. Facebook. Twitter. Das ist sehr schade. Meine Persönlichkeit ist gespalten. Aber irgendwie habe ich keine Lösung für das Problem (Auf Instagram bin ich nicht oft. Ist mir zu schnell, zu oberflächlich. Interessiert mich kaum).

    Trotzdem hat facebook – trotz aller Nachteile, trotz allen Unmuts – auch Vorteile. Es entstanden z. B. Ausstellungsprojekte mit Künstlerinnen & Künstlern (witzigerweise habe ich viele vor facebook schon über mein Blog kennengelernt).

    Über facebook habe ich viele Kolleginnen & Kollegen auf dem Schirm, die kein Blog haben & über facebook neue Projekte, Bilder usw. posten. Von manchen habe ich keine Adress- oder Telefondaten. Dafür kann man sich über den Messanger verabreden.

    Ich bin mit vielen kreativen Menschen verbunden, die ich normalerweise kaum, selten oder auch nie treffen würde. Ich srolle durch die Timelines, gucke, was es Neues gibt. Lade gelegentlich was hoch. Frisst trotzdem Zeit, Energie & letzlich Kraft, die ich lieber in meine Arbeit stecke. Ich bin auch kein guter Netzwerker.

    Dein Blog verfolge ich schon sehr lange. Du schreibst sehr schön, Dein künstlerischer Ansatz, Deine Arbeit finde ich total klasse! Ungewöhnlich, eigen, überhaupt. Weiß auch nicht, warum ich erst jetzt kommentiere. Hat wohl gerade gepasst!

    Hygiene in dieser Form tut Not – auch ich denke sehr oft darüber nach. Entwöhne mich gerade von diesem Stimmengewirr, diesem Chaos.

    Weiterschreiben, weiterposten … im Blog.

  11. Ich entdecke das „alte“ Internet gerade wieder und fange gerade wieder an damit zu spielen. Bin nach ziemlich vielen Jahren noch einmal hier gelandet. Schön es diese Seite noch gibt.
    Grüße

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