Ans Kap #AnsKap

‚Sehnsucht nach Gegenwart‘, weiß man da schon Genaueres?Gerade kommt die Sonne durch irgendwo im Osten und wirft das zerklüftete Land zwischen Nordatlantik und Barentssee in ein gar bizarres Licht. Karge Felsen. Wollgras, Möwen, andere Vögel und wie hingetupft, meist rot, ein paar Wohnhäuser am Fjord. Die Insel da vorne sieht aus wie ein grün begraster Hexenhut und links, im Norden, ganz nah bei der E69 steht eine gelbe Bauruine. Die Sonne macht sie schön und ich fotografiere mich langsam heran. Ein Teil des Daches liegt vor dem Gebäude. Wie ein Gerippe ragt der Dachstuhl in löchriges Himmelsblau.

Aus dem Gebäude sind alle Fenster herausgetrümmert. Davor liegen Stühle, ein verrottender Tisch, ungedeckt. Unheimlich. Verrucht. Die Fenster im Parterre sind vernagelt. Dennoch, die Tür steht offen, ach was, es gibt sie nicht mehr, stelle ich fest, als ich davor stehe. Stattdessen Maschendraht, den jemand aufgescchnitten und zur Seite gebogen hat.

Ich kann einfach so hinein. Wenn ich mich traue. Graffities. Geborstenes, aus den Angeln gerissene Türen. Eine Schutthalde, als habe eine Explosion darin stattgefunden.

An der westlichen Außenwand hängt eine acht Meter breite, drei Meter hohe Tafel.

Dieses Haus war Kulisse eines Films, steht darauf auf norwegisch, englisch und auch auf deutsch.

„Sehnsucht nach Gegenwart“ von Knut Erik Jensen. Eine Filmsymphonie aus der Region Nordkap. 

 Ich stöbere durch die Ruine, nicht zuletzt, weil sie ggf. ein möglicher Unterschlupf auf dem Rückweg nach Alta sein könnte.

Von Wind zerschossenes zweistöckiges Etwas. Was war das einmal? Alles Möbel sind zerschlagen. Wie in einer Messiwohnung sieht es aus. Nie könnte man dieses System blindwütigen Vandalismus kapieren. Papier, Kleider, Comics, Pornos, der Dachstuhl bietet eine tolle Panoramaussicht auf die Hexenhutinsel.

Ich bin noch etwa fünfzehn Kilometer von Honningsvåg entfernt, der letzten Stadt vor dem Nordkap.

Vor kurzem hat mich Alexej, ein russischer Radler aus Sankt Petersburg überholt. Mit fast nichts ist er hier unterwegs, hat Finnland durchradelt, kein Geld. Im Trinkflaschenhalter eine Vodkaflasche. Wasser sei da drin, sagte er.

Zunächst habe er mich für einen Ukrainer gehalten wegen der blaugelben Flagge auf meinem Gepäckträger, sagt er. Und da wird mir bewusst, wie sehr die Gegenwart in der Vergangenheit wurzelt, wie alles, das sich ereignet aufeinander aufbaut. Genau wie das, was jetzt in dieser Gegenwart vor der Filmkulisse ‚Sehnsucht nach Gegenwart‘ geschieht womöglich die Wurzel ist für Begebenheiten in der Zukunft.

Schweden vor etlichen Tagen. Da liegt sie endlich, meine heiß ersehnte Schwedenflagge, mit der ich mein Fahrrad schmücken will. Rechts im Straßengraben. Gar nicht mal so schmutzig. Hastig packe ich den gelbblauen Wimpel ein. Er ist aus solider Baumwolle. Später spricht mich ein ukrainischer Beerenpflücker in Glommersträsk an, ob ich Ukrainer sei. Warum? Na wegen der Landesfarben.

Erst da bemerke ich, dass meine Schwedenflagge gar kein Kreuz darauf hat, dass es eine jener Art ist, wie sie manchmal vor den Häusern flattern.

Ennontekiö vor etwa einer Woche. Vor dem Supermarkt ist die Hölle los. Jede Menge Autos mit norwegischem Kennzeichen, in die man palettenweise Dosenbier, aber auch andere Lebensmittel lädt. Ein Paar mit Hund spricht uns an – ich bin da gerade mit dem Münchner Radler Tim unterwegs – und wir reden über unsere Wohers und Wohins. Dass das Wetter schön sei und wir Glückspilze. Alle. Sie kommen aus Holland. Am Nordkap arbeite ihre Tochter in der Touristeninformation und wir mögen doch mal bei ihr vorbeischauen, sagt der Mann. Dann steigen sie ins Auto und fahren winkend davon.

Vorgestern. Ich trödele durch Honningsvåg, fotografiere viel Rost und Buntes und eine Fischfabrik. Auf zig Meter langen, etwa sechs bis acht Meter hohen Gestellen, die aussehen wie längliche Indianderzelte hängen tausende Fische zum Trocknen, blecken ihre toten Zähne aus weit aufgerissenen Mäulern.

Im Hafen liegen zwei Kreuzfahrtschiffe.Eines ist die Astor mit etwa 500 Passagieren. Viele Deutsche. Eine von ihnen bitte ich um ein Foto vor einem zwei Meter hohen Troll. Ständig posieren Menschen vor dem Wesen mit den riesigen Augen und der Knollennase. Hafentreiben. Plötzlich kommt ein Mann auf mich zu, begrüßt mich freudig, achjaaa und das war doch … das war doch in Muonio, sagt er, oder, hmm? Auch ich muss grübeln, hmm es war … Ennontekiö. Seine Tochter hat gerade Dienst. Hier in der Touristinfo in Honningsvåg, wo es turbulent zugeht, das WLAN offen, ich eine Weile sitzen kann und surfen.

Bis dir mal noch jemand wegen Nordkapverzögerung an den Karren fährt.

Etwa dreißig Kilometer sind es noch. Zwei drei Stunden, kalkuliert mein Hirn. Wie naiv, Herr Irgendlink, wie naiv.

Ich glaube, in Honningsvåg denkt jeder Radler, juhuu, nur noch zwei Stunden und ich stehe am Kap. Keiner hat das je geschafft. Das Nordkap ist auf einem paarhundert Meter hohen Felsen und man hat nicht gerade eine Autobahn mit Tunneln und Brücken dahin gebaut. Überhaupt gibt es erst seit Mitte der 1950er Jahre eine Straße. Vorher musste man mit dem Schiff in einer Bucht unterhalb festmachen und hinauf klettern.

Die Strecke zum Nordkap gehört zum Härtesten, was ich radlerisch je erlebt habe. Dabei sind es eigentlich gar nicht so viele Höhenmeter. Ich habe die 2400 Meter hohe Porte d Envalira in den Pyrenäen mehrfach überquert, den Simplonpass, den San Bernhardino, um nur einmal die höchsten zu nennen, meisterte den niederländischn Overdijk über dreißig Kilometer weit im Sturm, natürlich gegen den Wind, durchquerte die Kjöllurroute in Island und, hmm, am ehesten erinnert mich der Auftstieg zum Nordkap an die Öxiroute im Osten Islands. Ein ungeteertes, garstiges Etwas, von Wind und Wetter umspült, das ich im Schneetreiben hinaufächzte bis zu einer Schutzhütte, die mit schweren Ketten im Fels verankert war.

Der starke Westwind macht es nicht leichter auf den letzten drei vier Anstiegen zum Nordkap. Teils acht neun Prozent Steigung, serpentinös anfangs, zermürbend im Nebel verschwindend der letzte lange Anstieg. Immerhin geteert. Mit fünf km/h ackere ich gegen eine dreißig Meter entfernte Nebelwand. Alles nass. Demut irgendwie und dieses egal wann du ankommst Gefühl, denn dieses Mal ist es eben nicht wie in Island, dass dich eine zugige Hütte erwartet, sondern du weißt, da ist ein riesiges Gebäude aus Stein. Da drin ist es warm, es gibt ein Restaurant, Tische, Stühle, Museum, Souvenirs, Menschen.

Noch fünfhundert Meter bis zur Schranke, an der alle motorisierten Besucher den Eintritt von zweihundertfünfzig Kronen pro Person, also etwa dreißig Euro bezahlen müssen. Unheimlich wie sich die Mautstation und zwei abzufertigende Autos aus dem Dunst schälen. Man fragt, woher ich komme, drückt mir ein Prospekt auf deutsch in die Hand und winkt mich durch. Nichts. Nebel. Keine Geräusche, die auf Menschen hindeuten. Wo ist das Gebäude? Wieder eine Schranke. Und eine Hütte daneben, die der Schutzhütte auf dem Öxipass ein bisschen ähnelt. Statt mit Ketten ist sie mit Streben, die sich wie Spinnenbeine in den Boden stemmen, gegen Sturm gesichert.

Wie elend lange doch zwei dreihundert Meter werden können. Plötzlich erkenne ich eine unscharfe Silhouette, eine Kugel ragt in den Dunst. Darunter die Umrisse eines flachen, etwa sechzig achtzig Meter langen Bungalows. Es könnte auch eine zufällig gerade Felswand sein. Ein Eingang in der Mitte. Licht. Drei vier Fahrräder lehnen davor. Die Kugel entpuppt sich als Teil des Gebäudes, eine Art runder Turm. Die berühmte Nordkap-Kugel, vor der man sich fotografieren lässt steht hinter dem Bauwerk.

Ich stelle das Rad ab, gehe auf das Portal zu, die gläserne Schiebetür öffnet sich automatisch.

Ich bin da.

Der Tacho zeigt 4463.

Wann hat diese Reise ihre Wurzeln? War es vor zehn Wochen beim Start, oder vor ein paar Monaten, als die Planung begann?

Oder vor zwanzig Jahren, als Monsieur QQlka und ich den ersten Kapschnitt in Angriff nahmen?

Im Norden nichts neues #AnsKap

Regen ist angesagt. Die Wetterapp auf dem iPhone zeigt die Prognosen verschiedener Orte für fünf Tage an, sowie den aktuellen Status, den sie von der jeweiligen Wetterstation bezieht. Du solltest dich also sputen, Herr Irgendlink, wenn du das Nordkap trockenen Fußes erreichen willst.

Zelt und Fahrrad in einer windgeschützten Kiesmulde an der Barentssee

Gerda, die Niederländerin, die ich am Láhpojárvi getroffen hatte, erzählte mir von Leuten, die schon elf Mal am Nordkap waren, aber noch nie die Sonne dort gesehen haben. Immer waren sie nur für einen Tag da, gehetztes Reisevieh, ausgespuckt von einem Hurtigrutenschiff, in einen Bus verfrachtet, hinaufgekarrt, 255 Kronen Eintritt bezahlt, drei vier Stunden im Nordkapcenter gewesen …

Maurice fällt mir ein, den ich vor bald zwei Wochen in Schweden getroffen hatte: Wie lange wirst du am Nordkap bleiben?, hatte er gefragt, als würde es sich um einen Malle-Trip handeln, wie lange warste denn am Ballermann? Nur eben, hier geht es nicht um leichte Partykost. Da hatte er recht, der Mindcore-Musiker.

Ich wandele diesertage stets auf einer dünnen Schneide zwischen ‚in Hektik fallen‘ und drauflostreten. Wie irrsinnig das ist, nach so vielen Tagen Kurbelei, das muss ich mir immer wieder vergegenwärtigen. Auf einen Tag mehr oder weniger kommt es ja nicht an.

Am zweiten September habe ich einen Flug ab Alta. Übernächsten Dienstag, glaube ich, aber auch den muss ich nicht unbedingt erreichen.

Wozu Eile? Fast schon ein guter Titel für ein Paul-Klee-Bild … oder hat er nicht tatsächlich eines seiner Bilder ‚wozu Eile‘ genannt?

Gestern erreiche ich bei Lakselv den Porsangfjord. Eine wichtige Marinebasis der Nazis im Zweiten Weltkrieg. Weiter hinten im Tal aufwärts findet man die Ruinen eines ehemaligen Feldlazaretts. Nachdem ich am Morgen von Fluglärm geweckt wurde und mir fast vorkam wie in der Einflugschneise von Frankfurt, alle paar Minuten donnerte es über dem Zelt und mich wunderte, wow, was für ein großer Flughafen das sein muss hier in Lakselv, der die Nordfjorde mit Oslo verbindet (es gibt tatsächlich einen Flughafen hier), wurde ich später auf der Straße runter ans Meer belehrt, dass auch heute noch das Militär hier unterwegs ist. Schilder weisen eine sieben Kilometer lange Zone aus, in der man nicht fotografieren, nicht campen und auch nicht anhalten darf.

Unten in Lakselv herrschte samstägliches Treiben. Tankstellen, ein Coop-Laden, alle möglichen anderen Läden, alle geöffnet. Männer in Tarnanzügen, Militärs, beim Einkaufen. Ein unheimliches Donnern geht durch den Fjord. Es scheint mitten in Lakselv zu sein. Düsenantrieb. Niemand nimmt Notiz. Ich kann auch nichts sehen hinter den fabrikhallen-trostlosen Gebäuden und den Parkflächen dazwischen.

Einkaufen. Raus aus der Stadt, vorbei an der Kirche, wo ich vor dem Kriegerdenkmal einen Moment ruhe, auf dem etwa zehn Namen stehen von Gefallenen aus der Gegend. Was für eine Vergeudung und Zunichtemachung kleiner feiner Menschenträume so ein Krieg sein muss. Du rutschts da so rein als junger Mann, wirst manipuliert oder gezwungen, Teil einer Armee zu sein für ein Irgendwas, das sich dein Vaterland nennt und sollst es nun verteidigen auf Leben oder Tod, geknechtet in einer streng hierarchisierten Menschengruppe, wenn du Pech hast einen unbesonnenen, den Helden spielen wollenden, sich profilieren wollenden Offizier als Vorgesetzten, der bereit ist, dich beim nächsten tollkühnen Angriff einfach so in den Tod zu schicken.

Zwei Kampfjets. Sind das Mirage? Französische Kampfflieger hier oben?

Langsam keimt eine ‚Krieg bricht aus-Hysterie‘ in mir. Ich bin ja seit Monaten uninformiert, was das Weltgeschehen betrifft. Bis zu einem Campingplatz zehn zwanzig dreißig Kilometer nordwärts von Lakselv tobt diese Hysterie und ich male mir schon Bilder, in denen plötzlich alle Transportmittel versagen, es keine Busse, Flugzeuge, nichts mehr gibt, die mich von hier wieder heimbringen, weil ein Krieg begonnen hat. Ich, abgeschnitten hier oben. Plötzlich ein Flüchtling.

Bei einem Camping, wo ich bei einer Russin ein Eis kaufe, erzählen mir zwei Norweger von den Übungen, die die nächsten zwei Wochen hier laufen. Manöver also. Belgier und Franzosen seien gerade hier. Kommt wohl öfter vor, so beiläufig, wie er es erzählt. Einer der beiden ist aus Lakselv, der andere aus Honningsvåg. Genüsslich schmatzen wir Eis.

Die russische Platzwartin zeigt lächelnd auf ihre Bluse, wo sie sich mit Eis bekleckert hat und ich zeige daraufhin mein ziemlich versifftes T-Shirt. Wir lachen, lecken Eis, genießen einen der vielleicht letzten warmen Tage des Jahres. Nebenbei tauschen wir, fast wie einatmen, ausatmen oder wie Stoffwechsel, Lebensgeschichten, Wohers und Wohins. Dass es sie so weit hier hoch verschlagen hat, aus einer Millionenstadt im Südural kam sie in die Murmansker Gegend und dann hierher. Halbes Jahr dunkel und kalt, halbes Jahr hell und warm. Verrückt.

Dass ich tatsächlich bis zur Barentssee geradelt bin, erklärt mir nüchtern ein ausgemergelter, kautabakkauender Norweger: „You have met the Barentssea“, sagt er schlicht, „enjoy“.

Ein paar Kilometer weiter kommt ein Typ mit reisebepacktem Radel entgegen, der aussieht wie der Schmied in den Asterix-Comics, wie hieß der noch? Verleihnix? Egal. Er war am Kap, ist zwei Tage bis hierher geradelt und er kommt aus Frankreich aus irgendwo zwischen Lille und Paris. Blonder Zopf wackelt. Wir erklären uns gegenseitig die Einkaufs- und Zeltplatzmöglichkeiten. In Russens gäbe es einen Campingplatz für 90 Kronen die Nacht und man könne die Waschmaschine umsonst benutzen. Na, und das wäre doch ein Ziel für den Abend. Von da aus seien es noch 140 Kilometer bis zum Nordkap, sagt der Gallier.

Ich trödele mich voran. Der Fjord ist unglaublich schön. Es herrscht Ebbe. Felsen liegen frei. Fischerhütten stehen wie deplatziert weit weg vom Wasser. Boote ankern. Bojen schimmern, Kanuten padeln, Flüsse stürzen von den zwei- dreihundert Meter hohen Bergen, laufen aus. Mal sehe ich mich in Island wieder, mal in den Cevennen, mal in den Südhängen der Pyrenäen – und plötzlich wird mir klar, ich habe einfach schon viel zu viel gesehen von der Welt, als dass ich noch einmal dieses jungfräuliche Erlebnis des ersten Anblicks, des ersten Anfühlens, Riechens und Hörens erleben könnte. Alles, was ich sehe wird nach den beinahe fünfzig Jahren Lebenszeit automatisch einsortiert in eine – ich will nicht sagen – Schublade, es gibt nichts Neues mehr und die Barentssee und das bevorstehende Nordkap können nie dieses Gefühl des ersten Anblicks erreichen, das man sich manchmal in besonnenen Momenten vielleicht herbeisehnt.

Dass ich mich beeilen soll. Das Wetter wird schlecht, rufen Stimmen in mir, sagt man mir sogar auf Twitter. Und trotzig ist da ein Stimmchen – zum Glück – auch irgendwo in meinem Innern, das ruft, na und! Das Wetter wird immer schlecht und das Wetter wird auch immer wieder gut.

Wind kommt auf gegen Abend. Kühler Nordwester und wie auf Befehl schält sich eine Kiesgrube, von allen Seiten windgeschützt, aus dem Nichts der nahenden Zukunft, wo ich nur ein paar Steine zur Seite schieben muss und schon steht das Zelt, ruhig, abseits der Straße unweit der Barentssee.

Diesseits und jenseits zweier Atome #AnsKap

Der Mensch ist überall. Da darf man sich nichts vormachen. Sei es außenrum noch so grün, noch so karg, noch so unwirtlich – je nach Gegend und Gusto, der Mensch hat Europa voll im Griff. Wo Straße ist, ist auch Mensch. Die Physiognomie der Orte hier oben unweit des Nordkaps ist nur ein bisschen anders. Da heißt es schon mal, wie vor ein paar Tagen auf einem Schild, das die Grenze der Stadt Kiruna zeigte, 232 Kilometer bis ins Zentrum.

Offenkundig ist hier aber gar keine Stadt. Bei näherem Betrachten findet man dann doch menschliche Spuren. Funkmasten querab auf Hügeln, Zäune, Stromleitungen, alles sehr weitläufig, fast wie dekomprimierte Luft. Hier mal ein Atom, da mal ein Atom, hier mal eine Hütte, da mal eine Hütte.

Wie verloren steht zum Beispiel mitten in einem kargen Gelände, wo man eigentlich nicht hinfahren kann, ein Wohnwagen. Keine Ahnung, wie er da hin kam? Per Hubschrauber? Oder hat man ihn im Winter, wenn alles mit Schnee bedeckt ist hierher geschleppt?

Die Gegend ist einsam. Ganz klar. Aber sie ist Menschenland. Alles gehört hier jemandem. Rentiere tragen manchmal Glocken. Ab und zu befinden sich Rentiersortieranlagen am Straßenrand, die sich übrigens gut eignen zum Zelten. Barrieren und Gatter und ein paar Lampen, die wohl mit Notstromaggregaten betrieben werden. Im Winter ist es hier ja immer dunkel. LKW-Rampen, damit man das Vieh in die Laster treiben kann. So stelle ich mir das zumindest vor. Ob es so ist, weiß ich nicht. Immer wieder zeigen Hinweisschilder in kleinen Siedlungen auf Rentierkjött-Verkaufsstellen, also Rentierfleischgeschäfte oder -metzgereien.

Es gibt hier keine Natur. Der Mensch beherrscht alles. Im Winter ist er mit Schneescootern sogar da unterwegs, wo die Straße nicht hinkommt, wo jetzt Sumpf, unwegsames Gelände, Pfützen und Tümpel für eine gewisse Finmarksromantiksorgen.

Dreißig Kilometer nördlich von Kautokeino biege ich von der Straße 93 auf die 92 ab in Richtung Karasjok. Eine etwas weitere Strecke zum Nordkap, als die Alta-Route. Das Hinterland reizt mich. Jemand sagte mir, es sei schön, schöner vielleicht als die Küste. Ich weiß es nicht. Ich müsste beides gesehen haben, um es beurteilen zu können und selbst dann könnte ich nicht sagen, das ist allgemeingültig. Das ist es, was mich an Reiseberichten so sehr zweifeln lässt. Ihre Subjektivität gepaart mit der eigentlich offenkundigen Ahnungslosigkeit,die man als Mensch grundsätzlich hat und dazu ein Spritzer momentane Stimmung.

Ich kann das Hohelied, ‚die Strecke über Karasjok zum Nordkap ist die schönste Strecke der Welt‘, laut und voller Inbrunst singen. Die Sonne scheint. Keine Wolke am Himmel. Das macht Gegenden grundsätzlich sehr schön. Die Straße ist ruhig und etwa dreißig vierzig Kilometer nach dem Abzweig von der Altaroute ist ein wunderbarer, glasklarer See. Sandstrand. Darin liegen Steine wie Perlen. Gar nicht mal so kalt ist das Wasser. Ich ziehe die Badehose an, wate hinein. Der See ist flach. Nach fünfzig Schritten steht mir das Wasser immer noch nicht bis zu den Knien. Weich ist der Sand. Auf dem Parkplatz mit Picknickbänken hinter mir ist kaum ein Mensch. Ich gleite ins Wasser, lege mich auf den Rücken, schaue eine Weile in den Himmel.

Als ich zurückkehre, steht ein Kleinwagen neben meiner Picknickbank. Jemand sitzt drin. Beobachte der/die mich? Durch die Scheibe kann ich es schlecht sehen. Verdrücke mich zum Umziehen hinter die Bank, die nur notdürftig vor dem vermeintlichen Blick schützt.

Die Person steigt aus, eine Frau, sie geht zum See, setzt sich ans Ufer, sitzt lange da, eine ewige Picknickpause lang und länger, steht auf, läuft auf und ab, fotografiert etwas, setzt sich wieder, derweil eine norwegische Limousine anfährt. Türen auf, fünfköpfige Familie raus. Kurz ein paar Takte Pixies, eines meiner Lieblingslieder, dann stellen sie die Musik ab. Sie sind Franzosen. Wir sagen Bonjour. Sie staksen im See.

Wir alle würdigen die Stille.

Später kommt die Frau, die so lange am Ufer saß herüber und wir halten ein Schwätzchen. Gerda aus Den Haag. Auf dem Fotoapparatedisplay zeigt sie mir das Bild, das sie gemacht hat. Eine Steingruppe, die sie schon vier Mal fotografiert hat. Immer dann, wenn sie hier an dem See vorbei kommt. Sie war schon oft hier oben und in Norwegen war sie erstmals 1961, jaaa, ich bin alt, sagt sie.

1961 mit dem Segelschiff nach Fredrikstad und die Menschen seien damals in Aufruhr gewesen, unruhig wie ein Wespennest, in das jemand gestochert habe. Es war am Tag des Mauerbaus, als sie mit ihren Eltern erstmals nach Norwegen kam.

Dass ich Künstler bin und das mit den Fotos und dem immer Wiederkehrenden – sie sagte, es sei ein Spleen – nur allzugut verstehe. Da guckt sie mich kumpelhaft an und sagt, ah, Künstler, dann darf ich ihnen was verraten: Seit einem Beinaheunfall habe ich eine Überwachungskamera im Auto und ich fürchte, sie war vorhin, als sie sich umgezogen haben noch an, grinst sie.

Ha! Die Geschichte gefällt mir. Wir überlegen, ob man diesen Outdoor-Porno des kleinen Mannes irgendwie kopieren könnte, so dass ich die Daten habe. Scheitern an der technischen Umsetzung. Und es ist ja auch alles so vergänglich. Wenn sie losfährt und die Kmera wieder aktiviert, werden die Daten nach fünf Minuten überschrieben.

Es ist ein Trugschluss, zu glauben, die Finmark sei ereignislos, nicht abwechslungsreich, stelle ich fest. Es hängt einfach von Zufällen ab, ob man jemandem begegnet oder nicht, ob etwas passiert oder nicht, ob das eigene Hirn aus dem wenigen Input, den es kriegt etwas macht oder nicht.

Am Tag zuvor, auf Kautokeino zuradelnd, erzählte mir Radlerkollege Tim, er wisse nicht, was er in einem Blog schreiben könne, es passiert ja nichts, außer dass man hundert, hundertfünfzig Kilometer weit radelt, das Zelt aufbaut, kocht und schläft.

Es ist mit dem Erleben und den Ereignissen wohl so wie mit den Häusern – sie liegen weit auseinander. Oder wie mit dekomprimierter Luft, die Atome sind zwar noch da, aber nicht so häufig.

Kaum radele ich vom traumhaften See weiter, kommt schon die nächste Begegnung. Ein Quadfahrer braust auf mich zu, verlangsamt, also verlangsame ich auch und stoppt, also stoppe ich auch. Sogar den Motor macht er aus und so stehen wir da ratlos auf der Landstraße, was will er von mir, was will ich von ihm? Beide dachten wir wohl, der andere bauche Hilfe oder wolle etwas sagen, aber nein, eigentlich wären wir ganz normal weiter gefahren, wenn nicht diese seltsame Rückkopplung stattgefunden hätte. Idd is werry hodd, sagt der Mann immer wieder und es klingt fast ein bisschen südländisch, als begegneten wir uns gerade auf Sizilien oder in der Extremadura. Dabei war es doch vor Kurzem noch so kalt, sagt er. Im Juli hätten sie noch Schnee gehabt, da drüben, fünf Kilometer weiter in dem Dorf, in dem er wohnt.

Nein, die Gegend ist nicht leer. Die Gegend wird von Menschen beherrscht. Wir verabschieden uns und er lässt den Motor an, fährt rechts runter von der Straße in einen kaum wahrnehmbaren Sandweg und verschwindet im Nichts irgendwo in nördlicher Richtung diesseits und jenseits zweier Atome.

Kautokeino, nicht matt #AnsKap

Dezember 1995

Gerade haben wir mit Ach und Krach die Wände in dem Kellergewölbe in der Mainzer Walpodenstraße weiß gemalt, die Überreste einer Pilzzucht auf dem Sperrmüll entsorgt, ein paar Ateliers und Proberäume und sogar ein kleines Tonstudio eingerichtet, alles eine langmonatige Art Work in Progress, bei der die Arbeit an den Räumen Hand in Hand ging und noch geht mit der Kunst, die wir darin schaffen. 

Mitradler Tim auf dem Weg nach Kautokeino radelnd. Straßenbild Eine handvoll junger Kunstschaffenderaus Rheinmain, meist aus Mainz und Wiesbaden. Das Kulturzentrum, das Mitradler QQlka da hat wachsen lassen machte Mitte der 1990er Jahre schon ein wenig Furore. Mit Ausstellungen wie mit Konzerten bis hin zu naja, so einer Art künstlerisch dekorierter Technoparties.

Der Kapschnitt war die zweite Ausstellung in dem hundertfünfzig Quadratmeter großen Raum.

Vom Eingang an den Wänden des Treppenhauses hinunter zwei Stockwerke tief hatte ich die dreihundertsechzig Streckenfotos, die ich im Sommer auf dem Weg zum Nordkap alle zehn Kilometer gemacht hatte auf einem grauen Band drapiert. Straßenfoto um Straßenfoto streng und ohne Kommentar. Im Galerieraum im zweiten Untergeschoss des Kreuzgewölbes mündete die sogenannte Kunststraße in einer etwa dreißig Meter langen, sich windenden carrerabahnähnlichen Konstruktion. Fünfzig Zentimeter breit, tischhoch auf Pfosten.

Die Besucherinnen und Besucher mussten die 3600 Kilometer ans Kap, die QQlka und ich im Sommer geradelt waren abschreiten.

Es war der erste Versuch, eine Straße als Konzeptkunstausstellung darzustellen.

Am Ende der Konstruktion mündete die Kunststraße in eine grafische Darstellung ihrer selbst, ein etwa zwei mal drei Meter großer Bauplan. Beinahe escheresk, fraktal, in sich selbst schließend.

An den Wänden gab es die ’schönen bunten‘ Szenen von unterwegs in DIA-Sandwichtechnik verfremdet. Von der Decke hingen Texte, per Nadeldrucker auf Endlospapier gedruckt mit Gedanken zum Reisen, zum Unterwegssein.

Einer von ihnen hatte den Titel Kautokeino-Matt.

Jetzt.

Ich weiß nicht, wie lange die Sonne derzeit täglich scheint über Lappland. Zwölf achtzehn Stunden? Den Sonnenauf- und Untergang kriegt man selten mit. Abends sitzt man um diese Zeit schon im Zelt und köchelt sein Essen, morgens fröstelt man im Schlafsack, bis sie endlich ein paar Strich über dem Horizont steht und die Luft wärmt. Sie scheint jedenfalls immer, wenn sie kann, die holde Gelbe.

Warm ist’s. Der Himmel wolkenlos blau. Auch mittags steht die Sonne nicht sehr hoch. Das gibt ein eigenartiges Licht, wie man es daheim nur im Spätherbst oder Winter kennt.

Seit zwanzig Kilometern bin ich schon auf den Beinen, habe die E8 gemeistert, in Palojoensuu am Abzweig nach Enontekiö vergeblich nach einem Laden geschaut und gerade bin ich am Vogelbeobachtungsturm vorbei geradelt, neben dem QQlka und ich 1995 frustriert im Regen zelteten.

Was heißt Regen? Wir fuhren in einer Wolke (wie Radlerkollegin Frau Rebis dies kürzlich in ihrem Blog so schön formulierte). Die Sicht war schlecht. Alles war nass. Gehetzt stierten wir auf die Karte. Noch vierhundert Kilometer bis zum Nordkap. Durchfroren waren wir. QQlka wollte sogar sein Fahrrad in eine der riesigen Mülltonnen neben einem Parkplatz stopfen.

Ungefähr an jenem Parkplatz treffe ich Tim aus München. Vollbepackter Reiseradler. Gerade wäscht er seine Socken, und sich. Wir quatschen ein bisschen, radeln gemeinsam weiter nach Enontekiö, kaufen ein, ziehen Geld, finden uns auf dem achtzig Kilometer Stück Straße nach Kautokeino wieder. Im Flug vergeht die Zeit. Hin und wieder zucken Erinnerungsblitze.War das nicht … hier bei dem Parkplatz hinter der norwegischen Grenze hatten wir doch auch … aber diese arktische Luft … eiskalt … jaaa … und Sonne kam raus gegen Abend, jeder Meter eine Qual. Ganz anders als heute.

Wir waren matt damals. Angespannt. Kopfschmerzen. Rückenschmerzen. Ein Ziehen in der Herzgegend. Zähne knirschend. Stress pur.

Mit Ach und Krach erreichten wir den Campingplatz in Kautokeino, eiskalte Übernachtung. Am nächsten Tag per Bus nach Alta. Kautokeino-Matt. Unterbewusst hatten wir längst entschieden, dass wir so schnell wie möglich heim mussten. Am Flugplatz Alta der nächste Flieger nach Oslo? In zwei Stunden. Fahrräder? No Problem.

Ich weiß nicht, ob ich diese frühe Geschichte mit dem Titel Kautokeino-Matt noch habe, gedruckt oder auf einer Diskette?

Von der alten Kapschnitt-Ausstellung ist kaum etwas erhalten. Vielleicht die wenigen Werke, die damals verkauft wurden?

Es ist alles nur auf Zeit, was wir tun und erstaunlicher Weise scheint die Erinnerung an Erlebtes, Erzeugtes, Dargestelltes weit mehr Bestand zu haben, als das, was man einst in ‚Echt‘ bestaunen konnte.

Und das ist auch gut so, denke ich gerade, schreibend, zwanzig Jahr später auf einem bequemen, grünen Stuhl in Lapplands kleiner Universität in Kautokeino.

Ganz und gar nicht angespannt. Ganz und gar nicht zielfixiert. Alles andere als matt.

Die Sorge, ein Eisberg, deren Gipfel ein Ereignis ist

Bei Regen verwandeln sich die Spurrinnen der E8 im Nordwesten Finnlands in kilometerlange längliche Pfützen. Tollplätze der LKW und rasanter finnischer Pickups. Fast drängt sich das Bild auf einer hundert Kilometer langen Wildschweinsuhle für Blechernes. Kein Wunder, dass vor zwanzig Jahren die Reiselust hier, so kurz vor dem Nordkap auf einen Nullpunkt sank.

Etwa hundert Kilometer radelten Freund QQlka und ich ab Pajala über die Hauptstraße nach Muonio und weiter bis Palojoensuu, wo endlich eine ruhigere Straße nach Nordosten abbog.

Es regnete in Strömen. Bei Regen hört sich das Schneiden von Gummi auf Teer noch viel kompakter, noch viel schneidender an, als es dies bei trockener Fahrbahn tut.

Unter einem Vogelschutzturm bauten wir erschöpft das Zelt auf und es war klar, die Tour ist zu Ende. Bloß noch raus hier aus dem weiten Nichts, das nur aus einer Straße besteht und ein paar krüppelwüchsigen Bäumen, Moos und viel Wolke um uns herum.

Gut, dass ich mich an den E8-Horror erinnerte, als ich vorgestern in Pajala vor der Wahl stand, den kurzen Weg über Finnland zu nehmen, oder etwa achtzig Kilometer Umweg über Karesuando und dann am Fluss nur gut 35 Kilometer E8 bis zu Verzweigung Palojoensuu zu radeln.

Die Straße 99 nach Karesuando auf der schwedischen Seite ist so gut wie unbefahren. Sie ist auch als Sverigeleden ausgezeichnet mit den bekannten grünen Radwegschildern, die mich seit Südschweden begleiten. Nicht nur sonntags, auch montags, sprich werktags tut sich da nichts – für Sie getestet.

In Karesuando ruhe ich eine Weile, lungere in der Touristinformation direkt an der Grenzbrücke und lümmele auf einer Parkbank vor der Kirche, schicke ein paar iDogma-Postkarten durchs schnelle schwedische Netz. Von Stechmücken keine Spur. Strahlend blauer Himmel. Windstille. Immer mehr zweifele ich am lappländischen Mückenmythos.

Klar war es eben noch, vor etwa dreißig Kilometern da hinten in den Niederungen im Niemandsland ziemlich nervig, anzuhalten und die zehn-Kilometer-Streckenfotos zu schießen, aber selbst das war nicht so, wie ich es mir im Kopf zurechtgebaut habe mit den Stechmücken.

Unerträglich.

Lästig.

Nicht auszuhalten.

Die Sorge ist ein Eisberg, deren sichtbares Ende ein Ereignis ist – so winzig wie der Gipfel eines Eisbergs eben.

Auch die E8-Sorge ist groß in meinem Kopf. Gegen halb fünf nachmittags radele ich endlich rüber und … finde mich auf einem erträglichen, aber sehr engen Stück Landstraße wieder. Mäßiger Verkehr, zudem nicht zu schnell. Etliche LKW. Der Münchner Radler, den ich in Pajala getroffen hatte, könnte recht haben: alle Minute ein LKW. Auch wenn es nun, gegen Feierabend, bei mir nur etwa alle fünf Minuten einer ist. LKW sind grundätzlich unheimlich.

Nach etwa dreißig Kilometern stellt sich mir dieser wunderbare Lagerplatz in den Weg. Eine kleine Anhöhe direkt am Fluss in einem Wäldchen. Goldenes, ewiges Abendlicht. Hier muss ich einfach bleiben. Noch zehn Kilometer sind es bis zum Abzweig von der Hauptstraße. Ich riskiere das, sie erst am nächsten Tag, womöglich bei viel Verkehr zu fahren.

Badestelle. Wäsche waschen. Mich waschen. Herz, was willst du mehr? Und: so gut wie keine Stechmücken.

Die Geschichte des Mythos Lappland Mückenland muss wohl endgültig neu geschrieben werden. Ein Blick hinüber auf die schwedische Seite: radeltest du nicht vor ein paar Stunden ebenda durch die Niederungen und fluchtest über die vielen Insekten, Herr Irgendlink?

Abends rollte noch ein Kühllaster auf den Parkplatz unweit meines Lagers, nerviges Kühlaggregatebrummen. Willkommen zurück in der Zivilisation. Ein paar Wohnmobile parken auch auf dem Platz und das Schild an der Tür zum Plumpsklo hat ein Einschussloch. Die Besitzerin der Fischerhütte, die dirkt daneben steht, und in der man theoretish Kaffee trinken könnte, wenn offen wäre, kommt herangebraust, springt aus dem Auto, nickt. Ihr Pudel markiert erst einmal das Revier. Alleine bin ich hier nicht.

Nun, um 5:15 finnischer Zeit, die Finnen sind uns Resteuropäern um eine Stunde voraus, kommt die Sonne raus, vertreibt den Nebel, der über dem Fluss hängt. Die Straße ist noch ruhig. Ich bin unruhig, vermute mehr LKW ab etwa 7 Uhr.

Eigentlich wollte ich einen Artikel über weltweites Grundeinkommen und Urheberrecht schreiben, aber dafür baut mein Hirn gerade zu sehr an dem Sorgeneisberg der zehn Kilometer E8, die mir noch bevorstehen.

Packen. Losfahren, es hinter sich bringen.