Rundfunkfolter, Ohrenschwanzsuppe und Ohrenmaulsalat

Erschreckt stellt Herr Irgendlink fest, dass er der Erfinder der „Rundfunkfolter“ ist. Der einzige Treffer unter diesem populären Suchbegriff landet in Irgendlinks Weblog.

Was nächst? Wird Monsieur konsequenter Weise noch die Fernsehfolter, die Tageszeitungstortur und das Boulevardpressenmartyrium erfinden? Als Schöpfer des Kulturmasochismus gilt er spätestens, seit er sämtliche qualvollen Kulturveranstaltungen besucht und darüber schreibt – um des lieben Eurocents willen – die die Stadt Z. zu bieten hat.

Übrigens: sicher werden auch Begriffe wie Ohrenschwanzsuppe und Ohrenmaulsalat in den gängigen Suchmaschinen nur auf dieses Weblog leiten.

Bloß wer sucht schon nach Rundfunkfolter, Ohrenschwanzsuppe und Ohrenmaulsalat?

Der Duden muss einmal mehr neu geschrieben werden.

Auf die Knie!

Besser gesagt auf den Bauch! Von ganz unten im Schmutz des Feldwegs per Weitwinkel fotografiert: der Birnbaum östlich des einsamen Gehöfts. Aufnahme nur wenige Meter vom Birnbaum entfernt – Herr Irgendlink ist endlich in der Perspektive angelangt, die ihm entspricht – Mitten im Bild, im Schmutz der Straße.

Jürgen Rinck- Birnbaum 2008

Von der Kastration

Das Segment ist die Kastratur des Kreises.

Ein Großwort, sicher wert, in den Zettelkasten aufgenommen zu werden.

Das Thema dieses Aufsatzes ist Kastration:

„Morgen gibt es Ohrenmaulsalat“, konstatierte Vater Irgendlink im wilden Ohrenzwickspiel mit Neffe Irgendlink. „Und morgen gibt es auch Ohrenschwanzsuppe“, fügte Monsieur Irgendlink hinzu.

Nun würde eine Abhandlung folgen über den Ochsen, jenes Tier, das dem Menschen über Jahrhunderte die Karren aus dem Dreck gezogen hat und geduldig ohne Hoden seinem Herren diente.  Herr Irgendlink möchte der Leserschaft diese Abhandlung, die von Fachkauderwelsch nur so strotzt, ersparen.

Fachliterarische Kastration nennt sich das.

Betonpranger – Maria vs. Moni

Was sind Autobahnbrücken anderes, als moderne Pranger, Betonpranger? Die Maria-Diffamierung wurde vor Kurzem mit olivgrüner Farbe überpinselt. In den Nebenrollen übrigens: Gabi und Micha.

Herr Irgendlink arbeitet an einer Fotoserie, Arbeitstitel „Böse Buben, böse Mädchen“, die den diffamierenden Klagespruch in verschmutzten Bahnhofsunterführungen thematisiert. Knallhart enthüllt der Künstler, wer mit wem fickt, und gibt schamlos die Namen all derer preis, die im Knast gesessen haben.

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