2 Uhr nachts. Jazzfest ist aus. Heute spielte Jazzikone Paul K. nebst Bigband. Die Hütte brechend voll, alle Hände voll zu tun. Räumlich am nächsten kam ich Paul K. wohl, als ich ihm eine Flasche Rotwein in den Backstageraum brachte. Also ungefähr 30 cm. Ich schenkte ein und wünschte zum Wohl. Dann hat der 80-jährige über zwei Stunden Spitzenklasse-gejazzt. Die gut 1200 Gäste waren höchst ergriffen, standing Ovations, Jubelrufe, das Klatschen wollte und wollte nicht enden. Nach der Show hatte der Securitymann alle Hände voll zu tun, unzählige angebliche Presseleute, Freunde von Freunden und so weiter fernzuhalten.
Das diesjährige Jazzfestival hat alle Rekorde gebrochen. Auch menschlich gabs so einiges – sei es nur, dass der Vater von Tourmanager G. an Krebs erkrankt ist, dass der ärmste Mitarbeiter auf dem Fest mir ein Sturmfeuerzeug geschenkt hat, dass die Chefin des Caterings, noch während sie sich über den paartausend Euro großen Auftrag die Hände rieb ihren Koch ankeifte, wo die acht (abgewetzten) Handtücher sind, die sie gnädiger Weise für das Ensemble auf der Bühne ausgeliehen hatte. Naja, wer das schmutzige Handtuch nicht ehrt, ist des 10.000 Euro-Auftrags nicht wert ;-)
Und da wäre noch die Ehe zu nennen, die ich gerettet habe. Und und und.
Aber ich bin müde. Das Thermometer in der Bude zeigt acht Grad. Es haben sich nicht sehr erfreuliche Dinge ereignet, während ich mir mit Jazz-Ikonen die Nächte um die Ohren geschlagen habe. Die nächste Woche wird nicht schön.