Einige weitere Filme in Vorbereitung

Jüngst fertig geworden ist Tag eins meiner Radreise rund um die Schweiz. Anreisetag Richtung Süden „Ran an die Vogesen“. In diesem Stadium der letztjährigen Reise ist noch nicht klar, wohin die Reise geht und wie lange sie dauert. Erst einmal weg!

Mein erstes Youtube-Projekt, an welchem ich, wegen meiner Unerfahrenheit in Sachen Film nun fast ein Jahr herumgedacht habe. Nun weiß ich, wie das Endprodukt aussieht. Es ist nicht ideal. Viel Erzählen, statt handeln, aber ich bin zufrieden. Tag eins ist ein 35 minütiger Film, der den Künstler, moi même, von Zweibrücken entlang des Saarkohlekanals bis nach Réchicourt begleitet. Im Netz kursierten andere Umsetzungen der Reise, automatisch mit der GoPro-App erstellte Clips, die mittlerweile ungelistet bei Youtube liegen.

Hier der Link zum Video

Eine zehnminütige Slideshow, in der man die Reiseroute sieht, gibt es hier.

Weitere Videos der Schweiz-Serie sind in Arbeit. Jedoch produziere ich nicht für jeden Tag ein Video.

Ein weiteres Videoprojekt in Arbeit ist ein Remake eines uralten Kunstprojekts aus dem Jahr 2006. Das Bliestallabyrinth. Das Projekt war ein klassischer Kunststraßen-Fotoschnitt mit 540 Einzelbildern auf einer labyrinthisch anmutenden Strecke zwischen Zweibrücken und der Galerie Beck. Etwa vier Stunden brauchte ich, um die Strecke abzuradeln und zu filmen. Geplant ist eine halbstündige kommentierte Zeitraffer, sowie ein Künstler-Schnitt des Videomaterials, der auf einem Deaddrop irgendwo an der Labyrinthstrecke zum Download bereit steht.

 

Zwei Filme statt #UmsLand Bawü

Der April ging rasant. Fing gut an. In der Schönwetterphase nach Ostern gabs ein Twittertreffen (wie ein paar Jahre zuvor) – ein Glücksfall vom Wetter her, denn alle zelteten im Garten oder schliefen im Atelier. Mit dabei Kai, Frau Rebis, Lakritze, Der Emil, Familie Ostseenudel aka Famile XVI-Beine, Frau SoSo, La Bervingas, Kazi, ein sehr nährendes Fest mit viel Lagerfeuer und tollen Gesprächen und leckerem Essen.

Danach hätte eine Woche Ferien mit Frau SoSo folgen sollen. Geplant war Radfahren und Wandern im Pfälzer Wald. Das Wetter brach ein, es wurde kalt und obendrein gabs was mit Gesundheit für mich. Dicker Arm montags abends, ich dachte noch, wo haste dich denn da gestoßen, nix bemerkt und dienstags früh noch dickerer Arm starke Schmerzen, Fieber, verflixt. Der Doc mutmaßte etwas von Insektenstich oder Spinnenbiss, veordnete Antibiotikum und Ri … wie heißt es noch gleich, nicht Ritalin, wie ich galgenhumorte, Rivanol. Gelbes Zeug zum Einpinseln. Nach einem langen fiebrigen Wochenende begann die Sache zu stagnieren, immerhin, trotzdem noch zu einem Chirurgen, ein quirliger Mensch. Der Arzthelfer schaute sich die Wunde an und es entspann sich ein Gespräch über Nosferatuspinnen, die ja im Kommen sind und überhaupt, er habe zu Hause mit Moskitonetzen dicht gemacht, diese Nosferatuspinnen seien so schwer zu fassen, kaum macht man das Licht an, sind sie verschwunden und macht man es wieder aus, machen sie sich über die menschlichen Körper her, die doch nur schlafen wollen. Ich sagte, ich ziehe wohl besser ins Zelt, da schlug er die Hände überm Kopf zusammen, um Himmels Willen, da ist doch noch viel mehr Getier. Er kennt die Künstlerbude nicht. Ein unabdichtbares Ding, in dem eigentlich der Mensch der Fremdkörper ist und Insekten und Spinnen die Herrschenden.

Im Wartezimmer hingen Bilder, richtig gute Kunst dachte ich, bis mir bewusst wurde, dass es Bilder von mir sind. Der verstorbene Praxisvorgänger hatte sie gekauft. Es sind die einzigen, die hängen bleiben durften, sagte der Doc. Dann schnitt er die Wunde auf. Schon skurril, einen Künstler aufschneiden zu dürfen, dessen Bilder die Wände zieren. Der Doc war ganz aus dem Häuschen, denn er hat drei Behandlungszimmer und es sei purer Zufall, dass der Künstler ausgerechnet in dem landete, in dem seine Kunst hängt. Ein Gedankengang ganz nach meinem Geschmack. Ich stellte mir vor, ich wäre in einer Spielshow im Fernsehen, mit drei Türen, hinter einer befindet sich der Hauptgewinn (das Auto), im anderen die Zonks, hässliche, lebensgroße Stoffpuppen. Blut und Keime raus und weiter mit Abwarten und Rivanol. Was wirkte. Langsam bessert sich der Arm. Vorgestern war ich wieder fit genug, um im noch immer winterbrachen Garten zu schuften.

Was bisher nicht geschah: Die Radeltour rund um Baden-Württemberg, mein neues großes Ding in der Reihe , anzugehen. Ich hatte es im Kalender stehen für 22. April bis 12. Mai. Schlicht zu krank dafür.

Die lahme Zeit zuvor nutzte ich, um zwei Videoprojekte zu schneiden.

Ich finde, der Film der Radtour zur Pfälzer Weltachse ist ganz abwechslungsreich geworden.

Wohingegen der achtminütige sture Rundkurs auf dem Zweibrücker Stadtring eher etwas für Menschen ist, die sich auch Kaminfeuer oder Rentierwanderungen anschauen. Oder Bahnstrecken der Welt nur ohne spektakuläre Landschaften, Jungfraujochs und atemberaubende Tunnel und Brücken.

Landkarten der Umsland-Projekte

Drei Landkarten verlassen das Fließband. Ich habe die Umap endlich ‚gerockt‘ und einige Kunstprojekte in Kartenform dargestellt. In den Landkarten kann man sich durch Bilder und Bloglinks klicken. Die Karten haben verborgene Ebenen, die man mit der Navigationsleiste ein- und ausblenden kann.

UmsLand Rheinland-Pfalz 2017 und 2020

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Screenshot einer Landkarte mit einer Routenlinie an den Grenzen von Rheinland-Pfalz
UmsLand Rheinland-Pfalz 2017 und 2020

Umsland Bayern 2018 bis 2022

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Konturlinie Bayerns auf einer grünlichen Landkarte
Strecke der Radreise rund um Bayern 2018 bis 2022

UmsLand Schweiz 2023

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Konturlinie der Schweit mit verschiedenen Wegpunkten als grünliche Landkarte
Projekt Schweiz Sommer 2023

 

Dies und das, jedenfalls Arbeit zur Nöche

Wie üblich im Herbst gehts drunter und drüber. Sooo viel zu tun. Und kaum Zeit und Muse, zu bloggen. Zudem: Es gibt auch nichts, was gesagt werden müsste.

Eventuell ist die „Bloggerkarriere“ ohnehin vorbei und ich wende mich dem sogenannten Vlogging zu, dem Video-Bloggen.

Die jüngste Tour Schweiz spülte jede Menge Gopro-Filmmaterial auf die Festplatten und ich habe die Maschinen drangesetzt, Clips zu produzieren … hey, das wäre einen Blogbeitrag wert: Wie ich einmal etwas wollte und plötzlich bereit war, alles zu geben, Geld, Daten, Sicherheit und nun von monströsen Softwaremechanismen wie ferngesteuert werde, auf ewig überwacht, in die Abhängigkeit der eigenen kleinen Hoffnung auf Ruhm in die Rampensäuigkeit getrieben.

Wie auch immer, ich lasse den Youtube-Kanal wachsen. Es gibt schon die drei ersten Tage der Resie rund um die Schweiz als paar Minuten lange Clips. Die Anreise in die Schweiz sollte mir gleichsam als Trainingstour dienen, damit ich später bei den Alpenpässen nicht so sehr ins Keuchen komme. Dass das alles nicht unbedingt nötig war und die Alpenpässe mein geringeres „Problem“ sein sollten, wusste ich zu Beginn der Tour natürlich nicht.

Tag eins von Zweibrücken bis zum Rhein-Marne-Kanal – https://www.youtube.com/watch?v=CgpsBWpPN5Q

Tag zwei – ich verlasse die Kanalradwege durchs Hügelland Richtung Vogesen – https://www.youtube.com/watch?v=Z-0Wn_5oX8s

Am dritten Tag gehts endlich „nauf in die Wand“ zur berühmten Route de Crètes. Sie sollte sich als nicht so flach wie erhofft entpuppen – https://www.youtube.com/watch?v=PEySNNR201E

Das wars erst einmal an Bloggerei.

Jurassic Ride #UmsLand

Ein Herz aus Holzscheiten, gefasst in rostigem Eisen weist auf eine Pension hin. Quellwolken stehen am Himmel über der Bergszenerie.

Diese Vielfalt im Einerlei der Tage. Es gibt nur noch die Landkarte. Wie ein Esel, gebunden an einen Pfosten mit sehr langem Seil, umrunde ich das Land. Die Schweiz ist in ihrer Kleinheit unheimlich vielfältig. Ich bin nun etwa zu drei Vierteln oder gar mehr rund geradelt, erlebte Berge, Flüsse, Seen, große Städte, Dörfchen, Verlassenes, Bevölkertes, Düfte, Temperaturen aller Art über 15 Grad …

Mit der Juraroute, der ich seit Nyon am Genfersee folge, hat der letzte Abschnitt meiner „Expedition“ Schweiz begonnen. Die Juraroute ist in der Liste der nationalen Fernstrecken als Nummer 7 gelistet. Sie sei die schönste und gleichzeitig auch die anstrengendste Route, sagen viele. Über 5000 Höhenmeter prophezeiht die Streckenbeschreibung. Dabei ist die Route nur 280 Kilometer lang. Sie führt zunächst hinauf in die Berge, hält sich eine Weile auf über tausend Höhenmetern mehr oder weniger flach, stürzt bei Vallorbe wieder auf 650 Höhenmeter, um sodann wieder zu klettern und so weiter und so fort.

Am vorgestrigen Tag dem, soweit ich richtig rechne, vierzehnten Reisetag, spielt einmal mehr die all-Reise-Magie mir zum Glück in die Hände. Ein bisschen traurig war ich schon, als ich nach Vallorbe wieder gefühlt fast auf das Niveau des Genfersees abrauschte. Es hat etwas von Vergeudung, finde ich, wenn man einmal eine gewisse Höhe erreicht hat und weiß, das Gebirge, in dem man sich befindet ist 280 Kilometer lang (in Wirklichkeit ist das Juragebirge noch viel länger als nur das Stück an der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz); wenn man also auf der Höhe ist und dann führt einen die Strecke wieder bis fast nach unten. Ganz unten ist in diesem Fall der Ort Baulmes. Auf der Karte sehe ich an den Höhenlinien, das wird schmutzig, die nächsten Kilometer, denn die Linien sind dicht an dicht, die Straße führt von 650 Metern in Baulmes auf etwa 1300 Meter am Col de l’Aiguillon.

Ich berichtete im letzten Artikel, den ich in der steinernen, gut zwanzig Quadratmeter großen Pforte des Tempels Baulmes schrieb. Tempel, so werden die Kirchen in der Gegend offenbar bezeichnet.

Nun, das Unwetter entpuppte sich zumindest für meine Umgebung als ganz normales Sommergewitter. Nach anderthalb Stunden war der Spuk vorbei, ließ der Regen nach. Halb acht etwa. Noch zwei Stunden Tageslicht. Hier schlafen? Nicht ungemütlich aber auch nicht unbedingt berauschend. Die Wetterprognose sagte eine zweistündige Regenlücke voraus, also packte ich stieg auf, so steil kann es ja nicht sein, vielleicht mal zwölf Prozent hie und da und oben sind die Höhenlinien weit auseinander. Denkste. Konsequent fünf sechs Kilometer im ersten Gang, gerade so noch tretbar. Unterwegs zwei Schutzhütten. Davon hatte die Frau berichtet, jaja, da gibts Hütten, aber da müssen Sie schon noch ein bisschen strampeln.

Ich fahre. Ich schiebe. Ich fahre wieder, winde mich die Serpentinen hoch. Schiebend zwischen drei und fünf, fahrend zwischen fünf und sechs Kilometern pro Stunde. Nach zwei Stunden bin ich oben. Nieselregen. Noch ein zwei Kilometer und ich stehe vor der Refuge de la Joux. Ein Blockhaus. Mit Ofen. Tischen. Bänken. Sauber. Winddicht, regendicht, sogar das Radel passt hinein. Überhaupt könnten in dem großen Blockhaus gut zehn fünfzehn Menschen schlafen. Tür ist offen. Ein Schild an der Tür sagt, wir sind 1235 Meter hoch. Drinnen ist es warm. Trotzdem schüre ich den Ofen ein. Kerzen und Streichhölzer liegen bereit. Holz sammele ich im Fichtenwald.

Es regnet die halbe Nacht und ich denke wieder über die Reisemagie nach und dass ich mich langsam darauf verlassen kann, immer im rechten Moment gerettet zu werden. Kann ich das?

Nahe der Refuge steht übrigens der höchste Baum der Schweiz. Le Sapin President. Ein Fußweg führt hinunter und als ich morgens weiter radele, sehe ich den Baum unweit der Straße, folge einem kleinen Pfad. Wirklich ein Riese mit über vier Metern Umfang. Neben dem Baum steht seine Wachstumshistorie mit den Angaben zu Umfang, Durchmesser, Höhe und Volumen (beim Volumen ist wohl der Forstwirt mit dem Satistiker durchgegangen).

Ich radele mehr oder weniger auf Höhe bis kurz vor Buttes. Im Ort L’Auberson kaufe ich einen Weichkäse, Wurst im einzigen Laden, einer Fromagerie. In der Bäckerei gibts Brot und einen Kaffee. Unheimliche Stille, wenig Autos. In la Côte de Fees zwei Hundegassigängerinnen, die mir ihre Ferienwohnung schmackhaft machen. Vor dem Weg, der zum Haus führt, steht eine Skulptur aus Holzscheiten die in einem Stahlrahmen zu einem Herz gefügt werden, das ich fotografiere. So kommen wir ins Gespräch über die riesigen Bauernhäuser hier in der Gegend, die Stille und den noch beherrschbaren Touristenstrom im Gegensatz zur anderen Seite des Juras nahe des Genfersees.

Nach Buttes stürzt sich die Straße ins Traverstal, das bekannt ist für Absinth, Rousseau, der hier in einer Höhle lebte, und die Asphaltminen nahe Travers.

Hinterm Haus von Freund Marc stelle ich das Radel ab, mache einen Abstecher per Zug hinunter nach Biel zu seiner Stadtwohnung, wo wir plaudernd den Nachmittag verbringen. Spätabends zurück mit dem Haustürschlüssel in der Hand, erstmals seit Tourbeginn eine echte Wohnung, eine Matratze und viel Kunst an den Wänden.