iPhoneart auf der Kunst Direkt 2012

Vom 16. bis 18. März 2012 öffnet die rheinland-pfälzische „Kunst-Biennale“ ihre Türen in der Mainzer Rheingoldhalle. 153 Künstlerinnen und Künstler aus Rheinland-Pfalz und den Partnerregionen werden teilnehmen.

Öffnungszeiten: Freitag 16. März bis Sonntag 18. März 2011 täglich 11-19 Uhr. | Ort: Rheingoldhalle, Kongresszentrum Mainz am Rheinufer neben dem Rathaus. | Eintritt: Tageskarte 9,50 € | Rundgänge mit Schulklassen: Am Freitag, den 16. März bietet die Messeleitung die Möglichkeit geführter Rundgänge für Schulklassen im Rahmen des Kunstunterrichts. | Infos: Kunst Direkt

Boneray - abstrakte iPhoneart Februar 2012
Boneray - abstrakte iPhoneart Februar 2012

Der Irgendlink-Pavillon (Nr. 144) befindet sich im Kongress-Saal unweit der Eröffnungslounge. Erstmals präsentiert der „Artist in Motion“ ausschließlich iPhoneart auf einer deutschen Kunstmesse. Mit der Präsentation feiert Irgendlink aka Jürgen Rinck sein 700-tägiges iPhoneografie-Jubiläum. Unter anderem wird das legendäre erste iPhone des Künstlers zu sehen sein – 18.000 iPhonefotos, die einen tiefen Blick hinter die Kulissen der künstlerischen, konzeptuellen Reisefotografie erlauben. Alu-Dibond-Kacheln und „klassisch“ gerahmte Kunstwerke auf 13 „laufenden Kunstmetern“ runden den iPhoneografie-Pavillon ab.

Die Kunst Direkt feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum.

Aufstrebende Talente sind ebenso dabei wie Künstlerinnen und Künstler, die sich bereits einen Namen gemacht haben. Neben der klassischen Präsentation in Kojen wird es auf der „KUNST direkt“ wieder einen „Open Space“-Bereich geben. Zu sehen ist hier eine kuratierte Präsentation von Bildhauerarbeiten und Installationen, die zugleich eine offenere Vorstellung künstlerischer Arbeiten ermöglicht. Ruhezonen sollen die Messe zusätzlich auflockern. Erstmals wird es in diesem Jahr auch einen Kunstbuchverkaufsstand im Eingangsfoyer der Messe geben.

Irgendlink empfiehlt folgende Kolleginnen und Kollegen:

 

Mehr Steampunk

Blogkollege Axel hat mich mit seinem Steampunk-Kommentar völlig durcheinander gebracht. Beim Renovieren bei Exkollege T. Ist mir kürzlich das untige Mativ untergekommen. Ich liebe unverkleidete technische Geräte mit offenen Leitungen, Schrauben, Rohren, Dampf und Staub. Weiß gar nicht, wie ich es immer wieder ertrage, mit einem iPhone ohne jegliche Tasten zu arbeiten.

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Scannen, schwenken

Der Messeauftritt auf der Kunst Direkt 2012 bringt unerwartet eine Wand mehr, die ich mit Kunst bestücken kann. Weshalb ich über einige Panorama iPhonebilder nachdenke. Das Besondere an untigem Bild ist die Mischtechnik. Das ehemalige Militärgebäude auf dem Zweibrücker Kreuzberg wurde zunächst von links nach rechts gescannt – ca. 50 Meter, die ich mit laufender App Photosynth über den Parkplatz flanierte. Da sich der Bildstandort während der Aufnahme stetig änderte, wirkt das Gebäude und die Autos davor etwas „zusammengenäht“. An den Endpunkten des „Scans“ sorgen zwei Schwenks auf die Nachargebäude für den 180 Grad-Look und die beiden Fluchtpunkte.

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Des Kaisers neue Kleider der feinen Künste

Viele wichtige Dinge können in Künstlerbiografien stehen, um diesen auszuzeichnen und in’s beste Licht zu rücken. Eines ist ein absolutes Muss und darf niemals fehlen.

Schon gewusst? Für ein und den selben Künstler können zig verschiedene Biografien geschrieben stehen und man kann ihn, durch geschicktes Biografiemanagement mal in diesem, mal in jenem Licht erscheinen lassen. Schon mit der Berufsbezeichnung tun sich viele Künstler schwer, bewegen sie sich doch meist auf multiplem Gebiet. Selten ist einer nur Maler oder nur Bildhauer. Deshalb steht oft Maler und Bildhauer in der Vita. Eine Künstlerbiografie lebt von Mitgliedschaften, am besten in renomierten Verbänden und sie lebt von Werken in angesehenen Sammlungen, die man, in einer Liste zusammengefasst, dem ehrfürchtig staunenden Biografieleser unter die Schädellappen reiben muss. Eine Liste aller Ausstellungen und jedes Furzes, den der Künstler je auf der Welt hinterlassen hat, muss auch in die Biografie.

Sie halten das für Geplänkel? Für Augenwischerei? Für ein wunderbares Spiegelgefecht? Richtig. Auf alles oben Genannte – ich will es einmal des Kaisers neue Kleider der feinen Künste nennen – kann man getrost verzichten.

Was in einer Künstlerbiografie einzig zählt, ist der lapidare Zusatz ganz am Ende der ellenlangen, langweiligen Lebensliste:

Lebt und arbeitet in x und y“

Wobei X am Besten für New York steht und Y für London, Berlin, Paris oder Rom. Problematisch ist, dass es sich die wenigsten Künstler leisten können, ein Atelier in New York, Berlin, London, Paris oder Rom zu mieten. Geschweige denn zwei. Deshalb leben die meisten Künstler zum Beispiel in Bachdorf oder Hutzingen. Wenn sie Glück haben, haben sie eine Tante in Hutzingen und leben in Bachdorf, weshalb sie in ihrer Biografie großmäulig schreiben können: Lebt und arbeitet in Bachdorf und Hutzingen.

Als ich SoSo davon erzähle, die ja zu meiner Managerin mutiert, und ich sie verzweifelt anflehe, mach‘ was, ich kann doch nicht mit nur einem „Lebt und arbeitet“ an die Öffentlichkeit treten, ich muss in Bachdorf und Hutzingen leben und arbeiten, lächelt sie nur müde: lass es weg, wo du lebst und arbeitest. Bachdorf nutzt dir sowieso nix. Wenn dein Bachdorf nicht New York heiß, kannst du auch gleich Katzenfotos machen und als Kunst bezeichnen. Und irgendwo hat sie ja recht, die Frau Managerin.

In den Tiefen meiner gedemütigten Katzenmalerseele reift der perfide Plan, einfach in die eigene Biografie zu schreiben: Lebt und arbeitet in London, Edinburgh, Bergen, Oslo, Goeteborg, Hamburg, Amsterdam, hach und aufm Rückweg  Ums Meer könntste ja noch durch Brüssel fahren.