Fütter’ die Katze

Ein fröhliches Lied: „Fütter‘ die Katze“

Sie hat keinen Namen, wenn du mit ihr redest wird sie einen haben … [] …  die Katze heißt Katze,sie will gar nichts lernen …

Mau-mau-mau …

Ja Könog ja

Grillen. Fleisch fällt runter. Da kommt die teleskopierbare Grillgabel von Journalsit F. gerade recht.

Eingelullt von Musik. Zwischendurch quietschen QQlkas Schuhe, Leder, Salatschneidgeräusche, Ein guter Abend. Ich erstelle eine Playlist. Gabriel wird draufstehen und Witt, Manu Chao, was noch?

Der Sichelmond spielt mit dem Abendstern. Das ist innig.

Was nicht alles passiert:

Stadtbusseite beim Chef. Bin auf Montag gespannt. Liebe valdierbares HTML und CSS. Immer wieder Drupal. Soweit der Job.

Neue Connections nach Köln zwecks Ausweitung des Business.

Kunstclub sucks. Ein Hin und Her um leidige organisatorische Probleme zu lösen. Das Los des Zweiten Vorsitzenden ist, die Drecksarbeit zu erledigen.

Künstlerin T. aufgetaucht. Der merkwürdigste Mensch ever. Geradezu unheimlich und hochgradig ich-zentriert. Jeder Mensch, den ein Geheimnis umgibt, reizt mich. Aber nicht jedes Geheimnis, das ein Mensch hat, will ich lüften. Es gibt Abgründe, meine Lieben, Abgründe, die selbst einen Hartgesottenen wie mich in Angst und Schrecken versetzen.

Künstlerin T. ist der Abgrund in Person.

QQlka wieder zu Gast. Wir grillen und reden allmöglichen Scheiß: Geben der Katze besondere Namen: Gimp, Ubuntu, Open Source, Bluefish (mein absoluter Favorit), Lynx, Drupal, Mambo, Phpwcms, Spip, allesamt Open Source Software. Wir sind cool. Das Feuer lodert. Wir trinken ein Bier. Vögel haben um diese späte Zeit aufgehört zu zwitschern. Wind weht nicht. Deshalb sind die Pappeln still. Vor der Wand aus Ebereschen am Südende des einsamen Gehöfts hebt sich ein hellgrüner Nussbaum, schon in wenigen Minuten wird er im Grau der Nacht versinken. Das Leben ist schön.

Ich muss Rechnungen schreiben. Ich muss Fahrradersatzteile kaufen. Ich muss ein neues Bier öffnen. Diese Inponderabilien des Lebens.

Zurück zum Scheiß, den wir reden: „Strapaziergang“, sag‘ ich.

„Lass sein,“ sagt QQlka.

„Wenn uns jemand zuhören könnte,“ bedenkt QQlka.

„Egal!“ rufe ich aus, „das Leben wird erst dann interessant, wenn man sich von allen Wenns und Abers gelöst hat.“

„Wir sind auf dem besten Weg,“ sagt QQlka.

„Iss auch gut so, wir müssen endlich aufräumen.“

Reden wieder Scheiß und geben dem Ganzen einen Namen: Philosophsiche Ausblühungen am Abend wie Etringit in einer uralten Ziegelsteinwand. Das ist Bauchemiker-Jargon und bedeutet, auf einer ansich roten Ziegelsteinwand entstehen weiße Flecken, die mancheiner als unschön bezeichnen würde, die aber nicht wirklich schädlich sind und die Wand, ach ja, die Wand, die wird in hundert Jahren immer noch stehen, egal ob mit oder ohen Etringit.

Das Gipstreiben hat schon manchen Bauchemiker in dier Verzweiflung getrieben.

Zurück zur Stille. Sie umgibt uns. Das Feuer lodert. Katzter schnurrt beharrlich vor Mauselöchern. Grillfleisch liegt auf. Ich denke an die merkwürdige T., einsam. Ob ich sie hätte einladen sollen? Vermutlich hätte sie Ja gesagt, aber das hätte den Abend verkompliziert.

Guten Sex gibt’s natürlich auch, aber davon ein andermal, mit Bildern, versprochen.

Schnell dahin geworfener Eintrag. Ich lasse die Tippefehler mal stehen.

Der Mensch unter mir

Nettes Spiel entdeckt im Funforum von tutorials. de

Dort heißt es „Der Typ unter mir“ – ich habe das eingemenscht.

„ich wollt hier mal ein kleines Spielchen anfangen, bei dem man einfach mal etwas über den Typen, der unter einem was postet schreiben soll. Ich fang mal an“

Okay, ich fang‘ dann auch mal an:

Der Mensch unter mir liest gerade dieses Weblog.

Könnte das Hohelied der Servertollpatschigkeit singen. Gut, dass mir dieser Fauxpas, der mich fast einen Tag Arbeit gekostet hat, nicht da draußen im Netz passiert ist.

Man lernt an seinen Fehlern. Ich kapiere den Apache und Mysql und PHP nun ein bisschen besser (und habe ein niegelnagelneues LAMP auf dem Rechner).

Derweil hat der Habicht 2 Hühner gerissen. Ich habe in der Galerie den Schriftzug SEX auf den Boden geschmiert. Es hat geregnet. Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Homepagebauer Scheun‘ und Fass.

Abends fuhren die Arbeiter der benachbarten Baustelle LKW um LKW hinüber zu nachbars Acker. Den Abraum der Straßenbaustelle, guten Lehm, auf diese Weise zu entsorgen, spart ihnen Geld und dem Nachbarn vereinfacht es die Durchfahrt zwischen seinen Feldern, die hüben und drüben neben einer Erosionsrinne liegen.

Einen Geburtstag vergessen. Vielen Leuten kurzangebunden oder übermüdet begegnet.

Die Bude sieht erschöpft aus. Ich auch. Die 30 Stunden harte körperliche Arbeit vom letzten Wochenende haben mich den Montag und den Dienstag gekostet.

Gefühle

Gefühle, denke ich so für mich hin, während ich den Wagen durch die Feierabendstadt steuere, sind doch das Beste, was es gibt auf der Welt. Die guten Gefühle durchwirken das Sein, die schlechten sind wie ein bohrender Finger in der Leistengegend: Geh‘ weg da, hör‘ endlich auf. Trotzdem sind sie da und haben ihre Berechtigung.

Diesertage war ich ziemlcih überrascht, dass sich zwischen all den Gefühlen, die man alltäglich durchlebt, ein neues Gefühl eingeschlichen hat. Etwas nie Dagewesenes: das Gefühl der totalen Erschöpfung.

Ich wartete vor einer Ampel, umringt von Feierabendautos voller müder Menschen. Meine Augen drohten zuzufallen. Trotzdem war ich angespannt. Im Radio spielten sie feinen Reggae, was mich an die Iles des Saintes in der Karibik denken ließ. Lang lang ist’s her. Seltsam, wie real längst Vergangenes wird, wenn man die richtige Musik dazu hört. So lebten auch die seltsamen Gefühle, die ich damals hatte wieder auf. Reggae, der sich anfühlt wie eine halbvolle Flasche Rum in der Hand und diese tropische Hitze. Die Nacht ist kaum eine Erleichterung. Und die Moustiques – beaucoup plus, das heißt zu Viele davon – stechen dich zusammen ohne Gnade. Irgendwo wummert die Disse voller Nachtschwärmer und du hast dich auf den nahegelegenen Friedhof zurückgezogen, lehnst am Grabstein eines Jean Baptiste sowieso, Nachfahre von Sklaven, gestorben 1916. Der Mond scheint und du stellst fest, du bist nicht der einzig Lebendige auf dem Friedhof. Überall hinter den Grabsteinen stöhnen Pärchen, geradezu obszön und die Nutten flitzen umher auf der Suche nach besoffenen Touristen, so wie ich. Ein Blowjob 300 Franc. Der Rum sitzt mir in den Gliedern. Raubt mir die Sinne. Vielleicht träume ich all das nur? Ein Blick in den längst abgelaufenen Reisepass verrät, ich war tatsächlich da.

Was hat das alles mit Gefühlen zu tun?

Nun, sie sind immer da, man schwimmt in ihnen wie die Fliege in der Suppe und sie werden von den abstrusesten Begebenheiten ausgelöst. Musik zum Beispiel oder Geruch oder einfach nur eine Stimmung.

Die Ampel springt auf Grün. Ich lege den ersten Gang ein, brause mit 60 Sachen durch die Innenstadt. Am Himmel stehen haushohe Wolken. Ich hoffe auf Regen und ein neues Lied im Radio, denn ich hab sie satt, die Karibik, so satt. Neues Lied, neues Gefühl, denke ich. Da spielen sie New Orders Blue Monday und verkünden, die Band habe sich aufgelöst.

Weiterweiterweiter, rausrausraus, hinauf zum einsamen Gehöft. Ich bin etwas konfus, denke: du solltest das alles aufschreiben und dem Ding den Titel Gefühle geben. Weiß nicht, ob es was nützt, aber nu isses da und so soll es auch stehen bleiben.