Tourplan #UmsLand Bayern – zweiter Abschnitt

Endlich ist es soweit. Der Tourplan für die Radtour rund um Bayern steht.

Los geht es am 13. Mai 2019 in Lindau am Bodensee. An jenem Ort, an dem ich den ersten Abschnitt der Reise im vergangenen Sommer beendet hatte.

Geplant sind etwa 20 bis 30 Reisetage. Als Ziel dieses Abschnitts habe ich mir Hof, im Nordosten Bayerns, gesetzt. Vielleicht reicht die Zeit, um die Runde ganz zu Ende zu radeln. Das hängt von den Sehenswürdigkeiten ab, die sich mir in den Weg stellen und von den Menschen, denen ich begegne.

Alle Blogbeiträge des etwa 500 Kilometer langen ersten Abschnitts – vom Taubertal ins Allgäu und zum Bodensee – findet Ihr hier in chronologischer Reihenfolge.

Die Reise wird in alter Tradition wieder in diesem Blog, auf Twitter und auf meiner Facebook-Seite UmsLand in Bild und Text dargestellt. Eine Operation am offenen Herzen der Reiseliteratur. Nach fast zehn Jahren habe ich in dieser Disziplin –  es handelt sich um eine Art prozessualer Kunst-Literatur-Hybrid –  eine gewisse Fingerfertigkeit entwickelt.

Noch ist das Blogbuch leer und die Reise existiert nur in meiner Phantasie. Was wird mich erwarten in Deutschlands größtem und reichsten Bundesland? Vorab habe ich auf einer Google-Map und durch Umfragen auf Twitter einige Sehenswürdigkeiten recherchiert, die am Wegrand liegen. Von Schluchten und Wasserfällen, über gigantische Hängebrücken, vorbei an kuriosen Pyramiden handelt das Buch. Der Weg führt zu prächtigen Wallfahrtskirchen, vorbei an mancherlei Grenzmerkwürdigkeit des Kalten Krieges zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Brauchtum und Utopien, garniert mit dem Reisealltag sind das Futter für die Blogberichte. Serviert wird die Reportage mit dem großen Unbekannten, das bei einer solchen Reise hinter jeder Radwegekuppe lauert.

Beispiele für frühere Projekte dieser Art findet Ihr hier im Blog (Rubrik Projekte) in ihrer Rohform, sowie als eBook, fein redigiert in meinem Online-Shop.

In der Karte sind alle Etappenorte skizziert und alle Fernradwege des Bayernnetzes für Radler, die ich nutzen werde. Durch Anklicken könnt Ihr die Grafik vergrößern. Die Strecke ist über 2000 Kilometer lang. Zu mehr als 90 Prozent folgt die Route ausgewiesenen Fernradwegen. Ich bin gespannt, ob das Bayernnetz für Radler hält was es verspricht. Eine Liste der benutzten Radwege findet Ihr in der Legende der Karte. Eine Liste aller Radwege und Etappenorte findet Ihr am Textende.

Radwegekarte Bayerns mit bunt eingezeichneten Linien der grenznahen Fernradwege und Beschriftung der Tagesetappenziele.
Ein Mal rund um Bayern per Fahrrad auf grenznahen Fernradwegen. Die Ergänzungen durch Radwegferne Strecken beträgt weniger als zehn Prozent der Gesamtstrecke.

Etappenorte Abschnitt 2

  • Lindau (Anreise per Auto)
  • Höll
  • Immenstadt
  • Füssen
  • Ettal
  • Walchensee
  • Schliersee
  • Altenmarkt/Inn
  • Chiemsee
  • Piding
  • Burghausen
  • Neuhaus/Inn
  • Jandelbrunn
  • Spiegelau
  • Grafenwiesen
  • Tiefenbach
  • Flossenbürg
  • Hohenberg/Eger
  • Hof
  • Tettau
  • Bad Rodach
  • Melrichstadt
  • Bad Brückenau
  • Partenstein
  • Kahl
  • Wertheim
  • Ochsenfurt
  • Osterburken (Rückfahrt per S-Bahn)

Radwege Abschnitt 2 ab Lindau (gegen den Uhrzeigersinn)

Bodensee-Königssee-Radweg
Romantische Straße
Eigene Strecke (Ammergebirge)
Bodensee-Königssee-Radweg
Eigene Strecke (Walchensee-Bypass)
Isar-Radweg
Bodensee-Königssee-Radweg
Salzhandelsweg
Innradweg
Donauradweg
Donauwald-Radweg
Adalbert-Stifter-Radweg
Eigene Strecke (Sumava-Tour, Tschechien)
Nationalpark-Radweg
Grünes Dach Radweg
Regentalradweg (Grünes Dach Radweg)
Grünes Dach Radweg
Vogtland-Radweg
Saale-Radweg
Rennsteig-Radweg
Eigene Strecke
Rennsteig-Main-Radweg
Eigene Strecke
Rodach-Itzgrund-Radweg
Eigene Strecke
Radwanderweg Fränkische Saale
Eigene Strecke
Radfernweg Rhön-Sinntal
Main-Radweg
Kahltal-Spessart-Radweg
Main-Radweg
Eigene Strecke
Romantische Straße/Liebliches Taubertal
Main-Radweg
Gaubahn-Radweg

Radwege Abschnitt 1 im Sommer 2018

Liebliches Taubertal
Wörnitz-Radweg
Romantische Straße
Eigene Strecke
Donau-Härtsfeld-Radweg
Donauradweg
Illerradweg
Allgäuradweg
Eigene Strecke
Bodensee-Königssee-Radweg

Vom Wert der Gurke

Glaub ja nicht, dass man die Gurke freiwillig kauft. Es muss eine galaktische Gurke sein, ein längliches, grünes, widernatürlich gerades Etwas beleuchtet vom schönsten Licht der Welt, präsentiert im bestangerichteten Gemüsepräsentationsregal überhaupt … so taumele ich durch den nicht gerade billigsten Lebensmittelladen der Stadt und alle Angestellten grüßen mich lächelnd als wäre ich der einzige Kunde. Die Bauchpinselei beginnt schon in der allesklinisch-reinigenden zweistufigen Einlassschleuse zwischen den beiden Schiebetüren, wo man Grillwaren aller Art feilbietet; auch eine Palette Streusalz wartet auf den Abverkauf und die Preisaktionsschilder blecken rot, billig, billig, billig, jetzt zugreifen, das kommt nie wieder, ganz ignorierend, dass die Vorfrühlingssonne längst das Regime übernommen hat. Ich brauche kein Streusalz, keine Gurke, kein Grillzeugs, hangele mich vorbei am Feinkostregal und den vegetarischen Produkten durch ein Spalier der freundlichsten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der ganzen Stadt im Schönglanzlädchen.

Draußen auf dem Parkplatz leierte ein Leierkastenmann, unermüdlich Krubel drehend, ein nostalgisches Lied. Die zwanziger Jahre Berlin-Athmosphäre gelingt teilweise, ein lächelnder Kerl mit Hut und schwarzem Anzug. Ich legte einen Euro in das Kässchen auf der Orgel und er zückte zum Dank seinen Hut.

Niemand kauft freiwillig Gurken. Niemand gibt freiwillig dem Leierkastenmann einen Euro, niemand kauft freiwillig einen Becher Joghurt, ein Haus, ein Motorrad, einen Ehering, Schuhe oder Kontaktkleber.

Gerade habe ich die Arbeit am Onlineshop für meine Kunstwerke abgeschlossen und durchstreife die Stadt nach Ideen und mir wird klar, niemand kauft freiwillig Kunst. Wir alle müssen überzeugt werden, um ein Produkt zu kaufen. Der Schönelebensmittelladen stopft regelmäßig Prospekte in die Briefkästen der Stadt, in denen die Waren in bestem Licht mit den reduziertesten unschlagbarsten Preisen angepriesen werden. Da muss man doch zugreifen, wenn die Gruke nur noch 99 Cent kostet. Was man damit alles anstellen kann, mit so einer Gurke, einer Zwiebel und einem riesigen Becher Joghurt! Greif zu, Mann.

Ich kaufe eine Tube Kontaktkleber. Vier Brötchen, weil sie zu viert je fünf Cent billiger sind als einzeln. Eigentlich hätte eins gereicht … hätte ich die Gurke vielleicht doch? Zu spät. Raus aus dem Laden. Noch einmal vorbei am lächelnden Leierkastenmann, auf in die Fußgängerzone. Dort liegen die besten Ideen.

Nun, da der Online-Shop steht und ich jeden Tag – selbst auferlegt – ein Kunstwerk einstelle, steht eigentlich nichts mehr im Weg, mal wieder auszustellen. In ‚echt‘, also nicht wie die letzten Jahre rein digital in Blogs, wo man sowieso nichts verkauft, sondern mit echten anfassbaren und aufhängbaren Kunstwerken. Am Besten mitten in der Fußgängerzone. In einem leerstehenden Laden, den man mir bitteschön kostenlos überlässt für ein paar Wochen. Dieses selbstherrliche Gefühl im Gepäck, als Künstler stehe man jenseits jeglichen trivialen Geschäftsgebarens.  Da die halbe Stadt leer steht, flaniere ich vorbei an den Läden der Fußgängerzone und beäuge die Schaufenster des Leerstands, in denen groß die Handynummern der Maklerfirmen hängen. Die Fußgängerzone der kleinen Stadt ist nur einen halben Kilometer lang. Man ist schnell vorbei an den besten Geschäftslagen und für meine Ausstellung kommt ja wohl nur die erste Wahl in Frage, ist doch klar. Da zum Beispiel, wo früher der Wollladen drin war? Oder in dem ehemaligen Gehäuse meiner Hausbank? Vielleicht beim riesigen, pleite gegangenen Fotoladen, der bis zuletzt auf analog setzte? Oder beim Gothic-Laden, dessen sterbliche Hülle noch mit pechschwarzen Wänden aufwartet? Wie Einsiedlerkrebse des Konsums migrieren die Läden der Stadt, verlassen ihre alten Gehäuse, ziehen in neue, den Umständen angepasste, manchmal größer, manchmal kleiner, manchmal in die B-Zone der Seitenstraßen und manchmal verlassen die Einsiedlerkrebse des Konsums ihr Gehäuse für immer und gehen ins Nivana der Insolvenz.

Ein seltenes Bild. Vor dem alten Wollladen versucht ein Makler einem potentiellen Kunden den Laden schmackhaft zu machen. Ich spiele Mäuschen, schnappe den Mietpreis auf. Schmerz. Und auch die Maklergebühr. Der Kunde nickt, krault sein Kinn, grübelt, will dies und das wissen. Die Gurke, die einst Wollladen war, steht nun wirklich nicht im besten Licht und der Laden nebenan steht auch noch leer. Der Makler kämpft, schwitzt, lächelt, bauchpinselt.

Ich gehe weiter auf der Suche nach Ideen. Wäre das toll, wenn ich ein großes, leeres Schaufenster in bester A-Lage der Fußgängerzone ergattern könnte für eine Ausstellung … oder gleich einen physisch vorhandenen Shop eröffnen, statt nur online … Ich grübele, reibe mir das Kinn, frage das Universum, größter Makler aller Zeiten, will dies und das wissen … derweil lacht die Frühlingssonne und vorm ältesten Haus der Stadt steht eine lebende Statue. Der Mann ist nicht besonders geschickt. Ich glaube, er ist der vom letzten Jahr, nur dass er diese Saison golden glänzt, statt weiß zu schimmern. Ich werfe ihm ein paar Münzen in den Hut und er verneigt sich. Weiter weiter weiter, vorbei am Weißbart, den man besonders oft anfeindet, weil er so stinkt. Die Leute haben Angst und ekeln sich vor diesem Berber im alten Stil. Dabei bettelt er gar nicht. Nie hält er die Hand auf, nirgends ein Hut oder ein Schälchen. Er ist einfach nur präsent wie ein wandelnder Leuchtturm und durchstreift die Fußgängerzone. Von morgens bis abends. Manchmal sitzt er auf der Bank vorm Buchladen und liest die Frankfurter Allgemeine, die er sich aus dem Zeitungsständer ausleiht. Deshalb wird er des Öfteren im Laden angezeigt und dann stehen die Leutchen vor der Chefin des Buchladens und bringen den Skandal an die Öffentlichkeit und die Buchhändlerin entgegnet ihnen, das darf er. Manchmal empören sich diese ganz normalen, im Vergleich stinkreichen, wohlversorgten Sorgenlosen, ha, dann nehme ich mir nächstes Mal auch so eine Zeitung ohne zu zahlen und, Gänsefüßchen mit den Fingern markierend, ‚leihe‘ sie mir nur aus und die Buchhändlerin sagt, nein, das erlaube ich ihnen nicht, aber wenn sie einmal so bedürftig und arm sind wie dieser Mann, dann können wir gerne noch einmal darüber reden.

Das Honorar des Maklers geht mir nicht mehr aus dem Sinn. Ganz schön happig klang das in meinen Künstlermorgenblütenöhrchen, aber was weiß ich schon von den Verdiensten der Anderen, vom Einkommen eines Marktleiters im schönsten Lebensmittelladen der Stadt, vom Lohn seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vom Umsatz, den die große Tageszeitung alltäglich mit ihrem Printprodukt einfährt oder davon, wieviele Leute sich trauen, zum weißbärtigen Bettler zu gehen und ihm eine Münze in die Hand zu drücken. Jessas und dann wäre da noch der Leierkastenmann und die zappelnde, goldene Statue. Nichts weiß ich. Alles vermute ich. Oder könnte ich vermuten. Könnte an einer Art Landkarte vermeintlicher Verdienste aller mich Umgebenden arbeiten und nach und nach ein Bild zementieren, nach dem ich meinen Seelenverkäufer aus Neid und Missgunst navigiere. So muss sich das im Körper und Geist der Neidleute anfühlen, die sich wegen des kostenlosen Verleihens der FAZ im Buchladen beschweren. Die wissen ganz genau, wer wieviel verdient und ob er es verdient, die kennen den exakten Wert eines jeden Menschen, dem sie begegnen, wissen wie hart er arbeitet und wie sehr er faulenzt und ich bin sicher, die kennen auch den Wert der Gurke, hey, 99 Cent, ein Schnäppchen, greif zu.

Ich weiß doch ganz genau wie die ticken.

Dieser Blogartikel wurde für Dich finanziert vom schönsten und hellst erleuchteten Onlineshop des Universums – Jeden Tag ein Kunstwerk

 

Der Verdammte der Wunderheilungswarteschleife im Zeitalter der Facebook-Diagnostik

Wenn ich die nächsten drei vier Kreisverkehre standhaft bleibe, habe ich eine gute Chance zu entrinnen. Ich darf nur nicht auf die Stimme hören. Vorbei an einem Billigtandladen namens Aktion, einem Rewe-Supermarkt, eingespeist in den Mahlstrom des Feierabendverkehrs. Und was für ein Gewusel das ist: alle wollen gleichzeitig überall hin und aus den Seitenstraßen tröpfelt Auto für Auto Kleinmannes-Freuabend-Hoffnung auf ein kühles Bier, die Gattin, die Kinder, ein Spaziergang mit dem Hund.
Jeden Tag das gleiche Spiel im wunderbar engen, schützenden und Halt gebenden Korsett des Alltags. Jenseits ein paar Träume und ganz viel Hoffnung. Bis dieser Fluch, der auch Segen ist vielleicht eines Tages abrupt unterbrochen wird, so wie bei meinem Freund Journalist F., der seit über eine Woche in diesem gottverdammten Krankenhaus in the Middle of fucking nowhere liegt.

Es ist bestimmt das fünfte Mal, dass ich ihn besuche in seinem Zimmer im achten Stock, das einst für ein bis zwei Patienten inklusive Krankenbett, Nachttischchen – Familie und Besuch obendrein – gebaut wurde. Nun ist es mit drei Menschen belegt. Wie Ölsardinen. Ölsardinen, die jemand vor Wochen geöffnet hat und sie auf die Heizung gestellt hat. Schlimmer als die übelste Pilgerherberge, die mir jemals auf dem Jakobsweg untergekommen ist. Es gibt keine Bettwanzen, immerhin. Dafür aber jede Menge Infusionsgestelle, Fieberthermometerablagestellen und der wenige Boden, der sich zwischen den Betten die Blöße gibt, ist ganz wund gelaufen von den China-Kunststoffschuhchen der Krankenpfleger und -pflegerinnen auf ihrer alltäglichen Odyssee durch die Blutzuckermessung.

Meine erste Begegnung mit dem Krankenhaus? Das Navigationsgerät hatte mich zuverlässig zu der Adresse geführt, aber natürlich nicht bedacht, dass der Parkplatz direkt vor der Tür belegt ist, weshalb ich in einer Seitenstraße parkte und mich von Süden dem kosmodämonischen Bauwerk näherte. Stockwerke zählte. Sind das sieben oder acht? Es könnte auch ein anderes Krankenhaus sein, denn ich hatte nur die Straße eingegeben und als Hausnummer die Eins. Auf den Hinweisschildern vor Orts war explizit der Plural, ‚Krankenhäuser‘. Da kam mir die Frau gerade recht, die aus Richtung des vielfenstrigen Bauwerks kam: Ist das das städtische Krankenhaus?, frage ich. Sie korrigiert: Das ehemals städtische. Wir wurden verkauft. Ein Hauch Kapitalismus- und Optimierungssüßgeholze liegt in der Luft, vibriert in ihrer Stimme. Offenbar arbeitet sie in dem Gebäude. Wir wurden verkauft. Das muss man sich ganz langsam zwischen den Hirnwindungen zergehen lassen. Wieviel interpretatorisches Beiwerk schwingt zwischen den Zeilen, zwischen den Worten. Wir leben in einer Welt, in der ganze Schicksalsgemeinschaften verkauft werden – wie Schlachtvieh – Gemeinschaften empfindsamer Wesen mitsamt ihren individuellen Hoffnungen, die man an Haken aufhängt, sie aufschlitzt, Knochen und Eingeweide entnimmt, die Filetstücke säubert und einen ordentlichen Gewinn einfährt. Müde sieht sie aus, die Frau. Blaue Handtasche, zerzaustes Haar. Vielleicht ist sie Krankenpflegerin?

Die Stimme mahnt, ich solle wenn möglich umkehren. Drei vier Kreisverkehre muss ich es schaffen, der Stimme zu widerstehen, dann werde ich für eine Weile Ruhe haben. In diesem labilen Moment fürchte ich, dass die Stimme von jetzt an mein Lebtag auf mich einlarmentieren wird, ich solle umkehren. Wann immer sie eine Möglichkeit sieht, wann immer der ihr zu Grunde liegende Algorithmus eine Chance sieht, mich zurückzulotsen. Im Radio dudelt Lullifullimugge. Seichtes Radiohörvolk-Zeug, das selbst Menschen, die im diabohlenschen Schund der Achtziger Jahre groß wurden mit Abscheu und Ekel überzieht. Money on my Mind, Money on my Mind, kreischt ein Lied. Kaum Hoffnung, dass das Piepsen einer Verkehrsnachricht dem ein Ende bringt. Fast bin ich froh, dass die Stimme, die mich zur Rückkehr bewegen will, den Song überlagert. Perverse Hoffnung auf Meldung eines Geisterfahrers auf der A8. Ich könnte den Ausknopf drücken, aber so läuft das Spiel nunmal nicht.

Journalist F. hat an diesem Montag noch keinen Arzt gesehen. Am Wochenende schon gar nicht. Einzig, als er samstags einmal ein paar Stunden ausgebüchst war in voller Patientenmontur, hatte man ihn gerügt, wo er sich denn herumgetrieben habe. Die heimliche Kontrolle durch die Blutzucker-V-Männer mit den quietschenden China-Schuhchen, vielleicht. Jedenfalls gibt es nicht viele Orte, an denen man sich als Patient verstecken könnte. Die beiden Aufenthaltsräume auf den jeweiligen Stationen, das kleine Bistro im Erdgeschoss und der großzügige, schmutzigste Raucherbereich des Universums, draußen vor der Tür.

Meine zweite Begegnung mit dem Krankenhaus? Letzte oder vorletzte Woche. Als eine Art Dealer muss ich dem Journalisten F. immer wieder Nikotinkaugummis bringen. Der Weg vom achten Stock in den the hell of dirtiest Raucherbereich ever ist lang und beschwerlich. Man überlegt sich gut, ob man eine Zigarette rauchen möchte. Von den drei Aufzügen sind manchmal ein oder zwei kaputt. Der dritte wird dann während der Fahrt in irgendeinem zehntausendsten Stockwerk der Verdammnis gestoppt und all die süchtigen Hansels und Hanselinen, Besucherinnen und Besucher müssen den Platz räumen, weil das Pflegepersonal ein Krankenbett hineinschiebt. Das hat natürlich Vorrang. Deshalb habe ich als gesunder Besucher den langen Weg treppauf auf mich genommen und so einen guten Blick in die Stationen erhalten. Das Ulmer Münster des kleinen Mannes. Jedes Stockwerk ist an den Treppenabsätzen mit einer gut einen Meter hohen sperrhölzernen, in den Stationsfarben bemalten Nummerntafel markiert. Auf dem gegenüberliegenden Treppenabsatz ist ein grafisch verfremdeter Baum aufgemalt. Ziemlich hässlich. Die Nummerntafel des achten Stocks hängt schief. Ich versuchte, sie gerade zu rücken, aber das geht nicht. Sie wurde wohl schief angebracht. Oder aber –hier kommt mein phantastisches Künstlerhirn auf Hochtouren – die Acht ist eigentlich eine Unendlich und sie hat Leben in sich und sie bewegt sich jeden Tag ein bisschen weiter in Schieflage, bis sie irgendwann auf der Seite liegt und dann ihr wahres Gesicht zeigt. Ich beobachte diese Acht seither. Vielleicht nehme ich beim nächsten Mal eine Wasserwaage mit und messe die Schieflage?

Die Klinik könnte gut und gerne auch als Kulisse für Lars von Triers Horror-Dystopie Kingdom (Geister) herhalten, scherze ich mit Journalist F. Das ist meine dritte Begegnung mit dem Krankenhaus. Ich bringe dem Freund das Nikotin und wir trinken einen Kaffee. Der Sturm vom Morgen hatte Unmengen von Blättern, Zigarettenstummeln und Schmutz in den Vorraum geweht, wann immer sich die Schiebetür öffnete und das tut sie oft. In einer zweiten Stufe durch eine zweite Schiebetür des Windfangs gelangten einige Blätter und Kippen sogar ins Foyer und ich stellte mir vor, wie der Sturm vor nichts halt macht und die geheimnisvollen Luftströmungen in dem unheimlichen Gebäude in Eigenregie eine Umverteilung von Schmutz und Leid und Elend und Schmerz vornähmen und über die Aufzüge – so sie denn funktionieren – jegliche vertikale Barriere überwunden wird. Dreck und Chaos dringt tief in die Poren der Klinik. Und im Gegenzug pulsiert auch das Leid der Patienten und verteilt sich in der Stadt.

So vergehen unsere gemeinsamen Momente, die des Journalisten und mir, auf und ab fahrend zwischen Raucherbereich und Bistro und dem achten Stock. Für ein paar Tage hatte man den Journalisten in einem geradezu luxuriösen Zimmer untergebracht. Es gab darin sogar eine Dusche und das Badezimmer ließ sich mit einer echten Tür verschließen. Außerdem wurde dieses Zimmer nur mit höchstens zwei Betten belegt. Ein zwei Nächte hatte er es für sich alleine. Journalist F. war glücklich und berichtete auf Facebook über den Krankenhausaufenthalt. Dass es sich bei ihm möglicherweise um eine Art Wunderheilung handele und dass er womöglich ohne OP davon käme, aber der Herr Professor, der für ein paar Tage Gefallen an seinem wunderheilenden Patienten gefunden hatte und mit einer Schar Weißkittel Führungen zu dessen Krankenbett machte, blieb irgendwann weg. Offenbar genügte es, die Wunderheilungsansätze vorzuweisen … wie auch immer, seit einer Woche herrscht Funkstille und letzten Samstag wurde Journalist F. zurück verlegt in sein altes Dreibettzimmer.
Warum er überhaupt noch hier ist? Die Option OP ist noch nicht vom Tisch. Damoklesk baumelt das Skalpell. Irgendwann steckte ihm aber ein Pfleger, dass man die Antibiotika abgesetzt habe. Man beobachte weiter. Die Kommunikation im Team ist miserabel. Ich versuchte, Journalist F. mit einer alten Geschichte zu beruhigen, dass ich einmal drei Tage nach der Aufnahme in ein Krankenhaus erstmals Arztkontakt hatte, dass man falsch medikamentierte und die linke Hand nicht wusste, was die rechte Hand tat. Genau wie in Deinem Fall. Es ging glimpflich aus. Schwarze Ironie hilft manchmal, die Gemütslage ein bisschen zu erhellen, zumindest Typen wie Journalist F. und mich kann es trösten.
Scherzhaft kursiert folgende Theorie: Journalist F. erwähnte in einem Facebookpost, dass die Symptome seines Mitpatienten auf eine Gallenkolik hinweisen würden. Die Pflegenden und Ärzte hatten gerätselt, was denn dem Mann fehle. Kurz nach der Facebook-Diagnose von F. wurde der Mann auf die Innere Medizin verlegt und wird schon bald an der Galle operiert. Ganz klar, sage ich, jetzt weißt Du, warum Du noch hier bist. Die saugen Dich aus. Die lesen Deine Facebook-Einträge, übernehmen Deine Diagnosen, heilen die Leute. Mach‘ Dir keine Hoffnung. Du kommst hier nie raus. Die brauchen Dich, um den Laden am Laufen zu halten und sie werden Dich bis zum Sankt Nimmerleinstag zu den rätselhaftesten Mitpatienten verlegen und begierig Deine Facebook-Diagnose abwarten. Du bist die Cashcow der modernen Medizin.
Wir lachen. Das war die vielleicht fünfte Begegnung mit dem unheimlichen Krankenhausbau in der unheimlichen, windumzausten Stadt. Jounalist F. könnte wirklich dringend eine eigene – hoffentlich gute – positive Diagnose brauchen. Und täglichen Besuch.

Ich habe den finalen Kreisverkehr vor der Autobahnauffahrt erreicht. Die Stimme säuselt, ich soll die dritte Ausfahrt nehmen, was mich zurückführen würde in die Klinik und sie übertönt den Refrain des Popsongs, der mit einer Stimme à la Prince unaufhörlich jammert ‚Money on my Mind, Money on my mind‘. Bald habe ich es geschafft! Die Stimme wird auf der Autobahn verstummen und mir elf Kilometer Ruhe geben bis zur nächsten Auffahrt.

Die nächste Begegnung mit dem Krankenhaus? Ich werde Nikotinkaugummis kaufen. Und eine Wasserwaage mitnehmen. Und ich will versuchen, dieses Scheiß-Navigationsgerät endlich abzuschalten. Bloß wie?

Dieser Beitrag wurde für Dich finanziert von Irgendlink-Shop – Jeden Tag ein Kunstwerk

Die große weite Wüste rings um einen längst versiegten, imaginären Aralsee irgendwo im Zentralasien der Grenzziehung

Das Tauwetter bringt es an den Tag. Die Karre steht ein paar Zentimeter zu weit über der gelben Linie, die den Parkplatz markiert. Im Schneegestöber vorgestern Nacht waren sämtliche Straßenmarkierungen verschwunden, so dass wir auf gut Glück – besser gesagt nach natürlichem Instinkt – parkten. Knapp vor dem Durchgang für die Bewohner des Hauses, aber nicht so weit vorne, dass die Fahrertür sich nicht mehr öffnen lässt, weil sie gegen die Buchshecke des Vorgartens stößt.

Vor ein paar Monaten stand das Auto ganz woanders neben einem Durchfahrt verboten-Schild am Rhein. Wir packten eine Picknicktasche und hatten schon einen Platz auf einer Kiesbank im Fluss ausgespäht, auf der wir ein Päuschen machen würden. Mit Blick auf Liechtenstein und Heidiland. Von fern näherte sich ein SUV auf dem schmalen Teerweg auf dem Rheindamm, auf dem die Durchfahrt, nur mit Bewilligung, erlaubt ist. Je näher das Fahrzeug kam, desto besser war zu erkennen, dass es ein Polizeifahrzeug war. Vier Meter Platz bis zur anderen  Wegseite. Noch einige andere Autos standen auf dem Areal, das zwischen Straße und verbotenem Weg wie geschaffen wirkte, das Auto abzustellen und zu flanieren oder den Hund zu gehen. Ein grauer Mann in Uniform steuerte das Polizeiauto, verlangsamte, als er uns begegnete, kurbelte die Scheibe runter, flaumte uns an, das Auto stehe zu mehr als der Hälfte jenseits des Verbotsschilds. Die Buße für solch eine Ordnungswidrigkeit betrage 100 CHF. „Was würden Sie mit 100 Franken alles anfangen?“ fragte er, „Wieviel könnten Sie dafür tanken, wieviele Kilometer fahren, schick essen gehen …“ Pipapo-Rhetorik inklusive rassistischem Machtspiel, denn er spulte auch die gesamte Leier herunter à la „Bei sich zu Hause würden Sie das nicht tun, oder?“ Die anderen Fahrzeuge auf dem Platz trugen Schweizer Kennzeichen, parkten nicht zur Hälfte jenseits des Schilds und ihre Besitzer waren auch nicht vor Ort.

Jetzt bloß nichts sagen, Herr Irgendlink, dachte ich. Pipapo-Rhetorische Fragen darf man nicht beantworten. Demütig bat ich um Entschuldigung, versicherte, das Auto wegzufahren und überlegte dennoch, ob es 100 Franken wert wäre, Paroli zu bieten, nur, um den Mann zu quälen. Die Worte lagen eigentlich schon bereit im Hirn und sie hätten ihn sehr hart getroffen und ihm den Feierabend nachhaltig verdorben, dessen bin ich mir sicher. Letzten Endes hielt ich die Worte nur zurück, um ihn zu verschonen, ihm den Feierabend nicht zu verderben, nicht etwa des Geldes wegen. In derartigen Konfliktmomenten setzt bei mir oft die materielle Vernunft aus und dann ist es mir plötzlich egal, wieviel eine gezielt auf verbale Vernichtung des Gegners abzielende Antwort kosten würde.
Die Konsequenz, dass stattdessen ich den Konflikt ein zwei Tage mitnehmen musste und ihn mit mir selbst verarbeiten musste, war mir durchaus bewusst. Märtyrer des kleinen Mannes, ich. Auch, dass irgendwann eine Geschichte aus der Sache werden würde, wenn auch nur diese.
Es gab keine Buße. Ich parkte das Auto auf dem offiziellen Parkplatz. Wir picknickten im Fluss und schichteten Steinmännchen.

Monate später rückte ein Bautrupp an, um vor Frau SoSos Haus Markierungen anzubringen. Die privaten Parkplätze direkt vorm Vorgarten wurden ausgemessen und nach Plan mit gelber Farbe markiert und mit Nummern versehen. Wo früher vier Autos Platz hatten, waren nun drei große Parkflächen markiert. Erstaunlich, wie abrupt sich das Parkverhalten änderte. Plötzlich parkten auf den drei Parkplätzen nur noch drei Fahrzeuge luftig leicht. Insbesondere die Fläche mit dem Smart der Nachbarin wirkt seither wie eine große weite Wüste rings um einen längst versiegten, imaginären Aralsee irgendwo im Zentralasien der Grenzziehung.

Ich habe einmal von einer Stadt gelesen, die im Verkehr nahezu erstickte. Unfälle und Stress zu Hauf und ewiger Stau, bis ein holländischer Verkehrsplaner eine revolutionäre Umplanung vornahm. Alle Markierungen, Ampeln und Schilder der Stadt wurden abmontiert, der Verkehr quasi sich selbst überlassen, jegliche Schranke war gefallen, Regeln gab es kaum noch und die Menschen mussten wieder selbstständig denken, statt sich auf Regeln zu berufen. Eine Ode an die Vernunft? Die Maßnahme habe jedenfalls eine deutliche Verbesserung gebracht. Ich weiß nicht, ob die Geschichte stimmt.

Nachtrag: @kaffeebeimir hat den Verkehrsplaner Hans Monderman gefunden. Hier ein Wikipediaartikel zum Thema.

Heute Morgen, als ich die Schneeschmelze beobachtete und nach und nach erkannte, wie unser Auto aus dem Zustand des natürlichen, vernünftigen Parkens geradezu heraus schmolz in die Schablone der Verkehrsregeln, die das Erscheinen der gelben Markierungen hervorgebracht hatte, musste ich daran denken. An diese merkwürdige Regelversessenheit von uns Menschen. An die Standard-Entschuldigung, dass es ohne Regeln nun einmal nicht geht, bei so vielen Menschen auf so engem Raum, dass wir Regeln brauchen, um die Schwachen zu schützen. Regeln sind Grenzen. Und ich fragte mich, ob die Regeln nicht oft nur deshalb aufgestellt werden, um die Starken und die Mächtigen zu schützen vor diesen lächerlichen kleinen Schmeißfliegen von Menschen, die mit ihren verbeulten uralten Karren mehr als zur Hälfte jenseits von Verboten-Schildern parken.

96 Verbotsschilder als Postercollage
96 Verbotsschilder als Postercollage – für weniger als eine Hundert-Franken-Buße in der Sektion „Kunstwerke“ dieses Blogs erhältlich. Dort kann man es auch ein wenig vergrößern, wenn man es anklickt. Jedes Bild ist ein multiples Unikat, ein sogenanntes ‚Uniquiple‘.

Unterwegs im Herzblatt-Hubschrauber der Reiseliteratur

Herr Irgendlink, wo sehen Sie sich in fünf Monaten?
Auf der Straße.
Genauer auf Radwegen.
Rings um Rheinland-Pfalz.
Oder rund um Bayern.
Oder auf dem Atlantik-Radweg.

Was klingen mag wie ein vermurkstes Bewerbungsgespräch für einen Junior- oder Seniorposten in einem kosmodämonischen, international agierenden Unternehmen, ist nur eine grobe Analyse einer Künstler-nah-Zukunft. Wie jedes Jahr gegen Ende halte ich die Jonglierbälle meiner Projekte – rein gedanklich – einen Moment an und betrachte, wie die Planung fürs nächste Jahr aussehen könnte.

RLP-Explorer – radelnd, erlebend, schreibend auf Forschungsreise in den Heimaten Rheinland-Pfalz‘

Da ist zum einen der Projektvorschlag für den Kultursommer Rheinland-Pfalz, den ich im Oktober abgeschickt habe. Das Thema „Heimat(en)“ des nächsten Jahres ist ebenso unbequem wie reizvoll, so dass ich nicht umhin kam, ein Projekt einzureichen. Mich reizt die Kontroverse. Und ich habe als radelnder, schreibender Künstler einiges beizutragen. Das Projekt unter dem Titel Rheinland-Pfalz-Explorer trägt die Registernummer 182. Es wird schwer werden, gefördert zu werden, zumal meine Bühne ausschließlich virtuell ist und mit den vielen Bühnen aus Holz und Stahl konkurieren muss.

Als Rheinland-Pfalz-Explorer (RLP-Explorer) sucht der Autor und Künstler nach Spuren von Heimat und tritt in Kontakt zu Land und Leuten, um herauszufinden, wo die eine Heimat beginnt, wo die andere Heimat endet. Denn vor allem eines wurde […] klar, eine große, landesweite Heimat, die alle Bürgerinnen und Bürger des Bundeslandes gleichermaßen empfinden, gibt es nicht in Rheinland-Pfalz. Die Frage, ob Heimat womöglich ohnehin nicht an Grenzen festzumachen ist oder gar nach einer Art Zwiebelprinzip funktioniert und in ihrer Intensität zum jeweiligen Individuum hin zunimmt, steht zur Diskussion wie auch die zeitliche Komponente des Heimatbegriffs.

Im Januar fällt die Entscheidung, ob das Projekt gefördert wird, sprich, ob ich es finanzieren kann.
Vor vierzehn Jahren hatte ich zuletzt ein Projekt im Kultursommer realisiert. Der RLP-Explorer würde mein drittes Projekt der alljährlich zwischen Mai und Oktober stattfindenden Veranstaltungsreihe werden.

Da meine ‚Bühne‘ als klassische Bühne gar nicht existiert, es vielmehr eine virtuelle Sache mit fleischlichem Backend (der radelnde RLP-Explorer, moi même) wird, bin ich schon sehr gespannt, ob die Sache angenommen wird.

Bayern, das dritte deutsche Bundesland, das ich auf Radwegen umrunde

Falls nicht, habe ich noch zwei weitere Asse im Ärmel der Reiseliteratur. Plan B ist, die 2000 Kilometer lange Reise rund um Bayern, die ich letzten Spätsommer begonnen habe, zu Ende zu radeln. Entgegen dem Uhrzeigersinn. Von Lindau entlang der Alpen, ostwärts, nordwärts, westwärts, südwärts bis zurück ins Taubertal. Die ersten fünfhundert Kilometer, die ich im vergangenen August erradelte und schrieb, sind in dieser Rubrik zu finden. Kunst ist auch daraus entstanden: eine Collage mit Bildern zwischen Tauber und Allgäu.

Vélodyssée – von der Bretagne in die Pyrenäen auf dem Atlantikradweg

Zu guter Letzt ist da noch mein schon 2016 ausbaldowertes Projekt auf dem Atlantik-Radweg, das ich bisher noch nicht verwirklichen konnte. Dabei wartet die eigens dafür angelegte Blogbuch-Seite Radlantix schon begierig, gefüllt zu werden.

Landkarte mit den Konturen der grenznahen Radwege rund um Rheinland-Pfalz, Saarland, dem Tourismus-Konstrukt Paminaland (Pfalz, Nordelsass, Mittlerer Oberrhein), sowie nahe der Westgrenze Bayerns von etwa Würzburg bis Lindau. Zwischen den Linien entstehen neue Flächen.
Auf faszinierende Weise entsteht Neuland zwischen den umradelten Ländern, sehr deutlich erkennbar an den Radwegestrecken zwischen Rheinland-Pfalz und Saarland. Grenzerisches Niemandsland. Südlich von Rheinland-Pfalz erkennt man die Radrunde des Paminablogs, östlich die 2018 begonnene Reise rund um Bayern.

Wenn Sie mich fragen, liegt hier eine Win-win-win-Situation vor. Egal was die Zukunft bringt, Fördergeld oder keins, Aufmerksamkeit oder nicht, irgendwo werde ich meinen Reifenabdruck hinterlassen. Und alle dürfen mitkommen, virtuell als Gepäckträgerreisende. (Und eigentlich hätte ich auch Lust, zum Nordkap zu radeln/schreiben. Da war ich schon lange nicht mehr :-))

Also, liebe Leserinnen und Leser, wer soll jetzt Euer Herzblatt sein? Der vielheimatige Rheinland-Pfälzer, der 2018 begonnene Bayer, oder die fast in Vergessenheit geratene Vélodyssée?