Ich und mein weniges, komisches, nasses Blogpulver, das aber trotzdem brennt, irgendwie

Gut so.

Später Abend in der Künstlerbude. Zum ersten Mal seit über einem Monat nehme ich mir wieder Zeit fürs Leben. Schreibe ich das wirklich: „nehme ich mir wieder Zeit fürs Leben?“ Und meine ich das am Ende auch so? Ich, der Direkte, der Eigentliche, der Irgendwie-e. Ha.

Tatsächlich war ich lange Zeit unterwegs in der sinnlosen und unbefriedigenden Welt des Lohnerwerbs. Nur halbherzig konnte ich die Kunst und all die wunderbare Spinnerei – auf einer farblosen, aber intensiven Spur – mal so nebenbei speichern. Ich habe das Blog hier vernachlässigt. Groooooße Sünde. Eben, als ich bei Kollegin Freihaendig, die ich schon tot glaubte, weil sie über Jahre nichts geschrieben hatte, gelesen habe – neues, gutes, schnell gehacktes Zeug, Tränen in  den Augen ob des Glücks, dass sie wieder schreibt – wurde mir klar, dass es vielleicht auch anderen so geht mit dem Irgendlink-Blog. Frohsein, dass da mal wieder was geschrieben steht. Wenige Andere, an den Fingern einer großen, schrecklich mutierten Hand abzuzählende Leute, aber sie sind da. Du und du und du. „Musst mal wieder was machen“, sag ich mir, „damit kannste echt Leute wie dich selber glücklich machen, so komische Spinner, die komisches Zeug lesen“. Oke, mein Blogpulver hab ich für den Abend verschossen. Das neu Geschriebene muss wohl bei diesem kurzen Artikel bleiben. Auf die „schrecklich mutierte Hand“ mit wasweißich wie vielen Fingern, bin ich echt stolz.

Und dass es mal wieder ein paar Zeilen zu lesen gibt von diesem verqueren Irgendlink, der irgendwie eingekeilt zwischen Lohnerwerb und Kunst hängt. Hum. Das ist ’ne Landmarke, ’ne kleine, die zu Hoffen gibt. Ein Leuchtturm, der einen wie, sicher, in die offene See führt.

Wichtigste Aufgabe: Aufgabe

Heute das geopferte Wochenende in den Knochen. Nie hab ich das Licht der Sonne gesehn. Man munkelt, es sei ein schönes Wochenende gewesen und im Radio redet der Moderator von Herbst und dass es nun windig werden wird, regnen und man muss aufpassen, dass einem die ersten Blätter nicht auf den Kopf fallen.

Wie ich so vor mich hin schufte, den lieben langen Tag in der Tackerwerkstatt, fasse ich den gewagten Beschluss, das offene Atelier auf Eis zu legen, alles so zu lassen, wie es ist und mich nicht mehr um die Kunst zu kümmern. Die Bilder, die ich habe, werde ich einfach ungerahmt an die Wand pinnen. Ist sowieso viel besser, weil sie dann auch nicht gerade hängen müssen. Die frisch gepinselte Leinwand mit den Längen- und Breitengraden kann ich nach Lust und Laune bemalen. Morgen, habe ich mir vorgenommen, werde ich Autun hinkleksen. Autun ist mir sowohl aus der Reise 2000, als auch 2010 in bester Erinnerung. Es ist eine Benchmark des gelebten Lebens. Am Freitag male ich Millau und Ax und wenn ich guter Laune bin, pinsele ich noch das verwirkte Dijon rein.

Irgendwann ist es einfach Zeit aufzugeben. Man sollte sich nicht von seinen Ideen drangsalieren lassen.

Letztlich sind die Dinge ja auch dann noch schön, wenn sie weniger schön sind.