Künstlerbude ist in der kleinsten Hütte

Irgendwie kopflos, irgendwie schräg und alles ging so hopplahopp. Kaum raffe ich in der Künstlerbude in der Pfalz einfach alles, was auf dem Boden liegt (und da liegt ne ganze Menge, Chaot, ich, immer auf dem Sprung, immer etwas am Testen, nie die Reste wegräumen) raffe ich also alles, was auf dem Boden liegt in den nigelnagelneuen Rucksack, befinde ich mich schon auf der Landstraße – ohne Geld. Einzig meiner geliebten Mutter (die mir beim Abschied einen Schein in die Hand drückt) verdanke ich, dass der Tank in Frankreich nochmal 50 Euro fressen kann, ich es bis Bern schaffe und Sofasophia und ich uns heute an diesem strahlenden Herbsttag durch die Alpen mogeln. Grimsel-Susten-verwirrt die gesperrten Pässe umschiffen Obwalden, Hasliberg, die Welt aufs Brillianteste zerzaust vom Licht und leichtem Herbstdunst. Das, meine Lieben ist die Stimmung, aus denen die Meisterstücke der Fotografie geschaffen werden. Schließlich nahezu alleine im 17 km langen Gotthardtunnel – erinnere ich mich an einen unsäglichen Liefer-Auftrag vor 20 Jahren, bei dem ich zusammen mit meiner damaligen Liebe ein Sportboot kreuz und quer durch die Alpen kutschierte. Und es partout nicht loswurde.
Nun hier im Bleniotal, genauer in einem Dörfchen namens Castro, ganz in der Nähe eines anderen Dörfchens namens Motto. 599 Meter hoch gelegenes Einraum-Chalet. Ein sogenanntes Rustico mit Steindach. Von der Lebensart her ähnlich wie die heimische Künstlerbude. Geliebte Sofasophia (siehe Linkliste) hat ein Bild des Häuschens in ihrem Blog. Bizarr: Weil wir uns verirrt hatten, sind wir erstmal durchs Dorf gegurkt, standen schließlich vor dem Haus, unsicher, ob wir richtig sind, blätterten im Netz in Thinkabouts Blog (siehe Linkliste) und fanden ein Foto, das er im September von dem Rustico gemacht hat. Nun wisst Ihr auch, wie wir von dem Kleinod erfahren haben.
Und der Lapsus zur guten Nacht: ich habe nicht nur keine Euros dabei, sondern wie ich vorhin, als wir die Kaution bezahlen wollen, merke, auch die Schweizer Franken vergessen. Ich Europenner, ich.

Irgendiwe schräg – am Thuner See.

Irgendwie kopflos – verirrt am Bauzaun eines Alpenotels kurz vor Hasliberg

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

3 Gedanken zu „Künstlerbude ist in der kleinsten Hütte“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.