Fingermonster – Blase des Glücks

Noch eine Szene aus Berlin letzte Woche. Zur guten Nacht. Herr Hauptstadtethnologe hat Frau Hauptstadtethnologin ein Fingermonster gekauft, welches in unmittelbarer Nähe des Holocaust-Mahnmals zur Hauptfigur für eine kleine Fotosession wurde. Wir haben uns einfach die Puppe auf die Finger gesteckt und mit der Makrofunktion der Kamera ein paar Quatsch-Fotos geschossen. War ein grandioser Tag.

Im Holocaust-Denkmal konnte ich mich wegen der bedrückenden Atmosphäre nur wenige Minuten aufhalten. Es ist schrecklich, die Schicksale von ermordeten Menschen wie Du und Du und auch wie mich zu beäugen, 60 Jahre danach. Unglaublich, wie unmenschlich die Krone der Schöpfung einst war und in vielen Gegenden der Welt sie es noch immer ist. Es wird wieder geschehen. Es geschieht immer. Es hört niemals auf. Es ist alltäglich. Beinahe ist es banal. Deshalb sollte man davonlaufen, tun als wäre man allein, niemand kann einen dann angreifen.

Trotzdem das Fingermonster, denn wir leben in einer Blase des Glücks.

Fingermonster

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

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