Ungeweckt und ohne Pflicht

Vor Sonnenaufgang mich im Bett hin und her gewälzt, den Brückentag durchdacht, einen coolen Artikel über Männerkosmetik, inversionswetterlage und Feuer machen im Kopf. „Den solltste jetzt aufschreiben“, denk ich. Es ist bestimmt halb sieben. Wenn ein Arbeitstag wäre, würde ich seufzen, den Wecker abstellen, aufstehen, Kaffee kochen, mich anziehen, Brote schmieren, raus in die Welt für einen Hungerlohn und aus falsch verstandenem Pflichtgefühl.
Fürs Schreiben, wird mir klar, würde ich all das nicht tun. Es erzielt keinen direkten Gewinn. Mit dem Gedanken, dass ich völlig verseucht bin von den Ideen und Werten einer auf dem absteigenden Ast befindlichen Menschengesellschaft, schlafe ich endlich wieder ein.
Bild KW 42/2011

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3 Gedanken zu „Ungeweckt und ohne Pflicht“

  1. schade eigentlich, dass wir unsere kunst weniger wichtig nehmen, als die brötchenarbeit.
    hach, du! bin ich gespannt auf die angedachten artikel! biiitte schreib sie! :-)

  2. wohin verschwinden nur all diese im kopf gesetzten sätze, wenn wir sie nicht direkt aufschreiben? ob sie noch in einem winkel der hirnwindungen hocken, bereit hervor zu kommen, wenn wir sie nicht fangen wollen? manchmal ist das so…

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