Demut, Egoismus und Meditation in Redders Welt.
Irgendlink, ein Zweigeist
Unbedingt Auto kaufen.
Am Besten Marke Zwaihatsu mit Zweiundzwanzig-Zoll-Felgen und Zwei-Liter Motor.
Dann Kennzeichen „ZW EI 2“ geben lassen und das Haus in der Zweiundzwanziger Straße 22 für 22.000 Euro kaufen.
Jetzt um Hand der zweitältesten Tochter von Theo Zweiundzwanziger anhalten und deren Nachnamen annehmen.
Mit ihr zweiundzwanzig zwielichtige Zwillinge zeugen. Die Mädchen alle Zwheike taufen und die Jungs Zwheinz.
PS: darf man seinen Kindern eigentlich allen den gleichen Vornamen geben?
;-)
Die Überdüngung der Gesellschaft
Heute fuhr ein Auto rückwärts über die Landstraße. Es war halb neun. Ich war vom einsamen Gehöft hinauf geradelt zur höchsten Stelle meines Arbeitswegs. Der Pendlerverkehr pulste. Die Sonne kroch über den Horizont und verstrickte sich sofort in seichte Wolken, Nebel und Dunst, so dass die Szene eine fahle, pastellfarbene Aura umgab. Alles war von Raureif überzogen.
Zunächst dachte ich, der Fahrer habe sich verfahren; er stoße rückwärts bis zum nächsten Feldweg, um dort zu wenden. Aber das Auto passierte die Wendemöglichkeit, fuhr weiter, weiter, weiter, bis es nach hunderten von Metern hinter einer Kurve verschwand. Als sei es ganz natürlich, rückwärts zu fahren.
Warum fahren wir eigentlich immer vorwärts? Warum muss es schneller, besser, komfortabler zugehen in der Welt? In allem, was der Mensch anpackt, liegt eine Steigerung. Wenn es, wie momentan in der Weltwirtschaft, rückwärts geht, so verlieren wir den Mut, verzweifeln, werden hysterisch und laufen schreiend im Kreis; das darf nicht sein. Wenn du eine Reise beginnst, so denkst du in erster Linie ans Ankommen, nie ans Zurückkehren. Dabei ist Wachstum im Wechsel mit Absterben ganz natürlich.
„Hast du das gesehen“, redete ich mit mir selbst, „wie Herbst ist der mysteriöse Autofahrer hinter der Kurve verschwunden“.
Diese Gesellschaft ist überdüngt. Wir haben viel zu viel. Wir zucken zusammen, weil wir Sorge haben, nicht genug zu haben. Angststarre. Als gäbe es nur den einen Weg, aufwärts, aufwärts, aufwärts. Koste es was es wolle.
Warum nicht andere Wege gehen: erstens weg mit der Angst, nieder mit der sich anbahnenden Massenhysterie. Habe den Mut weniger zu verdienen, weniger zu kaufen, weniger zu besitzen, und jawohl, habe auch den Mut weniger zu produzieren.
Es sei Herbst!
Im Straßengraben lag ein alter Lederschuh. Nur der Linke.
„Wenn ich Schuhfabrikant wäre“, murmelte ich im kalten Fahrtwind, „würde ich ab heute nur noch linke Schuhe produzieren. – ahahahahaha …“, schallte es in die pastellblasse Winterwelt. „Weniger Schuhe, weniger Farben, weniger Alles“, jubilierte ich.
Mein Hirn war überdüngt.
Lydia hat ins Esszimmer gepinkelt

Mehr Fundzettel habe ich in einer alten Galerie gesammelt. Dort lädt leider die Designvorlage nicht, aber man kann noch navigieren und Bilder schauen: Irgendlink-Galerie
blogbibliothek.ch
Das Jahr fing ja gut an. Eine Mail im Postkasten aus der Schweiz, in der ich erstmals seit meinem Dasein im Netz gefragt wurde, ob ein Artikel, der mal in diesem Blog veröffentlicht wurde, woanders veröffentlicht werden darf. So müsste das immer sein im Zeitalter der Contentaggregation.
Ein (fast) fremder Mensch hat etwas, was ich geschrieben habe, einem anderen fremden Menschen vorgestellt, welcher es lesenswert fand – kurzum ein Beweis, dass das Irgendlink-Blog keine Mitleidsleser hat :-)
Hinter der Maileinladung steckt Blogkollege Thinkabout, der zur Zeit zusammen mit zwei weiteren Blogophilen ein Portal aufsetzt, in dem lesenswerte Blogbeiträge gesammelt werden. Die Blogbibliothek erscheint mit nur vier Rubriken (Meinung, Erzählung, Humor und Reflexion) als übersichtliche Website mit allen wichtigen Elementen, die das Web 2.0 fordert (Kommentarfunktion für den User und automatische Referenzierung für den Admin). Kurz und knapp, mehr muss nicht. Das Raffinierte an der Kommentarfunktion ist, dass die Kommentare nicht unnötig am „falschen“ Platz in der Blogbibliothek gepostet werden, sondern direkt im Ursprungsweblog, also dort, wo sie hingehören.
Die Philosophie der Blogbibliothek ist strikt. Das Portal „soll nicht zuletzt jene Blogs unterstützen, in denen die BetreiberInnen ihre Energie in nichts Anderes so sehr stecken wie in den einzelnen Text, mit Sorgfalt zum jeweiligen Thema, aber auch zur Sprache.“
Wie bei allen Portalen lebt es von den Nutzern und für die Nutzer. Blogleser können über ein Formular Vorschläge einreichen von Artikeln, die sie für lesenswert halten. Die Blogbiblipothek schreibt nach einer Überpüfung die Urheber an und holt eine Veröffentlichungsgenehmigung ein.
Kriterien für die Aufnahme in die Blogbibliothek sind Qualität, sowie die vorgeschlagenen Blogger sollten aktiv sein (regelmäßig bloggen). Die vorgeschlagenen Artikel dürfen jedoch gerne älteren Datums sein.