Schneeschmelze vs. MP3

Noch so’n Ding. Ich glaube, daran ist die Frau schuld, die nach Marseille geradelt ist. Sie hatte nämlich einen MP3-Player mit, um sich unterwegs aufzuheitern. Das fand ich schick. Weshalb hast du eigenlich nicht so ein Ding, werter Hinterwäldlirgendlink?

Vorhin mit klaren Anweisungen, Tinte zu kaufen im Supermarkt und an der Kasse in den sündigen Verlockungskörben einen Stapel MP3 Player gefunden. Zu lange gewartet, nicht nachgedacht und einen mitgenommen. Nun hab ich so ein Ding. Es ist rot. Es wirkte billig. Der Kauf war logisch.

Die Musik ist jetzt mitten im Kopf. Hum. Dabei hatte die Schneeschmelze in der Mittagssonne auf dem riesigen Dach der Scheune so einen wunderbaren Klang.

Wort, das mit “un” beginnt gesucht – nicht unmotiviert

Die Nacht ist der Tag. Der Tag ist die Nacht. Vorhin fragte Künstlerin B. nach der Bauesoterik. Ich war todmüde, nicht in der Lage, die Komplexität dieser Sache zu erläutern, weshalb ich kurzangebunden gähnte und das Beispiel vom Maurer brachte: „Maurer sind bekanntermaßen vertikale Wesen. Alles in ihnen strebt danach, Stein auf Stein auf Stein zu setzen und mit jedem Arbeitsschritt der Horizontalen etwas ferner zu kommen, sich vom Erdmittelpunkt zu distanzieren. Maurer halten beim Frühstück ihre Bildzeitung senkrecht vors Gesicht. Maurer werden verrückt, wenn sie wegen Krankheit wochenlang im Krankenhaus, in der Horizontalen, verharren müssen. Wie anders ist doch der Bodenleger,“ erklärte ich Künstlerin B., „er ist vollends auf die Horizontale fixiert, jene schneinbar schnurgerade Linie, welche sich aber bei näherem Hinsehen als Kreis um den Mittelpunkt der Erde entpuppt. Bodenleger legen ihre Bildzeitung beim Frühstück natürlich flach auf den Tisch,“ sagte ich.

Künstlerin B., du liest diesen Beitrag womöglich. Vorhin habe ich über das Wort nachgedacht, das Du morgens schon am Telefon gesagt hast und das Du abends wiederholt hast: „un …“ verflixt, ich komme nicht mehr drauf. Es klang wie Serendipität, etwas finden, wonach man nicht gesucht hat.

Ja, meine Lieben, so komisch ist Herr Irgendlink, dass er stundenlang nach einem Wort sucht.

Es ist gut, dass die Nacht der Tag und der Tag die Nacht ist, denn Morgennacht wird Herr Irgendlink wieder ordentlich knechten auf dem Jazzfestival im Nachbarstädtchen S.

Kennmaschinen usw.

Heute habe ich erstmals konsequent literarisch gearbeitet. Ich bin erstaunt. Gut 20.000 Zeichen habe ich zu Papier gebracht für einen skurrilen bauesoterischen Kurzkrimi. 20.000 Zeichen sind etwa 5 Zeitungsartikel (dafür bräuchte ich also etwa acht Stunden – aber im heutigen Freestyle gings schneller). Zunächst habe ich eine Strukturdatei von einer A4 Seite angelegt, in der ich die handelnden Personen und die Orte skizzierte. Dann gings ans Schreiben. Da wie durch ein Wunder eine Geschichte entstanden ist, fiel mir das Niederschreiben nicht besonders schwer. Ich glaube, ich lerne, wie es funktioniert. Erstmals arbeite ich an der Long-Distance, wende dabei althergebrachte Methoden an, die sequentielles Denken und Strukturierung des Inhalts erfordern. Lange genug geübt habe ich ja hier in diesem Blog und in seinen Vorgängern. Vielleicht ist die Zeit reif? Das Große wird immer über das Kleine triumphieren. Es wird es einfach schlucken. Das Große macht das Kleine zu einem Teil von sich selbst.

Die Geschichte ist nicht  besonders außergewöhnlich, aber sie taugt. Der Plot ist bodenständig, die Figuren durch die Bank verrückt. Wichtig ist, die Sache anzugehen, es zu wagen, weiter zu gehen, wo andere stehen bleiben.

Wenn ich nach meinem ersten Foto Anfang der 90er Jahre gesagt hätte, ist gut, hast ’ne Katze fotografiert, sie ist süß, aber unscharf, lass es sein, wären alle darauf folgenden Fotos nie entstanden. Das wichtigste, was man beim Begehen eines Weges beachten muss, ist ihn zu begehen. Nicht stehen bleiben, nicht umkehren. Beherzt weiter gehen.

Die seite von der Fahrradfrau, derjenigen, die von Andernach nach Marseille geradelt ist, habe ich in der Browserchronik wieder entdeckt. Guter Reisetext. Wer Radeln, Frankreich usw. mag, kann mal reinschauen unter:  http://www.wer-kennt-wen.de/club.php?id=1is8t2pp

Ich weiß nicht, ob man dem Link folgen kann, wenn man nicht bei WKW (wer-kennt-wen) angemeldet ist. Falls nicht, kontaktet mich, dann lade ich Euch ein in den seltsamen neuen Kennmaschinenschuppen.

To english or not to english Part 2

Mit Improveverywhere (IE Global) überbrücke ich die fernsehlose Zeit. Ein hervorragender Zeitvertreib ala Flashmob, bei dem man auch ein bisschen Englisch lernen kann.

Besonders kunstvoll finde ich die Freeze-Projekte, bei denen zig bis hunderte von „Agenten“ minutenlang mitten in der Landschaft stehen bleiben, geradezu einfrieren. IE Globals Freeze-Aktionen haben eine wahre Flut von Freeze-Flashmob weltweit ausgelöst. Bei Youtube wird man fündig und auf der o. g. Website findet man eine Liste mit vielen Freeze-Filmchen, auch in Deutschland.

To english or not to english

Ich erschrak beim Lesen des Blogs von Englischlehrerin anaj! Kaum Zweifel, dass das was da stand, für einen Durchschnitts- Englischsprecher wie mich gerade so zu verstehen ist. Die vielen unbekannten Worte überbrückte mein Hirn mit Demut und ich konnte die Texte verstehen. Danke, gute anaj!, für die Lektion. Nun radebreche ich an einer eigenen englischsprachigen Seite, welche das Reiseportal wird, in dem ich die nächsten Monate – sozusagen – bloggen und Bilder posten werde. Kein Zweifel: ich kann nur Kinderenglisch, habe obendrein keinen Schimmer, ob echte Engländer mit meinem German-English etwas anzufangen wissen.

Cut.

Ich weinte beim Anblick all der schönen Künste auf der Art Karlsruhe, wähnte ich mich doch am Fuße eines Berges, dessen Gipfel hoch in den Wolken liegt. Insgeheim war ich froh, den Art-Frankfurt, -Basel oder -Cologne Schock nicht erleben zu müssen und mit einer immunisierenden Dosis an fein präsentierter Kunst konfrontiert zu werden, anstatt sogleich ins Haifischbecken der feinen Künste zu hüpfen. Karlsruhe ist bekannter Maßen nicht der Nabel der Welt und man präsentiert nur Konventionelles gehobenen Maßes.

Selbst das ist zu viel.

Cut.

Nun erkennt der Künstler, dass er keiner ist.

Cut.

Jemand hat einen Freibrief ausgestellt für Typen wie mich. Das heißt, die Kugel rollt, das Spiel ist nicht zu Ende, du kannst tun und lassen was du willst. Die Nachwelt wird entscheiden. Alles was du tust, wird wahlweise für oder gegen dich verwendet. Selbst wenn du nichts tust, wird es verwendet. Irgendwie.

Was will ich damit sagen …? …ach ja, Folgendes:

Dicke Frau

PS: die „Dicke Frau“ bin ich.

Nachtrag: Quatsch! Ich bin die Oper.