
Das schmelzende Eis des Sees verbirgt klares Wasser
Parforce-Ritt zurück aus Nürnberg. Morgens: Innenstadt-Fotos. Ich war tatsächlich schon um 9 Uhr wach. Eine gute Tat, um mich morgen früh leichter in den Werktätigen zurück zu verwandeln. Gut 1000 Fotos auf der Speicherkarte, also eine komplette serielle Kunstausstellung, wenn ich denn die Zeit finde, die Kunstwerke aus den Einzelbildern zu schaffen.
Insgesamt habe ich jedoch mehr gefeiert, als gearbeitet.
Weil Freundin E. keine Lust hatte, alleine nach Frankfurt zu fahren, habe ich auf den Bahnkomfort verzichtet und bin in ihren T4 gestiegen. Ein Fehler, wie sich schon gleich am Flughafen Nürnberg herausstellen sollte. Der Verkehrsfunk meldete zähen Stau zwischen Nürnberg und Erlangen. So brauchten wir zwei Stunden bis Würzburg, aßen Weihnachtsgebäck und schwätzten und ich war heilfroh, dass ich nicht der Fahrer bin. Am Flughafen Frankfurt hat sie mich rausgeschmissen. Im futuristischen Bahnhof habe ich den nächsten ICE genommen und schwuppdiwupp wieder zu Hause.
Eiskalte Künstlerbude. Ich schüre beide Öfen, packe die Katze in drei Decken.
Nun spuken seltsame Gedanken – wie so oft zu Beginn eines Jahres: Erstens: wann wird es wärmer? Zweitens: wann darf ich wieder Künstler sein? Drittens: hoffentlich geht meine Firma pleite, damit ich endlich wieder frei bin. Viertens: ach was, alles nicht so schlimm, gerade in diesen Zeiten sollte man eine feste Arbeit doch zu schätzen wissen (Gegeneinwand: der Verlust einer Arbeit bring eine neue hervor – genau wie das schmelzende Eis des Sees klares warmes Wasser verbirgt). Fünftens: wohin geht die nächste Reise? Sechstens: du solltest mehr schreiben. Siebtens: zum Glück funktioniert deine Glotze nicht. Achtens: geh jetzt endlich ins Bett, zwölf Uhr aufstehen solltest du dir gar nicht erst angewöhnen.
All das wird wahr.
Rettet Opel

Mainz nähe Unterhaus.
Engelchen und Kuschelbär

Gefunden in Mainz, Parkhaus Proviantamt, Hintereingang.
Nürnberg
Kurzer Leerlauf heute. Habe die Innere Stadt, also zwischen den Stadtmauern fotografiert. Äußerst oppulent. In einer Unterführung bei der Burg saß ein Bettler bei minus 10 Grad. Just als ich ihm ein paar Münzen in den Hut warf, trat eine mildtätige Blondine heran, brachte heißen Tee in einer Thermoskanne, Essen und eine warme Jacke. Gerührt lief ich weiter.
Das ist Leben – des einen gut, des anderen mies. Kalt ist’s ohnehin. Auf der Burg stehen Schilder, die das Feuerwerkeln verbieten. In der Dämmerung an die 100 Menschen an der Mauer. Wie sie die Stadt bestaunen. Wie schön sie ist. Wie schön die Menschen sind.
Mir wird dort oben bewusst, dass ich arbeite. Der Künstler ist zurück. Er scannt das Land, empfindet und baut daraus ein gutes Konstrukt aus Bildern und Texten. „Das ist mein Ziel“, erkläre ich leise murmelnd feierlich. Ich will wieder beobachten und mitschreiben in 2k9.
Nachher geht’s zur Piratenparty. ich will ein Gummiband an einen Esslöffel binden und es als Augenklappe benutzen. Dann bin ich verkleidet und darf billiger rein.
Gestern gab’s ein WG-Fest. Unschöne Szenen spät nachts: ein Besoffener warf die Mülltonne über das Hoftor mitten in die Menge.
Groß war auch der Putzplan im Treppenhaus der WG (man beachte den Putzrhytmus):

Schon fast dunkel gelang mir dieses Bild (die neue Kamera ist ein kleines Wunder):
Zum Kontrast, aber irgendwie witzig:
Und noch zwei geheime Botschaften aus dem Straßengraben:

