Pornolize my Sternbild

Ja. Wir sitzen ums Lagerfeuer. Kollege T., J., der Sohn von Anwalt K. und ich. Starren in den Himmel und jemand kommt auf die Idee, die Sternbilder zu sexualisieren. Die Nacht ist fahl. Der Mond ist jung.

„Der Große Bär ist ja sowieso schon sexuell“, sagt T.

„Ja, genau, gepiercte Dreilochstute“, sag‘ ich.

Wir trinken Wein. Es gibt Huhn, Wurst und noch mehr Wurst, längliche, phallische Dinge, die Männer zu seltsamen Phantasien veranlassen.

„Der Krebs ist sie Schundtunte der lasziven Empfängnis“, sagt jemand.

Es spielt hier keine Rolle, wer was sagt. Wir benennen die Sternbilder um.

„Kasiopeia: Hermaphroditischer Bückemund„.

Wir sind desperat, wild, die Nacht ist mild und eine frisch gefällte Kiefer im Garten von Anwalt K. erfüllt die Luft mit einem harzigen Geruch.

„Seht nur, diese Konstellation, könnte man die nicht Schwulfred dient nennen?“

„Sicher, guter Einwurf.“

Zwischendurch erzählen wir Witze. Einer geht so: „Kommt ein Einarmiger in den Secondhandladen“.

Niemand lacht. Der Witzerzähler räuspert sich: „Immer wieder erstaunlich, dass nach dem Witz niemand etwas sagt.“

Die Hühnchen sind gespickt mit Knoblauch. Haben wir Kollege T. zu verdanken. Er ist der beste Griller, den ich kenne. Auch ein Feuer kann er mit nur einem Streichholz anzünden. Survival as best.

„Wie wärs mit Gieremund für die drei Sterne da Oben?“

„Mhm, nicht übel, aber dann muss der Haufen da drüben Dark pervert Policeman heißen und die drei, die gerade am Horizont hoch kommen würd ich gerne auf Vagina taufen“.

„Wie Vagina? Vagina ist langweilig. Einer davon ist der Saturn. Kanns nich‘ machen, oder? Nich‘ der Saturn?“

„Gerade der. Und schick die Venus hinterher und du hast das Sternbild Bückstück“.

Ja, so verdulden wir uns die Abende, wir frisch gebackenen Tackerkonzernretter.

Es tut mir aufrichtig leid.

Ein Gedanke zu „Pornolize my Sternbild“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.