Bootswrack halbgesunken und vertäut

Ausstellung Geschichte und Geschichten – Galerie Monika Beck

Bootswrack halbgesunken und vertäut
The Wellbound Wreck – Hipstamatic Foto von Jürgen Rinck 2012

Zehn limitierte Fotos aus der Serie Ums Meer zeigt Jürgen Rinck ab 6. Dezember 2014 in der Galerie Monika Beck in Homburg/Saar. Die appspressionistischen Kunstwerke sind 2012 während des Liveblogberichts um die Nordsee entstanden. Titel der anderthalbmonatigen Ausstellung ist Geschichte und Geschichten.

Statement:

Eine Liveblog Reise, die zunächst nur in Blogform und in den sozialen Medien in beinahe Echtzeit dargestellt wurde, dient als Fundament für künstlerischen Output in Form von literarischen Texten und geplant, manchmal auch zufällig verfremdeten Fotografien. Neben Collagen und Panoramabildern, die “On The Fly”, also während der dreimonatigen, live erzählten Reisegeschichte auf dem Smartphone entstanden sind, ist eine Reihe weiterer multimedialer Inhalte entstanden. Ein Video Ums Meer wurde im August 2012 auf dem LA Mobile Art Festival uraufgeführt. Mit schelmischem Augenzwinkern kokettiert der Begriff Appspressionismus mit  einer der bedeutendsten Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts, dem Expressionismus

Vernissage: Freitag, 6. Dezember 2014  um 18 Uhr. (Anmeldung bitte in der Galerie, natürlich kostenlos, oder hier per Kommentar – ich leite es dann weiter). Gemeinschaftsausstellung mit den beiden Fotografen Wolfgang Pietrzok und Thomas Schliesser.

Hashtag: #gugbeck

Adresse der Galerie Monika Beck
Schwedenhof | Am Römermuseum | Am Schwedenhof 4
66424 Homburg/Saar-Schwarzenacker.

Ausstellungsdauer: 7. Dezember 2014 bis 18. Januar 2015

Öffnungszeiten:
Mittwoch und Freitag 15-20 Uhr
schlaDo (Donnerstag) open End
Sonntag 15-18 Uhr
Und nach Vereinbarung

Infos über die jeweils aktuelle Ausstellung in der Galerie Monika Beck finden Sie hier.

Sofasophia appt - Zeichnung

Diesseits und jenseits der Umrisslinien

Sofasophia appt - Zeichnung
Sofasophia appt – Zeichnung

Flächen. Alles, was auf einem Blatt Papier dargestellt werden kann, besteht aus Flächen. Hab ich bei Paul Klee gelernt. Genauer gesagt im bemerkenswerten Zentrum Paul Klee in Bern, welches eines meiner Lieblingsmuseen ist, wie auch Klee einer meiner Lieblingskünstler ist. Ich weiß nicht, ob ich Klees Intention, reduziert auf den Spruch, alles, was auf Papier dargestellt werden kann, besteht aus Flächen, so minimalisiert wiedergeben sollte. Aber irgendwie passt diese einfache Weisheit ziemlich gut und zwar nicht nur aufs Zeichen, sondern auch auf das Schreiben, das Webdesign, ach, eigentlich sogar auf alles im Leben. Teile das, womit du dich beschäftigst ein in einzelne Flächen. Flächen haben Grenzen. So kannst du das eine vom anderen besser unterscheiden. Das Hobby vom Beruf, das Schreibprojekt vom Kunst- und vom Webprojekt. Dann kannst du dich diesen einzelnen, noch weißen Flächen widmen und sie ausmalen. Wie ich so da hocke vorm PC, in dem ein Projekt gerade skizziert wird, ich eine Pause brauche, zu Stift und Papier greife, galant mit den Füßen den Bürodrehstuhl um 180 Grad drehe, SoSo da sitzen sehe, wie sie auf dem winzigen Smartphonebildschirm ein bisschen vor sich hin tippt, habe ich die Flächensache derart bildlich vor Augen, dass ich ganz unvoreingenommen eine Art Trapez zeichne, was ihr Gesicht darstellt, darüber ein umgedrehtes U als Haare, eine Spindel für die Beine, Quadrate für die Kissen auf dem Sofa usw. Erstmal nur ein paar Flächen, schnell skizziert. Seltsamer Weise stimmen die Proportionen – wahrscheinlich pures Glück, denn ich bin ein sehr ungeübter Zeichner. Nachdem die Formen da sind, widme ich mich ihnen nach und nach, gebe ihnen Struktur und Farbe. Das Gesicht misslingt, weshalb ich es kurzerhand schwarz ausmale. Keine fünf Minuten und die Zeichnung ist “im Kasten”. Hey, das ist toll, lobt mich SoSo (du hast sooo geschickte Hände). Flächen. Ist das das Geheimnis, wie es funktionieren könnte mit den irgendlink’schen Baustellen? Grob skizziert wie in einem Kindermalbuch liegt das Bild des eigenen Lebens vor einem. Kühne, phantastische Projekte, wie etwa das Liveblog USA neben nüchternen Webseitenideen, für die schon der Domainname registriert ist, die aber noch jegliche Struktur vermissen lassen. Mein weitestgehend mit haardünnem Pinsel grau in grau skizziertes Schreibimperium, all die ungeschriebenen, angedachten Geschichten … ist so das Leben des Menschen eine einizige Formenschieberei, ein Ineinanderpuzzlen verschiedener Flächen? Auf  dem gestrigen Heimweg, gut dreihundert Kilometer Autobahnhatz, denke ich über den November, den Nanowrimo nach, reserviert als Monat, in dem man an einem Buch schreiben könnte. Und an mögliche Geschichten. Auch hier tun sich einzelne Flächen auf, die sich miteinander zu einem Gesamtbild arrangieren lassen. Könnte es auf diese abstrakte, paulkleeische Weise funktionieren, die Sache mit dem Schreiben, der Kunst, dem Beruf und dem ganzen Rest? (Auch dieser Artikel ist eines jener Puzzleteilchen – bis vor wenigen Minuten gab es nur die Umrisslinie. Nun ist er ausgemalt mit Buchstaben).

Kunststraßen - alle 10 Meilen ein Bild

Liveblog USA – mit dem Fahrrad vom Atlantik zum Pazifik

Wusstest du eigentlich, dass du dich mitten in einem literarischen Experiment befindest? Dass die Seiten, die du gerade liest, roh und druckfrisch sind, ja, dass sogar das, worüber in diesem Buch berichtet wird, gerade erst erlebt wird?

(Auszug aus dem Blogartikel Über das Liveschreiben – 17. Mai 2012)

Zweite Langstrecken Liveblog Reise  – Cycling USA

Nach der Umrundung der Nordsee im Jahr 2012, meiner bis dato längsten live gebloggten Radtour, habe ich mich lange gefragt, was denn als nächste große Reise auf dem Programm stehen könnte. Afrika von Nord nach Süd? Viel zu heiß! Vom heimischen Sofa in Zweibrücken nach Singapur? All die Grenzen, Visa, Krisengebiete schreckten mich ab. Der Fahrradhändler meines Vertrauens schlug gar vor, mich auf den Transhimalaya Trail zu begeben. Nicht sportversessen genug dafür.
Das eBook Take Care! von Hermine Stampa Rabe, hat mir schließlich den Floh ins Ohr gesetzt, die USA radelnd zu erkunden und darüber täglich in diesem Blog zu berichten, Fotos zu publizieren und wenn es die Netzverbindung zulässt, mich auch mal per Video oder Audiobeitrag zu melden. Schnell war die Idee skizziert. Von Virginia Beach am Atlantik würde ich der nahen Partnerstadt Zweibrückens, Yorktown, einen Besuch abstatten und dann immer weiter nach Westen radeln. Etwa sechstausend Kilometer führt der Liveblog-Trail über Richmond und Saint Louis bis nach Portland und darüber hinaus nach Seaside am Pazifik.

Falls die eingebettete Google Karte nicht angezeigt wird, hier der Direktlink.

Seit ich 2012 den sicheren Brotjob gekündigt habe, um als live schreibender Reisender und Künstler nach neuen Horizonten zu suchen, stellt die Hürde, ‘mal eben drei Monate unterwegs’ zu sein, kein Problem mehr dar. Kritischer ist jedoch die Finanzierung. Für eine USA-Durchradelung benötige ich mindestens sechstausend Euro. Wenn die Reise anschließend noch als Buch veröffentlicht werden soll und im Backend schriftgut.ch werkelt, um die Tippfehler, die das Schreiben auf einem Smartphonetouchscreen ab und zu mit sich bringt, zu eliminieren, dann sind mindestens nochmal soviele Euro notwendig. Eine grobe Überschlagung der Kosten bringt das hübsche Sümmchen von sechzehntausend Euro hervor. Nie und nimmer kann ein freischaffender Künstler, der es gerade so über die Runden schafft, so etwas finanzieren.

Crowdfunding und Sponsorensuche

Schon für die erste live gebloggte Reise auf dem Jakobsweg hatte ich ein Crowdfunding in Erwägung gezogen – vier Jahre sind seither vergangen. Die benötigte Summe konnte letztlich aus Eigenmitteln bestritten werden. Ein großzügiges Teilsponsoring half der Nordseerunde, das Licht der Welt zu erblicken.
Liveblog USA wird wohl die Grenzen der Selbstfinanzierung sprengen, weshalb wir im Dezember 2014 ein Imagevideo drehen.  Die Crowdfundingcampagne wird ab Januar/Februar online gehen. Vorab einen großzügigen vierstelligen Betrag auf das Projektkonto buchen zu können wäre hilfreich – hier käme der Dein Weg Award von ERGO gerade recht.

ERGO Dein Weg Award – die halbe Miete der feinen Künste?

Vorgestern lief mir, rein virtuell, eine Aktion der Versicherungsgruppe ERGO über den Weg. Der “Dein Weg” Award:

Sind Sie auch ein Mensch, der den Mut hat, seinen eigenen Weg zu gehen? Dann machen Sie mit: ERGO unterstützt Selbstverwirklicher mit dem Award „Dein Weg“

Bis 24. Oktober 2014 kann man sich online bewerben.  Also nix wie ran an die Online-Bewerbung. Zum Glück steht Monsieur Irgendlink mit seinen Kunst-Literatur-Hybrid-Projekten grundsätzlich in den Startlöchern. Dieser Blogartikel bildet den Auftakt für das geplante Liveblog Projekt USA. Ein erster Ruf in den Wald. Und wer weiß, vielleicht bekommt ja der Spruch Blogito ERGO Sum bald eine ganz neue Bedeutung, wenn es gelingt, die Jury von der Livereise zu überzeugen?

Die Kriterien für die Teilnahme an dem Award “Dein Weg” sind jedenfalls erfüllt:

Motivation: Ich will im Sommer 2015 drei Monate lang durch die USA radeln und darüber täglich live bloggen.
Mut/Selbsbewusstsein: Den Weg als Liveblogger, Künstler und Fotograf habe ich seit 2012 kontinuierlich ausgebaut und als Preis dafür die Sicherheit im Nine-to-five-Job geopfert.
Chance auf Verwirklichung: Mit der Live-Blogreise auf dem fast 7000 km langen Nordseeradweg habe ich 2012 bewiesen, dass ich drei Monate lang alleine radelnd bei Wind und Wetter nicht nur überleben kann, sondern auch noch eine packende, literarisch und künstlerisch ansprechende Reisedokumentation schreiben kann.
Und die Finanzierung? Hinterher wirst du stets sagen: Geld spielt keine Rolle :-)
Inspiration: Seit 2010 sind die Besucherzahlen auf dem Irgendlink-Blog kontinuierlich gestiegen – während Liveblogaktionen tendieren sie in den vierstelligen Bereich. Durch Facebook, Twitter und Youtube wird seit 2014 eine noch größere Zahl erreicht, die sich von der täglichen Berichterstattung von unterwegs begeistern lässt und ihre eigenen Wege der Selbstverwirklichung ins Auge fasst.

Zu guter Letzt ist es gewiss von Vorteil auf einem solch wagemutigen Unternehmen die schützende Hand eines verlässlichen Versicherers über sich zu wissen.

Welche Themen werden angesprochen?

Neben Kultur, Land und Leuten auf der anderen Seite des großen Teichs, rücken die Geschichten von Pionieren und Ausgewanderten - insbesondere aus meiner Heimat, der Pfalz und dem Saarland – in den Fokus. Wie sind die Leute in Amerika wirklich? Wie lebt es sich dort? Wovon träumt der ganz normale Durchschnittsbürger, was besorgt ihn, was erfreut ihn? Auch die sportliche Komponente der Reise spielt eine Rolle: die gesamte Strecke wird per Fahrrad mit Gepäck und Outdoor-Ausrüstung bewältigt.

Liveblogberichte auf irgendlink.de seit 2010

Seit 2010 verfolgt eine stetig wachsende Zahl von Mitreisenden Liveblogberichte auf irgendlink.de. Die Reisen führten per Rad  und zu Fuß quer durch Frankreich, auf dem Jakobsweg durch Nordspanien, drei Monate lang durch neun Länder auf dem Nordseeradweg, kreuz und quer durch Süddeutschland und Österreich ins Welterbe Hallstatt und zuletzt im Sommer 2014 per Rad und zu Fuß hinauf auf den Gotthard.

Social Media

Twitter – https://twitter.com/irgendlink
Facebook – https://www.facebook.com/jurgen.rinck.9
Google+ – https://plus.google.com/+JuergenRinck/posts

FAQ

Ist der Künstler ein Autor oder der Autor ein Künstler?

Mit dem Aufkommen der Neuen Medien um die Jahrtausendwende verschwimmen die Genres der künstlerischen Selbstverwirklichung immer mehr. Spätestens seit der Entwicklung dynamischer Webseiten und Blogsysteme lassen sich künstlerische, multimediale, musikalische und literarische Inhalte zu einem digitalen Konglomerat verdichten, für das mir vor einigen Jahren das Wort Appspressionismus in den Sinn kam. Vielleicht entwickelt sich ja daraus die Kunstrichtung des frühen 21. Jahrhunderts?

Was ist Appspressionismus?

Die immer beliebter werdenen sogenannten Apps, kleine Programme, die auf Smartphones und Tablets fast alles nur Erdenkliche wahr machen, die einen in die Lage versetzen, Musik zu komponieren, zu malen wie ein Profi, zu fotografieren und schreiben, sind der Namensgeber für den Begriff Appspressionismus (engl. Appspressionism). Mit schelmischem Augenzwinkern kokettiert der Begriff mit  einer der bedeutendsten Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts, dem Expressionismus.

Welche Referenzen hat Jürgen Rinck/Irgendlink?

Vita (ein CV als PDF kann per Mail angefragt werden)

Livebloggen? Ich will’s genauer wissen.

Hier findest du einen ziemlich persönlichen Text über die Liveblog-Geschichte seit 2009.

Warum ein gedrucktes Buch?

Weil ich an gedruckte Bücher glaube, weil ich das Gefühl liebe, etwas in den Händen zu halten oder es im Regal stehen zu sehen und es ohne Hilfsmittel wie Strom und Software betrachten zu können, und weil ich überzeugt bin, dass es immer Menschen gibt, die das genauso sehen wie ich.

Und nun? Nun kann’s losgehen.

Wusstest du eigentlich, dass du dich mitten in einem literarischen Experiment befindest? Dass die Seiten, die du gerade liest, roh und druckfrisch sind, ja, dass sogar das, worüber in diesem Buch berichtet wird, gerade erst erlebt wird? Dass es, außer der Idee für die Reise, die nur das Skelett ist, an dem das Fleisch wächst, aus dem die Geschichte besteht, keinerlei Plan gibt. Und selbst das ist veränderbar. Wird er weiterhin den Radweg Nummer eins nehmen, wie es die Idee “Ums Meer” vorsieht, oder weicht er aus in die Berge? Wird der Protagonist – ähm, ich, dein Autor und Geschichtenerleber – seinen Flug buchen können, die Fähre erreichen? Die Geschichte, die du gerade verfolgst, ist das Ergebnis einer mindestens zweijährigen Forschungsarbeit, in der ich mich peu à peu quasi selbst ausgebildet habe, die Operation am offenen Herzen der Literatur durchzuführen.

17. Mai 2012 – Über das Liveschreiben

Artist in Motion

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