Quer durch’s Land

Irgendlink macht den Quer durch’s Land Test – mit Bahn und Fahrrad von Zweibrücken bis Bad Säckingen.
Aktuell rollt die Regionalbahn Richtung Karlsruhe, wo es zum dritten Mal „Umsteigen“ heißt. Sechs Stunden dauert die knapp dreihundert km lange Tour. Fünf mal umsteigen. Um Punkt 9:27:42 spuckte der Automat in Zweibrücken das 42€ Ticket aus. Plus fünf € fürs Radel. Am Automat blinkten Warnlichter, im Großraum Stuttgart sei mit Zugausfall und Verspätung zu rechnen. Eine Horrorfahrt im völlig überladenen Regionalexpress zwiscgen Karlsruhe und Offenburg kommt mir in den Sinn …

Mit Fahrrad am Bahnhof Zweibrücken

Nordseeradweg 2012 Dankesposter – Versendung verzögert sich

Fast auf den Tag ist es nun ein halbes Jahr her, dass sich Künstler Irgendlink – moi même – auf die über 6000 km lange Radstrecke um die Nordsee, den Nordseeradweg (North Sea Cycle Route / NSCR), seines Zeichens den längsten Radweg der Welt, begeben hat. Aus einem anfangs auf sehr wackeligen Beinen stehenden Kunstreiseprojekt hat sich innerhalb von vier Monaten ein appspressionistisches Kunstprojekt entwickelt, an dem täglich mehr als tausend Bloglesende mitfieberten.

Ihnen allen – Euch allen – möchte ich herzlich danken. Die Geschichte „Ums Meer 2012“ ist seit zwei Monaten zu Ende geschrieben. Ein Stück gelebte Gegenwart, das man noch immer verfolgen kann in den Archiven des Irgendlink-Blogs. Viele Lesende und Mitfiebernde haben das Projekt mit teils enthusiastischen Kommentaren, Anregungen und Diskussionen unterstützt und einige haben sogar den Spendenknopf in diesem Blog betätigt und mit kleinen und größeren Geldbeträgen das Livereiseprojekt auf dem Nordseeküstenradweg erst möglich gemacht.

Ich hatte ein Poster versprochen für diejenigen, die mich unterstützen – den, zwar wenigen, größeren SpenderInnen steht ein echtes Kunstwerk auf Aludibond zu.

Zwei Monate wollte ich mir dafür geben, die knapp 10.000 Fotos, die ich auf der Radtour um die Nordsee gemacht habe, aufzuarbeiten und in hochwertige Kunstwerke zu verwandeln. Die Zeit ist um. Gute und schlechte Nachrichten: Poster fertig, Versendung erst im November.

Auf dem Nordseeradweg 2012 – ein Stück gelebte Gegenwart, live im Irgendlink-Blog – am Ende steht Kunst

Letzten Samstag habe ich einen Probeabzug des Posters erhalten – ich bin mit dem Ergebnis höchst zufrieden. Gelungen ist ein serielles Kunstwerk mit 76 Einzelbildern, die ich zwischen April und Juli 2012 auf dem Nordseeradweg gemacht habe. In Frankreich, England, Schottland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland, Holland, Belgien, ja, auf dem Weg zum Meer sogar in Luxemburg. Ein kleines, privates, europäisches Künstlergroßprojekt. Täglich lieferte ich, mit Unterstützung der Homebase alias Sofasophia, einen Reisebericht von teils philosophischer Tiefe (Kommentator Emil hat den Begriff „Velosophie“ geprägt). Sicherlich wird Euch das eine oder andere Motiv bekannt vorkommen, wurde es doch in meinen täglichen Liveblogberichten hier auf diesen Seiten schon gezeigt.

Leider werde ich das Poster erst Mitte November zusenden können. Auch der Versand der Aludibond-Kunstwerke wird bis dahin warten müssen.

An dieser Stelle eine Vorschau auf das Poster, Größe 40×60 cm, signiert, limitiert auf 42 Stück, ca. 20 Exemplare sind käuflich zu erwerben.

Nordseeradweg 2012 offizielles Dankesposter
Nordseeradweg 2012 offizielles Dankesposter, limitiert auf 42 Stück

Hochsitz Kollektion – mit Hipstamatic auf Fotopirsch

Als serieller Fotograf beiße ich mich an verschiedensten Motivgruppen fest, wie im vorliegenden Fall am Thema Hochsitz. Hunderte Hochsitz-Bilder bevölkern meine Fotodatenbank.

Tausende Hausnummern, Zigtausende Straßennamenschilder. Natürlich sind solche seriellen Arbeiten ein Community-Thema. Wenn man Flickr und Co. durchsucht, wird man die ganze Pracht solcher Fotoserien entdecken. Mit einem Unterschied: es fehlt der konsequente Blick. Wenn man alleine an einer Serie arbeitet, wird das Ergebnis homogenisiert. Filter- und Perspektiveinstellungen sind nicht zu unterschätzende Faktoren, die die Harmonie einer Serie ausmachen. In der mobilen Fotografie habe ich mich fast ausschließlich der „Hipstamatic“ zugewendet. Eine Simulationsapp für quadratische Fotos ala Polaroid. Sicher das faszinierendste Programm auf dem iPhone.

Hochsitz Serie mit der Hipstamatic

Meist verwende ich zwei bis drei verschiedene Filtereinstellungen für ein und die Selbe Motivgruppe. Bei der Hochsitzserie gibt es immer eine Schwarz-Weiß Aufnahme und eine leicht übersättigte Farbaufnahme. Und meist mache ich von jedem Motiv auch noch ein Foto im Normalformat mit der Standard Kamera App.

Hochsitz über der Aare

Hochsitz auf der Weißen Triesch bei Zweibrücken

Hochsitz bei Nohfelden am Saarradweg, dem großen Saarlandrundweg
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Als Tagespendler auf dem Saarland-Radweg

Auf dem Rückweg von Türkismühle quasi als Pendler auf dem Saarland-Radweg, wieder im Zug. Zeittakt läuft wie geschmiert. Der Datenharvester (moi meme) hat großartige Bilder geerntet. Sogar komplizierte Gegenlichtaufnahmen gelingen. Die Kombination Fahrrad und Zug funktioniert, mal abgesehen von den Verbindungsproblemen beim Hinweg, ziemlich gut. Sieben Euro Zwanzig kostet das Ticket unermäßigt. Ich werdedie nächsten Teilstücke des Saarland-Radwegs ebenso erreichen. Zwischen Türkismühle bis zum nächsten Bahnhof in Mettlach oder Saarhölzbach sind es nur fünfzig Kilometer. So lässt sich arbeiten. Die Serie wächst. Ich bin sowohl mit den Fotoergebnissen, als auch mit den Ideen zufrieden.

Eines der wenigen Stücke, auf denen der Saarland-Radweg direkt an der Landstraße entlang führt: Nähe Freisen.

Saarland-Radweg bei Freisen

Rund um die Wutz – Saarland-Radweg bei Türkismühle

Dritter Tag auf dem Saarland-Radweg.
Die heutige Etappe führt von Türkismühle zurück nach Oberkirchen (nicht wie im Artikel zuvor erwähnt Oberthal). Per Zug zunächst von Homburg via Neunkirchen nach Türkismühle. Dort auf dem Saarland-Rundweg einsetzen.
In Homburg ungeplatzt: Kunstreisemorgenblütenträume, dass die Kombination Fahrrad und Bahn in Rheinland-Pfalz und im Saarland doch so praktisch ist. Radmitnahme kostet nix. Aber der Zug hat Verspätung, so dass mir der Regionalexpress in Neunkirchen vor der Nase wegfährt. Ich kann sogar noch den Türknopf drücken. Der Lokführer späht hämisch in den Rückspiegel und fährt.
Nun im Bummelzug, der durch so namhafte Orte gondelt wie Wiebelskirchen, Ottweiler, Niederlinxweiler etc. Ich wünsche dem ignoranten, hyperkorrekt pünktlichen Regionalexpresszugführer einen Maschinenschaden. Möge der Mob das Führerhaus stürmen. Ha.
Die Taktung der Welt wird mir insbesondere im eng verzahnten Liniennetz der Deutschen Bahn bewusst. Eine Minute zu spät und du kannst eine Stunde warten. Das passt irgendwie zu dem Bild der ewig rennenden Leistungsgesellschaft.
Dieses über ein langes Menschenleben antrainierte High-End-Gebaren, jede nur erdenkliche Lücke sinnbringend auszunutzen. Lemminge sind wir auf dem Weg zur Absprungkante. Als ob ich nicht glücklich sein könnte, einen Zug später zu nehmen. Immerhin bleibt hier Zeit, ein paar Buchstaben ins iPhone zu hacken.
Nachher auf dem Radweg werde ich zurückkehren in locker geschichtete Zeitzonen. Terminloses Land. Bummeln in künstlerischer Mission. Mein Plan: zum Endpunkt der vorgestrigen Strecke radeln, ca. 25 km schätze ich, und von da aus in 2,5 km Stücken den Radweg rund ums Saarland dokumentieren. Also von Türkismühle nach Oberkirchen und zurück lautet der heutige Plan.
Nun erfahre ich aus dem Zuglautsprecher, dass mein Bummelzug in Sankt Wendel einen Zwischenstop einlegt. Die Stimme des Zugsprechers klingt wie Hypnose. Du wirst gaaanz müüüde. Ich „verliere“ eine gute Stunde Arbeitszeit. Ganz Leistungsbürger, der ich bin, werde ich die Zeit „gewinnbringend“ nutzen.
Aus diesen Zeilen einen waschechten direkten Blogeintrag schustern. Bild muss her.

Der Saarland-Radweg bei Werschweiler

Meist über Waldwege, nur selten auf Straßen verläuft der Fernweg rund ums Saarland.

Saarland-Radweg am Ortseingang Werschweiler