Am Fluss mit den vielen Namen – #flussnoten19

Ein kurzes Lebenszeichen aus dem Outback der Reise. Status: irgendwo zwischen Thun und Beatenbucht, etwas außerhalb eines Dorfes auf einem Platz, über den sich nur sagen lässt, was für ein Glücksfall!Waren wir die letzten Tage stets weit außerhalb der Zivilisation und fern aller Infrastruktur, so trifft uns der Picknickplatz wie mit Kübeln von Glücksfällen überschüttet. Genau zum rechten Zeitpunkt der Reise.

Am Zusammenfluss zweier Bäche liegt er, gesegnet mit gleich zwei Brunnen, blitzsauberer Toilette und vielen Picknickbänken, zum Teil überdacht.

Was für eine Verschwendung, denke ich abends egoistisch: ein Brunnen zu viel, ein Bach zu viel, viele Picknickbänke zu viel, hätte man das nicht fein über unseren Weg verteilen können, so dass jeden Abend eine der kostbaren zivilisatorischen Ressourcen beim Nachtlager ist?

Nachts dann Wetterleuchten, das den – von Norden gesehen wie eine flache Pyramide anmutenden – Berg Niesen in ein phantastisches Licht taucht.

Surreal, außerirdisch, die Bühnenbildner von Doktor Who hätten es nicht besser inszenieren können … bald schon öffnet sich die Spitze, auf der ein Licht brennt, und ein Raumschiff startet mit Getöse, dämmere ich im Halbschlaf. Aber nein, das Getöse ist ein waschechtes Gewitter.

Vom Spielplatz, wo wir unter freiem Himmel gebettet auf Holzschnitzeln schlafen, ziehen wir um ins Schutzhäuschen, legen uns auf die Tische, die fast so groß sind wie ein Einzelbett. Dann prasselt der Regen und die Blitze zucken direkt über uns.

In dem Moment ziehen alle Lagerplätze der letzten Woche an meinem geistigen Auge vorbei und mir wird klar, dass kein einziger so guten komfortablen Schutz geboten hätte, wie dieser. Zwei unserer Lagerplätze hätten gar äußerst gefährlich werden können, trotz hochdichtem Europennerzelt.

Wieder einmal frage ich mich, ob so viel Zufall realistisch ist, oder ob es eine Art geheimes Schicksal gibt, das uns leitet und das uns die Dinge und Umgebungen gibt, die wir im jeweiligen Moment am meisten benötigen.

Ich bin agnostisch, tendiere daher stur dazu, dass es purer Zufall ist. Oder ein insgeheimes Gespür für nötige Orte, das man sich im Laufe von bald einem halben Jahrhundert intensiver Europennerei angeeignet hat.
Das Blog ist derzeit nicht gerade dicht befüttert. Dabei gäbe es viele Begebenheiten und Reisealltage zu berichten. Um ein Lebenszeichen zu geben, schreibe ich diesen Artikel.

Noch eine knappe Woche werden wir Aare abwärts wandern. Vielleicht bis Bern, vielleicht bis zum nächsten Gewitter. Die Reisebreichte liegen in einer äußerst rohen, vertippfehlerten Stakkato-Form vor, so dass ich sie, entgegen der gewohnten Direktberichte, dieses Mal unter Verschluss halte.

Es handelt sich um Flussnoten, also jenen Zyklus, der ursprünglich am Rhein 2016 im Blog http://flussnoten.de begonnen wurde und der, das wird mir nun klar, gemeinsam mit einer Gotthard-Wanderung im Jahr 2014 und der heurigen Aare-Wanderung ein vermutlich interessantes Buchprojekt sein könnte, das man in einem Post-Blog-Prozess veredeln könnte.

Unterwegs diskutieren Frau SoSo und ich, wie man das machen könnte und überlegen, ob man nicht alle Beiträge aller Reisen am ‚Fluss mit den vielen Namen‘ zwischen den Jahren 2014 und 2019 auseinander nehmen könnte und sie in eine neue, unsynchrone Form bringt?

Zukunftsmusik. Erst einmal geht es weiter – auf dem Pilgerweg nach Thun übrigens.

#flussnoten19 / #flussnoten

Seit Sonntag mit Frau SoSo Aare abwärts wandernd.

Notizen von Tag 2 und 3 (Tag 1 gibt es auch als Textskizze, aber noch nicht öffentlich.

Flussnoten19. Tag 2 Montag und Tag 3 Dienstag

Die Grimselgegend als künstlich von Menschen geschaffener Organismus. Eine durchbohrte Felsmasse, mit Tunnels für Wasser und unterirdische Schmalspurbahnen, eine Kombination verschiedener Stauseen, eine Energiegewinnungsmaschine. Das Frankensteinmonster alpiner Durchbohrtheit.

In Guttannen können wir den Eingang zum Stollen bewundern, der hinauf führt zu den Seen. Rätherischboden und Grimsel im Haupttal und Gelmersee östlich, abseits, 1860 Meter hoch. Der Tunnel mit der Versorgungsbahn führt von Guttannen hinauf nach Handeck. Die Geschicchte dazu konnte man auf einer Tafel beim Gelmersee lesen. Faszinierend der Bau der dortigen Staumauer, die durch Lokomotiven aufgeschüttet wurde, die auf Gerüsten hin und her webten.

Sitzen auf den Bänken vorm kleinen Dorfladen Regula’s in Guttannen. Erste Einkaufmöglichkeit, kein Kaufrausch. Einzig gönnen wir uns ein Bier, das wir später in der eiskalten Aare kühlen (so eiskalt, dass einem die Glieder schmerzen, wenn man sich hineinsetzt in seine selbst gebastelte Aarebadewanne).

Vorm Dorfladen unseren Alpkäser wieder getroffen. Kurzangebunden, nordisch kühler Sachse.

Die gesamte Dorfladenfamilie versammelt sich in der Hitze auf den Bänken im Schatten. Immer wieder Leute vom Dorf, die einkaufen. Der Dialekt ist unverständlich Berner Oberländisch, so dass selbst Frau SoSo kaum etwas versteht.

Nacht unter freiem Himmel. Im Aarebett ohne Zelt. Bemerkenswert das Lichterspiel der Autoscheinwerfer auf der Felswand. Ein Theatermacher hätte es nicht besser inszenieren können: links blitzt der Strommast, wenn die Scheinwerfer in Konjunktion mit der ersten Kurve stehen. In verschiedenen Schichten bilden sich die Bäume und Hecken, die den Straßenrand säumen ab. Durch den serpentinösen Verlauf der Straße, wandert das Licht wie in den Ganglien eines Fraktals (man verzeihe die surreale Wortkombination, die Nachtszene mit den Autoscheinwerfern ist nun einmal surreal) räumlich mal links oben, rechts unten, vorne, hinten, -nur ein Genie könnte auf Basis des Lichteffekts den Verlauf der vielleicht zweihundert Meter entfernten Grimselstraße und ihrer beweglichen Lichtquellen berechnen.

Dann der Sternenhimmel. Langsam wandert der Große Wagen über die Schlucht, Blick von Süden. Wo ist der Nordstern? Sternschnuppe. Million gewünscht. Sternschnuppe. Noch eine Million gewünscht. Wohin mit all den Millionen? Sternschnuppe. Abdankung eines Despoten gewünscht. Warum gehen die Wünsche, dass Despoten abdanken nie in Erfüllung?

Wieder streicht ein Lichtkegel an der Steilwand entlang. Großer Wagen ostwärts. Sternschnuppe. Nimm dies, Trump!

Akustisch übermalte Nacht (vom Rauschen der Aare). Sehr laut. Wenn man genau hinhört, variiert das Geräusch. Ein bisschen besorgt, dass die Elektrizitätswerksbetreiber die Schleusen öffnen und wir hier im trockenen Bett überflutet werden. Hin und her im Schlafsack. Der Ameisensupergau blieb aus, erwartete ich doch abends, dass die Tierchen in den Schlafsack krabbeln und piesacken. Schlafen Ameisen nachts? Sternschnuppe. Für Dich, Erdogan, und für Deinen Kumpel Putin. Vergesst den korrupten Brasilianer nicht, Ihr Säcke.

Finale der zweiten Etappe | #UmsLand Bayern

Irgendlink entschied, heute die zweite Etappe /Bayern zu vollenden. Per Zug fuhr er über München nach Lindau, von wo aus er dem Bodensee entlang an die Schweizer Grenze nach Höchst fuhr, wo wir uns trafen.

Mit dem im Auto verladenen Fahrrad sind wir schließlich ein paar Stunden später in der Homebase eingetroffen.
(Fortsetzung folgt.)

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Heute gibt es keinen Track und keine Karte.

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Hier nun ein paar Bilder von Irgendlinks vorläufig letztem Reisetag:

‚Der Kopf des unbekannten Dichters‘ von Gabi Hanner steht in der Nähe des Bahnhofs von Plattling.

Die Hafeneinfahrt von Lindau. Beobachtenswert je nach Sonnenstand und Lichtverhältnissen. Eine Instanz bei Gegenlicht und praller Sonne befindet sich auf dem ersten Bayern-Poster.

Ein Bootshaus am Bodensee nahe Losau.

Das Bühnenbild für Rigoletto der Bregenzer Seebühne.

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Herzlich aus der Homebase
Eure Sofasophia

Der Tag des Künstler-in-die-richtige-Richtung-Drehens | #UmsLand Bayern

Ich kenne die Frau doch, die sich da neben mich auf das Wartebänkchen beim Bahnhof Grafenau setzt. Und den Mann da drüben auf dem Parkplatz beim Rewe, den kenne ich auch. Mit dem Busfahrer, der gerade am Busbahnhof nebenan abfährt, habe ich mich vorhin im Café des Rewe unterhalten, als wäre er ein alter Freund. Fazit: ich bin von hier. Ich habe immer hier gelebt, war nie weg und diese ganze lange Radelreise rund um Bayern habe ich mir nur ersponnen.

Fast werde ich verrückt. Es ist wie einst in der US-Serie Dallas, als Bobby Ewing starb und nach vielen Folgen, in denen er scheinbar tot war, plötzlich unter der Dusche hochschreckte und feststellte, dass er das alles nur geträumt hat.

Morgens stand die Frau, die nun neben mir sitzt, beim Bahnhof Zwieselau, der eigentlich nur aus einer Holzhütte und einem Bahnsteig besteht. Das war beruhigend für mich, denn ich kenne das Prinzip des Bedarfsbahnhofs noch nicht so recht. Der Zug kommt immer zwei Minuten später, sagt sie und man muss aus dem Häuschen raustreten, sonst hält er nicht. So einfach. Und wenn man drinnen ist im Zug und aussteigen will, fordert einen eine Ansage auf, einen der im Wagen verteilten Halt-Knöpfe zu drücken.

Alles ist unklar an diesem Tag, außer, dass ich mir das Nationalparkzentrum mit seinem Baumwipfelpfad und dem Museum anschauen will. Bloß, wie komme ich dahin? Die Bahnlinie führt ja nicht bis zum Zentrum.

Im Zug weiß man Abhilfe: Mit dem Igelbus, jenen Linien, die auf die Berge Lusen und Rachel fahren und auf den wenigen erlaubten Straßen am Rand des Nationalparks Bayerischer Wald. Im Zug gibt es Begleitpersonal. Die Fahrkarte wird noch wie früher bei diesen Menschen gelöst. Sie lösen auch dein Problem, wenn du eins hast, geben Auskunft, scherzen manchmal, um die Leute bei Laune zu halten. Die Schaffnerin reicht mich an einen Fahrgast weiter: Der da, der kennt sich aus!, und so steige ich mit dem Mann in Spiegelau aus, er dreht mich in die Richtige Richtung, dort, bei der Bushaltestelle. Kommt gleich. Im Bus gehts genauso weiter. Der fährt nämlich gar nicht zum Nationalparkcenter. Es gibt keine direkte Verbindung dahin. Man muss umsteigen (falls Ihr jemals im Nationalpark seid und Bus fahrt, merkt Euch die Haltestelle Diensthütte. Sie scheint Dreh- und Angelpunkt zu sein. Das Dubai des Bayerischen Walds sozusagen).

Diensthütte umsteigen in den Lusenbus, der hinauf zum etwa 1300 Meter hohen Berg fährt, Wanderer hinbringt, abholt und wieder runter über Diensthütte dann zum Nationaparkzentrum.

Ein schön organisiertes Besucherzentrum mit Museum im Dr. Eisenmann-Haus, jenem Minister, der in den 1960er-Jahren diesen ersten deutschen Nationalpark maßgeblich initiiert hatte. Draußen ein Freigehege für Wild – man muss Glück haben, welches zu sehen. Die Gehege sind groß. Dann ist da noch ein Pflanzenpark und ein geologischer Rundweg und als Krönung der Baumwipfelpfad.

Der gehört einer Baumwipfelpfad-Kette, die auch in Österreich und Teschchien und in der Slowakei Baumwipfelpfade betreibt.

Für 9,50 komme ich rein und spaziere überm Wald bis zum Finale, einem Turm, der sich wie ein Ei um eine Baumgruppe legt. Alles ist barrierefrei. Man kann mit dem Rollstuhl oder Krücken bis ganz hinauf und hat einen prima Blick über den Nationalpark und bei gutem Wetter bis zu den Alpen. Am Holzgeländer sind pfeilförmige Plaketten angebracht, die zeigen, in welcher Richtung welche Stadt liegt, welcher Berg. Zwieselau ist etwa zwanzig Kilometer entfernt. Der Arber, höchster Berg der Gegend ist nicht sichtbar, aber die Richtung, in der er liegt, ist markiert. Er liegt nördlich hinter dem Rachel. München, Passau, Lusen und Rachel, viele kleine Orte der Gegend sind markiert. Finsterau und Mauth dürfen nicht fehlen. Bemerkenswert ist, das fiel mir schon am Baumwipfelpfad Saarschleife auf, es gibt Hinweise auf andere Baumwipfelpfade. Die Saarschleife ist nur 510 Kilometer weiter westlich.

Dies ist der Tag des Künstler-in-die-richtige-Richtung-Drehens. Zurück geht die Reise auf ähnliche Weise. Ich frage mich bei Mensch um Mensch von Ort zu Ort, lande schließlich in Grafenau, dem Endhaltepunkt der Linie drei der Waldbahn. Kein Wunder, dass mir alle so bekannt vorkommen. Ich habe den halben Bayerischen Wald befragt, um meinen Weg zu finden. Der Mann auf dem Rewe-Parkplatz ist derjenige, der mich in Spiegelau in die richtiger Richtung drehte. Der Busfahrer, mit dem ich über Porschetraktoren und Walter Rörl redete, hatte im Bus wegen des Fahrlärms recht laut geredet, ab und zu in den Rückspiegel blickend, Kontakt aufnehmend und hier im Café flüstern wir beinahe.

Die Waldbahn ist ein wunderbares Phänomen. Ich glaube nicht, dass wir schneller als fünfzig, sechzig Sachen auf der geschwungenen Trasse dahin fahren. Es geht familiär zu und unheimlich entspannt. Für den Moment denke ich, das ist es, was die Welt braucht: Entschleunigung, mehr Unsicherheit (so verrückt das klingt, im Sinne von weniger Durchtaktung), Ungewissheiten, Fragen, Langsamkeit, viel mehr Herz und Zwischenmenschlichkeit, anstatt abgehetzt und geschunden zwischen Maschinen und Automatismen hin und her zu hecheln.

Zurück auf dem Campingplatz erwartet mich eine Überraschung. Eine Gruppe mit drei Wohnwagen richtet gerade ihre Wagenburg ein. Ich weiß nicht, was mich so beklommen macht, aber ich glaube, es ist genau das, dieses Wagenburgbauen, dieses Grenzen errichten, dieses Hier-sind-wir-wer-seid-ihr-denn-Gebare. Drei riesige schwarze Hunde an langen Leinen bellen sich warm. Fast wie Schach, denke ich, wie sie die Hunde positioniert haben und nun stellen sie die Wohnwagen zur Rochade um.

Es ist fast 17 Uhr. Sieht nach Regen aus. Ich habe die nächste Nacht noch nicht bezahlt. Die Platzwartin war noch nicht da.

Es soll ja noch einen Campingplatz geben in Zwiesel, fünf Kilometer entfernt.

Schnell gepackt und los.

Den Campingplatz in Zwiesel gibts nicht mehr. Der nächste wäre in Regen. Elf Kilometer. Ich stelle mich auf Wildzelten ein, radele Richtung Regen. Nieselregen setzt ein. Regenklamotten anziehen unterm Dach der Bushaltestelle beim Krankenhaus. Weiterradeln. Plötzlich ein Schild Richtung Bahnhof. Nur ein Kilometer bergab. Hey, Mann, hast ja noch das Tagesticket der Waldbahn, könntste doch …

Und so kommt es wie es kommt. Schon stehe ich gegen 19 Uhr am Bedarfsbahnhof Bettmannssäge, einem winzigen Weiler. Weiß ja nun, wie das funktioniert. Dasein. Einsteigen, weiterfahren. Rausche durch bis Plattling.

Das liegt an der Isar, kurz vor deren Mündung in die Donau. Es gebe zwar keinen Campingplatz, aber bei der Isarwelle würden oft die Surfer mit ihren Caravans wild campieren, erzählt mir ein Fahrgast.

Obendrein lädt er mich während der einstündigen Fahrt zu einem verbalen Ausflug nach Berlin ein, ein Hausprojekt, faszinierende Geschichte, andere Geschichte.

Abstand zum Mittelpunkt Bayerns bei Kipfenberg 110 Kilometer.

Tag 13 der 2. Etappe (Tag 21) im Rückblick | #UmsLand Bayern

Heute war Irgendlinks Ruhetag, denn immer nur arbeiten, immer nur radeln und schreiben und twittern, geht nicht. Außerdem sei der Platz so schön ruhig und überhaupt, es sei ein toller Ort und er wolle ins Nationalparkzentrum des Bayerischen Waldes, schrieb er mir am Morgen. Baumwipfelpfad und so. Und da ist er schließlich dann mit Bahn und Bus hin und wieder zurück.

Auf dem Campingplatz Green Villag erwartete ihn eine unschöne Überraschung. »Neue Campingnachbarn mit drei riesigen, nervösen Hunden, die sie an langen Leinen an Bäumen festgebunden haben. Sie bauen zudem eine Wagenburg. Mit ihren drei Wohnwagen. Vielleicht sollte ich weiterziehen?« So twitterte er am späten Nachmittag und schon bald schrieb er, dass er das Zelt abgebaut habe und mit dem Zug Richtung Westen gefahren sei, nach Plattling. Mitten rein in dieses Bayernland statt außen rum. Das erste Stück des Heimweges der zweiten Etappe sozusagen.

Es gebe da einen Zeltplatz, schrieb er, an der Isarwelle. Irgendwo dort hat er nun sein Zelt aufgebaut. Es regnet.

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Auch heute gibt es einen Track.

Hier seht ihr die zurückgelegte Eisenbahnstrecke:

Direkter Link zur ungefähren Karte. (Zugstrecke)

[Zum Tourplan geht es hier lang.]

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Hier nun ein paar Bilder von Irgendlinks dreizehntem, respektive einundzwanzigstem Reisetag:

Per Zug mit der ‚Waldbahn‘ und den ‚Igelbussen‘ gings heute ins Nationalparkzentrum Lusen. Der Baumwipfelpfad mündet in einen eiförmigen Aussichtsturm, der drei Bäume umringt. Barrierefrei wachsen die Besucherinnen und Besucher mit den Bäumen, begleiten sie in die Wipfel. Von der Plattform hat man bei gutem Wetter Blick bis in die Alpen, zum Lusen und zum Rachel.

Endstation der Linie 3 der Waldbahn in Grafenau. Die Bahnline führt westlich am Nationalpark Bayerischer Wald vorbei, der etwa eine Länge von 37 Kilometern hat und etwa 250 Quadratkilometer groß ist.

Abends entscheide ich mich spontan, den Camping zu verlassen und mich in Zwiesel auf einem anderen Campingplatz einzuquartieren. Hier eine Szene am Ortseingang von Zwiesel.

Alles geht schief und kommt doch noch in Ordnung. Den Zeltplatz in Zwiesel gibts nicht mehr. Ich irre umher, will wildzelten, Regen setzt ein. Plötzlich ein Bahnhof der Waldbahn. Ein sogenannter Bedarfsbahnhof, ich glaube Bettmannsmühle oder -säge. Die Züge halten dort nur, wenn Fahrgäste aus- oder einsteigen wollen. Ich nutze mein Waldbahn-Tagesticket und rausche eine Stunde lang durch bis zur Endstation der Linie 1 in Plattling. Unterwegs lerne ich einen Orthopäden kennen, der mir bei den Isarwellen außerhalb Plattlings einen tollen Zeltplatz empfiehlt. Auf den Isarwellen surfen ein paar Unerschrockene unweit der Mündung zur Donau.

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Herzlich aus der Homebase
Eure Sofasophia