Im Shop gibt es dieses Jahr gleich vier verschiedene Kalender mit den Themen #MudArt, #Hochsitze, #Zweibrücken und zuen Türen #dukommsthiernichtrein.




Artist in Motion
Im Shop gibt es dieses Jahr gleich vier verschiedene Kalender mit den Themen #MudArt, #Hochsitze, #Zweibrücken und zuen Türen #dukommsthiernichtrein.




Überall Geschirr. Als würde es nachts unterm Türspalt hindurch wandern bis in die Wohnung. Sich ähnlich wie beim Schach aus seiner Rochade neben dem Spülbecken lösen; es würde kreuz und quer nach den jeweiligen Möglichkeiten der jeweiligen ‚Geschirrfigur‘ durch die Bude ziehen, springen, vorankriechen. Ein Turm von Tasse neben dem Holzofen, ein Frühstücksteller nebst Kaffeelöffel quer wie ein Springer hüpfend irgendwie neben den Raspi-Sicherungsserver gelangt, dessen LEDs nervös zucken. Halb Mittagessen, halb Suppenteller bewegt sich fragil wie die Dame ein seltsames Etwas zum Wohnzimmertisch … höchste Zeit, mal wieder die Bude aufzuräumen, alles schmutzige Geschirr zusammenzusuchen und es per Hand – ich habe ja kein solch neumodernes Zeug wie eine Spülmaschine – zu reinigen.
Und das dauert, dieses Geschirrspülen. Zuerst muss der Boiler eingeschaltet werden für Heißwasser – die Künstlerbude ist, wie man sich vielleicht denken kann, eine schlichte Bude. Wenn man eine durchschnittliche Kategorisierung anstellen würde, wie der normale Durchschnittsmensch in diesem Teil der Welt so lebt, würde man am Konzept der Künstlerbude vermutlich scheitern: schlicht, funktional, sehr komfortlos.
Ich rücke dem Geschirr bei. In der Regel dauert es etwa eine halbe Stunde, bis alles wieder sauber ist. Kein Hexenwerk also. Aber es dauert und wenn der Kopf während des Dauerns woanders ist, zum Beispiel beim Lösen kniffeliger Servertechnikprobleme oder beim Ausbaldowern eines Kunstprojekts, kann diese halbe Stunde, in der man spült zur kleinen Hölle werden. Sprichwörtlich zur Zerreißprobe. Am Schlimmsten ist es, während des Spülens einen Blogartikel zu denken, den die spülfeuchten Hände gerne schreiben würden. Einen Blogartikel mit einzigartigen Satzkonstruktionen und Worten, die man, sobald diese elende Drecktasse gespült ist, schon längst vergessen haben wird. Eine Drecktassenlänge etwas wissen, das man sofort aufschreiben müsste, um es nicht zu vergessen, ist die Hölle. Ich kann von Glück reden, dass ich in diesem Moment nicht das Geschirr spüle, sondern diesen Blogartikel hier schreibe …
Ich habe versäumt, mitzuwachsen. Das ist eine Erkenntnis, die ich schon lange habe. Um in dieser Gesellschaft bestehen zu können – mitzuhalten – muss man von Anfang an im gemeinsamen Takt mitlaufen, sich durchschnittlich schnell bewegen, ähnlich gut bezahlte Berufe einschlagen, ähnliche Gegenstände kaufen, ähnliche Versicherungen abschließen, ähnliche Hobbys ausüben, ähnliche Lebenswege gehen. Man muss sich dem Durchschnitt so ähnlich verhalten wie nur irgend möglich. Dann kommt man mit ein bisschen Glück vermutlich durch. Garantien gibt es dafür nicht. Wenn man zu langsam wird, nicht so gut kann wie andere, sonstwie Pech hat im Leben, wird man abgehängt, bleibt zurück. Begrabt mich an der Biegung des Flusses, lasst mich einfach liegen, hey, und das geschieht auch. Der breite Weg des Durchschnitts ist gesäumt von Liegengelassenen. Vermutlich gibt es viele Liegengelassene. Nicht jeder erkennt, dass er eigentlich liegt. Nicht jeder spürt, wie sehr ihm der Takt, die unsichtbare Vorgabe schadet. Und liegt. Und wähnt sich im Strom.
Ich bin ein bisschen ein Sonderfall. Ich blieb freiwillig zurück. Mehr oder weniger. Es waren nur ein paar Kleinigkeiten, die anders liefen als ähnlich und schwupp war ich auf dem sparsamer-Künstler-Lebensweg. Die Auswirkungen, die es hat, langsamer zu sein, weniger Geld zu haben, erfahre ich trotz kaum spürbarer materieller und zeitlicher Not dennoch.
Manchmal fühle ich mich wie durch den Wolf gedreht, wenn ich im Takt laufen muss, statt meine eigene Geschwindigkeit zu gehen … es war dieser Gedanke kürzlich, der mich auf das Zeittakt-Problem gebracht hatte: Die Grenzpassage in die Schweiz wird momentan wieder etwas komplizierter. Zwar kann ich vermutlich problemlos mit dem Auto den kurzen Weg durchs Elsass nehmen und komme ohne Probleme zur Liebsten in den Aargau, wenn ich aber meinen Takt gehen würde und mit dem Fahrrad fahren wollte (hatte ich tatsächlich geliebäugelt), wäre mir die Passage durchs Risikogebiet mit ein zwei Ruhenächten verwehrt. Und selbst wenn ich den zig Kilometer längeren Weg am Rhein nähme, wer an der Grenze könnte sich vorstellen, dass das Fahrrad und die Langsamkeit mein Takt ist und dass es ein Fortbewegungsmittel ist … jeder würde mich für einen Touristen halten. Ich existiere nicht als verwaltbares, klassifizierbares Menschenobjekt. Da sind noch mehr Ungenauigkeiten.
Luxusproblem. Vielleicht zeigt es den Kern, dass Menschen auch in einem anderen Takt, einer anderen Schwingung, einem anderen Daseinszustand sein können, den man sich von innen heraus, aus dem soundso festgeschriebenen so-ist-das-nunmal-Leben nicht vorstellen kann.
Zeit. Alles braucht Zeit. Geld. Alles braucht Geld. Zeit und Geld als gesellschaftliche Vereinbarung. Systeme zur Koordination. Wenn man zu langsam ist, ist man raus. Wenn man zu geldlos ist, ist man raus. Das Zuviel hat über das Genug gesiegt. Wenn man den durchschnittlichen Takt nicht halten kann oder will, ist man raus … nein nein, so kann der Artikel nicht beginnen.
Lasst mich mit dem Spülberg beginnen.
Eine Blogparade von Frau @traumspruch auf dem Blog Blindleben.
Stockfinstere Nacht vor ein paar Nächten. Ich weiß, dass der Mond wie mit dem Stechbeitel geschnitzt kurz hinter Wolken hervorlugte und der kleine natürliche Lichtimpuls genügte, damit die Sehnerven Umrisse erkennen konnten, Schatten der Bäume hinterm schummrigen, gewellten Dachfenster und ich kletterte aus dem Hochbett über die knarzende Leiter auf den dumpfen Boden, der nicht nur so federt wie ein Turnhallenboden, sondern auch so klingt, ein paar Schritte rüber zur Tür die Treppe runter auf die Südterrasse und ich musste schmunzelnd an die Ateliertüre denken, die mal wieder geölt werden sollte, denn sie quietscht und zwar genauso wie die ersten paar Töne in der Titelmelodie zum Film Spiel mir das Lied vom Tod. Schmunzeln musste ich vor allem, weil ich immer, wenn ich die Ateliertüre aufmache und sie die ersten Töne von Spiel mir das Lied vom Tod quietscht, die nächsten Töne pfeifend ergänze. Aber so weit sollte es nicht kommen, denn ich hatte in dieser zappendusteren Nacht nicht die Absicht, das Atelier zu betreten. Vielmehr wollte ich den haarfeinen Schlitz von Mond betrachten, die Atmosphäre der Nacht genießen, in der Hoffnung, die Unruhe zu vertreiben, die mich manchmal zu nachtschlafender Zeit in Alarmbereitschaft versetzt. Dann pocht das Herz bis zum Hals ganz laut … als junger Mensch hatte mich das in Panik versetzt. Nun bin ich abgebrüht, schlafe meist schnell wieder ein, es sei denn, ich kann mich aufraffen, die Künstlerbude zu verlassen und ein bisschen im Garten zu flanieren.
Die Wolken hatten den Mond schon wieder verhüllt, ehe ich am Fuß der Außentreppe angelangt war und auf der Terrasse unterm großen alten Nussbaum barfuß über den Beton kitschte, Haut auf Beton, die versöhnliche Art, nicht die, wie etwa bei einem Fahrradsturz. Ein versöhnliches Haut auf Beton-Geräusch bis zum Rand der Wiese, vorsichtig tastend, damit ich nicht volle Kanne auf eine Nuss tappe. Bestimmt würde ich den zarten Gleichklang des Winds in den zig Meter hohen Pappeln an der Westflanke durch einen Schmerzschrei stören, wenn Nuss.
Achtsamkeit, Langsamkeit, Tastsamkeit. Es gibt nur noch das Ohr und mich, okay, die Nase gibt es auch und das Auge, alle Sinne sind bereit, bloß, dass der Sehsinn bei dieser Zappendusternis nicht gebraucht wird. Selbst meine Füße nehmen in diesem Moment mehr wahr als meine Augen, und es ist wie Magie, dass dieser Zustand der Nichtabgelenktheit durch Hinschauen alle anderen Sinne stärkt.
Die Luft riecht gut. Die vom nahen Winter angezählten Blätter der Pappel lösen sich und ich bilde mir in diesem Moment ein, nein, ich bilde es mir nicht ein, ich denke nur darüber nach, ob es wohl mit einigem Training möglich wäre, das zarte Rieseln, das die welken Blätter beim Auftreffen auf der Wiese, auf Erde, auf anderen Pflanzen verursachen, so exakt wahrzunehmen, dass ich sie zählen könnte. Vermutlich nicht. Aber ich höre genauer hin und bin entzückt, wie groß die Vielfalt im zunächst angenommenen Gleichklang des Auftreffens von Pappelblättern auf Untergründen verschiedenster Natur ist.
Frau Traumspruch auf Twitter: https://twitter.com/traumspruch
Blindleben-Account auf Twitter: https://twitter.com/MeinAugenlicht
Frau Traumspruchs Blog: https://traumspruch.wordpress.com/
Weitere ‚Blinde Begegnungen‘ der Blogparade (zu sehen in den Kommentaren zum schon zu Beginn verlinkten Blogparaden-Info-Artikel.
Andrea Halbritter im Cotelangues-Blog
https://aquarium.teufel100.de/2020/10/23/wir-behinderer/
https://blindleben.wordpress.com/2020/10/01/ein-beitrag-zur-blogparade-blindebegegnung/
Zwischen viel Arbeit und dem momentan laufenden ‚Stadtradeln‘ in Zweibrücken hin und her gerissen, ob ich meinem Stadtradeln-Team heute noch ein paar Radelkilometer beisteuere und meine Arbeit ruhen lasse … eigentlich ist fast alles vorbereitet für die morgige (18. September 2020) Kunstaktion zum Parking Day in Saarbrücken. Zudem werden ja die etwa achtzig Kilometer, die ich dabei per Ebike mit Radelgalerie zurücklege auch noch dem Stadtradeln gutgeschrieben. Unten folgt die Pressemitteilung. Kommt alle (Feldmannstraße 144 bei Sali e Tabacchi)!
Dennoch ein kurzer Gedanke zum Stadtradeln, dem Thema Wettkampf und warum wir Menschen immer rennen müssen. Das Stadtradeln ist wie ein Wettkampf gestrickt. Städte gegen Städte, Teams in den Städten gegeneinander und die Menschen im Team ‚kämpfen‘ auch um eine Platzierung auf dem jeweiligen Team-Siegertreppchen. Kurz und gut: menschliches Miteinander/Gegeneinander as usual. Das Miteinander im Gegeneinander finden?
Lange schon denke ich darüber nach, wie es wäre, als Person oder als sonstige Identität (Firma, Stadt, Land) in den Hintergrund zu treten und nur die Tat selbst stehen lassen. Kein Rangeln um Ruhm und Ehre. Ob das eher produktiv wäre, oder ob der Anreiz fehlen würde, überhaupt etwas zu tun?
Wir rennen, rennen und rennen und verlieren uns oft im kleinen Gegeneinander.
Hier nun aber die Ankündigung der morgigen Aktion. Die Namen der Beteiligten lasse ich so stehen, obschon die Sache an sich als Sache an sich Bestand hätte.
Mal-Aktion und Ausstellung von Klaus Harth, Albert Herbig und Jürgen Rinck.
Im Rahmen des Parking Day am Freitag, 18. September 2020 (16 bis 18 Uhr) belegt der Zweibrücker Künstler Jürgen Rinck mit seiner Radelgalerie die Parkplätze vor drei Gebäuden in der Saarbrücker Feldmannstraße. Gemeinsam mit den Künstlern Klaus Harth (Merchweiler) und Albert Herbig (Saarbrücken) werden die Parkplätze vor den Anwesen 142, 144 und 146 für zwei Stunden umgewidmet zur Bühne für Lesung, Mal-Aktion und Kunstausstellung.
Es gibt eigentlich nur zwei Orte, an denen Autos schön sind: wenn man selbst drin sitzt und auf dem Schrottplatz.
Diese Aussage provoziert eingefleischte Motoristen und Motoristinnen. Dennoch, das Auto, der motorisierte Privatverkehr, ist ein überall sichtbares, hörbares und riechbares Phänomen, das zunehmend für Probleme und Konflikte sorgt. Der alltägliche Kampf um die Parkflächen der großen Städte in Konjunktion mit Stoßverkehrstaus zum einen, die unumgängliche Omnipräsenz von PKW jeder Couleur abgestellt im öffentlichen Raum, zum anderen. Und wenn nicht auf offiziellen Parkplätzen, dann eben auf Gehwegen, Radwegen, Zebrastreifen, Grünflächen. Es gibt kaum noch Orte, an denen keine Autos zu finden sind; fast keine Sehenswürdigkeiten, die man unverparkten Blickes bewundern und fotografieren kann.
Der bundesweit stattfindende Parking Day sensibilisiert einmal im Jahr für die Problematik, indem für zwei Stunden eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen in den teilnehmenden Kommunen in Aktionsflächen für Kunst und Kultur umgewidmet wird. Für Ausstellungen, Performances und andere unmotorisierte Nutzungen.
Freitag, 18. September 2020 von 16 bis 18 Uhr, auf den Parkplätzen in der Feldmannstraße 142, 144 und 146.
Weitere Aktionszonen des Parking Day Saarbrücken im Jahr 2020 sind:
Breite Straße zwischen Malstatter Markt und Brückenstraße
Ecke Türkenstraße/Obertorstraße

Zeitgleich zum Parking Day eröffnet die Ausstellung 365 Daily – Artist’s Collection von Jürgen Rinck im KUNSTschauFENSTER der Galerie Sali e Tabacchi, Feldmannstraße 144, Saarbrücken.
Seit 1. Januar 2019 postet der Künstler unter der Rubrik ’365 Daily’auf seiner Webseite jeden Tag ein neues Kunstwerk . Gezeigt werden ausgewählte, künstlerisch veredelte Fotos des Jahres 2019, Herzmotive des Künstlers. Die auf sechs Stück limitierte Artist’s Collection enthält insgesamt 35 Bilder im Format 12×12 cm, auf Holz aufgezogen, inklusive Aufbewahrungsbox.
Ausstellungsadauer: 18. September 2020 bis 9. Oktober 2020
Öffnungszeiten: Die Ausstellung kann rund um die Uhr im KUNSTschauFENSTER von Sali e Tabacchi besichtigt werden. Galerie und Weinhandlung sind nach Vereinbarung geöffnet.
Das KUNSTschauFENSTER ist ein neues Ausstellungsformat der Saarbrücker Galerie [SALI E TABACCHI], das versucht, auch in Zeiten des Social Distancings Begegnungen mit Kunst zu ermöglichen.
Links
Galerie Sali e Tabacchi: http://salietabacchi-sb.de/
Radelgalerie: http://radelgalerie.de
Klaus Harth: http://www.zeichenblock.info/
Albert Herbig: http://www.albertherbigART.de/
Jürgen Rinck 365 Daily Projekt: https://shop.irgendlink.de/produkt-kategorie/365-daily/
Parking Day in Saarbrücken: http://parkingday.saarbrigge.de
Vielleicht sind zum Projekt #UmsLand – per Fahrrad unterwegs auf der Rheinland-Pfalz-Radroute noch einige Fragen offen? Stellt sie.
Ich habe die Karte noch ein bisschen gefeilt, den Track der vergangenen zwölf Tage als gestrichelte rötliche Linie über den blauen Track der Reise 2017 gelegt und die Übernachtungsorte als rötliche Marker eingetragen. Die Blogartikel konnte ich mit dem Umap-Tool prima als Links bei den Übernachtungsmarkern eintragen, also dort, wo ich sie auch tatsächlich schrieb (Code: [[URL|Anzeigetext]] (ich vergesse das gerne. Wenn ich es einmal explizit notiert habe, kann ich es mir besser merken)).
1120 Kilometer bin ich in den letzten zwölf Tagen – vom 25. August bis 5. September geradelt. Zeltete fast immer wild, außer an Tag 7 in einer Pension in Weidhaus bei Wissen. Meist schlief ich gut. Die vorletzte Nacht war etwas anstrengend, da ich eine alte Wildcamperregel missachtet hatte und mich ungünstig in Scheinwerferweite eines Feldwegs aufbaute, der sich als kleine Straße entpuppte und auf dem einige Menschen ihre Hunde gassi fuhren. Zum Waschen hatte ich einen Wassersack mit Duschkopf, den ich mit kaltem Bach- oder Seewasser füllte und an Ästen befestigte. Sagen wir es mal so: Die anschließende Sauberkeit fordert einen bibbernd hohen Preis.
Die Passage im Rechtsrheinischen durch Taunus und Westerwald, Lahn und Sieg querend, schien mir besonders anstrengend und tatsächlich, wenn man sich das Höhenprofil auf den Details zu den Etappen der Projektseite Rheinland-Pfalz-Radroute anschaut, fielen in den drei Tagen rechtsrheinisch täglich jeweils mehr als tausend Höhenmeter an (wie auch an Tag 11 im Hunsrück und Westrich). Zudem in einem für mich ungünstigen Format, nämlich nicht am Stück, sondern häppchenweise hier mal ein paar zig Meter abwärts, dort wieder hinauf. Das bringt mich aus dem Takt. In früheren Jahren bin ich hin und wieder bei solchen Sinus- oder Sägezahn-Profilen etwas verzweifelt und das Radeln machte kaum Spaß. Heuer war es anders. Gleichmut ist eine Gabe, die sich wohl erst mit einiger Lebenserfahrung einstellt.
Der erste Artikel in dieser Reise, Botschafter des langsamen Vorankommens, war eigentlich ein spontaner Gedanke; ich mag ihn. Die Presse hat ihn auch gerne übernommen. Ob ich jedoch langsam oder schnell voran kam, kann ich gar nicht beurteilen. Sagen wir es mal so, ich war drei Tage schneller als geplant und dennoch langsam genug, um die mir wichtigen Elemente des Kunstprojekts in guter Qualität umzusetzen. Botschaften habe ich auch keine. Ich reise und schreibe darüber.
Einiges gelernt auf dieser Reise. Dass ich in erster Linie Daten sammele und sie schon grob in Form von Karten, Tracks und Fotos präsentiere. Das macht den künstlerischen Prozess nachvollziehbar, vielleicht. Verzicht habe ich gelernt. Alte Gewohnheiten über Bord werfen, mich auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich Radfahren, Erleben, darüber schreiben. Sämtliche Social Media Ambitionen und Mitteilungsbedürfnisse (Twitter) eliminiert. Am Ende gab es nur noch dieses Blog und die Landkarte.
Gestern noch eine längere Radeltour zum Ausklingen gemacht, hin und zurück via Saargemünd nach Von der Heydt bei Saarbrücken. Dort gab es eine Ausstellung im Wald -> Kunst im Wald. Ich war bis gegen Mittag unschlüssig, ob ich hinradele (Auto, wie in früheren Jahren, kam nach der Tour nicht in Frage), das Sofa rief, aber letztlich siegte die Neugier, was die Kolleginnen und Kollegen in dem urwaldähnlichen Gebiet am Stadtrand Saarbrückens zeigen. Es lohnte sich. Ich schreibe vielleicht bald etwas darüber.