Moni, bist du wirklich glücklich? Denk nach!

Was bleibt von diesem Tag? Herr Irgendlink wagt nicht, diese Frage zu beantworten. Nachmittags errechnete er die Stunden bis zum Jahresende. Wenn er und Kollege T. sich ranhalten, schaffen sie es, das Jahr in diesem Jahr zu beenden. Rein arbeitstechnisch. Allemal ist es knapp. Vorsorglich hat Herr Irgendlink alle künstlerischen Ambitionen zurückgestellt. Zeit ist ein knappes Gut. Frei nach Pollesch: „Herr Irgendlink ist kein Künstler mehr – Ficksau!“

Am Abend entdeckte Herr Irgendlink Moni. Krude gekritzelt an eine Brücke der A6 war sie  „Moni, bist Du wirklich glücklich? Denk nach!“ stand da gesprayt. Großes Kino. Nicht zu vergessen, dass eine A6-Brücke zuvor gesprayt steht: „Maria Sch. ist eine Schlampe, lügt und betrügt jeden.“ Wie sehr unterscheidet sich doch der Moni-Sprayer vom Maria-Sch.-Kreativen! Er ist so defensiv, sorgsam, liebevoll.

Wer ist diese Moni? Eine Heilige? Oh ja, blümisiert Monsieur Irgendlink und wendet sich augenweidend der Schlampe Maria Sch. zu. Wie sehr wir Menschen durch Begriffe, Schlagworte, leichtfertige Bemerkungen gelenkt werden. Man braucht nur zu mutmaßen, jemand sei schwul, pleite, spendabel, Schlampe, und schon ist er es. Über zwei drei Ecken der Spekulation wird einjeder zu dem, was man ihm nachsagt.

Zurück zum Fließtext.

Schmerz, ja, Schmerz spricht aus den Moni-Worten und Hass, ja Hass, steht bunt in den Maria-Suren.

Wo ist die Wahrheit?

Wir haben die Wahl zu hassen oder zu lieben. Beides sind starke Kräfte. Sie sind jedoch auf die Gegenseiten einer Münze geprägt.

So, wohin wendest du dich, Mensch? Moni oder Maria?

Kurzarbeit vs. Langzeitschichten

„Die Talsohle des einen Lebens ist der Gipfel des anderen.“

Eitel Sonnenschein frühmorgens. Herr Irgendlink schöpfte neuen Mut für die Kunst, denn Kollege T. proklamierte Kurzarbeit und auf dem einsamen Gehöft räumte ein unliebsamer Mieter das Feld, so dass das Atelier wieder frei sein würde für eine Ausstellung mit zehn Künstlern im Dezember. Die Ausstellung nahm auf dem Weg zur Arbeit, radelnd durch die milde Morgenluft, in Irgendlinks Kopf wunderbar Gestalt an, obendrein die Freude über die Kurzarbeit der nächstenTage, gar Wochen?

Herr Irgenlink fabulierte Pressemitteilungen, redete mit Bäumen, die ihm unterwegs begegneten und lächelte, als ihm Herr M., der ihn nicht kennt, den er, Herr Irgendlink aber sehr wohl von früher, von seinen Postpaketfahrereizeiten her kennt, begegnete.

Später jubilierte Herr Irgendlink, da war es schon beinahe 17 Uhr – soviel zum Hohn der Kurzarbeit – jawohl, Herr Irgendlink jubilierte, als der Owner die Botschaft eines Megaauftrags überbrachte und Kollege T. bis Weihnachten Langzeitschichten von 12 Stunden pro Tag errechnete. In diesem Moment platzte die empfindliche Blase, in welcher die Kunstausstellung gezüchtet wurde.

Oh was für ein Seifenblasenleben.

Irgendlink im Hochrisikosektor materieller Verstrickung

„Es ist seltsam über die Ereignisse der letzten Monate zu berichten. Alles ging schnell und ist einfach so passiert. Mein Leben hat sich dramatisch verändert. Ich bin in der Lohnsteuerklasseeins-Hölle angelangt. Hier ist es warm, gemütlich, man möchte länger bleiben. Das Leben ist – zumindest was den materiellen Sektor betrifft, sorglos geworden. Erschreckend, dass es immer so bleiben wird und sogar noch besser werden kann.

Wenn das Leben so einfach ist und man damit glücklich ist, warum sollte man etwas daran ändern? Vor allem, warum sollte man etwas ändern, wenn man genau weiß – so wie ich – dass es nach der  Änderung nicht mehr so schön sein wird? Das Geheimnis liegt im Verborgenen. Es geht um Handel, Ver- und Ankauf, um Preise, die gefordert werden und die auch bezahlt werden müssen. Wenn man ein Künstler ist, lebt man automatisch im Hochrisikosektor materieller Verstrickung. Im Hinterstübchen stets eine selbstgebastelte Wahrheit (genannt Kunstbübchenrechnung), die einem Vor- und Nachteile auflistet und wenn man rein rechnerisch vorgehen würde käme man zu dem Schluss, lass es sein, hör auf, tu’s nicht, aber die Kunstbübchenrechnung ist numal nicht pur mathematisch. Debit und Kredit verschwimmen im warmen Pool des Lebensglücks und man tauscht hin und wieder ganz gerne Glasperlen gegen Gold weil sie so schön schimmern.“

Cursor springt im Text Linux Notebook

Dieser Artikel wird eigentlich nur geschrieben, um das Cursor-springt-im-Text-Problem, das bei manchen Notebooks unter Ubuntu Hardy auftaucht, zu testen. Bei der Texteingabe springt in jedweder Anwendung, die man zur Textverfassung betreibt (E-Mail, Editor, Office etc.) manchmal willkürlich der Cursor in eine andere Zeile und ehe man sich versieht, schreibt man das schnell Gedachte an falscher Position weiter. Nervig, die Textfragmente später bei der Korrektur wieder auseinander zu dröseln. Forensuche ergab, dass es sich ggf. um ein Hardware-Problem handelt und die Tastatur ausgetauscht werden muss, oder aber ein Problem mit dem Touchpad. Wenn man das Touchpad deaktiviert (System > Einstellungen > Maus > Touchpad), sei das Problem behoben wird berichtet.

Dieser Text wurde nach Deaktivierung geschrieben – der Cursor hält sich stabil. Hoffen wir, dass es weiterhin so ist.

Noch eine Anmerkung: das Touchpad kann man alternativ auch im Bios (beim Start esc gedrückt halten, um ins Bios zu gelangen, bei veränderungen im Bios nichts tun, was man nicht versteht) abstellen. Vorteil dieser Methode: sollte man versehentlich mal seine USB-Maus vergessen haben, kann man es leichter wieder aktivieren. Bei der nicht-Bios-Methode sollte man sich mit der Tastaturnavigation vertraut machen, und lernen, wie man das Noteboook ohne jegliche Maus- oder Touchpadfunktion nutzen kann.