Vogelscheiße-Insel

Die Touri-Halbinsel westlich von Båstad hat auch eindeutige Vorzüge: viel schön, viel zu sehen.
Ein Ausflug zur Vogelscheiße-Insel z. B. Hallands Väderö. Von Torekov stündlich per Schiff (110 SEK pro Person). Dort gibts Schafe, Leuchtturm, Kiosk und ein Sandstrand. Offenbar übernachten dort auch Menschen nach dem Jedermannsrecht. Mit an Bord eine Gruppe mit viel Gepäck, picknick extended Version in Ikea Tragetaschen. Am Inselhafen (Sandhamn) stehen Handkarren bereit, um das Gepäck über die Schafsweiden zu ziehen. Unser Aufenthalt leider nur zwei Stunden. Letzte Rückfahrt 17:20.
Bilder: Leuchtturm, Schaf, Fischernetz und Rückfähre.

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Bästad sonntags

Båstad Hauptstraße sonntags. Ruhige Lücken im steten Autostrom. Schawrzer Mainzer Bulli, zwei zerzauste Jungs, die nicht hier her gehören, sondern ins Nordland zu den Myriarden-Mückenschwärmen. Eine gepolsterte Bank vor der Bouthique gegenüber der Bibliotheque. Für den fein gefönten Herrn, der auf die fein gefönte Frau wartet auf Shopping in der Bouthique. Zwei Motorradeler mit Warnwesten sehen aus wie außerirdisch. Die Wut über den Stau in den einzelnen Fahrgastzellen nimmt zu. Jeder Zebrastreifen der Stadt, an dem man stoppend und goend wütender wird, als hilfoser Autofahrer, dient dazu Dampf abzulassen in Form von ein Bisschen zu viel Gas geben, ein klein wenig lauter. Über mehrere Kilometer stockt der Verkehr duch Båstadt. Ich stelle mir einen konzentrischen Wutkreis vor, in dessen Zentrum die Nerven am Blanksten liegen. Dort passieren die meisten Unfälle, lässt der Wutfahrer das meiste Gummi.

Zwischen den Meeren

Diese vor Menschen und Autos überquellende Stadt. Gerade habe ich mit der Caféterrierin der örtlichen Bibliothek geklärt, ob es üblich ist, so wie bei den Ikealäden in Deutschland, einmal Kaffee zu zahlen und dann „for ever“ nachzuschenken. Lächelnd gewährt sie mir einen zweiten, betont aber, mehr nicht. Båstadt ist so eine Art Kurstadt an der Westküste Skånes. 12 km Sandstrand, frische Seeluft. Weder Nord-, noch Ostsee. Kattegatt, zwischen den Meeren, nicht Fisch, noch Fleisch. Für meine Begriffe ein bisschen zu geschäftig. Es fühlt sich an wie das Bad Münster am Stein meiner Kindheit. Leckeis, Minigolf und Streichelzoo. Vor 30 Jahren konnte ich viele Menschen auf einem Fleck noch gut ertragen. Schlange stehen und Gedränge, Wartezeiten und ab und an ein Krankenwagen, der sich mit schriller Sirene durch die Autokolonnen auf der Durchgangsstraße schlängelt. Die Mehrheit der Touristen am Ort ist im Hirnschlag gefährdeten Alter. Auch ich kratze verdammt an dieser magischen Grenze. Vorhin spreche ich ein paar Live-Gedanken i s iPhone, tue so, als würde ich telefonieren. Das Menschengewusel fasziniert mich genau so, wie es mich abschreckt, pummliges, Kaugummie lutschendes Mädchen mit Pickeln, rebellosch verunsichert. Abgemagerter Typ mit fettigen Haaren, schmutzigen Kleidern, kaum 60 und schon auf einen Rollator gestützt. Mit seiner Augenklappe sieht er aus wie ein Pirat. Heerscharen agiler Golfer, das rosarote Sweatshirt lässig über der Schulter. Ein Wohnwagengespann mit der Aufschrift World Freedom und ganz viele Menschen mit ca. 30 cm hohen bunten Boxen, auf denen gedruckt ist Food of Africa. Die gibt es im örtlichen ICA Markt. Ich habe vergessen, zu recherchieren, um was für ein Produkt es sich handelt.
Unser Zeltplatz ist etwa 4 km außerhalb von Båstad direkt an einem wilden Steinstrand. Ein Club Platz. Die Angestellten, bzw Clubmitglieder tragen rote Pullover. Ihren Anweisungen ist unbedingt Folge zu leisten. Vor der Schranke gibt es ein Alcotest-Pustegerät, das einen nur raus fahren lässt (Schranke), wenn man absolut nüchtern ist. Wir sind per Rad unterwegs, nüchtern auf dem gelbarkierten, ca. 35 km langen Rundkurs des Skåne Wanderwegs, der sich um die Halbinsel schlängelt.
Fipptehler bleiben im Text. Schnell absenden aus dem FreeWland der örtlichen Bib.