Sei auch Du gebenedeihet

War eigentlich ’ne ganz gute Woche im Amt ohne Wiederkehr. Vor allem die süffisante Geschichtenausbeute, die sich seit ein paar Tagen verstärkt, macht mich froh. Wie schrieb ich doch heute morgen ins lederne Notizbuch: „Folge dem Alltag bis in die schmutzigsten Poren; du bist das Clerasil-Hautwasser der modernen Literatur, ein pubertierender Beobachter, wilder Reiter der Welle; wehenden Haares in den gewöhnlichen Landen, die einjeder schon huntertmal gesehen hat und von denen einjeder glaubt, er kenne sie, aber du, du bist der der die Elemente findet, die bisher alle anderen übersehen haben“.

In den trüben Stunden des Morgens neige ich dazu, mir selbst zu lobhudeln, mich zu bauchpinseln, mir mein kleines, der Langeweile anheim fallendes Leben schön zu reden. Und ich kann sagen: funktioniert prima.

Dieser Morgen war brilliant. Wetter skandinavischen Ausmaßes, unglaublich klare Luft, blauer Himmel – genau wie vorgestern, als ich den Gebenedeiten des Weizenfeldes erkannte. Wer das ist? Ich natürlich, moi meme. Man muss natürlich zu einer ganz bestimmten Stunde am Weizenfeld vorbei radeln. Das Junge Grün schimmert in der aufgehenden Sonne und der eigene Kopf muss in Konjunktion mit der Sonne stehen, also in gerader Linie zwischen Sonne und dem Acker. Dann umgibt den Schatten, den man aufs Grün wirft, ein glänzender Heiligenschein. Müsst ihr selbst mal anschauen. Die grandiose Aura umringt den Schatten, während man sich langsam strampelnd in den Mahlstrom des Pendlers einreiht.

Das wars eigentlich schon zu der Geschichte, einer der Geschichten, die ich im letzten Beitrag so schmackhaft und reißerisch angepriesen habe.

Hum? Eigentlich nix dahinter – außer, man schaut sich das tatsächlich am eigenen Leib mal an. Ist es eine optische Täuschung? Sei auch Du gebenedeihet ;-)

Ein Gedanke zu „Sei auch Du gebenedeihet“

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