Nachtrag Viralmarktangebot

Ich hatte einfach keine Lust, mich um Produkte zu kümmern, die mich nichts angehen. Ihr werdet also nie erfahren, was sich hinter dem Begriff Postercollage verbirgt – eine schreckliche Erfindung dürfte es allemal sein – bäh, ich stelle es mir gerade vor: 30 schlechte Hobbyhochzeitsschnappschüsse in ignorantem Layout auf ein Blatt Papier gedruckt – igitt.

Wir sind wie Erdreich, von Angst durchsickert.

Mit den Kollegen W. und T. nach der Arbeit noch durch einen Restpostenmarkt geschlendert. Es erhelle das Gemüt, sagt man, denn das Glück sei greifbar nahe in solchen Märkten.

Es gab Deutschland-Tassen, Fähnchen, Schuhe, billige Kunststoffdinger, bei denen man lange nachdenken muss, wofür sie gut sind.

Draußen vor der Kasse stapelte eine Palette, an der ein Zettel klebte: „Abgelaufene Artikel zum Mitnehmen.“ Auf der Palette lagen Kinderspielzeuge mit integriertem Bonbonbehälter, schön bunt, ein paar Tafeln Schokolade und etliche Apfelsaftpacks.

„Das kann man wohl einfach so mitnehmen?“ rätselte T. und langte nach einem Tetrapack Apfelsaft.

Just, als sich eine Kinderhand aus dem Off zwischen uns hindurchreckte, scherzte ich: „Und wenn man daran stirbt?“

Die Kinderhand erstarrte, ich schaute mich um, blickte in erschrockene Mädchenaugen.

Was will uns dieses Gleichnis sagen?

Ist es nicht jenes erschrockene Mädchen in uns allen, das hysterisiert und hypochondrisiert seinen Weg durch den Djungel aus Information finden muss? Information, die oft aus Profitgier, oder – wie im Gleichnisfall – aus Flapsigkeit unbedacht gestreut wird?

Ich bin das kleine erschrockene Mädchen der Informationsgesellschaft.

Ich habe Angst vor Zecken, BSE, Ausländern, Amerikanern, Kohlendioxid, schmelzenden Polareiskappen, Atomkraftwerken, Finanzämtern, amerikanischen Präsidenten, Selbstmordattentätern, Kurzhaarigen, Stiefelträgern und vor diesem kleinen Wurm, der einem durch die Fußsohle unter die Haut kriecht und sich in der Leber einnistet, wenn man in Afrika barfuß durch eine Pfütze stapft.

Marketingdingsda – Nachtrag

Auch das Wörtchen Viralmarktschreier hat es nach nur 12 Stunden auf Platz eins bei der Suchmaschine geschafft.

Hinter Viralmarktschreier müsste sich ein Produkt verbergen. Mit einer Viralkampagne würde man das Wort in aller Munde bringen und hätte für kurze Zeit einen Vorsprung bei den Suchmaschinen ermoogelt?

Funktioniert so die Marketingbübchenrechnung?

Grübelnd über Marketingdingsda

Viralmarketing heißt: ähnlich wie bei der Verbreitung von Krankheiten Botschaften zu übermitteln und während der Kampagne so viele Menschen wie möglich anzustecken. Gut geht das in sozialen Netzwerken ala xing oder werkenntwen, in der Weblogszene oder auch per guter alter Mundpropaganda. Viralmarketing ist nicht zwingend ein Internetding.

Suchbegriffe, Problem: wenn man unter einem populären Suchbegriff gefunden werden möchte, etwa „Fotografie“, so taucht man in einer Liste von 100.000 Einträgen auf. Logisch, dass man hier nicht gefunden wird.

Wenn man jedoch unter dem Begriff Shaißweiß gefunden werden möchte, so steht man bei der Suchmaschine mutterseelenalleine. Aber den Begriff Shaißweiß gibt niemand als Suchbegriff ein, da es das Wort bis vorgestern nicht gab.

Überlegung: kombiniere unikaten Suchbegriff mit Viralmarketing-Kampagne (für ebendiesen Suchbegriff) und schon wirst du, zumindest für kurze Zeit in den Findlisten ganz oben stehen?

Komischerweise hatte ich – ohne darüber zu wissen – für meine Appeltalseite eine ähnliche Kampagne ins Auge gefasst.

Aber nun, da ich mit wehendem Haar durch die Lohnsteuerklasseeins surfe, ist dass alles viel zu weit weg.

Viralmarktschreier Irgendlink

Vorhin erreichte mich folgender Elektrobrief:

Hallo Irgend,

Wir sind über Ihren „irgendlink“ Blog auf Sie aufmerksam geworden und wollten anfragen, ob Sie für uns das neuste Angebot eines Online-Fotoservices testen möchten. Wir sind das Bloggernetzwerk dot-f. (www.dot-f..com), eine bunte trendbewusste Community, immer offen für Neues, und unabhängig in ihrer Meinung. Wir lassen interessante Produkte von Bloggern testen. Uns interessiert dabei Ihre ehrliche Meinung.

Bei dem Produkt handelt es sich um ein Fotocollage-Poster mit einem Gegenwert von über 20,00 EUR, welches Sie bei Interesse kostenlos bekommen ebenso wie ein kleines Spezialangebot für Ihre Blog-Leser.

Da Sie Sich selbst als Foto-Künstler bezeichnen und viele ihrer Einträge mit Fotos auflockern, dachten wir, Sie wären der Richtige, um das Produkt zu testen.

Wenn Sie Lust haben, bei dieser Testaktion mitzumachen, melden Sie Sich bei uns und wir schicken Ihnen weitere Infos!

Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Freue mich auf Antwort,

Viele Grüße

S.

Bevor ich auf das Angebot eingehe, frage ich doch erstmal die beiden Leser dieses Blogs: Seid Ihr interessiert an dem kleinen Spezialangebot?

Verflixtnocheins – warum handelt es sich bei dem Fotoposter nicht um die Nikon D 300 – das Angebot sie zu testen würde ich im Leben nicht ausschlagen.