Werksverzeichnis-App

Das neue „Kunst-Schaff-Gerät“ ist unterwegs. Der hassgeliebte Telefongigant wirbt in einem Prospekt: „Kamera mit fortschrittlichster Optik / enorm lange Batterielaufzeit“. Lecker. Die Vorstellung, durch einen echten Diamanten zu fotografieren, berauscht mich und das ofte Laden beim alten iPhone geht mir auf den Sack. Kauf mich, Trottel.  Laut Sendungsverfolgung liegt das Päckchen seit 4:11 Uhr in der Paketzentrale in Speyer. Keine Ahnung, warum es nicht mitgenommen wurde nach Westen. Ich bin kribelig. Mache die letzten Fotos auf dem alten iPhone. Die Idee, es als Kunstwerk auszuloben (seihe Komentar im vorigen Artikel) und mitsamt allen Daten (außer Adressbuch) in das Werkverzeichnis aufzunehmen, lässt mich nicht mehr los. Auch als hungerleidender Künstler sollte man an die Nachwelt denken.

2011 verging wie im Flug. Und 2012 ist auch schon bald rum. Bis Mitte März tackern und nebenbei die Mainzer Kunstmesse und die Nordseeumrundung vorbereiten. Wenn dazwischen irgendwo eine Woche Luft ist, radele ich nach Boulogne sur Mer. Das ist Zweibrückens Pratnerstadt. Liegt an der Kanalküste, also quasi an der Nordsee. Ich würde nur das neue iPhone und die Kreditkarte mitnehmen. Es wäre mein Einstieg in die große Tour – ab der ersten Aprilwoche für 3 Monate ums Meer.

Liebling, so wird mein Jahr?

Kunstbübchenrechnung par Excellance. Ich muss an 2008 denken. Damals hatte ich das Jahr ähnlich aufgeplant mit großer Reise. Kunstprojekt. Sogar der Flug war gebucht. 3 Tage vor Abreise Bandscheibenschaden, drei Monate Bett, auf und ab kriechen vor dem einsamen Gehöft.

Unvorhersehbare Dinge können jederzeit wieder passieren. Ich muss mich zwingen, den diesjährigen „Plan“ nicht als Plan zu sehen, sondern als Orientierung. Eigentlich wäre so eine Auszeit im Bett auch nicht übel. Ich könnte mit einer Werksverzeichnis-App etwas für die Nachwelt tun und meine Kunstwerke ordnen …

Geschrieben auf dem lokalenRechner.

 

2 Gedanken zu „Werksverzeichnis-App“

  1. jetzt haben wirs: du machst auch auf dem rechner tippfehler und ich würde sogar behaupten, dass ich an der art deiner tippfehler sehe, ob du auf dem rechner oder dem iPhone getippt hast :-)

    spaß beiseite: ich wünsch dir, dass das jahr für dich so kreativ und inspirierend wird, dass es eine wahre freude ist – denn dann haben wir blogleserInnen ja auch was davon!!! *festedaumendrück*

  2. ein werkverzeichnis hilft bei bewerbungen – für die künstleraura indes ist das chaos zuträglich. vielleicht sind ja all deine fotos verschlüsselte notenblätter und DAS als Entdeckung einem abgewrackten Postdoktranden der Musikwissenschaften zu überlassen, würde von Größe zeugen.
    ich spinne und mach jetzt mal mit dem scannen weiter…

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