Verboten!

Es ist verboten, Bilder von Irgendlink zu stehlen! Hier ein Screenshot einer geplanten Arbeit mit skurrilen Verboten-Hinweisen, fotografiert in der Saarpfalz, Berlin, Rheinhessen und Paris. Die Bildtafel wird 1x 1 Meter groß. Die Kritzelei „… verboten Bilder von Irgendlink zu stehlen“, wird natürlich nicht auf das Kunstwerk gepinnt. Die Datei ist im hochauflösenden Original gut 1,5 Gigabyte groß. Klick aufs Bild zum Großmachen (nein, da erwarten Dich natürlich nicht die 1,5 GB).

Verboten

Geheime Botschaften in Bildern

Nun bin ich seit zwei Jahren auf dem billigsten, bzw. seit ein paar Monaten auf dem zweitbilligsten Server der Welt und immer noch hat mein treuer Ex-Hoster, 1und1, ein feines Gästebuch für mich bereit, in das ab und zu verirrte Spammer einen kryptischen Eintrag kritzeln. Ideal, um dort geheime Botschaften zu übermitteln, denn nichts eignet sich besser für den ambitionierten Steganografen, als verwaiste Weblogs und Gästebücher.

Habe mich heute intensiv mit Steganografie beschäftigt. Ein 50 kB großes Bild kann unbemerkt etwa 5 kB Text transportieren, also ungefähr 5000 Zeichen (mehr als ein Standard-Zeitungsartikel). In einem 5 MB Bild könnte man einen ganzen Roman huckepack nehmen, und es würde nicht auffallen.

Folgende Linux Konsolenprogramme kamen zum Einsatz:

  • stegdetect – Erkennung von Steganogrammen in .jpg und anderen Formaten
  • steghide – Erzeugung von Steganogrammen mit Passwort für .jpg und andere Formate
  • outguess – Erzeugung von Steganogrammen mit und ohne Passwort

Außerdem gibt es die Möglichkeit, Zipdateien zu erzeugen, die wie .jpg Bilder aussehen und auch so dargestellt werden. Hierbei ist die Größe der angehängten Textdatei egal, aber es ist auch auffälliger und leichter zu enträtseln.

  • zip botschaft.txt.zip botschaft.txt (erzeugt zip-datei aus botschaft.txt)
  • cat dateiname.jpg botschaft.txt.zip > botschaft.jpg (verbindet dateiname.jpg mit botschaft.txt.zip zu botschaft.jpg)

botschaft.jpg erscheint als Bild auf dem Monitor. Erst wenn man es mit unzip botschaft.jpg entpackt, erhält man eine Datei botschaft.txt zurück.

Flieger mit geheimer Botschaft

 

Das obige Bild ist eine zip-Datei, bestehend aus flieger.JPG und botschaft.txt

Die Linux-Konsole ist ein wunderbares Spielzeug. Und ein gediegenes Werkzeug. Mit Windows sollte das aber auch klappen.

Zwölf Stunden in einer Höhle, den Tod vor Augen

Nun dämmerts mir, warum ich all die Jahre seit 2000 nicht mehr rausgekommen bin, nur hie und da mal ein zwei Wochen in die Schweiz  radelte, das Land nicht verlassen habe und auf der Stelle getreten bin. Es sind die kleinen, feinen Termine, die das Leben zerstückeln, es in mundgerechte Portionen teilen. Eine coole Party hier, eine interessante Kunstausstellungsbeteiligung da, vom Arbeiten einmal ganz abgesehen.

Derzeit flattern viele interessante Briefe und Mails ein, die mir vorgaukeln, Mann, irgendlink, wenn du denn halben März, und den gesamten April und Mai dein Leben draußen in Europa vergeudest, dann versäumst du aber Gewaltiges. Zum Beispiel die, als Klassiker geltende Karfreitagsparty in der Kreuzberg-WG. Einfach ein Muss. Phototage in Pirmasens, sowie, der Gesundheit zu Liebe eine Woche Krankenhaus (der Doktor gab jedoch grünes Licht und sagte, kommense im Juni, ist ja nicht so schlimm). Letztlich wird es auch kein Kunstprogramm auf dem einsamen Gehöft geben, was wohl die schlimmste Zäsur ist … nein, nicht ganz. Im April findet in der Kreisstadt H., gleich nebenan ein äußerst interessantes Kunstereignis statt. Ich wurde eingeladen, an einem Projekt teilzunehmen im Rahmen einer Anne Frank Ausstellung. Der Ansatz des Projekts geht von der Situation aus, unter der Anne Frank ihr später weltweit beachtetes Tagebuch schrieb. Da es im Verborgenen unter ständiger Angst geschrieben wurde, und der Auseinandersetzung mit dem täglichen Leben in einer restriktiven Gesellschaft diente, haben die Organisatoren sich überlegt, Künstlerinnen und Künstler eine Nacht lang für zwölf Stunden in die Höhlen unter der Stadt zu bitten, um dort mit künstlerischen Mitteln auszudrücken, was kreativ tätige Menschen unter räumlich und zeitlich begrenzten Bedingungen hervorbringen.

Vor über zehn Jahren hatte ich schon einmal die Phantasie, eine gewisse Zeit im Düstren in einer Kammer oder gar einer Höhle konsequent und ohne Unterbrechung zu schreiben.

Ich weiß nicht, was dabei herausgekommen wäre. Ich weiß auch nicht, was heutzutage dabei herauskäme. Alleine die Vorstellung, man hat vielleicht wirklich nur noch zwölf Stunden Zeit und bis dahin muss alles erledigt sein, was man im Leben gerne getan haben würde, schnürt mir die Kehle zu. Vielleicht verfiele man in lähmende Angst, säße in der Hocke, murmelte seltsame Worte, betete?

Es ist jedoch gut, nach Italien zu fahren. Vielleicht ist es meine ganz persönliche Simulation, was würde ich tun, wenn mir nur noch zwei Monate Zeit blieben? Viel Zeit zum Nachdenken wird es bei einer solchen Alleinereise allenfalls geben. Und wer weiß, vielleicht führe ich das Experiment mit Stift und Kladde ja in einer coolen Höhle direkt am Meer in Gargano durch? Es wären ja nur 12 Stunden während einer ellenlangen Reise.