Zweibrücken-Gibraltar 2010 Tag 4

Tag 4 – 23.4.2010

Attigny – Preigney

… bin in Claudon wie 2000. Sehr ruhige Gegend. Gut übernachtet wild zeltend bei Attigny. O,5 Grad heute Nacht. Aber nun recht warm und sonnig. Passanten: Frau mit Sonnenhut s’Wetter wird wonnengut. Gendarme lächeln, ein Schrotthändler … (aus einer SMS am Vormittag).

… bin aufem Zeltplatz bei Preigney … (aus einer SMS am Abend).

… kann hier das Telefon von den Leuten benutzen, die den Camping betreiben. Scheint, als sei ich der erste Gast. Ist alle renoviert hier.“ Viele viele Bilder habe er schon gemacht, über vierhundert mit der Nikon, sagt Irgendlink. Und mit dem iPhone auch schon fast hundertfünfzig! Mehr als vor zehn Jahren auf der ganzen Reise. Am liebsten würde er nur noch mit dem iPhone fotografieren, gestand er lachend. Das Ding sei so handlich. Aber viele Sujets verlangen eben nach der D300, natürlich , die Qualität sei eben schon viel besser. „Weißt du, diese Strecke will von mir fotografiert werden. Ich schick dir gleich noch n paar Bilder fürs Blog … Heute habe ich mir vorgestellt, dass du neben mir radelst. Eine wunderschöne Gegend, die dir bestimmt gefallen würde. Einfach auch für Rundfahrten ideal … Ich könnte daraus glatt ne Touristrecke machen … (Irgendlink live, 23.4.2010).

Eigentlich läuft alles bestens. X Jahre Reiseerfahrung trifft auf 15 Jahre Fotoroutine, gutes Wetter, eine künstlerische Stilvorlage und natürlich auf diese wunderbare Gegend. (…) Gestern gab es frischgepflückten Löwenzahnsalat mit einer Fertigsoßenmischung bei Aldi. Mir ist ein geniales Gourmetessen gelungen. Faustformel für gutes Reiseessen: Hast du Zwiebel und Zucchini, ist der Erfolg garantiert. Sitze nun auf meine Zeltplatz (Koordinaten N 47.45.066 – E 5.46.398). (…) Der Campingplatz hat, finde ich, mehr als 2 Sterne verdient. Picobello sauber, im Waschhaus frisch gestrichen, freundliche Besitzer. Kostenpunkt für den Europenner-Reiseradler: 6.90€ … haha, das fühlt sich fast so günstig an wie die 7 Franc, dich ich vor 10 Jahren in Feurs bezahlt habe. Alles nur eine Frage der Maßeinheit … (aus Irgendlinks Reisetagebuch vom 23.4.2010, fotografisch übermittelt).

Das Strassennamenbild ist pour Bruno et sa Femme, denen ich kurz vor dem schönen Ort Passavant begegnet bin. Leider ist es nicht das schönste Bild – auf der Nikon sind viel malerische Bilder aus Passavant (aus einer Mail von Irgendlink, 23.4.2010).

Ormoy

… kurz vor Jussey-Gare

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Tag 4 Von Attigny nach Preigney (pdf)

Zweibrücken-Andorra 2000 Tag 8

23. April anno 2000.

Mein neues Sprichwort: Auf Regen folgt Gegenwind – und umgekehrt! So, Kaffee ist fertig. Es dampft das Wasser, dampft das Zelt voll. Habe gestern extra haltbare Milch gekauft, keine frische, weil ich Angst hatte, sie würde sauer. Man sollte eben besser den Wetterbericht hören … Dieser Tag ist gut für meine Haut (Sonnenbrand). (…)

Ich habe keine Lust mehr, Schnecken abzurichten, ihnen beim Kriechen zuzusehen oder über Kunst nachzudenken.
Schnecken sollen sehr alt werden können – 13 Jahre hab ich mal gelesen.

Was ist ein Künstler? Christo? Ist er NOCH Künstler oder hat er sich von dieser Daseinsform weit entfernt? Einer, der heutzutage Hufeisen fabriziert, ist der ein Schmied? Oder hat er sich von Daseinsform des Schmiedes gelöst und ist Geschäftsmann? Einer, der auf Karten träumt und im Internet sich die Welt anschaut – ist er ein Reisender? (Tagebuch vom 23.4.2000)

Merke: Regen auf mein Zelt muss nicht bedeuten, dass man es nicht verlassen kann. Im Nieselregen fahre ich bis in den späten Abend noch etwa 40 Kilometer, kurz vor Sonnenuntergang lugt die „gelbe Sau“ doch tatsächlich zwischen dunklen Wolken hervor. Die Campingplatz-Suche gestaltet sich schwierig. In Feurs werde ich auf einem unverschämt billigen Platz für 7 Franc (ca 1,20 Euro) pro Nacht fündig. Die Disco nebenan daddelt bis 3 Uhr nachts, betrunkene Mädchen krähen mit einem verrückten Hahn um die Wette. Ich verstopfe mir die Ohren, verfluche das Partyvolk und billige Zeltplätze, Regen, sowie den Weg, der noch vor mir liegt ;-)

Zum Weiterlesen …

Teil 2

Tag 8 -> Villerest bis Feurs (ein absolut verregneter Tag)

Zweibrücken-Gibraltar 2010 Tag 3

Tag 3 – 22.4.2010

Marainviller – (Darney, EDIT, 23.4.2010) Attigny

… hier zwei Fotos. Das erste von der Allee 2 km vor Bayon, heute ca 12 Uhr …

… das zweite von der Kirche in St. Louis, einem Dorf oberhalb von Artzviller. Dort bin ich gestern von der Route abgewichen, nur um das Schiffshebewerk zu sehen. Total steil. Und das Hebewerk konnt ich nur mit verrenktem Hals mal sehen, weil eingezäunt und verschaubudet (aus einer Mail vom 22.4.2010)

Ca. 14:30. Mittagspause in Brantigny. Ab und zu fährt ein Auto vorbei. Tauben gurren auf dem Kirchdach, Kinder spielen im Brunnen, nebenan gärtnert jemand. Was habe ich alles links liegen lassen auf der Tour 2000. Langsam dämmert mir, dass das eigentlich Ziel allen Vorankommens vielleicht „Stillstand“ heißt. Langsamer, langsamer, langsamer werden und in seiner Beobachtung präziser und fürsorglicher. (…) alles läuft rund auf dieser Tour. Die High-Tech (iPhone, GPS, Digicam, Solarzelle) funktioniert besser als erwartet. (…) Gerade spüre ich, wie wichtig das Innehalten, das Trödeln ist. Das Verharren nimmt einem die Spannung. Fast wie bei einer Stromquelle. (…) Je größer der Unterschied, desto höher die Spannung. Wenn man eine lange Reise zu einem weitgesteckten Ziel in viele kleine Start und Ziele unterteilt, teilt man auch die Spannung (Anspannung) (aus Irgendlinks Reisetagebuch vom 22.4.2010, fotografisch übermittelt).

Habe gerade die Saône überquert auf D460 Richtung Darney. Vielleicht ist dort ein Zeltplatz. Wenn nicht, gehts weiter via Attigny nach Montigny. Wetter noch gut, kühl und Rückenwind. Hier in der Nähe ist übrigens die Saônequelle. Wenn ich es leicht haben wollte, müsst ich dem Rinnsal folgen bis zur Rhône (aus einer SMS vom 22.4.2010).

Später: Bin nun in Darney … (aus einer SMS vom 22.4.2010).

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Zweibrücken-Andorra 2000 Tag 7

22. April anno 2000, ein windiger Tag bis zur Loire. Wegen des starken Widerstandes breche ich die Etappe am Nachmittag ab und quartiere mich auf dem Campingplatz Villerest in der Nähe der Staumauer an der Loire ein. Lese im Zelt, döse, schlafe, erhole mich. Regen setzt ein. Den folgenden Tag verbringe ich bis ca. 15 Uhr im Zelt, dösend, lesend, schreibend, nachdenkend und die Reise in Frage stellend.

Zum Weiterlesen …

Teil 2

Tag 7 -> Motte aux Chennes bis Villerest

Zweibrücken-Gibraltar 2010 Tag 1 und 2

Tag 1 – 20.4.2010

Zweibrücken – La Petite-Pierre

Beste Laune. Endlich unterwegs, endlich wieder Reisender, Eurodingsda auf der (Sinn)Suche. Von Zweibrücken über Hornbach nach La Petite-Pierre.

Bin als einziger Gast auf dem Camping Imsterfeld bei La Petite-Pierre. Totenstille!, smst Irgendlink mir abends per iPhone.

Diese Weite, gestern …, sagt Irgendlink heute. Durch diese Ebene zu fahren … schwer zu beschreiben. Es macht mich demütig. Durch diese weite Landschaft zu fahren, war irgendwie … hum, es war beinahe beängstigend …

Tag 2 – 21.4.2010

La Petite-Pierre – Marainviller (Wildzelten auf dem Sportplatz)

Ich halte oft an, mache viele Bilder, bin ganz langsam unterwegs … ich werde immer langsamer. Und ich komme zur Ruhe, erzählt Irgendlink in einer Telefonkabine mitten in Laneuveville-Aux-Bains. Kirchenglockengeläut dringt durch die Türe. Eine Wespe macht es sich in Irgendlinks Nähe gemütlich. Hier macht er Pause, bevor er seinen Lagerplatz suchen und sich ein Abendessen kochen wird.

Weißt du, ich frage mich, ob es vielleicht einfach darum geht, zum Stillstand zu kommen. Frei zu werden von allen Zielen im Hinterkopf. Frei von kleinen und großen Etappenzielen. Frei von Ansprüchen. Du erinnerst dich, ich schrieb dir vor etwa einer Woche, dass Freiheit für mich wäre, diese Reise mit dem besten Gefühl einfach nicht zu machen … Das stimmt. Freiheit ist, wenn alles egal ist. Die Zeit ist egal. Ankommen ist egal. Und es ist egal, wie lange ich bis Andorra brauche. Mir geht es gut dabei. (Irgendlink live, 21.4.2010 aus Laneuveville-Aux-Bains)

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