Das Ebenenproblem

Vergiss die Meseta. Das ist keine Ebene. Die eigentliche Ebene ist in deinem Kopf.

Eine der größten Herausforderungen ist, Äußeres nicht mit Innerem zu verwechseln; Gemütszustände und Daseinszustände nicht zu vermischen. Fast wie wenn man mit seinem Spiegelbild spricht und vergisst, wer der Echte ist.

Gestern spät rase ich die A 63 Richtung Kaiserslautern. Auf dem Rückweg vom Geburtstag meines alten Reisegefährten und Freundes QQlka. An der Kreuzung mit der B420 ragen zig Meter hohe Krane in den Himmel. hell erleuchtet von 10.000 Watt-Lampen. Windradbaustellen. Vor 20 Jahren fast so undenkbar wie das Handy oder gar das mobile Bloggen.

Sprühregen. Tempo 160. Konfuse Gedanken überschlagen sich. An Wolfgang Güllich muss ich denken, der auf der Höhe seines Erfolgs gegen einen Brückenpfeiler raste. Er hatte Silvester Stallone gedoubelt. Er hatte es geschafft, das, was ihm am meisten Spaß macht im Leben, beruflich zu tun. Ob er glücklich war, ist ungewiss.

Ich fabuliere ein Bild von einer Medaille, auf deren einer Seite sich das frühe, junge Menschenleben befindet, das wir erst im Alter mit zunehmender Reife als Chance zu schätzen wissen und auf der anderen Seite befindet sich das zweite, späte Menschenleben, indem wir uns nur noch vage an die vielen Chancen, die uns das erste Leben bot, erinnern. ‚Ob das erste Leben wahr ist oder das zweite?‘, dachte ich. Das Wort, das auf den Rand der Münze geprägt ist normaler Weise FREIHEIT GLEICHHEIT PI PA PO. Eine Botschaft. In regelmäßigen Abständen geschrieben im ewigen Rund des Feinsilbers, so dass sie mehr als Zier, denn als Botschaft zu lesen ist:  ‚E D E N H E I T Z U F R I‘ lese ich.  Nur in der Mitte des Lebens, konstatiere ich, kannst du das lesen, was auf dem Rand deiner Medaille steht und nur in der Mitte des Lebens hast du die geringe Chance, zu ahnen, was sich auf den beiden topfebenen, Oberflächen der Medaille abspielt. Wenn du die Mitte überschreitest, oder sie noch nicht überwunden hast, wirst du nur eine der beiden Flächen kennen.

5 Gedanken zu „Das Ebenenproblem“

  1. Ich kenne bereits beide Seiten der Medaille. Als ich auf der frühen Seite stand, war die späte noch voller Versprechungen. Mittlerweile stehe ich auf der späten Seite, suche die Zusagen, finde sie nicht und poliere derweil die Erinnerungen an die frühe Seite etwas auf.

    In hellen Momenten glänzt auch die späte Seite der Medaille und liefert dann frei Haus das beruhigende Ende aller Illusionen. Die Freiheit von jeder Narkose und zunehmende Nüchternheit ist durchaus eine Lebensform. Willkommen im Club.

    1. Dankeeeee! Für die Aufmunterung. Ich versuche noch immer das Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit-Dings auf dem Rand zu lesen. Ich bin wieder bei U.

  2. Lieber Irgendlink.

    zu Deinem lebensmittigen Feiertag die herzlichsten Glückwünsche senden Dir
    die ff und der Haupstadtmediator.

    Hier gerade ernsthaftes Computerproblem — glücklicherweise aktuelles Backup auf externer Festplatte, dort auch alle Mails — aber Rechner will auch nach angebglicher neuer Systeminstallation von Recovery-System nicht richtig arbeiten, Geht ständig aus, sogar im Bios. Also kommt er morgen zu bezahlbaren Profis.

    Aber das alles nur als Entschuldigung für so einen gar nicht angemessenen Geburtstagsgruß im Blog. Hoffte das PS-Problem eben ohne Geldausgeben hinzubekommen, und ohne wirklich eine Ahnung zu haben, haben wir beide alles Mögliche probiert und uns die Nächte um die Ohren geschlagen…Jetzt ganz schön gerädert.

    Dir geht es hoffentlich gut und Du lässt Dich schön feiern?

    Ein Gruß per physischer Post kommt noch….

    Die besten Wünsche und Grüße an alle lieben Menschen in Deiner Nähe!

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