Tag 24 | Wir reparieren uns nach Jönköping – #ansKap

Speich- und Wolkenbruchtag bei Irgendlink und Ray! Heute waren die beiden von Regen und Pannen geplagt. Erst Rays Fronttasche zerfetzt, aus Überlastung, dann dessen Ständer, der kaputt geht. Zwischendurch müssen sich die beiden vor den Regenschauern erholen.

Dass sie so dennoch um die 50 km vorangekommen sind … nun, ich sag: Hut ab!

Richtung Jönköping radeln die beiden, in der Hoffnung, dort einen Radmechaniker zu finden, der Rays kaputten Ständer hinbekommt.

Aber die Stimmung, so lese ich, die Stimmung ist gut und Irgendlink hat die alte Kapschnitt-Strecke von vor 20 Jahren wiedergefunden.

Zum heutigen ungefähren Streckenlink bitte hier → klicken. Wie es dort ungefähr aussieht? Bitte dazu hier → klicken.

Ein paar Tweets gefällig?

Tag 23 | Nordwärts

Die heutige Strecke war ganz schön herausfordernd, sagt Irgendlink am Telefon. Berge in Scheiben geschnitten.

Die ungefähre Strecke gibt es hier zu sehen → klick.

Die beiden sind schon vor 19 Uhr auf dem heutigen Lagerplatz angekommen und haben sich mit Bachwasser kalt geduscht. Solardusche-sei-Dank. Die kann ja auch kalt. :-)

Und hier nun wieder ein paar Tweets des Tages:

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Heute habe ich übrigens einen ersten Newsletter von unterwegs verschickt (hier klicken zum Lesen) für alle, die nicht regelmäßig mitradeln können/wollen.

Abonnieren kann man den Newsletter hier → klicken.

Das perfekte Rund allen Stillstands – #AnsKap

Es gibt nur noch das graue Band, das niemals endet. Straße, Straße, Straße. Dahinter ist Wald, Getreidefelder, ab und zu ein Farbtupfer eines rot bemalten Hauses. Die Gegend ist unendlich ländlich.

Nach der Hitze, vor ein paar Tagen weht ein kräftiger Westwind, der uns manchmal ausbremst, oft von der Seite nervt und die vollbepackten Räder hin und her schaukelt. Manchmal kommt er auch von hinten. Je nachdem, in welche Richtung der Weg gerade führt.

Wir folgen den grünen Sverige Leden Radwegeschildern über kaum befahrene Sträßchen. Rays Straßenkarte zeigt, dass wir zwischen zwei Seen nördlich radeln.

Es passiert … nichts.

Alle zehn Kilometer stoppe ich, um die obligatorischen Streckenfotos für die Kunststraße zu fotografieren.

Da, ein Café. Neben einem Steinkreis. Geschlossen.

Nichts passiert.

Wir radeln.

Sehenswürdigkeiten sind mit dem internationalen Symbol für Sehenswürdigkeiten ausgeschildert. Ein Quadrat mit verschlungenen Ecken.

Ein Grab. Uralt. 150 Meter rechts. Ein Naturreservat ein Kilometer links.

Nichts passiert. Die Silhouette der Findlinge auf dem Grabhügel liegt träge wie seit Jahrtausenden vorm Horizont.

Wolken ziehen über uns hinweg. Wie Buckelwalherden.

Voranschleppen. Der Wind steht wieder mal ungünstig. Oder ist es die Strecke, die sich nach Westen biegt? Egal wir ächtzen gen Alvesta.

Das Interessante an diesen Wetterverhältnissen ist, dass es im einen Moment nach Wolkenbruch und Weltuntergang aussehen kann und gleich darauf sticht Sonne aus unbeschreiblich klarem Blau.

In Alvesta fragt sich Ray nach Zugverbindungen durch. Am 15. Juli muss er wieder in Kopenhagen sein, um seinen Rückflug nach Edinburgh zu erreichen.

Entgegen den vagen Infos aus dem Internet, dass Radel und Zug in Schweden nicht geht, scheint es sehr wohl möglich, ein Fahrrad mitzunehmen. Es kostet aber ein bisschen.

Nichts passiert.

Ein zutraulicher Vogel setzt sich auf die Lehne meiner Bank und starrt mich an. Ein krähenähnlicher, hungriger Winzling. Ein Schluckspecht auf der Bank gegenüber fragt mich nach dem Woher und Wohin aus. Brachial-englisch-schwedisch-deutsch. Der Wind weht die Fahrräder zweimal um. Nichts ist passiert. Zum Glück.

Raus aus Alvesta dämmert mir langsam, warum QQlka und ich 1995 das Nordkap nicht erreichten. Es war gar nicht das Wetter im Norden, die Kälte, die uns letztlich ausknockten. Es war dieser Mangel an Input, an Zwischenzielen, an Seelenfutter.

Die Kälte und der Regen waren nur ein Symptom, deren Ursache – für einen im engen Deutschland lebenden – die Weite war. Um es mal so auszudrücken.

Nichts passiert. Dann fahren unser Nachbarn vom Zeltplatz Kärrasand fröhlich hupend an uns vorbei. Eine uralte Trötenhupe haben sie in ihrem Lotus Nachbau installiert. Genau wie wir sind sie mit dem Auto auf Gutwetter angewiesen. Das Verdeck und die Windschutzscheibe haben sie zu Hause gelassen in Vingåker. Bei Örebro.

Hatte ich vor ein paar Tagen nicht erstmals das Gefühl, dass ich es tatsächlich schaffen kann bis ans Kap? Nun sieht es wieder ganz anders aus. Fast wie das Wetter, schlägt die Stimmung um. Was, wenn ich letztlich alleine bin, die letzten 1700 Kilometer durch noch viel mehr Nichts radeln muss, als jetzt schon?

Wieder einmal spüre ich, wie die Kräfte, die ich investiere, um etwas zu erreichen, ebenso große Gegenkräfte in meinem Innern erzeugen. Fast schon yin-yangisch schmiegen sie sich embryonal aneinander und bilden das perfekte Rund des Stillstands.

Aber vielleicht ist das ja genau das Ziel meiner Reise. Der Stillstand, der im Trubel allen Wollens endlich zum Frieden führt?

Das heutige Zeltlager auf einer frisch gemähten Wiese auf einer Waldlichtung direkt unter einem kaputten Hochsitz, findet sich bestimmt tausendmal in Schweden. Es könnte überall sein.

Ich könnte überall sein.

Tag 22 | Im Land der Seen

Heute sind Irgendlink und Ray in Växjö gelandet. Die heutige Ungefähr-Strecke gibt es hier → klicken.

Obwohl jeder Tag dem anderen ähnelt, ist doch jeder Tag anders.

Beim Twitterlesen merke ich es am besten:

Und jetzt? Ob die beiden heute etwas anderes als Pasta kochen? Wo doch Reis und Couscous als Alternativen aufwarten?

iDogma Postkarten. Die ersten dreißig Motive – #AnsKap

Die ersten dreißig iDogma Postkarten – Screenshots vom Smartphone und deswegen sehr klein.

Wer eine haben möchte, kann sie mit dem Paypal Knopf in der Seitenleiste bestellen oder per Kommentar oder Kontakt zur Homebase. Es handelt sich um Unikate, auf dem Smartphone gestaltete Kunstwerke. (Hebt sie auf für den Fall, dass Monsieur Irgendlink mal berühmter Künstler werden sollte). Mehr Info.