Tag 50 | PR ist in der kleinsten Hütte

Heute ist Irgendlink fast ausschließlich auf der 331 geradelt. Etwa 10 Kilometer ist sie offenbar Teil der 89 geworden, und war – zumal am Abend – dann doch, selbst für skandinavische Verhältnisse, recht voll.

Jetzt aber hat Irgendlink in Edsele sein Nachtlager aufgebaut, hinter der Kirche, neben dem Komposthaufen. Auf einem frischgemähten Stück Wiese. Ob die Mähung durch einen dieser Mähroboter geschah, lässt sich leider nicht eruieren. Hauptsache flach.

Wir ulken per SMS:
„Sosele, lass dich in Edsele an der Eisdiele bloß nicht kompostieren!“

„Sodele Edsele wir fahren jetzt nach Ramsele und holen uns ein Jungsele. Lycksele gibts auch …“

Heute habe ich das von einigen unter euch heißersehnte Interview mit Irgendlink vom letzten Mittwoch fertig abgeschrieben und auch gleich noch den neuen Newsletter verschickt. Die Links dazu findet ihr unten. Abonnieren könnt ihr den Newsletter auf Lebenswertvoll.

Den Link zur heutigen ungefähren Strecke gibt es hier → klicken.

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Navigation #AnsKap

Lautlos gleitet das Ding über den Rasen. Wie ein übergroßer, breitgetretener Schuh sieht es aus. Wie von Magie getrieben eckt es an einem Felsen in dem schwedischen Vorgarten an, bleibt stehen, scheint sich zu orientieren, macht eine 15 Grad Kehre, knapp am Felsen vorbei. Richtung Bach hinterlässt es eine kaum sichtbare Spur gemähten Rasens auf ohnehin schon kurz geschorenem Terrain.Ich weiß nicht, ob diese Rasenmähroboteretwas Sinnvolles bewirken. Aber man findet sie hierzulande ziemlich oft. Fast utopisch unheimlich wie in einem Endzeitfilm sieht das aus: scheinbar von Menschen verlassene Grundstücke, auf denen fast lautlos diese Dinger gleiten.

Weiter südlich, ich glaube, es war am Vätternsee, stand vor der Einfahrt zu einem Haus ein Warnschild Achtung Rasenmähroboter. 

Nicht nur Rasenroboter gibt es in Schweden, auch Briefkastenbots.
 Nun sind schon vier Tage ins Land gegangen, seit unseren Ferien in Falun. In etwa 100-Kilometer-Etappen radele ich weiter nordwärts und folge dabei meist den Sverigeleden-Schildern. Grüne, quadratische Tafeln mit einem Fahrradsymbol drauf und dem Schriftzug Sverigeleden und einem Pfeil. Selten habe ich ein einfacheres und effektiveres Radwegesystem erlebt. Sogar in den Städten funktioniert die Navigation per Schilder fast immer.

Wenn man das Netz kennt und weiß, wie es „verknotet“ ist, kann man auf diese Weise Schweden durchradeln, ohne auch nur einmal in eine Karte zu schauen. Diese PDF gibt einen guten Einblick. Ich wage zu behaupten, dass man alleine damit und mit der Beschilderung schon recht gut bedient ist.

Fast komme ich mir vor wie solch ein Rasenmähroboter, der doch auch nur eine Wenn-Dann-Schleife abarbeitet: Wenn Hindernis, dann 15 Grad-Kehre, wenn keine 15 Grad möglich, dann 30 und so weiter. Wenn Radwegschild geradeaus, dann geradeaus, wenn rechts, dann rechts und so weiter. Mehr ist es nicht. 15000 Schilder sind über mehrere tausend Kilometer Radweg in Schweden verteilt. Die Strecken bisher fast ausschließlich auf ruhigen Straßen. Oft begegnen einem weniger als zehn Autos pro Stunde.

Bisher ist die Reise mit den deutschen Wohlfühl-Flussradwegen zu Beginn und nun dem Sverigeleden ein voller Erfolg der Ruhe, des friedlich Dahingleitens, um es mal so zu sagen.

Die letzten vier Tage radelte ich bei fast immer Sonnenshein durch teilweise beängstigend leere Waldgegenden, so dass ich gegen Sundsvall fast froh war, mal wieder einige zig Kilometer auf Radwegen an stärker befahrenen Straßen zu radeln. Neben der E4, der Autobahn nach Norden, wurde es dann doch ein bisschen zu viel. In Sundsvall hatte ich den Sverigeleden verloren und mich über die mit schwarzen Schildern gekennzeichneten Radwege an der Küste entlang nach Norden rausgeschafft aus der Agglomeration. Sundsvall und Timrå und wohl noch ein paar andere Städte. Urbaner Charme und Industrie (und Eishockey, macht mich ein Twitterer aufmerksam, Timrå = Eishockey). Sogar Industrie-Inseln scheint es zu geben – zumindest sieht es so aus auf der Karte im GPS. Rot eingezeichnete Inseln, die man über eine Brücke oder einen Damm erreicht. Eine Skyline an Fabrikhallen untermauert diesen Verdacht.

Nördlich von Timra in Fagervik komme ich an einem riesigen Gelände mit Zelten und tausenden Menschen vorbei. Ein Fußballturnier, wie sich herausstellt. Mit Wasserzapfanlage vor den Toren. Die Sache sei International, aber sehr viele (Jugend)mannschaften aus der Gegend sind vertreten, sagt mir eine Frau, als ich gerade meine Wasserflaschen fülle. Einem Jungen mit fast plattem Hinterreifen gebe ich samariteresk Pannenhilfe, dann raus, endlich wieder Stille.

Apropos GPS: der Rasenmähroboterin mir hat noch eine weitere Orientierungsroutine einprogrammiert: wenn keine Radwegeschilder auffindbar, dann Handy einschalten, die Open Cycle Map öffnen, mit dem Punkte-Generator Wegpunkte setzen und auf eigenen Wegen so lange radeln, bis du die Radstrecke wieder findest.

Tag 49 | Sing Sundsvall era

Den Link zur ungefähren Tagesstrecken von heute gibt es hier → klicken.

Und hier findet ihr die Tweets des Tages.
Träumt bunt und schlaft gut!

Traktormuseum Järvsö #AnsKap

Ein winziges Schild am Straßenrand, das in einen Feldweg zeigt. Soll ich folgen, oder nicht? Wie sieht ein Traktormuseum aus in einer Gegend, in der kaum Menschen wohnen?

Zu den technischen Museen in meiner Heimat, Speyer und Sinsheim, hat man vor deren Gründung sicher Machbarkeitsanalysen in Auftrag gegeben. Hat auf der Landkarte Kreise gezogen um die potentiellen Standorte und berechnete, wieviele Menschen im Umkreis von 100 und 200 Kilometern wohnen. Autobahnanschluss? Ein Muss!

Und hier im Traktormuseum im Ljusdal? Gut 100 Traktoren stehen in Hallen und auf dem Außengelände von Jonas Jonssons einsamem Gehöft in Järvsö. Viele restauriert und fahrtüchtig. Dazu LKW, Mähdrescher, Kettensägen, Motorräder. Noch nicht einmal einen Eintritt möchte der Sammler von mir nehmen.

Danke Jonas Jonsson für dieses technische Kleinod inmitten ländlicher Idylle.

 

Tagescollage Tag 48
  
Große Traktorhalle mit ca. 50 restaurierten Objekten
    
Außen warten viele Maschinen darauf, wieder in ‚Schuss‘ gebracht zu werden.
 

Tag 48 | Sonnenscheintag

Während ich heute von Solna/Stockholm via Düsseldorf nach Zürich geflogen bin, hat sich Irgendlink twitternd, radelnd und bloggend nordwärts geschafft. So Wetter macht echt Laune …

Zum Link der heutigen Tagesstrecke (wieder wie vor dem Urlaub) bitte hier → klicken.

Ein paar Tweets von heute? Aber gerne … :-)

 

 

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Kleine Vorankündigung
Am Mittwoch, den 29. Juli habe ich für uns alle Irgendlink ein paar Fragen zur Reise, zur Kunst, zum Leben gestellt. Das Interview werde ich morgen oder in den nächsten Tagen in Worte fassen.