Kein Frau kein Geschrei – Stundenlang

7-Uhr-pervers-früh. Städtische Pilgerherberge Estella. Just als das iPhone mich aus dem Schlaf reißt, dröhnt aus dem Erdgeschoss durchs hohle Treppenhaus der Bob Marley Song „No woman, no cry“, was, wie ich einmal gehört habe, nicht etwa heißt, keine Frau – kein Gejammer, sondern: Nein meine Liebste, weine nicht. So stehe ich im Treppenhaus auf dem steinernen Geländer lehnend und muss mich erst einmal fassen, ehe ich dem Herbergspapa unter die Augen trete. Zigarettenqualm steigt auf. Am Treppenaufgang steht eine Heiligenfigur, Pilgerstab in der Hand. Da die CD auf Repeat steht, wird der Song wiederholt. Live.
Router für WIFi blinkt an einer abenteuerlichen Kabelinstallation auf halber Höhe an der Wand. Im Frühstücksraum ist auf dem 6 Meter langen Tisch ein.entbehrungsreiches Frühstück gedeckt: Kekse, Marmelade, Magarine, Schokopulver, Milch und was den Vogel abschießt: eine 2 Liter Kanne braune, kalte Brühe, die man sich in der Mikrowelle aufheizen kann. Dafür möchte ich an dieser Stelle das K-Wort nicht gebrauchen.
Es soll schneien bis auf 400 Meter, saget die perfekt englisch sprechende Anna.
Oh was für ein herrlicher Tag.
Nein meine Liebste, weine nicht.

2 Gedanken zu „Kein Frau kein Geschrei – Stundenlang“

  1. Ihhhhhgittttt! Ich schlage vor, du nimmst den Tipp von Sofasophia an, füllst dir nachher deine leeren Wasserflaschen am Schlaraffenland-Vino-Brunnen auf… und pfeifst in der Herberge auf diese eklige K-Brühe! :D
    Ich wünsch dir einen guten Weg und grüße dich ganz herzlich aus der tiefverschneiten Heimat ;),
    Andrea

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