Es ist wieder Fu77

Heyho, ich bin zurück. In Zweibrücken auf dem Hallplatz steht die Uhr immer noch auf Fu77. QQlka hat das letztes Jahr bei einer Kunstaktion entdeckt und ich finde es wirklich klasse, dass es in Zweibrücken eine Uhr gibt, die konsequent Fu77 zeigt. Ja, genau, die Uhr am Eckhaus mit der Apotheke.

Somit verkommt die Zeit zu einem steinernen Etwas, fast schon ein Monument im Atomuhrenzeitalter.

Und was ist sie gerannt, die Zeit, und wie sehr war sie zerschnitten (gesliced) vor dem Urlaub. Hier ein Termin, dort ein Termin, und dazwischen kaum Raum, um Luft zu holen.

Schon am ersten Urlaubstag war alles vergessen, als wir in Biel/Bienne aus dem Bahnhof traten, mit Marc Kuhn, bei dem wir übernachten wollten, telefonierten und er sagte, es wird gleich regnen.

Und es ward Regen. Was für ein Regen. Ein exorbitantes Gewitter schob sich über die nördlichen Juraausläufer. Die Gullies quollen über. Schirme wurden zerfetzt. Neben uns unter dem Vordach eines seltsamen Ladens drängten sich Menschen, schauten auf die Uhr, dann hinüber zum Bahnhof, nur 60 Meter entfernt, aber wer da durch muss, wird bis auf die Knochen nass, egal, ob mit oder ohne Schirm. Die Taxifahrer waren unwillens, das Auto zu verlassen und den Gästen beim Einsteigen zu helfen. Ein cooler Junge lief ganz langsam über den Platz, ich würde sagen, würdevoll langsam. Die logische Idee hinter seiner Tat: laufe ich schnell, werde ich genauso nass, wie wenn ich langsam laufe. Nässer als nass gibt es nunmal nicht. Da offensichtlich sein Zug bald abfahren würde, hat er sich für den coolen würdevollen Gang entschieden.

Mit einem Kawumm, wie es nur Gewitter in den Bergen vollbringen hatte unser Urlaub begonnen.

Fu 77, Sommerzeit

Als wären wir schon Wochen unterwegs. Diese staubigen Packtaschen, die abgewetzten Räder. Ein Stück freies Land voraus und Nudeln und Fertigsuppen im Gepäck. Die letzten Wochen waren komisch. Also nicht wirklich komisch, sondern komisch.

Höhepunkt war wohl der Hinfälligkeitsgau gepaart mit der Überzeugung, man sei sterblich. Das klingt verrückt. Aber Menschen mitten im Leben denken nicht an den Tod, außer etwas rüttelt sie wach, piesackt sie, zeigt mit dem Finger.

Süße arabische Musik dudelt. Auf dem Hof sieht es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. (Die Kombination arabisch – Bombe ist rein zufällig, lieber Verfassungssschutz).

Zettel mit wichtigen Rufnummern vor mir und einer Skizze mit Zugverbindungen. Die nächste Woche wird aus dem wohl-gefesligten Leben ausgeklinkt und am liebesten würde ich auch die Phase 3. Juli bis 24. August ausklinken. Theoretisch wäre das möglich. Flug Teneriffa und zurück würde gerade mal 190 Euro kosten. Das ist geschenkt. Ich weiß nicht, ob ich mich das traue. So lange weg und so viel zu tun.

Es bedeutete das Ende des Slicens.

Ich rede wirres Zeug und schweife ab.

Wie Wochenunterwegs sehen wir aus – und erkläre das mal einem Passanten: „Nein, ich komme direkt von zu Hause. Meine Hose ist immer etwas schmutzig und das Fahrrad ist schon alt weil es alt ist, neinein, ich war mal ein ehrbarer Mensch, ja wirklich, bis gerade eben, aber nun bin ich wieder draußen, draußen in der Welt, wo der Himmel bläut oder gräut oder rötet und die Regenwolken von Westen heranziehen und sich um alles, was unter ihnen vorgeht nicht das Geringste scheren.“

Erklär das mal einem alten Mann im weißen Anzug an irgendeinem Bahnhof in der Südpfalz, er wird es nicht verstehen.

Für den Katzter ist gesorgt. Journalist F. hat wieder zugeschlagen und einen Wolkenkratzer Sheba mitgebracht.

Journlist F. wir danken Dir!

Vielleicht sollte man das, was kommt immer unter dem Aspekt sehen: verändert es mein Leben? Will ich, dass etwas mein Leben verändert oder mein Leben sich?

Die Zone hinter dem Horizont ist ungewiss, aber das sollte einen nicht erschrecken.

Vielleicht sollte man weiters fragen: will ich sehen, was sich dahinter verbrigt, muss ich wissen, was als Nächstes kommt? Wird überhaupt etwas Nächstes kommen? Will ich, dass etwas Nächstes kommt?

Ja.

Ohne Nächstes macht das Vorhergehende keinen Sinn.

FU 77

Geslicte, zerstückelte Zeit.

QQlka sagte vorhin: „Mache ein Buch über die Kunststraßen“.

Und das wäre nun gut und gerne 12 Jahre Künstlerleben, die man da verpacken müsste. Ja, mein Gott, mit ein bisschen Geld und einem halben Jahr Arbeit müsste sich das doch realisieren lassen.

So träumt man von dem dicken schwarzen Buch, das den Weg dokumentiert.

Vieles im Leben funktioniert wie eine lange Fahrradreise. Tag für Tag ein bisschen mehr – so wächst der Horizont, ohne dass man es merkt. Scheinbar ständig bewegt man sich auf bekanntem Terrain und stößt trotzdem ins Unbekannte vor.

Ein, für viele unerträglicher Zustand ist womöglich die Ungewissheit: wird genug Geld auf dem Konto sein, finde ich einen Parkplatz, kriege ich den Job, reicht die Rente, gibt es Krieg, verliere ich den Job, was kommt als Nächstes?

So gehts dem Künstler mit den ungeschaffenen Kunstwerken. Irgendwie sind sie da, trotzdem nicht zu fassen. Von außen betrachtet ganz klar, dass die Dinge wahr werden in den Lücken der zerschnittenen Zeit.

Aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, sondern nur mich einfach mal wieder melden.

Neues vom Katzter gibts übrigens bei Journalist F.

Lightbox 2.0 Handhabung

  1. Add a rel="lightbox" attribute to any link tag to activate the lightbox. For example:
    <a href="images/image-1.jpg" rel="lightbox" title="my caption">image #1</a>
    

    Optional: Use the title attribute if you want to show a caption.

  2. If you have a set of related images that you would like to group, follow step one but additionally include a group name between square brackets in the rel attribute. For example:
    <a href="images/image-1.jpg" rel="lightbox[roadtrip]">image #1</a>
    <a href="images/image-2.jpg" rel="lightbox[roadtrip]">image #2</a>
    <a href="images/image-3.jpg" rel="lightbox[roadtrip]">image #3</a>
    

    No limits to the number of image sets per page or how many images are allowed in each set. Go nuts!

Anpassung CSS: in der Datei lightbox.css Zeile 79 bis 82 Hintergrundfarbe und Opazität (Durchsichtigkeit nur bei Firefox) einstellen. Für IE empfiehlt sich Hintergrund Transparent, weil Opazität nicht erkannt wird (Untergrund schimmert nicht durch, stattdessen wird volle Hintergrundfarbe dargestellt)

Die heilende Fleischwurst des Sandhändlers

Begibt sich, dass ich seit Montag darnieder liege und apathisch vor mich hin murmele, „Menschen, die ein Hochbett haben, sterben auf der Couch.“

Zwischendurch Imponderabilien erledigt, was fast alle Kraft kostet, aber was muss, das muss und geht auch.

Maltanten nerven telefonisch und ich erfahre nach und nach, was ihnen so alles bevorsteht in den nächsten Tagen und warum sie an diesem und diesem Termin nicht zum Treffen kommen können. Ich lege eine Maltanten-Ecxeltabelle an mit Geruchsproben. Das gibt mir ein stasistisches Gefühl der Macht.

Ein weiterer Imponderabilius war der Besuch beim Sandhändler, der nicht mehr abzusagen war. Man hievt mich auf den Traktor und bindet mir die Hände am Lenkrad fest, so tuckere ich hinüber in die kühlen Täler des Pfälzer Waldes, warte in der Sandgrube. Der Sandhändler biegt um die Ecke, steigt aus dem LKW, reißt eine Fleischwurst in der Mitte durch, streckt mir die eine Hälfte hin, „schon was gegessen,“ fragt er. „Nee,“ sag ich und denke dabei, wie könnte ich auch.

Nun hab ich aber die Fleischwurst schon in der Hand und will nicht unhöflich sein, also esse ich sie, erste feste Nahrung seit Tagen, in der Hoffnung, sie verursacht keine Magenkrämpfe.

Der Sandhändler belädt den Anhänger, bindet mich wieder auf dem Traktor fest, mein Magen grummelt, ich muss mich beeilen.

Irgendwie hab ich es dann doch nach Hause geschafft, legte mich sogleich auf die Couch und fuhr fort zu murmeln, „Menschen, die ein Hochbett haben, sterben auf der Couch.“

Der nächste Morgen.

Überlege, zum Arzt zu gehen.

Würde gerne was tun.

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