Ein Singen am Lied von der ewigen Gegenwart

Donnerstag waren drastischere Maßnahmen nötig. Die Zeit rinnt. Ich kann mir die beiden Parallelleben nicht mehr leisten. Der gute Owner (so nenne, äh, nannte ich meinen Chef), hätte mich zwar drei Monate durchgefüttert, aber ich habe es für besser gehalten, den Brotjob zu kündigen. Nun bin ich, erstmals seit vier Jahren, wieder vollberuflicher Künstler. Schlagartig lässt das Dauerkopfweh nach, das mich seit zwei Wochen plagt. Vielleicht nur zufällig? Egal. Schon dieses Wochenende kriege ich zu spüren, wie sehr ich alle Zeit, die ich nur kriegen kann, auch benötige. Samstag und Sonntag gingen mit Kunstmesse-Vorbereitungen dahin.

Neben einem Stapel Sofasophia’scher Umzugskisten stehen nun auch zwei Kisten Bilder für die Kunst direkt nächste Woche.

Dass die Dinge so geballt kommen müssen, SoSos Umzug in die Schweiz, die Kunstmesse und die Nordseetour, alle drei „Megaevents“ in nur zwei Wochen Leben. Überall liegen Zettel, auf denen ToDos notiert sind. Auf einem steht in Großbuchstaben „Kunstbübchenrechnung“. Eine grobe Rechnung für die nächsten vier Monate Irgendlink-Leben, mit allen Ausgaben, und den kargen Einnahmen. So schlimm, wie ich dachte, sieht es nicht aus. Finanziell könnte die Nordseerunde klappen, wenn ich nicht über die Stränge schlage. Kunstbübchenrechnung ist seit Jahren meine satirisch-sarkastische Antwort auf die Milchmädchenrechnung, wobei ich betonen muss, dass ich mit dem Wort einfach nur kokettiere, und dass ich mich selbst keineswegs als Kunstbübchen sehe.

Sorgen macht mir das Zeitkonzept. Da ich im Uhrzeigersinn das Meer umrunden will, bin ich in exakt :-) 47 Tagen auf den Shetland-Inseln, also vor Mitte Mai. Die Fluglinie, die von dort aus nach Norwegen fliegt, startet ihren Betrieb aber erst am 16. Mai. Ideal wäre, ein Segelschiff zu finden, das einen rüber bringt. Vielleicht gibt es ja eine Mitsegelgelegenheits-Plattform im Netz, bei der man sich anmelden könnte?

Kein großes Blog-Kino dieser Tage, ich weiß. Gute Blogeinträge brauchen viel Sorgfalt und Sorgfalt braucht Zeit, aber Sorgfalt und Zeit alleine genügen nicht. Der Blogger, die Bloggerin müssen geschmeidig sein, weichgeklopft, flexibel, frisch gebadet, fönfrisiert, herausgeputzt, uuultra-relaxed, Peace, Mann, Peace – nur so gelingen die grandiosen Artikel, die in streng voran galoppierender Zeit das Lied von der ewigen Gegenwart singen.

4 Antworten auf „Ein Singen am Lied von der ewigen Gegenwart“

  1. Hallo, lieber Irgendlink,
    da du so lieb bist und mich rund um die Nordsee mitnimmst ;), habe ich mal ein bisschen für dich gegoogelt und diesen link hier gefunden:

    Vielleicht findest du da ja jemanden, der dich nach Norwegen mitnimmt?
    Dir und Sofasophia liebe Grüße,
    Andrea

  2. Herzlichen Glückwunsch zur Entscheidung den Brotjob an den Nagel zu hängen. Kunst fordert den ganzen Menschen. Schade nur, dass die Umwelt es so ungern pekunär unterstützt. Seufz, ein Wort aus erfahrenen Munde.
    Viel Spaß in Mainz und genieße die Hektik der Vorbereitungen. Alles Liebe Karin

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