Zweibrücken-Gibraltar 2010 Tag 6

Tag 6 – 25.4.2010

Dijon Talant (Camping) – Autun

Protokoll am Canal de Bourgogne
… gegen 8:30 weitergeradelt in den erwachenden Tag. (…)
Ich bin ergriffen wegen des Glücks, nicht wegen der vielen Bonjours und Winkewinkes, sondern wegen der Allgemeinheit (…)
und wünsche allen Lesenden einen tollen Sonntag (aus Irgendlinks Tagebuch vom 25.4.10, fotografisch übermittelt um 11:29).

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… bin von der Route weg seit Bligny. In Thury nun. Noch 20km Luftlinie bis Autun … (aus einer SMS vom 25.4.2010/16:48)

… Uff, geschafft! Auf einer extrem ruhigen Strecke parallel zur Route von 2000 nach Autun. Vorteil: Keine Nationalstraße. Nachteil: einziges Auf und Ab. Kein Turnschuh ist so fit wie ich … (aus einer SMS vom 25.4.10/20:04)

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Zweibrücken-Andorra 2000 Tag 10

25. April anno 2000, eine Bergetappe via Le Puy, das graue Band, das niemals endet zieht alle Register: auf der N88 hinter Le Puy überholen mich kolonnenweise LKW mit einem Rattenschanz an PKW, die nicht an ihnen vorbei kommen. Dieselrußgestank, zunehmende Kälte wegen der Meereshöhe. Mühsam erklimme ich 1300 Meter in der Nähe von Cayres. Danach abwärts ins Tal des Allier, wildromantisch, klassisch. Auf dem Zeltplatz von Chapeauroux gute Übernachtung.

Ich bin ein glücklicher Mensch geworden in den letzten Tagen. Ich wusste gar nicht, wie froh und ausgeglichen man sein kann. Keine Spur mehr von dem alten Wesen namens Smith, das zu Hause im Bett liegt und von der weiten Welt träumt, gleichzeitig aber Angst hat, loszuziehen. (…)
Das Leben ist eine Zusammensetzung verschiedener Gewohnheiten, durch die der Mensch Rückhalt und ein gewisses Maß an Sicherheit gewinnt. Das heißt: Er weiß, was auf ihn zukommt. Alltag. Ein simples, aber nicht unabänderliches Räderwerk. Es gibt keine ewigen Gesetze, genauso wie es keine Ewigkeit gibt. (…)
Als Radler ist man einer Nacktschnecke sehr ähnlich …

(Tagebuch vom 25.4.2000)

Tag 10 -> Vorey bis Chapeauroux

Zweibrücken-Gibraltar 2010 Tag 5

Tag 5 – 24.4.2010

Preigney – Dijon Talant (Camping)

Guten Morgen Bloggosphäre
Seit 6 Uhr im Dienste seiner Blogestät. Nun oberhalb von Morey – eine nette Dame gab mir den Tipp,  mich hinauf zu quälen zu der kleinen Kapelle an der alten Strasse nach St. Julien. Man könne die Vogesen sehen und bei bestem Wetter und klarster Luft sogar den Mt. Blanc! Nein, den Everest hat sie mir nicht versprochen. Aber die kleine Boulangerie, die einzige in weitem Umkreis, die hat sie mir gezeigt. Einfach Gold wert. Wenn ich weiter so im ZickZack fahre, erreiche ich Gibraltar nie. Anyway der Kunst kommt diese Langsamkeit, dieser heimliche Stillstand mitten in der Bewegung nur zu Gute. (Irgendlink, 9:58, per Mail)

Sitze in Courchamp am Kanal. Noch 45 km bis Dijon … (Irgendlink, 15:02, per SMS) (Anmerkung der „Redaktion“: Das Courchamp, das hier gemeint ist, habe ich auf der Karte leider nicht gefunden, weshalb ich annehme, dass es sich um einen kleinen Weiler handelt. Liebgrüßt Sofasophia alias Basis Alpha1)

EDIT: Der Camping von Dijon-Talant sei doppelt eingezäunt, erzählt Irgendlink am Telefon. Wie im Gefängnis. Zur Sicherheit der Insassen. Die Zeltplatznachbarin hätte ihm geraten, alles gut abzuschließen. Was für ein Kontrast zur beschaulichen Campingatmosphäre von gestern! Ohne Karte sei er unterwegs, nur das GPS leite ihn. Die ganzen Routen von 2000 hat er eingegeben. Ein kleiner Pfeil zeigt an, wo es lang geht. So komme es zuweilen, dass er Umwege fahre. Die Karten auf dem TschiPi sind eben nicht sehr detailliert. Weshalb die heutige Tour entsprechend anstrengend war. Kurz vor Dijon sechs Kilometer kurvenlose Straße – zum Glück nur wenig Verkehr. Wunderschöne Plätze habe er entdeckt. Champlitte zum Beispiel, ein Ort zum Verweilen. Am liebsten würde er an jeder Kirche, an jeder Ecke anhalten. Und immer noch mehr Bilder machen …

Heute exklusiv: Lesbare Tagebuchseiten für die werte LeserInnenschaft!

Seite 1: Das neue Format
Seite 2: Je est un autre!

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< in Morey    

Und nun doch der aktuelle Kartenausschnitt bis Dijon …

Zweibrücken-Andorra 2000 Tag 9

24. April anno 2000. Langsam aber sicher schüttele ich den Alltag ab, verlasse mein herkömmliches, gut getaktetes Leben und der Reisealltag, das Regelwerk des Vorankommens, übernimmt die Regie über mein Leben. Oder übernehme ich selbst die Regie? Uhrzeiten sind bedeutungslos. Allenfalls muss ich mich ihnen unterwerfen, wenn ich Reiseproviant einkaufen will. Ich stelle fest, das Leben ist nur eine Kombination verschiedener Gewohnheiten. Gewohnheiten sind hartnäckig, nützlich auch manchmal, deshalb folgt man ihnen auch so gerne. Sie erleichtern das Leben. Machen einen sorglos, auch wenn sie einem manchmal zur Last fallen, einengen und langweilen. Nun habe ich den Reisealltag. Ich lebe in einem länglichen Ort. Mein Wohnzimmer ist das graue Band, das niemals endet. Irgendwo in einem steilen Anstieg überhole ich einen dreitagebärtigen, wenig bepackten Radler. Halbverdurstet, also schenke ich ihm den Rest meines Wassers. Er sei Pilger, auf dem Weg nach Santiago, Kunstmaler sei er und wundere sich über diese Pilgerwelt, in der man ihn so ganz und gar nicht auf Händen trägt, er sich alles selbst erkämpfen muss, in Bettler-Unterkünften schlafen muss oder in 100 DM-teuren Hotels.

Tagebuchseite vom 23.4.2000 > durch Draufklick vergrößern

Tag 9 -> Feurs bis Prats de Mars bei Vorey