QQlka baut das Glück

Baldachinspinnen weiben im späten Herbstlicht. Die Luft funkelt von Fäden. Im Hintergrund das Murmeln der Freunde, die hin und her weben, aufräumen nach dem Konzert, Dinge packen. QQlka hat das Glas mit den hölzernen Kaffeeumrührstäbchen neben sich gestellt, daneben ein Wollknäuel. Mantrisch und ohne sich ablenken zu lassen umwickelt er die Stäbchen, konstruiert ein wollhölzernes Fachwerk, zudem schrillbunt wie die neumodisch vielfarbige Wolle es vorgibt. Nichts kann ihn ablenken. Wir halten ein abgehackt harmonisch ruhiges Schwätzchen. Es gibt nichts zu tun. Eine von Taten befreite Situation. Freihändig gerauchte Zigarette. Aber volle Konzentration auf Wolle und Holz. Ein Rhombus wächst oder ein Gebilde, das mathematisch nicht erklärt werden kann. Was wird das fragt einer im Vorbeigehen. Das wird das Glück, sagt QQlka. Das macht doch keinen Sinn, lacht der andere. Stimmt. QQlka webt weiter, die regenbogenfarbenen Innenstreben des Glücks, unsauber herausragende Außenkanten, ein unberechenbares kleines fragiles Fachwerk. Ist das da ein Nullstab, blökt jemand anderes im Vorbeigehen und piekst mit dem Finger gefährlich drohend mitten in die Konstruktion. Das Glück hat keine Nullstäbe. Wir trinken Kaffee draußen vor dem Haus weitestgehend schweigend bis QQlka schließlich das Glück für fertig erachtet, es am letzten Wollfadenstück aufhängt, damit sich die Baldachinspinnen daran machen können. Hier hängt es nicht gut, hier ziehen die Winterstürme herein. Was wenn das Glück runterfällt und kaputt geht?

Dann bauen wir ein neues, sagt QQlka.

+++ so geschehen nach dem Kunstzwergfestival 2013 auf dem Rinckenhof +++

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Die selbsterfundene Pentatenkurve

Um wievieles unwahrscheinlicher ist es, mit fünfzig fünfundfünfzig zu werden, als mit vierzig fünfundvierzig, mit dreißig fünfunddreißig und so weiter? Gibt es Auffälligkeiten in der Pentatenkurve mitten durch die Leben?

Bloglords und ihr „täglich frisch“

Unter Druck! Wenn man ein Blog zu lange vernachlässigt, geht es einem wie einem Landlord, der seine Ländereien verwahrlosen lässt oder den Besitzern von leerstehenden Mietshäusern: das Blog wird besetzt von Bloglosen oder Punkern. Sie nehmen den Blogstromzähler auseinander und fummeln ihre Audio-Anlage irgendwie an die losen Stromkabel und machen laute Musik. Ihren Straßenkötern geben sie einen eigenen Raum zum Spielen. Überall liegen Matratzen – sie schlafen bis in die Puppen, hängen Piratenflaggen aus dem Fenster. Nie spülen sie das Geschirr. Den Müll schmeißen sie auf der Rückseite des Blogs in den Hinterhof. Im Kommentarstrang häufen sich die Einträge „Eh Alda hasde ma ne Maak?“

Das Leben eines Bloglords, Aristokratie hin, Aristokratie her, verpflichtet. In Kürze wird es wieder etwas belebter im virtuellen Reisesalon des Marquis d’Irgendlink moi même.

Selfie

Das englische Wort des Jahres 2013 heißt angeblich „Selfie“. Ein Selfie ist ein Selbsportrait mit dem Handy oder Smartphone.
Voila Monsieur Irgendlink. Mit Mütze vor Pfütze und Sonne im Rücken …

Schatten des Reisekünstlers Irgendlink auf Acker mit Pfütze
Was noch? Ein leichtsinniges Betriebssystem-Update hat das Fon in einen Energiefresser verwandelt. Eine Livereise wie 2012 um die Nordsee wäre nun nicht mehr möglich. Es besteht die geringe Hoffnung, dass ich mein altes Arbeitsgerät durch Veränderungen der Grundeinstellungen wieder nutzbar machen kann. Der Betatest für eine neue Form der Liveübertragung ging leider schief. Aber so ist das nunmal mit den Pionierstaten. Ungegangene Wege müssen entbehrungsreich, ab und an gar gefahrenvoll begangen werden.
Immerhin bringt die neue Software auch viele gute Neuerungen: bessere Fotofunktionen und eine exorbitant einfache Tracking-App, die ich für die neuen Livereiseprojekte in diesem Jahr unbedingt einsetzen möchte. Hier einige Bilder, die während des heutigen Techniktests ins Netz gegangen sind. Dieser Beitrag ist übrigens der Blogsoftware-Test.
Hochsitz, wegen Gegenlicht und Schattenlage mit der App Hipstamatic sehr schwer zu meistern
Hochsitz
Stacheldrahtzaun umgibt ein verlassenes Militärgebäude.
Stacheldrahtzaun im Gegenlicht
Ein verwüstetes verlassenes Militärgebäude in Zweibrücken
Ein verwüstetes verlassenes Militärgebäude in Zweibrücken
Kot is Poetry by Heiko Moorlander – gefunden in den „Killing Fields“ Zweibrückens – sprich auf dem Truppenübungsgelände.
Kot is Poetry by Heiko Moorlander
Nachtrag: die Stromversorgung ohne Tracking scheint stabil. Bildbearbeitung und Blogsoftware, sowie seit zwanzig Minuten an diesem Artikel schuften, beansprucht den Akku offenbar normal, vielleicht sogar weniger? Am Nachmittag war versehentlich der Hotspot eingeschaltet. Womöglich hatte er den Akku angefressen?
Der unterbelichtete Hochsitz mit Dynamic Light und der nativen Fotoapp bearbeitet:

Hochsitz by Irgendlink