Schaffschuhverstecker

Er hat seinen Händen ewige Ruhe geschworen.

(gehört auf einer Party)

(Schaffschuhverstecker (saarländisch für Arbeitsschuh-Verstecker))

Kuhkaffrecherche

Hehe, beschäftige mich gerade beruflich mit Kuhkäffern (will eine Art Kuhkaffportal programmieren) und bin dabei aufs Partyalarm-Forum gestoßen: Kuhkaffwahl 2003.

Boa Leutz des is  sauuuu gut alder ned bös gemeint …

Vom Tod

Das offene Grab meiner Großtante, der Herbsthimmel und die fast kahlen Linden auf dem kleinen Dorffriedhof, die etwa 60 schwarz gekleideten Trauernden, Nachbarn, Freunde, ein bisschen Familie und der würdige Pfarrer, Hirte von etwa tausend Menschen irgendwo in der Nordpfalz.

Ich warf drei gelbe Rosen ins Grab, überlegte etwas zu sagen. Tschüss Tante, hätte ich vielleicht gerne gesagt. Aber ich habe sie kaum gekannt und fühlte mich von den anderen Gästen der Trauerfeier beobachtet. Also still die Hände übereinander legen, runterschauen, ein paar Sekunden warten, dann hinauf schauen zu den Linden wie sie vorm Grau des Herbstes zur Ruhe kommen. Das Hochschauen hab ich für mich getan. Ich mag es, zu den Baumwipfeln zu schauen und die große weite Welt dahinter zu ahnen.

Während der Trauerrede habe ich mehr über meine Großtante erfahren, als ich zu Lebzeiten über sie wusste. Das Brisanteste war wohl, dass sie nicht hätte kinderlos sein müssen. Mit 34 Jahren in den schlechten Zeiten nach dem Krieg war sie einmal schwanger, aber das Kind starb noch in ihrem Bauch. Der Pfarrer hat gut recherchiert aber mit den Worten, sie habe sich mit ihrem ersten Mann nicht verstanden, hat er ziemlich untertrieben. Geschlagen hat er sie. Also hatte sie sich scheiden lassen. Kein Platz für sowas in einer Trauerrede.

Die Tante ist nur fünf Monate nach ihrem zweiten, besseren Mann gestorben. Sie wollte nicht mehr. Als man vor kurzem sagte, man wolle das Grab des Onkels endlich einrichten – ich glaube es ist kaum zwei Wochen her – wolle es bepflanzen und einen Stein setzen, sagte sie, wartet, es dauert nicht mehr lange, dann müsst ihr es wieder aufreißen, es wäre schade um die schönen Blumen.

Letzten Samstag ist sie eingeschlafen.

Ist schon ein paar Tage her, dass ich jemandem gesagt habe, lebe hier und jetzt und damit meinte ich: lebe auf Teufel komm raus, nimm alles mit, mach dir keine Gedanken um kleingeistige Moral und versuche nicht die Erwartungen, von denen du vermutest, dass sie an dich gestellt werden, zu erfüllen. Eine kompromisslose Aussage war das und ich war auch nicht mehr ganz nüchtern, aber aus mir sprach die persönliche Erfahrung, dass einem grundsätzlich der Tod im Nacken sitzt und dass man ihm nur entgegen wirken kann, wenn man explizit nicht sterben will. Wenn man nämlich sterben will – so wie meine Großtante – und obendrein ein respektables Alter erreicht hat, dann klappt das auch. Es klappt sogar bei Menschen meines Alters, kürzlich geschehen mit der Künstlerin C., die einfach einen Giftcocktail geschluckt hat. Hat prima funktioniert. Über Künstlerin C. habe ich geweint, weil sie noch so jung war und weil sie so viel Leid erfahren hat in ihrem Leben, dass sie nicht mehr weiter wollte. Tante hat sicher auch Leid erfahren und wollte letztlich auch nicht mehr weiter.

Lebe hier und jetzt und was das Zeug hält, habe ich jemandem erzählt. Halt dich nicht zurück. Sei unverschämt (im Wortsinn), denn dein Leben ist dein einziges und du bist der Einzige, der ein Interesse hat, dass es auch glücklich wird, die anderen scheren sich einen Dreck um dich.

Wem hab ich das bloß erzählt? Oder war es etwa ein Selbstgespräch?

Während der Pfarrer von den Notzeiten nach dem Krieg erzählte blintzelte ich durch die Friedhofslinden in der Vermutung, dass dahinter eine große weite bunte Welt liegt mit all ihren Wundern, die es zu erkunden gibt, eine Welt voller Abenteuer und absonderlicher Gebräuche – ich glaube, ich dachte an eine Kasba im Süden Marokkos – wie eine Fatamorgana stand sie am Himmel. Seltsam, nicht?

Kein Titel

Der billigste Server der Welt war mal wieder down. Keine Ahnung warum. Nun schaue ich mich nach dem zweitbilligsten Server der Welt um mit fünffacher Kapazität. Dann gibts endlich mehr Bilder.

Das Wochenende war hart. Ich musste über die örtliche Musiktour berichten. Also Samstag elf Kneipen mit Lifemusik in 6 Stunden durchstreift. Mir war nach Nightdrift. Nette Mädels kennen gelernt. Halbwegs nüchtern aus der Sache rausgegangen und sonntags leider viel zu spät mit dem Schreiben begonnen. Anyway. In letzter Sekunde einen Artikel voller Fehler abgeliefert, in der Hoffnung, der Aushilfsredakteur findet sie. Er hat aber nur noch mehr Fehler reingemacht.

Nuja. Ich werd mich jetzt immer als Reporter ausgeben. Dann wirkt es nicht so merkwürdig, wenn man alleine rumsteht in ansonsten voller Kneipe. Ähm. Aber eigentlich macht das doch auch keinen Sinn, nur wegen wildfremder netter Mädels die Nacht zu durchstreifen. Ich sollte mich lieber auf die Nächsten konzentrieren. Die vergessenen, im Meer der Vergangenheit irgendwie auf Grund gelaufenen Menschen.

Hose machen, in die, wenn Wetter schlecht!

Z. Zt. läuft täglich gut ein Gigabyte Daten ein. Repros vom alten Bilderarchiv. Hat lange gedauert, bis ich eine Methode entwickelt habe, den Scanner zu umgehen. Schraub‘ das Ding auseinander und benutze den Durchleuchter, um Negative und Dias mit der Digitalkamera abzufotografieren. Heißt: statt zwei drei Minuten pro Scan dauert es nur noch zwei drei Sekunden.

Da lob ich mir Journalist F.s Rat zum Thema Zeitmanagement: 80 Prozent der Aufgaben in 20 Prozent der Zeit erledigen, sagt er. Paar Tage her und es war noch warm. Wir saßen auf der Südterrasse, fütterten die Katzen und kredenzten Würstchen und Fleischsnacks auf dem Lagerfeuer. Gestern kam dann die hysterisierende Meldung – oder wars vorgestern? – das Wetter wird schlecht. Die Meldung fühlte sich so grausam an, so schrecklich, dass ich überlegte, auszuwandern. Von Temperatursturz war die Rede und von Regen. Nuja, die Prognose der Wetterdeppen hat sich dann als glasklarer Sonnenschein bei leichtem Ostwind entpuppt. Aber mannomann, macht man sich in die Hose, wenn das Wetter sich ändert.

Wir sind doch alle krank.