Offene Ateliers Rheinland-Pfalz – 20. und 21. September

29 Nordseeradweg Reifenstücke - Reliquien eines Europenners 2012-2014

Nach zwei Jahren Pause öffnet das Atelier Rinck seine Pforten wieder anlässlich der Offenen Ateliers Rheinland-Pfalz. An der landesweiten Aktion öffnen 250 Kreative zwischen Altenkirchen und Wissembourg, Ludwigshafen und Trier ihre Pforten und präsentieren neue Arbeiten aus allen Sparten der feinen Künste. Auch aus den grenznahen Gebieten, wie dem Elsass und dem Saarland beteiligen sich Künstlerinnen und Künstler.

An den beiden mittleren Septemberwochenenden, 13./14. und 20./21. September 2014 sind die Ateliers geöffnet.

In diesem Jahr wird der erste Sonntag der Offenen Ateliers am 14. September in Absprache mit der Landesdenkmalpflege mit dem Tag des offenen Denkmals zusammengelegt. Deshalb finden die Offenen Ateliers dieses Jahr am 2. und 3. Wochenende im September statt.

Das Atelier Rinck freut sich am 20. und 21. September jeweils von 14 bis 19 Uhr auf Besucherinnen und Besucher. Neben handelsüblichem Kaffee und frischem Zwetschgenkuchen (Quetschekuche) besteht die Möglichkeit, auf einem eigens bereit gestellten Lagerfeuer im Ateliergarten vegetarische Nahrung zu grillen. Nichtvegetarische Nahrung muss selbst mitgebracht werden. Das wichtigste jedoch die Kunst!

Atelieradresse: Jürgen Rinck | Rinckenhof | 66482 Zweibrücken (Infos anfragen per Kontaktlink oben im Hauptmenü).
Wegskizze zum Atelier Rinck ab Ausfahrt 32 der A8

Gastkünstlerin im Offenen Atelier Rinck: Denise Maurer (CH)

Lebensrad Denise Maurer - Teil der Installation "Mit allen Sinnen"
Lebensrad Denise Maurer – Teil der Installation „Mit allen Sinnen“

Als Gast habe ich die Schweizer Künstlerin Denise Maurer eingeladen. Sie  ist bereits zum zweiten Mal (erstmals 2011) als Co-Künstlerin auf dem Rinckenhof. Sie zeigt eine dreidimensionale Installation, welche die Betrachtenden dazu verführt, sie mit allen Sinnen zu erleben. Die Inhalte der einzelne Objekte – als Vorratsgefäße gestaltet – werfen die Frage auf, was uns wirklich nährt. Die Künstlerin hat für ihren „Vorratsschrank“ vor allem Holz, Glas, Farben und Papier verwendet.

Hundert Jahre Hipstamatic – eine Reise durch die Bilderchronik Jürgen Rincks

Best Hipsta Smartphonefotos aus vier Jahren
Best Hipsta Smartphonefotos aus vier Jahren – die sechs Meter lange Atelierwand wird behängt mit etwa 350 Fotos

Nach vier Jahren Smartphonefotografie haben sich im digitalen Rinck’schen Fotoarchiv etwa vierzigtausend Bilder angesammelt – viele davon geschossen mit einer sogenannten Fun-App namens Hipstamatic. Die Retrokamera App erzeugt quadratische Fotos mit Rahmen und Vignette und weißt ein ganzes Arsenal von Filtern auf, die sich gezielt einsetzen lassen oder per Zufallsmodus teils erstaunliche, manchmal auch weniger anmutige Fotoergebnisse kreieren. Ausbelichtet auf Postkartengröße werden die 350 „Best Hipsta“ auf einer sechs Meter langen Wand präsentiert. Die Reise durch gefühlte hundert Jahre Smartphonefotografie darf mit einem gewissen Augenzwinkern betrachtet werden.

Urban Artwalk Windisch (Aargau)
Urban Artwalk Windisch (Aargau) Frühjahr 2014 gemeinsam mit Denise Maurer.

Auch großformatige Arbeiten im Leinwand-Druck und auf Aludibond werden die Wände zieren und wenn es Zeit und Lust erlauben findet spontan eine Liveprintaktion statt, bei der wie von Zauberhand Kunstwerke per E-Mail aus dem permanent mit dem Internet verbundenen Drucker flattern. Rinck und Maurer setzen diese Technik seit zwei Jahren während ihrer sogenannten Urban Artwalks ein.  Urban Artwalks sind GPS-gestützte, live auf dem Monitor verfolgbare Spaziergänge, die mittlerweile in über dreißig europäischen Städten stattgefunden haben und deren oft spontanes en-Passant Bild-Output zu quadratmetergroßen Bildcollagen arrangiert wird.

Weitere Offene Ateliers im Kreis Südwestpfalz

  • Mein nächstgelegener Ateliernachbar Artur Bozem öffnet sein Atelier in Rosenkopf am 14./15. September – vielleicht sieht man sich dort?
  • In Dahn öffnet Franz Martin (auf der Seite des BBK unter M: www.bbkrlp.de) an den beiden Sonntagen.
  • In Donsieders zeigt Wolfgang Beck Malerei, Grafik, Plastik und Objekte. (Beide Wochenenden)
  • Sehr ans Herz legen möchte ich den Kollegen Peter Padubrin-Thomys, der jüngst im Künstlerbahnhof Ebernburg stipendierte (beide Wochenenden offen – vielleicht sieht man sich ja am ersten :-) )
  • Auch im Saarland sind Ateliers in Reichweite (Ingrid Lebong, Peter Köcher (auf der Seite des BBK unter K: www.bbkrlp.de) und Michael Hussmann)

Und hier gibt es die vollständige Liste aller 250 Offenen Ateliers in Rheinland-Pfalz zum Download als PDF.

Kuchenbacken

Webpublishing ist wie Kuchenbacken. Zuerst bäckst du das große runde Ding und dann schneidest du es in Stücke und verfütterst es an die kleinen, sozialen, hungrigen Mäuler Twitter, Facebook, Google+, Tumblr und Co.

Die Ausstellung ist tot, es lebe die Ausstellung

29 Nordseeradweg Reifenstücke - Reliquien eines Europenners 2012-2014

Bei Prismakunst wechselt diese Woche die Ausstellung. Am Freitag, 5. September um 19 Uhr wird mit Margit Bauer (Keramik) und Horst Kraemer (Mischtechnik) und sechs der sieben Prismastammmitglieder Prismas Neunte eröffnet. Monsieur Irgendlink, moi même,  ist wegen des bevorstehenden Offenen Ateliers am 20./21. September 2014 und des Kunstzwergfestivals, das zum vierten Mal in seinem Atelier tobt, leider nicht, oder nur mit einem winzigen Schreibbeitrag in der Neunten vertreten.

In der vergangenen Ausstellung debütierte Monsieur mit einem Objekt, dessen Ursprünge auf seine Nordseeumrundung per Fahrrad zurückgehen. Der Original Hinterreifen, der nach über 7000 Kilometern und mit nur drei Platten, total abgefahren das zeitliche segnete, ist, zerlegt in 29 Einzelstücke, zur „Reliquie eines Europenners“ geworden. Die Teilstücke waren zum Preis eines Schwalbe Marathon erhältlich. Kunden, die Piero Manzonis Künstlerscheiße gekauft haben, hätten auch Monsieur Irgendlinks Hinterreifenstücke gekauft. Aber davon gibt es in Zweibrücken leider keine.

 29 Nordseeradweg Reifenstücke - Reliquien eines Europenners 2012-2014
29 Nordseeradweg Reifenstücke – Reliquien eines Europenners 2012-2014 – by Irgendlink

Auch die Fahrradkette wurde zur Reliquie.

Nordseeradweg Kettenstück 2012-2014 by Irgendlink
Nordseeradweg Kettenstück – Reliquien eines Europenners 2012-2014 by Irgendlink

Burgenblogger im Mittelrheintal – Bedienungsanleitung für eine Ritterburg

Raubritterburg Sooneck im UNESCO Welterbe Mittelrheintal

Burg Sooneck am Mittelrhein - Strichzeichnung
Ihr Burgen-Basiskit im Mittelrheintal (Skizze): Burg Sooneck zwischen Bingen und Bacharach.

Wir beglückwünschen Sie zum Kauf des Burgen-Basiskits Sooneck. Unser langlebiges Top-Modell, das wir im Mittelrheintal schon seit nahezu achthundert Jahren anbieten, wird Ihnen viel Freude bereiten. Bitte prüfen Sie den Inhalt auf Vollständigkeit. Das Burgenkit enthält neben der Burganlage selbst auch ein 67 Kilometer langes Stück Rheintal inklusive einer der wichtigsten europäischen Wasserstraßen, zwei Bahnlinien, zwei Bundesstraßen und ein Gefolge von etwa 200.000 Menschen, die sich dicht an dicht in den etwa dreißig Gemeinden drängen. Neben zahlreichen Niederwäldern und einer beträchtlichen Fläche Weingütern beinhaltet Ihr Burgenkit eine Fülle unentdeckter Kleinode und skurriler Begebenheiten. Um sie zu entdecken und nutzbar zu machen, empfehlen wir Ihnen unser Burgherrenkit Irgendlink (Zubehör ist nicht im Basiskit enthalten).

Zubehör Burgherrenkit Irgendlink

Mit dem Modell Irgendlink als Flaggschiff unseres Unternehmens lassen wir keine Wünsche offen. Ursprünglich als Reisekünstler-Set konzipiert, kann das Modell auch zu beliebigen anderen blogtechnischen Zwecken eingesetzt werden. Schon 2010 wurde mit dem Modell Irgendlink das wohl erste deutschsprachige Buch, das auf einem Smartphone geschrieben wurde, erzeugt. Und zwar täglich live berichtend vom Camino Frances, dem spanischen Teil des Jakobswegs. Unter dem Titel „Schon wieder ein Jakobsweg“ ist es seit 2013 als eBook und gedruckt erhältlich. Weitere live gebloggte Reisen, bei denen das Modell Irgendlink seine Tauglichkeit im täglichen Blogeinsatz unter Beweis stellte, führten fotografierend und bloggend einmal rund um die Nordsee („Ums Meer“) auf Europas längstem Fernradweg, der North Sea Cycle-Route. Hier leisteten die serienmäßig eingebauten guten Englisch-Kenntnisse in Sprache und Schrift wertvolle Dienste. Obschon das Burgherrenmodell schon im Jahr 1966 konzipiert wurde, lässt es keine Wünsche offen an die Ansprüche einer hochdigitalisierten Zeit. Sei es programmierend per PHP und Skripten auf dem eigens angeschlossenen Webserver oder gestaltend im reinen HTML- und CSS-Modus. Last but not least lassen sich verschiedene Textmodi einstellen, mit denen sie nach Belieben eine klassische Reportage erstellen oder, wenn Sie es ein bisschen verrückter mögen, auch mal fiktiv abstrakte Elemente einspielen können. Schlagworte Ihrer Wahl wie zum Beispiel Mittelrhein lassen sich auf Knopfdruck programmieren und suchmaschinenwirksam unterbringen, ohne dabei die LeserInnen zu stören. Aufgewachsen mit dem Internet und – ein Jahr vor der Anerkennung des Mittelrheintals zum Welterbe – für das Internet zugelassen, ist bei unserem Top-Modell bisher noch nie ein Fehler aufgetreten. Viele renommierte Kundinnen und Kunden waren stets zu 100 Prozent zufrieden. Unter ihnen die Rheinpfalz (www.rheinpfalz.de) und das Welterbe Salzwelten Hallstatt (http://www.salzwelten.at/de/hallstatt/bergwerk/), das 2013 eine durch Irgendlink live gebloggte Reise auf 120 Keramikfließen im Memory of Mankind (http://www.memory-of-mankind.com/) einlagern ließ.

Erst kürzlich war die Einheit drei Wochen lang per Fahrrad und zu Fuß von der pfälzischen Heimat in Zweibrücken bis zum Gotthard, dem Ursprung des Rheins, unterwegs.

FAQ

Was passiert beim Einschalten des Burgherrenkits?

Das Modell Irgendlink wird unverzüglich seine Arbeit in dem gewählten Arbeitsmodus aufnehmen. Zu Fuß und per Rad werden die Geheimnisse, Anekdoten und die Geschichte des Mittelrheins erforscht, wobei Ausflüge in die Geschichte und der nahe Kontakt zu den Menschen oberste Priorität genießen. Im Fotomodus erstellt das Modell atemberaubende Bildcollagen und Panorama-Aufnahmen.

Was macht eigentlich der Knopf Kreativmodus an meinem Burgherrenkit Irgendlink?

Er schaltet die Einheit auf zufällige Wiedergabe. Entweder werden Sie verstört die Ergebnisse beobachten, oder vor Entzücken in die Luft springen.

Welche Erfahrung hat das Modell?

https://irgendlink.de/2009/04/29/ein-hohelied-auf-die-bloggosphare/

Fachgerechte Entsorgung

Ihre Ritterburg ist zu 100 Prozent natürlich abbaubar. Sollte sie einmal kaputt gehen, lassen Sie sie einfach ein paarhundert Jahre stehen und nichts wird mehr davon übrig bleiben.

Service

Unser Service steht Ihnen wochentags zwischen 8 und 12 Uhr und zwischen 13 und 17 Uhr zur Verfügung. Per E-Mail rund um die Uhr.

Wenn Sie diese Bedienungsanleitung bis zu Ende gelesen haben, senden Sie bitte eine E-Mail an unsere Serviceabteilung.

Jürgen Rinck

> Impressum

 

Social

Facebook | https://www.facebook.com/jurgen.rinck.9

Twitter | https://twitter.com/irgendlink

Tumblr | http://irgendlink.tumblr.com/

Google+ | https://plus.google.com/+JuergenRinck

In der Rubrik Mittelrhein sammeln sich ab September 2014 alle Artikel zu dem Thema. Außerdem bietet die Rubrik eine erweiterte Linkliste auf der rechten Seite, die zu interessanten anderen Burgenbloggern führt und zu den Hintergrundinformationen.

Zweibrücken, Verdrossenheitsallee

„Runter in die Stadt“. Ich weiß nicht, wieviele Einträge mit diesem Claim markiert sind. Fast wäre es eine Rubrik wert. Die Runter-in-die-Stadt-Passagen sind grobe Situationsbeschreibungen eines hastig durch die Welt Schreitenden, der irgendetwas will. Einkaufen, Bank, Post etc.. Bestandsaufnahmen, en Passant geschrieben und gewürzt mit einer Prise Wehmut über das Dahintrudeln der Gesellschaft. Die steilste Straße der Stadt ist wie ausgestorben. Der hinaufkeuchende Typ schaut mich verduzt an, als ich ihn grüße. Grüßen ist eine Frage der Richtung, in die man sich bewegt. Und der Größe der Ortschaft, in der man sich befindet (siehe hierzu: Diesseits und jenseits des Grüezigrabens). In der Stadt grüßt man nicht, auf dem Dorf ist es hingegen üblich. Ich phantasiere über ein gravitatives Problem des Grüßens, wonach, je dichter die Bevölkerung zusammenlebt, desto unüblicher das Grüßen. Ist wie Schwarzes Loch: die Stadt schluckt jede Höflichkeit, jede Nähe und jede Herzwärme. Nach einem Treffen mit den KünstlerkollegInnen radele ich durch den Augustabend zurück, im ZickZack, Plakate und Flyer für das Kunstzwergfestival verteilend. Die Verdrossenheitsallee in der Schillerstraße ist übervölkert mit Schluckspechten, zeternden Frauen, Humden. Zwischen uralten klapprigen Fahrrädern und rostigen Kleinwagen lungern jede Menge seltsame Typen in den Feierabend. Verdrossenheitsklientel, oder nur arbeitende Schicht, die sich freitags zum Feierabendbier versammelt? Ich weiß es nicht. Wäre es ein Wochentag um halb zwei nachmittags, müsste ich die Diagnose, Gesellschaft geht vor die Hunde stellen, aber freitags um sieben sind das nur seltsame Typen, die an einem verpissten Ort im Stadtkern Bier trinken. Ich radele am Schwarzbach entlang und fabuliere ein Endzeitszenario, in dem nach und nach alle, die gerade eben noch den Fuß in der Tür der Mittelschicht hatten, abrutschen. Der Typ mit dem Golden Retriever da vorne, gassie gehend, wird schon bald seinen Job verlieren und nie wieder einen finden. Knapp fünfzig mag er sein. Nach und nach werden alle Ersparnisse verbraucht sein, das Auto kann nicht mehr repariert werden. Ein Krachen im Getriebe seiner, die wohlige Ruhe in der Mitte der Gesellschaft gewöhnten Familie. Kurzum, schon bald wird er vielleicht da hinten bei den anderen krakeelend auf eine Mäuerchen in der Verdrossenheitsallee hocken. Eine Sportlergruppe steht schwätzend, Muskeln und Sehnen dehnend auf dem – ich nenne es – Fitnessstrich an der Schwarzbachallee. Auch sie nur einige wenige Schritte vorm Abgrund? Düstere Gedanken an den Niedergang der Gesellschaft durch Ausbluten der hart arbeitenden Schicht. Die Bilder, die ich gesehen habe, könnten trügen. Vielleicht ist ja doch alles in Ordnung? Ich bilde mir das nur ein. Bin hysterisiert durch entsprechende Berichterstattung, die doch nur auf Verkauf abzielt. Verkauf von Nachrichten, Stimmungen, Meinungen. Und da macht nunmal derjenige das Geschäft, der das spektakulärste Angebot hat. Niedergang ist doch um so vieles spannender, als Aufschwung. Und somit ist Negatives auch viel besser zu verkaufen … ach hör doch auf. Du machst es doch genauso. Oder beobachtest du nur?