„Ein Stecknadelkopf Hoffnung in einem Heuhaufen aus Verzweiflung.“
Was für eine bizarre Liebeserklärung – gefunden bei den Simpsons.
Artist in Motion
„Ein Stecknadelkopf Hoffnung in einem Heuhaufen aus Verzweiflung.“
Was für eine bizarre Liebeserklärung – gefunden bei den Simpsons.
Kürzlich bin ich dem anderen Journalist F. begegnet. In der Kleinstadt Z. gibt es nämlich nicht nur zwei führende Tageszeitungen, sondern auch zwei Journalisten F. Der eine Journalist F., mein Journalist F., ich will ihn den guten Journalisten F. nennen, arbeitet für die Eine der beiden führenden Tageszeitungen, der andere Journalist F., nennen wir ihn den bösen Journalisten F. arbeitet für die Andere der beiden führenden Tageszeitungen. Genau wie die beiden führenden Tageszeitungen, stehen auch deren Journalisten miteinander in Konkurrenz.
„Treten wir beide also gegeneinander an heute,“ begrüßte mich der böse Journalist F.
„Nuja, was heißt antreten,“ versuchte ich zu beschwichtigen, denn Konkurrenzsituationen sind mir von Natur aus zu wider, „ich würde eher sagen, einer von uns beiden verschwendet seine Zeit.“
Irritiert, vielleicht sogar ein bisschen bestürzt, er könne derjenige sein, der seine Zeit verschwendet, fragte der böse Journalist: „Wie meinen sie das?“
„Nun, wir sind beide am gleichen Ort, sehen das gleiche Ereignis, werden über das Gleiche berichten. Doppelte Arbeit also. Wenn nur einer schreiben würde und an beide Zeitungen liefern würde, wäre eine Arbeitskraft gespart und der Eine, der schreibt, würde das Doppelte verdienen.“
Der Gedanke ließ mich nicht mehr los um die Funktionsweise des wirtschaftlich-gesellschaftlichen Lebens versus Effizienz der Sache. Ich bin ein wirtschaftsliberaler Kolaborateur in einer garstigen Welt, ganz Unten zudem in einem großen Getriebe ohne Differenzialsperre.
PS: Gut und Böse dienen in diesem Artikel einzig der Unterscheidung und sagen nichts über die Charaktereigenschaften der beiden Kollegen aus.
Das Rechtschreibungsbeispiel im letzten Beitrag verdeutlicht es: Filter verbessern das Endergebnis. Ein Schreiber, der den Duden nicht auswendig kennt liefert einen Beitrag an den Filter Redakteurin, die vermutlich den Duden auswendig kennt, aber auch nicht unfehlbar ist. Die Redakteuerin widerum stützt sich auf eine sündhaft teure Software, einen wohlprogrammierten Filter, der sämtliche Auffälligkeiten in einem Text markiert und ihr beim Feinschliff hilft.
Das Content-Managementsystem Drupal funktioniert ebenso mit Filtern. Menschen ohne HTML-Kenntnisse können ihre Homepage über den Webbrowser pflegen. Das System stellt für die verschiedenen Inhaltstypen (i. d. R. Seite, Artikel, Bild) vorprogrammierte Filter bereit, die Zeilenumbrüche, fetten und kursiven Text, Links usw. eigenständig ins HTML-Format konvertieren (im Gegensatz zu den meisten Wysiwig-Editoren sogar in wohlgeformtes, gültiges HTML). Drupal geht noch viel weiter. Mit Hilfe von Zusatzmodulen kann man selbst so komplizierte Filter benutzen wie etwa den Google-Maps- Filter. Wenn der eingeschaltet ist, erhält man als Ausgabe eine waschechte, selbstprogrammierte Google-Map mit eigenen Bildpunkten und Routen.
„Bullerbüsche“
Das Wort hat Redakteurin D. kreiert nach einer Steilvorlage durch mich – aus „vielleicht wandelt der eine oder andere zwischen gelben bullerbüschen Getreidefeldern“, dem letzten Satz meines Lindgren-Artikels, hat sie kühn „vielleicht wandelt der eine oder andere zwischen gelben Bullerbüschen.“ fabriziert.
Äußerst fruchtbare Zusammenarbeit, wie ich finde. Die „Bullerbüsche“ passen auch prima zu der Eigenschaft „langstrumpfesk“, welches weiter vorne im Artikel vorkommt.
Wie schreibt man so etwas eigentlich richtig: „Merkelsche Regierungszeit merkelsche Regierungszeit oder Merkel’sche Reg…“
„Niedrigpreissegmentkünstler“ – so wurde kürzlich Künstlerkollege B. in einer Galerie von einem Möchtegernkunstsammler bezeichnet. Dabei hatte Künstler B. in der Einzelausstellung eigens die Preise verdoppelt.
Noch verwunderlicher: der Möchtegernkunstsammler hat auch noch ein Bild vom Niedrigpreissegmentkünstler gekauft.
Somit hat sich Möchtegernkunstsammler als Möchtegern-niedrigpreis-segment-kunst-sammler geoutet.
Das ist doch starker Tobak für den Zettelkasten?