Meinungslos durch die Nacht

+++ Nachträglich aus dem Privatarchiv geholt und öffentlich gemacht. +++ Zuletzt bearbeitet 2023-05-24 (Link zum Artikel von Stefan Mesch)

Ich habe mir mal ein kindliches Weltbild gebastelt, in dem alles aus dem Nichts entsteht. Auf einer fernöstlichen Glaubensrichtung beruhend, von der ich zwar nichts weiß, aber das Wenige, das hängen geblieben ist, veranschaulicht die Welt als ein Konglomerat aus Gegensätzen, als perfektes Komplement aus Gut und Böse, Ja und Nein, Dafür und Dagegen. Vielleicht ist das nur der Versuch, mir gewisse Phänomene selbst zu erklären wie etwa solch alltägliche Begebenheiten, dass mir jemand eine Frage stellt zu einem Thema, das mir noch nie in den Sinn gekommen ist. Aber nach der Frage ist es plötzlich da, das Thema, mit all seinen Jas und Neins, Fürs und Widers. Und einem riesigen Unschärferucksack auf dem Rücken voller könnte-so-oder-so-Seins

Zwei Bodenhydranten im Yin Yang Style
Zwei Bodenhydranten im Yin Yang Style

Nachts um drei lieg ich plötzlich wach. Gedankensammelsurium. Will und will mich nicht mehr einschlafen lassen. Vier Uhr. Denkspiralen. Fünf Uhr. Ich bin elend müde aber dennoch. Sechs Uhr. Ein hin und Her ist das. Kopf Ping-Pong. Sturm braust übers Dach und zerrt an den sechzig Jahre alten Platten. Regenprasseln. Die Katze trampelt durch die Wohnung, will raus und als sie draußen ist will sie wieder rein, lauthals. Der Sack Reis in China, über den wir immer gewitzelt haben, damals in den Achtziger Jahren, kommt mir in den Sinn. Wenn er umkippt, passiert etwas – vielleicht – irgendwo anders auf der Welt. Es kümmert mich so sehr, als wenn in China ein Sack Reis umfällt, war Ausdruck für ist-mir-sowas-von-egal. Die Zeiten haben sich geändert. Plötzlich ist alles wichtig und man erfährt, Internet sei Dank auch in Windeseile von Allem, was vorgeht in der Welt. Eine andere Sache ist der berühmte Schmetterlingsflügelschlag im Amazonas-Urwald, der eine Resonanzkatastrophe einläutet, die letztlich zu einem Tornado mutiert, der weitwege Gegenden verwüstet. Nun scheinen die Schmetterlingsflügel in meinem eigenen Kopf zu wüten. Gemeinsam mit dem „echten“ Sturm und dem Regen da draußen lullen sie mich gegen was-weiß-ich wieviel Uhr endlich wieder in den Schlaf. Die Träume, die ich habe, sind beeindruckend. Normalerweise rede ich nicht über Träume. Aber der hier ist unmittelbar auf das Weltgeschehen da draußen zurückzuführen. Eine Moschee steht in meinem Garten. Ein wunderbarer Prachtbau mit blau glasierten Fließen an der reichlich verzierten Fassade, fünfundzwanzig Meter hoch, versichert mir stolz der Architekt. Ganz an der Nordseite des Grundstücks steht die Moschee . Und kurze Zeit später donnern Hubschrauber über das einsame Gehöft und fliegende Suchscheinwerfer. Ich bin just dabei, mit meinem Künstlerkollegen Peter aufzubrechen ins Schwimmbad, wo wir einen Tauchkurs belegt haben. Verrückt. Auf zwei gestreiften Siebziger Jahre Klapp-Campingstühlen sitzen wir mitten im Hof, die Badesachen auf den Knien. Worauf warten wir? Plötzlich schwirrt eine Satellitenschüssel wie ein UFO vorbei, kommt mir gefährlich nahe – was ist das, frage ich Peter – das sind Drohnen, sagt er.  Der Traum hat mächtig Speed. Über dem Gehöft hängt der Himmel voll mit schwebenden Riesensuchscheinwerfern und Hubschraubern. Keine Sorge, sagt Peter, die üben nur, und eine Unzahl von Drohnen mit Kameras schwirren uns nun um die Köpfe. Was ist eigentlich mit der Moschee, frage ich, die hat doch einen Schaden, einer der 25.000 Euro teuren Ziegel ganz weit oben ist doch kaputt und ich drehe mich um auf meinem Siebziger Jahre schön bunt gestreiften Campingstuhl und die Moschee hat sich in eine Kathedrale verwandelt. Aus dem Bunt der Fließen ist ein grauer Minikölnerdom geworden.

Seltsame Traumfetzen, aus denen die Drehbücher für gleich mehrere „andalusische Hunde“ kredenzt werden könnten.

Später am Morgen frage ich mich, wie es so weit kommen kann mit uns Menschen. Werden wir nicht völlig leer und meinungslos geboren? Auf dem „fast-Nichts“ entstehen wir und legen dann eine sechzig-siebzig-achtzig Jahre lange Denkstrecke durch die Welt zurück, in der wir getreu den Prinzipien von Kraft und Gegenkraft, auf einem unerklärlichen Fundament ruhend, unsere Meinungskathedralen und -moscheen erschaffen und je höher wir unsere Bauwerke machen, desto angreifbarer, weil sichtbarer, werden sie; aber auch desto starrer und unverrückbarer.

Draussen in der kalten Welt liegen die Steine, aus denen wir unsere Denkgebäude errichten. Wohl dem, der einen „reinen“, von Vernunft regierten Steinbruch sein eigen nennt.

Von Stefan Mesch gibt es einen guten Artikel zum Thema Meinung und wie es in unserer informierten Welt fast unmöglich ist, keine Position zu beziehen. Stefan Mesch (falls der Link nicht funktioniert: Hier gehts zur Waybackmachine)

 

MudArt Kalender 2016 in Planung

Drüben in Heiko Moorlanders Erdversteck gibt es ein MudArt Kalenderblatt Januar 2015 zum Downloaden und Ausdrucken. Zwar noch ungestylt und roh. Aber die Skizze steht: MudArt-Motiv plus MudArt-Story garniert mit einem Kalendarium. Ich möchte bis Oktober einen MudArt Kalender 2016 erstellen, der auch gedruckt wird. Freue mich über Kaufzusagen. Format wird A3 oder quadratisch 30×30 cm sein. Kosten soll er ca. 15 Euro zzgl. Versand. Natürlich sind in dem Kalender alle MudArt relevanten Termine markiert. Sogar die MudArt Biennale in Pjöngjang wird, zumindest in der europäischen Version des Kalenders, gelistet :-)

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Irgendlinks Sprachjahrsanneue

Liebe Bloggende, Suchende, Wissende, Mitreisende, Ahnende, liebe Freundinnen und Freunde. Das Sprachjahr hat gerade erst begonnen und schon finden die ersten Worte und Bilder ihren Weg in dieses Blog. Auf Notizzettel, nach Twitter und in ein edles, braunes Notizbuch von Claire Fontaine kritzele ich meine alltäglichen Gedankenfetzen.

Wie ein Fluss, der Kräfte sammelt. Kümmere dich nicht, ob du wächst oder versickerst, verdunstest oder einregnest. Fließe.

Die Herrschaft des Blogetariats

Die Herrschaft des Tweetetariats.

Ich gehe mit meinem imaginären Seelenhund spazieren.

An welcher Stelle steht das Prädikat im Kaffeesatz?

Obschon alle Zeichen im Hause Irgendlink auf du solltest jetzt aber endlich mal ranklotzen und Geld verdienen stehen, werde ich alles daran setzen, das kleine Blog- Schreibimperium weiter auszuweiten und gegen die bösen, die Kreativität subversierenden Kräfte zu wappnen. Fast schon ist das eine Kunstknabenmorgenblütenrechnung. Wie in den vorigen Artikeln schon erwähnt, wird es dieses Jahr ein neues E-Book von mir geben. Meine seit 2010 gesammelten Erkenntnisse zum Thema Liveschreiben sind endlich reif und ich werde sie in einem Ratgeber zusammenfassen. Auch die letzte Livereise, Gotthard, wird demnächst, von Fipptehlern bereinigt und mit unveröffentlichten Texten versehen, als E-Book erscheinen. So hoffe ich.
Auf dem Livereisesektor tut sich auch ein bisschen was. Ich hatte Euch ja in einer Umfrage um Feedback gebeten. Das „große Ding“, per Radel durch die USA, lege ich erstmal auf Eis und ich liebäugele nun mit meiner zwanzig Jahre Kapschnitt Revival Tour. Sprich, auf den eigenen Spuren von 1995 durch Schweden, Finnland und Norwegen bis zum Nordkap zu radeln.
Auch einige Verding-Kunstprojekte sind in der Mache. Konzeptuelle Reisereportagen, die auch ein bisschen Futter in den Trog bringen würden.
Nun sind die letzten Ferientage angebrochen. Vernet-les-Bains erwartet bis 18 Grad und verzeichnet Sonne pur. Jenseits des Glücks lauert die Eishölle auf dem einsamen Gehöft. Es muss so kalt gewesen sein, dass die Wasserversorgung zusammengebrochen ist. Ich verbleibe daher ganz sprachjahrig léger mit einem dreifach schallenden Brrrrrrr.
Habt immer eine Handbreit Glück unter dem Gemüt.
Euer Irgendlink (Bloggeskanzler)

Auch bei meinem Alterego Heiko Moorlander gibt es immer mal wieder skandalöse Neuigkeiten.

Leucate Plage

Pfosten auf Sandstrand vor Meer.

Aus unserer Homebase unterhalb des Canigou ging es heute 750 Meter runter bis auf Meereshöhe. Bei Starkwind spazierten wir durch das winterverschlafene Barcarès nahe Perpignan. Wie vernagelt wirkten die Ferienresidenzen und die Bettenburgen. Zwischen einer unruhigen „Grau“, einer Art Haff, und dem Mittelmeerstrand fuhren wir weiter nach Norden bis ans Cap Leucate. Beinahe als hätte man während einer Apokalypse vergessen, die Welt zu zerstören fühlt sich die Strandregion des Languedoc an. Später zu Besuch bei Christine und Hagen, den ich durch meine Burgenblogger-Bewerbung kennengelernt hatte und der im November bei mir zu Besuch auf dem einsamen Gehöft war. Kratzen am Mythos Frankreich, müsste wohl ein Blogartikel heißen, den ich über das Treffen schreiben würde. Ein bisschen entzauberten die Beiden, die seit Jahren hier leben, mein verwunschenes Urlaubsfrankreich. Vielleicht erzähle ich darüber demnächst.IMG_3665.JPG

Die Puzzeligkeit allen Webexistierens

Individuelle vs. kollektive Identität

Manchmal wünschte ich, ich wäre meine eigene Nachwelt. Ein Literatur- und Kunstforscher am Institut für digitale Frühgeschichte, irgendwann in ein paarhundert Jahren und ich könnte dann auf unsere Zeit zurückblicken, so wie wir es heute tun auf frühere Zeiten der Kulturgeschichte. Mir lägen dann sämtliche Informationen über die Frühphase einer im Aufbau befindlichen Soziale-Medien-Welt vor und wie sie (womöglich) alles bisher Dagewesene an Literatur und Kunst in den Schatten stellen würde, weil die Sparten sich mischen. Weil es – Hypothese ein – nicht mehr nur das geschriebene literarische Buch gibt. Und nicht mehr nur den Maler/die Malerin, der/die Öl auf Leinwand malt und nicht mehr nur den Komponisten/die Komponistin. Weil sich nämlich alles mischt und in digitaler Form dargestellt wird, was einst haptisch analog war. Literarische Werke, die angereichert mit Programmcode sich verselbständigen, Bücher, durch die man, gesteuert per GPS und per räumlicher Trigger erst das nächste Kapitel vor Ort geliefert bekommt. Die Welt des Spiels mischt sich mit der Welt der Kunst in dieser meiner Vision einer fernen Zukunft. Ich bin überzeugt, dass, wenn wir nicht alles kaputt machen auf dieser Erde, es schon bald möglich ist, etwa mit einem E-Book-Reader durch die Lande zu spazieren, der einem zunächst nur ein erstes Romankapitel bereitstellt. Der Leser/die Leserin erhält in diesem Kapitel Anweisungen, wo und wie die Geschichte weiter geht und begibt sich, per GPS gesteuert à la Geocaching zum nächsten Schauplatz, wo per Mobilfunknetz das nächste Kapitel herunter geladen wird. Im Prinzip sind wir sogar schon so weit. Es gibt diese interaktiven GPS-Schnitzeljagden ja schon längst. Werigo Cache heißt das Zauberwort. Literarisch hat das allerdings noch niemand gemacht, soweit ich weiß. Die Wherigo-Software lässt auch nur eine gewisse Zeichenanzahl zu, was die literarischen Möglichkeiten einschränkt. In der Tat hatte ich mir schon überlegt, die Programmiersprache LUA zu erlernen, mit der es mutmaßlich möglich wäre, solche „Dynamic Novels“ zu kreieren.

Ist ein LUA-kundiger Mensch unter uns, der Lust hätte, das mit mir auszuprobieren?

Anderes Thema. Während ich diesen Blogartikel schreibe, sind weitere Browserfenster geöffnet. Facebook und Twitter und Konsorten. Davon gibt es ja so viele – und überall postet man seine Ideen und Kommentare. Wie Kometen verströmen wir unsere geistigen Bestandteile im leeren Raum zwischen den sozialen Medien. Selbst die Kommentarstränge im eigenen Blog enthalten oft Kleinodien von unschätzbarem Wert. Wir lösen uns quasi im Internet auf. Hier wäre es – aus Sicht meines imaginären Forschers der digitalen Frühgeschichte – wichtig, wenn jeder ernsthafte Künstler eine Art Fingerabdruck hinterlassen würde, damit man seine Spur durch den Djungel der sozialen Medien so gut wie möglich nachvollziehen kann. Ich meine: ich denke doch jetzt und hier an diesem Artikel und schreibe ihn grob nieder, während drüben in Facebook und Twitter die Alarmglocken läuten, ich ab und zu rüberswitche und das, woran ich jetzt denke, fügt sich bewusst oder unbewusst in die dort, woanders, stattfindenden Diskussionen ein.

Vor Kurzem habe ich einen uralten Blogeintrag wieder gefunden, der über diverse Kommentarverstrickungen in die Kommentare eines anderen Blogs führte und es war so eine Art roter Faden zu erkennen, Plattform übergreifend. Ein Teil der Gesamtinformation ist hier in diesem Blog gelagert, ein anderer Teil in Kommentaren, die durch meine großartigen Leserinnen und Leser eine reiche Schatzgrube sind und weitere Teile des Puzzles sind irgendwo in Mails, in Facebook-Posts usw.

Und all das Unsichtbare. In den frühen, reinen HTML-Dokumenten zwischen 2001 und 2005 habe ich manchmal Text direkt im Quelltext versteckt. Habe die Kommentartags dafür missbraucht, nicht gar zu öffentliche Passagen zu notieren. Das neue Medium war ein wunderbarer Spielplatz. Es gab eine Phase, in der ich Texte mit der Vigenere-Methode chiffrierte. Das war nichts Brisantes. Ich hatte nur Spaß am Experimentieren. Das ist es wohl, was uns Künstler ausmacht. dass wir eben nicht nur zielorientiert arbeiten, obwohl wir ganz gewiss ein Ziel vor Augen haben. Dass wir eben nicht primär einen materiellen Zweck verfolgen, obwohl es einem manchmal ganz gut tun würde :-). Und dass wir eben nicht immer einen Sinn hinter einer Sache erkennen lassen wollen, sondern dass wir spielerisch und für Außenstehende unverständlich irgendwelches Zeug machen – warum? – weil es uns Spaß macht, weil wir den Akt des Schaffens über den Grund des Schaffens stellen. Weil wir inszenieren, wirken lassen und uns nicht darum kümmern, ob da noch Fragen offen bleiben … wir selbst stellen uns diese Fragen ja auch nicht. Weshalb sollten wir dann die Disziplin aufbringen, diese ungestellten Fragen anderen zu beantworten?

Quelltextliteratur hin, Vigenerechiffre her, heutzutage erlaubt einem ja das Blogsystem, Artikel als privat oder öffentlich zu markieren und auf dem Server erledigt dann PHP den Rest, zeigt den Lesenden nur das an, was man auch zulässt. Aus unzähligen Datenbanktabellen werden die Seiten dieses Blogs wie ein Flickenteppich von den PHP-Skripten zusammengesetzt. Die Spalte rechts und links dieses Artikels sind Einzelteile, die wiederum aus Einzelteilen zusammengesetzt werden. Der Titel dieses Artikels steht in einer anderen Tabelle, als die Veröffentlichungszeit. Die Kommentare, die da noch kommen, sind wieder woanders gespeichert. Ich nutze die Privatfunktion von WordPress ziemlich oft. Wahrscheinlich auch für diesen Artikel.

Gerade wird mir die Puzzeligkeit allen Webexistierens bewusst. Der Irgendlinkblog ist ja auch nur ein Puzzlestück im großen Ganzen des Internets. Und das ist es vielleicht, womit sich die Institute der digitalen Frühgeschichte, so es sie denn mal geben wird, in ferner Zukunft beschäftigen müssen. Wie hat das alles zusammen gewirkt?, werden sie sich fragen, wie konnte es diese ungeheuerliche Größe entwickeln? Und wie ist es den Individuen, die am Aufbau beteiligt waren, gelungen, ihre Identität zu wahren? Vielleicht ist eine der großen Fragen in dieser imaginären Zukunft, was (individuelle) Identität in dieser Zukunft bedeutet und wie sie sich verändert hat zur Identität, wie wir sie heute kennen. Es zeichnet sich ja schon ab, wie wir unser Ichsein im Web verändern, wie wir in verschiedene Rollen springen, je nachdem, ob wir in einem beruflichen Netzwerk unterwegs sind oder in einem Hobbynetzwerk oder in unserem privaten Blog. Es droht Zersiedelung und die Auflösung unseres Namens, unserer Urheberschaft gar. Wir ergießen uns in einen riesigen Pool kollektiver geistiger Produkte und Charaktere.

Eigentlich habe ich das Problem der Zersiedelung ja schon vor über zehn Jahren erkannt. Spätestens, als ich meine zweite eigenen Domain angemeldet habe, war klar, dass sich meine Gedanken und Ideen, mein digitales Schaffen fürderhin auf diese beiden Wege verzweigen würden. Nach und nach kamen weitere Domains hinzu. Sie sind alle im Punkt „Meine Seiten“ hier links aufgelistet. Ab ca. 2012 landete ich bei Facebook, Google+, Twitter, Tumblr. Spätestens seit diesem Sommer brechen die Dämme und ich verteile mich wie Brei in den Kanälen. Wobei ich schon versuche, ein bisschen Ordnung zu halten. Fundament allen Schaffens soll immer noch das Irgendlink-Blog sein. Von den Luftgestalten outerweb, den sozialen Dingsdas verweise ich gerne und oft auf dieses Fundament. Aber nicht nur. In den ersten Jahren Twitter etwa nutzte ich die Plattform nur als Linkmüllhalde, in die per Automatismus Blogeinträge aggregiert wurden. Immer, wenn ich hier auf WordPress den Veröffentlichen-Knopf drückte, bimmelte bei Twitter die Glocke und der Artikel wurde verlinkt. Ebenso bei Facebook. Aber damit macht man sich keine Freunde. Damit gewinnt man genau gesagt Null Follower. Nein nein. Man muss da schon in „echt“ interagieren, sich einbringen, sich mit den Menschen, die hinter den Accounts stehen auch befassen. Sie haben es auch nicht verdient, dass man sie zu einer Klick-Herde zusammentreibt und sie zu digitalem Nutzvieh umfunktioniert.