Zweibrücken-Andorra 2000 Tag 17

2. Mai anno 2000. Über L‘ Hospitalet, der letzten Siedlung in Frankreich, schraube ich mich den Pass zur Porte de Envalira hinauf, erreiche gegen Mittag Pas de La Casa, die einzige Stadt in Andorra nördlich der Pyrenäen, wähne mich schon oben in diesem Ski-Touri-Kaff. Es präsentiert sich bunt und üppig. Ich fotografiere wie verrückt, kann mich gar nicht satt knipsen. Wenn diese Radeltour ein Film wäre, so wäre dies sicher der würdige Höhepunkt, die Dramaturgie auf der Spitze. Hinter Pas de la Casa muss ich noch einmal 400 Höhenmeter anhängen bis zur Porte de Envalira; 400 Höhenmeter sind per Faustformel für den Radler etwa 1 Stunde Fahrzeit. Das eigentlich knifflige an einer Passfahrt, ist der eigene Kopf, der einen bremst. Im Grunde aber bedeutet es doch nur, den Körper so lange arbeiten zu lassen, bis das Ziel erreicht ist.

Aus Geldmangel werde ich in Seo d Urgell in Spanien, gerade mal 50 Kilometer von der Porte de Envalira entfernt umkehren. So mein Beschluss. Symbolisch fotografiere ich die Platanenallee auf dem zentralen Platz von Seo, welcher mir als Ausgangspunkt für eine spätere Reise durch Spanien bis nach Gibraltar dienen soll.

In den folgenden Tagen radele ich nach Deutschland zurück über Bourg Madame, Perpignan, Montpellier, Valence, durchquere das ungestüme Lyon und Franche Comte bis zum Rhein.

Tagebuchseite vom 2.5.2000 > durch Draufklick vergrößern

Tag 17 -> Ax les Thermes bis Seo ‘d Urgell

Zweibrücken-Gibraltar 2010 Tag 12

Tag 12 – 1.5.2010

Vorey – Le Vernet (bei St. Privat) (Wildzelten)

… es regnet sich ein. Leichter Fahrregen. Werde bis 11 Uhr warten. Vielleicht Zelt hier lassen und die Arzon-Schlucht hochradeln? Erstmal Büroarbeiten erledigen. … (aus einer SMS vom 1.5.2010/7:34)

… noch immer in Vorey. Total kippelige Entscheidung. Aber ich glaube, ich baue jetzt ab und radele ein Stück. Den Arzon rauf, vorbei an Le Puy, rüber ins Alliertal. Nun noch mal kurz das Wifi vom Cyber Espace nutzen, draußen vor der Tür. Läden sind übrigens fast alle offen (aus einer Mail vom 1.5.10/12:01).

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11:51
Schönes grünes Tor neben der Post.

… eigentlich kann ich sie ja hier schonmal vorbereiten, die Mail, hier im stillen St. Jean de Nay an der D252. 17 Uhr, Sonne kommt raus, gute 10 bis 12 2Brücker XBerge gefahren, bewege ich mich in diesem Wunderland auf 800 bis 1000 m Höhe. Zwischen Loire und Allier.


Nach dem Aufstieg aus dem Tal des Arzon, Blick nach Norden.


Zum ersten Mal schieben an einem Anstieg so steil wie der Kalköfer Weg in Homburg-Kirrberg.


Berg und Tal auf kaum befahrenen Straßen. Hinter St. Paulien lasse ich Le Puy links liegen.


Ein Herz für Dich, mein Herz … (Anmerkung der Redaktion: Natürlich dürft ihr auch gucken … :-))


St. Jean de Nay … ich will noch ins Alliertal, bzw. zum nächsten Campingplatz, fürchte aber, dass ich wild zelten muss. … (aus einer Mail vom 1.5.10/17:21)

Bin in Le Vernet, Nähe St. Privat. 1000 m. ü. M.  hoch. Werde hier wild zelten … (aus einer SMS vom 1.5.10/18:36)

Das waren ja Berge! Zwanzig Prozent Steigung – fast wie in 2Brücken! Heute musste ich zum ersten Mal absteigen. Habe lange geliebäugelt, das Zelt stehen zu lassen, doch als ich so um zwölf Uhr die Bilder an dich abgeschickt hatte, hörte es zu regnen auf. Ich war vor dem Internet-Café und hab mich nochmals illegal ins WiFi eingeloggt. Weil die zuhatten. Ein bisschen Skrupel hatte ich zwar schon, aber der Typ, der mir gestern den Code gegeben hatte, meinte, dass sei schon okay. Und ich meine, es ist ja für die Kunst. :-) Das rechtfertigt mich.

Bin schließlich doch mit Sack und Pack losgefahren. Um Le Puy herum. Rauf, runter, wieder rauf … immer so weiter. Du denkst, gleich bin ich oben. Doch dann kommt das nächste Stück. Nun bin ich über tausend Meter … Nein, mir machen diese Steigungen nichts aus. Das gehört eben dazu, wenn du durch die Berge willst. Es ist eine Frage der Einstellung. Ob mich eine Anstrengung ärgert oder nicht, ist Kopfsache. Auch ob es mich ärgert, wenn die Jungs um Aufmerksamkeit buhlend mit ihren lauten Motoren spielen. Sie tun es ja doch. Ich frage mich zwar, was es bringt, aber ändern kann ich es nicht. Die Berge auch nicht.

Entweder ich nehme es, wie es kommt und habe keine Probleme. Oder ich mache mir Probleme. Ist mit dem Regen genauso. Zum Fotografieren jedenfalls war das Wetter super. Ist ja sonst langweilig, dieser immer blaue Himmel … ;-)

Jetzt stell ich mein Zelt wohl dort drüben am Waldrand auf. Oder vielleicht übernachte ich auch im Waschhaus. Ist zwar an der Straße. Bestimmt fahren hier pro Nacht zwei bis drei Autos vorbei. Im Waschhaus kann ich mir Wasser holen.

Gestern habe ich mir gestern in Bas-le-Basset eine Karte gekauft. Ich denke, dass ich morgen dann wohl weiter Richtung Le Nouveau Monde fahre. Ist bei Saint-Haon. Der Name gefällt mir … Hauptsache südwärts … (Irgendlink live, 1.5.10/ca. 19:30)

Link zur ungefähren Tagesstrecke auf Google Maps

Zweibrücken-Gibraltar 2010 Tag 11 – Teil 2

Tag 11 – 30.4.2010

Aurec-sur-Loire – Vorey

… bin in Vorey im Webcafé (mit Wi-Fi = günstiger surfen), leider unvorbereitet jopplahop, und dachte, schickst mal paar Bildli, aber ohne Kommentar (…). Ich wettlaufe gegen die Zeit, weil die hier bald zumachen … (aus einer Mail vom 30. 4.10/16:39)

Das hier ist wohl die dreckigste Telefonzelle Frankreichs! Und die Türe kann ich auch nicht schließen. So was aber auch … Sorry, was hast du gesagt? Da fahren ständig Auto vorbei …  Ja doch, mir gehts soweit gut. Bin nun schon seit ein paar Stunden hier in Vorey. Sah das Webcafé und dachte halt, dass ich da gut mal bisschen mehr Bilder schicken kann. Für Kommentare hats aber nicht gereicht. Nein, du hast eigentlich recht, das macht nichts … die Bilder sprechen ja für sich …

War recht mühsame Strecke heute. Zum Teil. Bei Bas-en-Basset wollte ich eigentlich verweilen, aber da war es so ungemütlich. Leute, die ihre Motoren laut aufschreien ließen. Die um Aufmerksamkeit buhlen … richtig unangenehm.

Hier bin ich auf dem teuersten Camping bisher. Sechs Euro dreißig! Ja, das Zelt steht bereits. Habe nun ne Stunde nach einer besseren Kabine gesucht. Erfolglos. Immerhin ist der Platz okay. Und wenn es morgen den ganzen Tag regnet, lass ich das Zelt hier stehen. Dann fahre ich in die Arzon-Schlucht … Ist schön hier. Vielleicht komme ich hier zum totalen Stillstand. Oder dann pilgere ich doch noch nach Compostela. On verra! Ich nehme es, wies kommt …

Doch jetzt koch ich mir Zucchini. Mit Zwiebeln. Und Tomaten. Und Pasta. Ist immer wieder anders … (Irgendlink live am Telefon, 30.4.10, ca. 20:15)

9:44  9:52 (siehe Teil 1)

10:07

10:37

10:47  11:31

11:41

11:41  11:54

12:01

12:48

12:48  13:12

14:52

15:01

> Google Maps-Link zum heutigen Abschnitt

Zweibrücken-Gibraltar 2010 – Tag 9 + 10 – Bildernachlese

Tag 10  – 29.4.2010

… bin in Vorey im Webcafé (mit Wi-Fi = günstiger surfen), leider unvorbereitet jopplahop, und dachte, schickst mal paar Bildli, aber ohne Kommentar (…). Ich wettlaufe gegen die Zeit, weil die hier bald zumachen … (aus einer Mail vom 30. 4.10/16:39)

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12:04  12:30

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Tag 9  – 28.4.2010

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18:23   20:33